So wenig ich ein wirklicher Freund von Rosé bin, so gerne probiere ich doch diese Champagnerart. Ich finde es durchaus angenehm, wenn die Noten des dunklen Burgunders mehr Raum erhalten, mehr Entfaltung. Ein typischer Vertreter dieser Gattung, vielleicht sogar momentan der Rosé par excellence, ist der von Laurent-Perrier. Das 1812 gegründete Haus Laurent-Perrier steigt nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Führung von Bernard de Nonancourt zu einem der führenden Champagnerhäuser auf. Er führt die Non-dosage ein, den Mehrfachjahrgangswein, den jahrgangslosen Rosé sowie Edelstahltanks, die eine kühle Gärung ermöglichen. Jährlich werden ca. 6.5 Millionen Flaschen Chamapgner erzeugt, wobei nur 10 % davon aus den eigenen 80 Hektar stammen. So viel zur Exklusivität von Laurent-Perrier.
Der Rosé Brut wird nicht, wie häufig gemacht, in einer Cuvée aus Rot- und Weißweinen, also aus Pinot Noir und Chardonnay hergestellt, sondern im Saignée-Verfahren, in dem die Trauben drei Tage auf der Maische liegen, der entsprechende lachsfarbene Ton erzeugt wird und sich die Aromenfülle der Pinot-Trauben entfaltet. Die Trauben dieses Champagners stammen aus zehn verschiedenen Grand Cru-Lagen in Ambonnay, Bouzy, Louvois und Tours-sur-Marne.
Der Wein duftet frisch und klar nach Himbeeren, Erdbeeren und roten Johannisbeeren. Ebenso säuerlich-fruchtig ist er am Gaumen. Ziemlich unkompliziert, muss man sagen, gut gemacht, aber keiner, den ich im Gedächnis behalten würde. Da würde ich mir für 65 Euro doch durchaus etwas anderes zulegen.
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