originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Kalte Muschi

Das offizielle Kaltgetränk des FC St. Pauli setzt sich aus 50 % Rotwein nicht näher bestimmter Provenienz und 50 % Cola zusammen.

kale_muschi

Die kalte Muschi(!) schmeckt etwa so wie der Rotwein, den es als Beilage zu Rotweincremes gibt. Nur noch süßer.

Als ich diese Flasche völlig unverhofft im Kühlregal meines Lebensmittelhändlers fand, konnte ich die Anfänge eines Lachanfalls kaum unterdrücken. Dieser steigerte sich noch, als die Verkäuferin den Preis nicht wusste und mit breitem Grinsen hinten in den Laden rief: "Sag', Ines, weißt du, was die kalte Muschi kostet?"

Ein gutes Jahr?

30/Mai/09 15:51 kategorisiert in: Abschweifungen, Also jetzt mal ehrlich…, Rot, Frankreich

Wir hatten vor, im Rahmen des Gocher Weinzyklus neben Sideways auch Ein Gutes Jahr zu zeigen mit entsprechenden Weinen als Begleitung. Bei Sideways ist es klar. Da gibt's mal ordentlich Pinot Noir aus Kalifornien und Deutschland. Bei Ein Gutes Jahr ginge es dann um Weine von Château la Canorgue und weiteren Weinen aus dem Luberon. Es hätte ein schöner Anlass sein können, die Weine von Nathalie und Jean-Pierre Margan vorzustellen, die auf dem seit mehr als 200 Jahren im Familienbesitz befindlichen Schlösschen den wohl besten Wein der Region herstellen und zu den Ersten gehörten, die Ende der Siebziger in Frankreich schon auf ökologischen Weinbau gesetzt haben.

Was Ridley Scott uns da bietet, ist allerdings dämliches Klischée-Kino, bei dem im Prinzip jede Szene vorhersagbar bleibt und lediglich die miserable deutsche Übersetzung kurzfristig mal für ein müdes Lächeln sorgen kann. Was in den Büchern von Peter Mayle vielleicht so gerade eben noch funktioniert, geht hier gar nicht, auch wenn dieser am Drehbuch mitgeschrieben hat. Da reicht der Blick aufs Schloss, die nette Landschaft und auch die Leistung von Russell Crowe nicht.

Foto ©: Twentieth Century Fox Film Corporation

Wenn ich in der Lage wäre…

01/Feb/09 18:24 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…, Weiss, Deutschland, Weissweine

…mir den Keller voll Großer Gewächse zu legen, dann würde ich mich für folgende Weine entscheiden:

Dönnhoff, Hermannshöhle, Riesling

Wittmann, Morstein, Riesling

Wagner-Stempel, Höllberg und Heerkretz, Riesling

von Buhl, Jesuitengarten Forst, Riesling

Juliusspital Würzburg, Escherndorfer Lump, Silvaner

»Macht bloggen eigentlich noch Spaß?«,

05/Nov/08 16:49 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…, Im Netz

fragt sich gerade Thomas Lippert, der mit seinem Winzerblog zu den fortgeschrittenen, langjährigen Bloggern zählt und nicht zuletzt die Weinrallye ins Leben gerufen hat. Er hat das Bloggen begonnen weil, er "Spaß daran hat, es sich aus Zufall ergeben hat und es inzwischen ein Tagesritual ist, am Feierabend das zu schreiben, was am nächsten Tag im Winzerblog zu lesen ist."

So ging es mir auch bei meinem Start vor anderthalb Jahren. Damals schon hatte ich wahrgenommen, dass es einen deutlichen Unterschied gibt zwischen jenen, die rein privat bloggen, und einigen derer, die dies aus kommerziellen Erwägungen betreiben. Als der ganze Statistikhype ein wenig abflaute, hatte ich den Eindruck, dass auch die Bissigkeiten und virtuellen Gliedmaßenvergleiche weniger wichtig genommen werden würden.

Nun gibt es seit einiger Zeit Blogoscoop und alles ist wieder da. Monatliche Pageranks, veröffentlicht, um zu zeigen, wer hier die Alphablogger sind. Ich find’s ja so absurd und kann mich darüber nur amüsieren.

Der Spaß allerdings hört auf, wenn Thomas Lippert mit Anwälten gedroht wird, weil er bloggt, wann und wo und worüber er will. Dass er jemanden dabei beleidigt hätte, ist mir dabei noch nicht aufgefallen.

Dass dies mehr sein sollte als Weinschaumschlägerei, kann ich mir kaum vorstellen. Was hätte er auch davon? Veröffentlicht würde es eh – und  wie heißt es so schön im drinktank: "Es zeigt, dass die meisten immer noch nicht begriffen haben, welche Macht im gemeinsamen, verlinkten Bloggen liegen könnte."

Kann ich mir nur wünschen, dass der Thomas tatsächlich seinen Spaß nicht verliert, mich solidarisch erklären und fröhlich das Lied vom Abmahnakacksack vor mich hinpfeifen …

Die Guter-Rotwein-für-5-Euro-Diskussion

28/Okt/08 08:47 kategorisiert in: Abschweifungen, Also jetzt mal ehrlich…, Im Netz

Seit einigen Tagen wummert eine Diskussion durch Blogs, die Mario Scheuermann, sich selbst eingeschlossen,  als "Alphatiere der Szene" betitelt. Ausgehend von einem Weltonline-Artikel hatte sich außer beim Drinktank auch beim Weincasting und Niko Rechenberg eine Diskussion darüber entspannt, ob es gute Rotweine für unter fünf Euro gibt.

Lars Breidenbach bringt das Wesentliche dabei in Schreiberswein prägnant auf den Punkt: "Die wichtige Frage hinter dieser Debatte ist für mich, wie die Lebensbedingungen der produzierenden Winzerfamilien und deren Helfer aussehen."

Vernünftigen bis guten Rotwein habe ich auch schon des Öfteren für unter fünf Euro gefunden. Wie der produziert wurde, wird dabei nicht klar. Das sollte uns aber interessieren. Ebenso sollte uns interessieren, wie es sein kann, beim Discounter für 250 g Hackfleisch nur 0,75 ct zahlen zu müssen. Und beim Wein ist es wie beim Schwein. Die Qualität mag ja gut sein, sauber, rein, aber das kann doch kein Produkt sein, welches den Erzeuger genauso befriedigt wie den Konsumenten (im Falle des Schweins wohl auch kaum das Schwein). Da stimmt grundsätzlich etwas nicht, würde ich mal behaupten. Und dessen sollten wir uns bewusst sein, wenn wir natürlich erzeugte Produkte erwerben möchten.

Da müssen wir uns nur We feed the world anschauen.

Lieber Günther,

17/Sep/08 08:01 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…

vielen Dank für deine fundamentale Hilfe als oberster Dienstherr,

herzlichst, deine bayrische Verkehrspolizei


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