originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



»Endlich: Ein Bio-Wein in Top-Qualität«…

11/Sep/08 20:27 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…

schreiben Sie, sehr geehrter Herr Junghans, in der aktuellen Ausgabe des Pro-Idee Weinkellers. Und ich zitiere weiter: »… ein herausragendes Schnäppchen. 90 Punkte.“ (Robert Parker) Biologisch angebaute Lebensmittel genießen einen guten Ruf. Ihr intensiver, ursprünglicher Geschmack verwöhnt den Gaumen der Genießer. Leider gelang es den biologisch angebauten Weinen bisher selten, diesem Ruf gerecht zu werden: Oft bekamen die Biowinzer die Pilzkrankheiten der Reben nicht in den Griff und so fanden sich häufig Fehltöne auch in den Weinen wieder. Doch die Winzer lernten dazu: Ständige Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Weinberg; frühzeitige Eingriffe bis hin zur zusätzlichen Belüftung mit Ventilatoren mindern den Befallsdruck der Pilzkrankheiten. Und sorgen dafür, dass heute auch ein Biowein Amerikas „Weinpapst“ Robert Parker überzeugen kann.« Die Aussage gilt dem Sacra Natura aus Ihrem Angebot.

Ehrlich gesagt, fallen mir nur zwei Gründe ein, eine solch schräge Aussage zu treffen: Das Ganze ist entweder dem Marketing geschuldet und der Sinn ist mir nicht ganz eingängig – und sie wissen es eigentlich besser oder, was ich nicht hoffe, sie wissen es tatsächlich nicht besser. Wenn Letzteres der Fall ist, kann ich Ihnen eigentlich nur einen Berufswechsel anraten – denn nach Parker-Punkten einkaufen kann eigentlich jeder. Da muss man nicht mal eine Lanze für den Bioanbau brechen wollen, um aus dem Kopf ein Dutzend Namen aufzählen zu können, die schon einige bis viele Jahre Bioanbau betreiben und in die vordere Liga der Weinbereitung vorgestoßen sind oder sich dort schon länger aufhalten. Eigentlich scheint es gerade im Burgund ja eher so zu sein, dass viele zum Bioanbau geradezu gezwungen wurden, um ein gewisses Qualitätsniveau zurückzugewinnen, welches ihre vorher ausgelaugten Böden nicht mehr halten konnten.

Und dass Ausone oder Petrus, Romanée-Conti oder Leflaive – von Chapoutier schon mal gehört? – auch ohne Biosiegel biologisch oder bio-dynamisch anbauen, wissen zumindest diejenigen, die sich intensiver mit Wein beschäftigen. Wenn Sie einen Überblick über angebotene Bioweine – teilweise mit Parker-Punkten – gewinnen möchten, einfach mal hier reinschauen, der Herr Riegel hat schon einen ziemlich großen Import.

Ach nein, für Sie ist es doch viel einfacher. Testen Sie Ihr eigenes Angebot, den wunderbaren Ruppertsberger Riesling von Bürklin-Wolf … Nun, da steht's ja auch: »In vielfacher Hinsicht übernimmt das Weingut Dr. Bürklin-Wolf eine Vorreiterrolle unter den Spitzenweingütern Deutschlands. Seit dem Jahr 2005 wendet Bettina Bürklin-von Guradze die gleichen Verfahren des bio-dynamischen Weinbaus an, die zum Beispiel auch in der berühmten Domaine de la Romanée-Conti im Burgund angewandt werden.« Was auch nicht ganz stimmt. Die machen das da schon viel länge, haben sich aber erst 2005 einem Verband angeschlossen.

04/Sep/08 21:51 kategorisiert in: Abschweifungen, Also jetzt mal ehrlich…

nachmittags mit freunden auf dem balkon schnaps trinken und abends die musik christlicher missionierer gut finden.

hier entdeckt (mal wieder).

Es wird Zeit,

21/Aug/08 21:44 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…

… dass wir mal wieder ein bis zwei Glas Wein zusammen trinken.

Weinkritikerkritik

26/Mrz/08 16:35 kategorisiert in: Also jetzt mal ehrlich…, Im Netz

In der Weinkolumne von Zeit online beschäftigt sich Rainer Schäfer mit einer kurzen, kritischen Betrachtung der deutschen Weinkritik.

Das ist nicht neu und auch grundsätzlich nicht verwunderlich, aber trotzdem lesenwert und es könnte dazu führen, sich das ganze Konstrukt mal genauer anzuschauen. Kritik wird natürlich immer unter Kritik stehen. Speziell, wenn Kritiker so mächtig werden, dass sie Geschmack und Anbau beeinflussen können. Im deutschen Fall ist das allerdings deshalb schon mit einer gewissen Süffisanz zu betrachten, weil die Kritiker offen verkosten und nicht blind und weil einer der Verkoster auch ein eigenes Weingut besitzt und dem Verband deutscher Prädikatsweingüter für den Bereich Nahe vorsteht (Nachtrag). Der Gault Milliau ist trotzdem seit Jahren die Bibel vieler Liebhaber deutschen Weines. Na gut, wenn ihr es nicht anders wollt …

Ich kann nur raten, am besten ist es doch immer, die eigene Nase zu trainieren, so viel zu probieren, wie es geht, und sich nicht von Preisen und Etiketten beeinflussen zu lassen. Dann wird alles gut.

Spontan finde ich es beruhigend …

27/Jan/08 19:16 kategorisiert in: Abschweifungen, Also jetzt mal ehrlich…

dass man in diesem Land mit rechten stillosen und gefährlichen Parolen zumindest nicht zweimal hintereinander eine Landtagswahl gewinnen zu können scheint, und empfinde Freude darüber, dass es in Hessen genügend Anständige gegeben hat, die zur Urne gegangen sind, um dies Roland, dem Ausgekochten, auch zu verdeutlichen.

Feinback überteuert

18/Jan/08 18:37 kategorisiert in: Abschweifungen, Also jetzt mal ehrlich…

Manchmal werde ich von Preisen überrumpelt, die ich dann zunächst einmal zahle, bevor mir klar wird, wie unverschämt sie eigentlich sind. So geschehen vor drei Tagen. Da bin ich in eine der Filialen eines Bonner Bäcker-Imperiums getreten und wollte zwei Krapfen und zwei Laugenstangen kaufen.

»Das macht dann 4 Euro 10«.


Zwei Krapfen und zwei Laugenstangen für vier Euro zehn

Ich so: »Äh, ja. Gut.« Krame ’nen Schein heraus und tu das Kleingeld, das ich mir schon herausgeholt hatte, mangels Menge zurück in die Hosentasche.

Ich dann so: »Das ist aber nicht gerade günstig …«

»Ja, junger Mann, was soll ich sagen?«

Ich: »Also ich weiß ja, dass man so nicht mehr rechnen kann, aber früher wären das acht Mark gewesen.«

Sie: »Tja. Soll ich Ihnen was sagen? Ich würde hier so was auch nicht einkaufen. Früher bin ich mit 50 Mark die Woche ausgekommen – und da war noch das Lotto mit drin.«

Frage ich mich, wie solche Preise zustande kommen. Liegt es an den gestiegenen Rohstoffpreisen? In Berlin jedenfalls hätte ich für diese vier Teile nicht mal die Hälfte gezahlt.


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