originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Karte der Craft-Beer-Hersteller

06/Sep/14 22:15 kategorisiert in: Bier

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, wo in Eurer Nähe handwerklich Bier gebraut wird? Oder ob dort, wo Ihr Euren Urlaub verbringen werdet zufälligerweise eine Mikrobrauerei ihr Bierwesen treibt? Oder es vielleicht einen Landgasthof mit einem entsprechenden Bierausschank gibt?

mikrobrauereikarte

Hier entsteht gerade eine Landkarte, die Euch genau diese Fragen beantwortet. Sie ist noch beta, aber sie entwickelt sich – mit Eurer Hilfe.

Drei Mal Bier: Austmann Humbledugg, Tre Gamle Damer, Northumberland

01/Sep/14 12:30 kategorisiert in: Bier

Ein Austmann, das war früher eine Handlungsreisender, der vor allem im Ausland unterwegs war und, wenn er zurück nach Hause kam, viel zu erzählen hatte.

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Austmann steht seit Ende 2012 für eine kleine norwegische Craftbeer-Brauerei, die auf Ihrer Website allerdings nicht so viel zu erzählen hat. Was ich erfahren habe ist, dass es drei Jungs aus Trondheim sind, die hier Craftbeer brauen. Laut ratebeer gibt es schon über dreissig verschiedene Abfüllungen, die Drei sind also experimentierfreudig. Hier in Deutschland gibt es bisher vier Biere, von denen ich drei vorstelle – das vierte, ein Blaubeer-Stout, kommt später an die Reihe.

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Austmann Humbledugg IPA
Das Indian Pale Ale mit dem Namen Hopfentau wird mit den Aromahopfen Magnum, Waimea, Pacifica und Cascade gebraut. Neben zwei typischen amerikanischen Hopfen gibt es hier zwei aus Neuseeland. Und wie wir das schon von neusseländischen Sauvignon Blanc kennen, hat auch das Bier eine deutlich exotische Note. Im Glas ist es dunkel orange, so Richtung Bernstein mit einer ziemlich festen, etwas ins Bräunliche gehenden Schaumkrone. Es duftet schon aus dem Glas heraus deutlich exotisch fruchtig nach Limetten, Grapefruit, Ananas, etwas Maracuja und Karamellzucker.

Im Mund ist es deutlich unspektakulärer, als ich es vom Duft erwartet hätte. Weniger tropische Frucht, eher ein bisschen floral mit Aprikosen, ziemlich trocken aber mit einem unschönen Hefeton und einer nicht ganz ausgewogenen Bitterkeit. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht besonders gelungen. Der Alkoholgehalt liegt bei 6,5%.

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Austmann Tre Gamle Damer Belgian Pale Ale
Die die alten Damen wurden zum ersten Mal bei der Eröffnung der Brauerei zu ehren jener Damen gebraut, die die Eröffnung, finanziell unterstützt haben. Das Bier für zwei Mütter und eine Tante wurde mit den Hopfensorten Waimea, Perle und Amarillo gebraut, sowie mit Münchner Malz, hellem Weizenmalz, Carapils, Pilsener Malz und Pale Ale Malz. Das Bier ist dunkel bernsteinfarben und ziemlich trüb. Die Schaumkrone ist niedrig und leicht cremefarben. Es duftet deutlich nach süßen Karamellmalzen mit einer leichten Gewürznote. Amarillo und Waimea, also tropische Hopfenaromen finden sich hier nicht.

Auch am Gaumen kaum eine Spur von Aromahofen. Das Bier wird von den Malzen und der belgischen Hefe bestimmt, das Bier hat eine leichte Süße und ist moderat bitter. Geschmacklich sind es eher moderat ausgeprägte heimische Steinobstsorten, Karamell, einige Gewürze und ein leicht floraler Ton. Das Ale hat eine schöne, cremige Textur und schmeckt ziemlich ausgewogen. Es ist deutlich gelungener als das IPA. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,5%.

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Austmann Northumberland Brown Ale
Benannt wurde das Bier nach der englischen Grafschaft, in der der auch der Stile des Brown Ales beheimatet ist. Für das Bier wurden sieben verschiedene Malze verwendet, Röstmalze, Karamellmalze, Schokoladenmalz. als Hopfen findet sich hier Magnum und Fuggle. Diese Malze geben dem Bier eine dunkelbraune Farbe, eine zurückhaltende, beige Schaumkrone und einen ziemlich komplexen röstig, schokoladig, moccaartigen Duft, bei dem aber eine leichte Säure mitschwingt, so dass ich nicht den Eindruck bekomme, das Bier wäre schwer und allzu konzentriert.

Genau das bestätigt sich im Mund. Der Geschmack ist nussig, mit Röstnoten, Espresso, etwas Hefe, leichter Süße und einer guten Säurebalance. Es ist trotz der Malze und der üppigen Geschmacksnoten angenehm leicht und frisch. Es ist mir Abstand das Beste der drei Biere und eine klare Empfehlung. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,5%.

Ich habe die Biere in Bonn bei P&M bekommen. Im Netz gibt es die Biere bei Bier-Deluxe.

 

Das Einfache ist oftmals das Besondere – gute Pasta, eine Dose Sardinen, eine Flasche Rosé und ein Bier

08/Aug/14 12:30 kategorisiert in: Bier, Pinot Noir / Spätburgunder, Rosé

Die letzten zwei Wochen habe ich in meiner rheinländischen Heimat in Bonn verbracht und konnte nicht umhin, bei meinem früheren Feinkosthändler Olaf & Olaf vorbeizuschauen. Dort habe ich den Ziegenfrischkäse gefunden, den ich für den Rosé-Weinabend haben wollte, den ich für meine alte Bonner Weinrunde organisiert habe, und dessen Inhalt hier so nach und nach reintröpfeln wird.

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Man geht bei Olaf allerdings nicht einfach so mit lediglich einer Portion Ziegenfrischkäse aus dem Laden und so sind mir ein paar Dinge an den Fingern kleben geblieben. Zum Beispiel die Sardinhas Petingas Picantes, scharf eingelegte, extra kleine und feine Sardinen des portugisischen Vertriebs José, dessen aufwändig gestaltete Verpackung fast so gut ist, wie der Inhalt. Diese Sardinen mitguter Pasta, dem Öl, der Chili und den weiteren eingelegten kleinen Gemüse aus der Dose – mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Ach doch, ein passendes Getränk wäre schön. ich habe zwei ausprobiert. Da wäre zum einen eine Flasche Enderle & Moll Spätburgunder Rosé 2012, den ich ein paar Tage zuvor bei Surk-ki Scharade in der Vincaillerie in Köln mitgenommen habe. Surk-ki, die Frau mit dem ungewöhnlichen Namen, gehört hier in Deutschland zu den Naturweinvertreibern der ersten Stunde und überzeugt mittlerweile auch deutsche Winzer, in Sachen Naturwein immer stärker die Grenzen auszuloten. Sven Enderle ist einer davon, und der macht mit seinem Kompagnon Florian Moll seit Jahren immer bessere und charaktervollere badische Spätburgunder. Im letzten Jahr haben die beiden für Sur-ki zum ersten Mal eine Charge Grauburgunder ungeschwefelt abgefüllt – ein Experiment, das wohl keine Eintagsfliege bleiben wird.

Der Rosé der beiden kommt immer dann zustande, wenn die Spätburgundertrauben nicht dem entsprechen, was er für seine Rotweine haben will. Das ist nicht direkt Ausschussware sondern hängt mit einem bestimmten Geschmacksbild zusammen, dass die Trauben nach der Lese bieten. Wenn die Trauben nicht so schmecken, wie Sven es sich vorstellt, wird es Rosé. Mehr als 30 bis 40 Hektoliter pro Hektar kommen auch für den Rosé nicht zustande und entsprechend intensiv ist der Wein. Der 2012er kombiniert viel Himbeerfrucht mit Kräutern, Stein und einem guten Schuss Minze. Die Intensität und Frucht passt ziemlich gut zu den scharfen Sardinen. Der Rosé hatte genügend Kraft und die saftige Frucht hielt die Schärfe in Schach.

Ziemlich spektakulär war das Pfefferbier vom weißen Kampot-Pfeffer, dass freigeist Bierkultur in der Braustelle Köln gebraut hat. Die Braustelle Köln mit Sebastian Sauer und Peter Esser ist für mich im Moment eine der, wenn nicht die ungewöhnlichste Brauerei in Deutschland. Ich will nicht sagen, Pale Ale kann mittlerweile jeder und ist schon ein alter Hut, aber was in der Braustelle passiert, geht weit über die Interpretation englischer und amerikanischer Brautradition hinaus. Hier wird wirklich experimentiert – und zwar mit dem Wissen um alte Braukultur und Brauverfahren in Deutschland. Eines dieser mehr als gelungenen Experimente war eine Serie von Pfefferbieren mit schwarzem, weißem und rotem Pfeffer, die hier entstanden sind und die, wie schnell klar wurde, exzellente Essensbegleiter sind. Diese Biere sind zusammen mit Hennes Finest entstanden und dieser Laden ist der vielleicht beste Pfefferimporteur der Republik. Das klingt jetzt alles nach ein bisschen viel Superlativen, aber was soll ich sonst sagen? Das Freigeist Bierkultur Kampot White ist einfach sehr gelungen – und das auf Grund der Braukunst und der besonderen Inhaltsstoffe. Freigeist verbindet kambodschanischen Pfeffer mit dem typischen Aroma eines Weißbieres und man hat so einen Effekt wie Erdbeeren mit grünem Pfeffer – nur besser. Erst kommt ein wtf? Und dann leuchtet die Birne der Erkenntnis auf: Es kommt zusammen, was zusammen gehört. Der Pfeffergeschmack ist jedenfalls sehr gut abgestimmt. Er ist präsent, aber nicht überbordernd, die Schärfe passt zur Süße des Bieres und beides wiederum zu Sardinen und Chili. Vielen Dank an Torsten, der mir eine Flasche hat zukommen lassen.

Den Rosé gibt es, wie gesagt, bei La Vincaillerie für nen 10er. Das Bier dürfte momentan kaum noch zu bekommen sein doch die Pfefferbiere sollen neu aufgelegt werden.

 

 

Drei Mal Bier: Bogk Berliner Weiße, Original Ritterguts-Gose, Gose Mania

03/Jun/14 20:35 kategorisiert in: Bier

Bei dem ganzen, oft nachvollziehbaren und oft auch etwas übertriebenen Hype um die große Welt der Pale Ales übersieht man schnell, dass es auch in Deutschland einen alteingesessene Bierkultur abseits der Fernsehbiere gibt. Das haben vor allem die Hersteller vergessen, die uns, bis auf die wenigen Spezialbrauereien, immer das Gleiche anbieten. So ist die traditionelle Berliner Weiße praktisch ausgestorben (die, die man unter dem Label Berliner Kindl erhält ist ihr Geld nicht wert udn kann eigentlich wirklich nur mit Himbeer- oder Waldmeistersaft ertragen werden). Auch die Gose, eine Jahrhunderte alte Biertradition wird nur noch in ganz wenigen Brauereien gepflegt. Glücklicherweise gibt es neben dem Gose-Traditionalisten in der Brauerei Hartmannsdorf bei Chemnitz (Original Ritterguts-Gose) einige wenige Brauer, die sich wieder an die traditionellen Stile wagen. In diesem Fall, und das gilt für alle drei vorgestellten Biere, gibt es die Besonderheit, dass die obergärig gebrauten Biere eine zweite Gärung erfahren, und zwar eine Milchsäuregärung. Der Effekt ist eine Veränderung des pH-Wertes dieser Biere, die zu einer erheblichen Säure, aber einer weichen, eben einer Milchsäure führen (wie bei einem Wein nach der malolaktischen Gärung von Apfelsäure in Milchsäure). Der Effekt ist eine natürliche Verlängerung der Haltbarkeit dieser Biere, die sich, kühl und dunkel gelagert teils über Jahrzehnte erstrecken können und das auch tun – dazu kommen wir gleich.

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Bogk-Bier Berliner Weiße
Einer dieser Brauerei, die sich an die milchsauer vergorenen Biere wieder heran gewagt haben, ist Andreas Bogk, der vor einigen Jahren zu Hause mit dem Bierbrauen angefangen hat und daraus eine Leidenschaft entwickelt hat, die schließlich zu einem Crowdfunding-Projekt und der Grünsung einer Mikro-Brauerei geführt hat. Andreas hat sich der Rettung der ursprünglichen Berliner Weiße verschrieben. Denn das, was heute im großen Stil als solche abgefüllt wird, hat mit dem ursprünglichen Rezept nicht mehr viel zu tun. Zwar ist die Berliner Weiße immer noch ein obergäriges, saures Bier, doch fehlt ihr eine entscheidende Zutat, die mit dem Produktionsprozess des Bieres zu tun hat. Im Sauerbier, wie es im ganzen Norden Deutschlands früher und im Belgien auch immer noch getrunken wird, finden sich nämlich Hefestämme, die man in einer normalen Bierproduktion auf keinen Fall haben will. Denn neben der obergärigen Hefe Saccharomyces cerevisiae findet sich die Brettanomyces-Hefe Brettanomyces bruxellensis sowie die Milchsäurebakterien Lactobacillus brevis, Lactobacillus casei und Lactobacillus delbrueckii. Diese Stämme würden ein Pils oder Alt oder was auch immer direkt verderben. Bei der Berliner Weiße oder bei der Gose oder auch beim belgischen Lambic oder der Geuze ist der Effekt jedoch erwünscht.

Kleiner Einschub für Weinkenner: die Brettanomyces-Hefe ist jene, die im Rotwein gerne einen animalischen Ton hervorruft und eigentlich als Weinfehler angesehen wird – auch wenn einige Erzeuger vor allem an der Nordrhône oder in Südfrankreich diese Note gerne als zum Wein gehörig ansehen.

Andreas Bogk jedenfalls hat sich irgendwann auf die Suche nach den alten Rezepturen gemacht und noch ein wenig später hat er sich auf die Suche nach alten Flaschen Berliner Weiße gemacht. Er ging zurecht davon aus, dass er in diesen Flaschen die originalen Hefestämme finden würde, mit denen er auch wieder eine originale Berliner Weiße herstellen könnte. Der DDR sei dank hat er bei der Suche auf Berliner Flohmärkten tatsächlich Flaschen aus der DDR-Kombinatszeit gefunden und die Hefe-Stämme isolieren können. Es gibt dazu in der Reihe WRINT-Flaschen meines Freundes Holger Klein einen ausführlichen Podcast darüber.

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Die hier probierte Berliner Weiße stammt aus der ersten Tranche, die Andreas Bogk nach seinem erfolgreichen Crowdfunding-Projekt all jenen geliefert hat, die das mit finanziert haben. So bin ich über einen Bekannten an dieses Bier geraten. Es ist typisch hefetrüb mit einem sehr niedrigen Alkoholgehalt von 2,5% und einer Stammwürze von 7%. Das Bier riecht direkt sauer in einer Art, wie man es von milchsauer vergorenem Kohl kennt (Sauerkraut) oder, noch ähnlicher Kanne-Brottrunk. Wer Kinder hat und sich daran erinnert, wie es roch als diese nach der getrunkenen Milch aufstoßen mussten oder etwas davon wieder ausgespuckt haben – das ist in etwa der Geruch. Es ist ein Duft und auch ein Geschmack, an den man sich erst ein wenig gewöhnen muss. Das geht bei dieser Berliner Weiße ganz schnell, bei manch extremeren belgischen Geuzes dauert das womöglich etwas länger. Hier, wie gesagt, gibt es die softere Version, die neben den Brett-Aromen und der Milchsäure vor allem zitronig ist, ohne beißend zu sein. Das Bier ist am Gaumen säuerlich, ebenfalls zitronig, weich, da die Milchsäure sehr weich ist und nur minimal bitter. Es ist ein Bier, dass man gerade im Sommer einfach so wegtrinken kann. Es ist harmonisch und steigt einem nicht in den Kopf.

Ritterguts-Gose
Ursprünglich stammt diese Variante des norddeutschen sauren Bieres aus Goslar und wurde nach jenem Fluss benannt, der auch der Stadt seinen Namen gegeben hat, der Gose. Hieraus haben die ersten Baumeister das Wasser für das Bier entnommen. Wie bei der Berliner Weiße und bei den belgischen Lambics ist auch dieses Bier obergärig und wird ein zweites Ma, und zwarl milchsauer vergoren. Bei der Gose wird traditionell Salz und Koriandersamen mit hinzugegeben, was dem Bier einen zusätzlichen aber nicht dominierenden Geschmack verleiht. Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Gose das Bier in Leipzig und löste Goslar als Gose-Hauptstadt ab. Damals schon der wichtigste Produzent war die Rittergutsbrauerei Döllnitz. Diese produziert bis in den zweiten Weltkrieg hinein, wurde dann aber demontiert und nach Russland verschafft. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut und belieferte einige wenige Gasthäuser, die dann aber nach und nach schlossen. Mittlerweile braut die Hartmannsdorfer Brauerei bei Chemnitz die Original Ritterguts-Gose. Zusätzlich gibt es in Leipzig wieder einige ortsansässige Brauer.

rittergutsgose

Die Ritterguts-Gose ist relativ dunkel und duftet nach leicht vergorenem Apfel (Cidre) und selbst vergorenem Sauerkraut. Das Bier ist grundtrocken, leicht säuerlich und frisch am Gaumen mit ganz leichtem Malzanteil und einem Hauch von Koriander. Für den Sommer ist es ideal, hat zwar mehr Alkohol als das Bogk-Bier, ist aber auch etwas intensiver, bzw. voller im Geschmack. Dafür ist es durch seine Trockenheit und Säuerlichkeit enorm erfrischend. Könnte mein Sommer-Lieblingsbier werden.

Ale Mania Gose Mania
Die Biere des umtriebigen Bonner Brauers Fritz Wülfing heißen seit einiger Zeit nicht mehr Fritz Ale sondern Ale Mania. Das hat damit zu tun, dass der Hamburger Brause-Hersteller Fritz Cola plötzlich irgendwas dagegen hatte. Aber wie auch immer, Fritz Wülfing ist mit Ale Mania jetzt markentechnisch hoffentlich auf der sicheren Seite. Geschmacklich ist er das ja schon lange, denn er war einer der ersten, die den langweiligen deutschen Biermarkt mit einer Infusion Ale wiederbelebt haben. Das, was er hier in die Flasche füllt, ist diesmal kein Ale sondern ebenfalls eine Gose. Diese hat 5.1% Alkohol, wurde klassisch mit Salz und Koriander hergestellt, dazu mit Perle-Hopfen und neben Pils- und Weizenmalz auch mit Karamellmalz. Perle wird gerne für Ales, Porter und IPAs verwendet und hier liegt für mich in Verbindung mit dem Karamellmalz persönlich ein Problem.

gosemania

Ich finde, das Bier erinnert mit den Karamellnoten und exotisch fruchtigen Aromen von Mandarine und etwas Mango zu sehr an ein Ale amerikanischer Brauart und zu wenig an eine klassische Gose – so wie es eigentlich auf dem Etikett ausgewiesen ist und wie es für mich die Rittergutsgose darstellt. Das hat aber wiederum für wenig erfahrene Gosetrinker den Vorteil, dass das Bier nicht zu extrem ist, nicht zu viel Milchsäure hat, nicht zu sauer ist. Es dürfte deshalb das ideale Einstiegsbier in die Welt der Sauerbiere sein, denn süffig ist es, fruchtig, mit schönem Malzkörper und guter Länge. Brauen kann er, der Fritz Wülfing, das steht außer Frage.

 

 


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