originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Drei Mal Bier: Kehrwieder SHIPAA, SHIPAC, SHIPAS

21/Mrz/14 09:24 kategorisiert in: Bier

Seit bald zwei Jahren wohne ich in Hamburg. Diese Stadt hat eigentlich Biertradition – es gab mal 500 Brauereien – doch als ich hier ankam, war nicht viel mit Tradition. Glücklicherweise hat sich hier in den letzten zwei Jahren etwas getan. Mittlerweile wird hier unter altem Namen aber mit komplett neuer Mannschaft und Investor im Hintergrund Ratsherrn gebraut. Das fände ich eigentlich gut, hätten die Investoren nicht auch gleich den Versuch unternommen, den Begriff Craft Beer für den deutschen Markt zu schützen. Das ist ihnen glücklicherweise vom Deutschen Marken- und Patentamt nicht genehmigt worden. Böse finde ich es trotzdem. Zusätzlich zu Ratsherrn gibt es seit einiger Zeit ein Duo namens Wesseloh und Matthies, die ihre Brauerei, die streng genommen erst noch eine werden muss, Kehrwieder Kreativbrauerei genannt haben. Kehrwieder, das ist der Name einer Insel an der Ausfahrt aus dem Hafen in die Elbe. Kreativ sind die beiden tatsächlich, denn es gibt mittlerweile sechs Biere, vier davon sind Indian Pale Ales mit Single Hops, also mit nur einer einzigen Hopfensorte und drei davon habe ich probiert. Alle drei Biere weisen einen bernsteinfarbenen Ton auf und haben eine feinporige, stabile, leicht cremefarbene Schaumkrone. Stammwürze, IBU und Alkohol sind bei allen drei praktischen gleich, sie werden im Prinzip gleich gebraut – bis auf den Hopfen. IBU liegt bei 65, die Stammwürze bei 16.8% und der Alkoholgehalt bei 7.5%.

shipa

SHIPAA
Die Abkürzung steht für Single Hops Indian Pale Ale Amarillo. Das Bier duftet schon aus der Flasche stark aromatisch. Da ist direkt viel Frucht im Glas, vor allem Orange, Mango, etwas Limette. Am Gaumen verbindet sich die Frucht mit einer angenehm intensiv herben Note. Zitrus und Pfirsich dominieren den Gaumen, dann entwickeln  sichleicht  herbe Kräuternoten. Das Bier ist nur leicht karamellig, immer bleibt das Herbe im Vordergrund, das Bier wirkt cremig im Mund und dank der ausgewogenen Kohlensäure immer frisch und hopfig, allerdings auch etwas süß, was der Pfirsichnote geschuldet ist, die zudem schnell etwas unnatürlich wirkt.

(Amarillo Doldenhopfen aus den USA: wächst bisher nur auf der Farm von Virgil Gamache in Washington, typische für amerikanische IPAs. Aromen: Orange, Zitronen, Blumen, Mango)

SHIPAC
Bei diesem Bier steht der letzte Buchstabe für Cascade, einem der bekanntesten Hopfen der amerikanischen Craft-Beer-Szene. Der typische Duft dieses Hopfen ist Litschi, Zitrone und Harz, wie in einem leicht geharzten Retsina. Genau so duftet das Bier denn auch. Auch hier dominiert wieder das Herbe am Gaumen, die karamellige Süße wirkt etwas dominanter, am Gaumen ist das Bier nicht so fruchtig, wie die Nase vermuten ließ. Zitronen ja, etwas Grapefruit, aber weniger Litschi. Außerdem ist es etwas kurz. Doch auch hier stimmen das cremige Mundgefühl und die Kohlensäure.

(Cascade Doldenhopfen aus den USA: Typisch für amerikanische Craftbeers, beliebt in der Hobbybrauerszene weil sehr blumiges und auch würziges Aroma: Litschi, Grabfruit, Blumen, Zitronen, leichte Bitterkeit)

SHIPAS
Schließlich das Simcoe Single Hop. Hier bestimmen Maracuja, Papaya und Ananas das Duftbild, unterstützt von Grapefruit und etwas Malz. Am Gaumen hat das Bier eine zunächst erstaunliche Süße, eine Honigsüße, hinter der aber kurze Zeit später die herben Noten hervortreten. Dann auch hier wieder Maracuja, Grapefruit, etwas Kräuterwürze und immer mehr herber Hopfen. Das Bier wird nach der ersten Süße erstaunlich bitter. Auch hier stimmt die relativ starke Kohlensäure und macht das Bier erfrischend.

(Simcoe Doldenhopfen aus den USA: Typisch für amerikanische Craftbeers, typische Aromen: Grapefruit, Maracuja, Kiefer (auch das Harz), mittlere Bitterkeit)

Gebraut werden die Biere übrigens bisher nicht in einer eigenen Brauerei, denn die gibt es noch gar nicht. Die beiden Brauer sind seit einiger Zeit auf der Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Ort in Hamburg. wer ihn vermittelt, bekommt ein eigenes Glas in der Brauerei, das einmal pro Tag gefüllt wird, solange die Kehrwieder Brauerei besteht. Das Bier wird momentan bei befreundeten Winzern ins Dänemark gebraut. Und zwar im Fanø Bryghus, wo allerdings kein Däne am Braukessel steht sondern der Österreicher Martin Simion.

Was mir bei allen drei Bieren aufgefallen ist, ist die Stimmigkeit der Kohlensäure und auch der etwas zu kurze Abgang. Da würde ich sagen, ist noch etwas Luft nach oben. Ansonsten ist es interessant, die drei Biere mal direkt nebeneinander zu probieren, am besten noch mit dem neuen, vierten Bier dazu, das mit der neuen deutschen Hopfensorte Hüll Melon gebraut wurde. Die drei Biere sind durchaus unterschiedlich in ihrer Ausprägung der fruchtig- expressiven Aromen. Genauso auch in der Form der Herbe bzw. Bitterkeit. Mir persönlich hat die Cascade-Variant am Besten gefallen, was wohl an der etwas harzigen Note liegt, die Cascade gerne hat, und die der verspielten Frucht eines amerikanisch geprägten IPA etwas entgegen tritt.

Drei Mal Bier: Hopfenstopfer Seasonal Ale, Brauprojekt 777 IPA, Ola Dubh 1991

06/Jan/14 21:32 kategorisiert in: Bier

Im Hause Originalverkorkt gab es über die Festtage mitnichten nur Wein. Und außerdem sind Bierempfehlungen absolut überfällig. Also, frisch zum Jahreswechsel ein Überblick über drei Biere:

drei_mal_bier_ola_dubh

Der erste Bier stammt von Thomas Wachno, dem Braumeister der baden-württembergischen Häffner-Bräu, der unter dem Namen Hopfenstopfer eigene Pale Ales braut. Er hat für die  kühlere Jahreszeit ein Saisonbier gebraut, bleibt dem amerikanischen Ale-Stile dabei aber klar verpflichtet. So finden sich hier Amarillo, Citra, Cascade und Chinook vereint mit diversen Karamellmalzen, die dem Bier eine bräunlich-dunkle Farbe mit Bernsteinreflexen verleihen. Orangenschalen bestimmen das Duftbild, ergänzt mit süßem Gebäck, Karamell, Mango und dunklen Beeren.  Am Gaumen drängt sich die Süße in den Vordergrund, die Herbe bleibt trotz IBU 50 deutlich hinter der Süße zurück, die vor allem dadurch so präsent ist, weil es dem Bier ein wenig an Kohlensäure ergo Frische mangelt. Das Bier mit 8,2% Alkohol verbindet am Gaumen die Mango und die Orangenschalen aus dem Duft mit mehr Limette, Pfirsich und vor allem Malz. Zum Ende hin wird die Bitternote erfreulicherweise dominanter, was den etwas zu süßen Charakter relativiert. Auch wenn es dem Bier etwas an Süffigkeit fehlt, ist es trotzdem eine klare Empfehlung zur kühlen Jahreszeit.

ipa_brauprojekt_777

Deutlich frischer kommt das IPA vom Niederrhein daher. Das Brauprojekt 777 hat ein Freund von mir für sich entdeckt und ich kam schon zwei Mal in den Genuss dieses gut gemachten Ales. Ale ist dort übrigens bei weitem nicht alles, was in der Mikrobrauerei in Spellen gebraut wird. Soweit ich das sehe, ist allerdings im Moment noch sehr schwer heranzukommen, denn verkauft wird bisher nur ab Brauerei und dann auch nur nach Brauterminen. Ein Blick auf die News-Seite sei allen Bier liebenden Rheinländern jedoch eraten, lohnt es sich doch auf jeden Fall, Produkte dieses Brauprojektes, dessen Geschichte man hier nachlesen kann, kennenzulernen. Das IPA ist eindeutig auf der frischen und erfrischenden Seite. Cascade liefert hier deutliche Zitrus- und vor allem Litschi-Aromen, Saphir, Citra und Styria Golding runden es ab. Gebraut wird mit Pale Ale-, Pilsener- und hellen Karamell-Malzen. Die Kohlensäurenmenge ist stimmig und liefert zusammen mit den Zitrus und hellen exotischen Noten einen erfrischenden Gesamteindruck am Gaumen, zudem hat es eine schöne Länge und feine, nicht übermächtige Bitternoten. Der Alkohol liegt bei 8%,  die Stammwürze bei 18% und IBU bei 74. Man kann Braumeister Arne Henschke und Freunde nur zu diesem Projekt beglückwünschen.

ola_dubh_1991

Das dritte Bier im Bunde ist für mich keins, das ich einfach so aus Spaß wegtrinken würde. Dafür hat es allerdings das Zeug zum exzellenten Essensbegleiter. Das Ola Dubh 1991 aus der Harviestoun Brewery in Schottland ist ein Porter mit 10,5% Alkohol und 40 IBU. Es wurde aus Galena-, East Kent Goldings- und Fuggleshopfen mit Malz von gerösteter Gerste und Hafer gebraut. Der Clou ist, dass das Bier 6 Monate lang in Whisky-Fässern aus 1991er Highland Park Single Malt gelagert wurde. Dies verleiht dem Bier eine leichte Whisky- und ich würde sagen Sherry-Note, allerdings ohne auch nur eine Spur penetrant zu wirken. Überhaupt ist hier die Ausgewogenheit zwischen Süße und Bitterkeit hier stimmig. Das Bier selbst ist fast schwarz mit einem leichten, an Malzbier erinnernden Schaum. Es macht schon für sich satt passt aber exzellenten zu Braten, bei dem ich das Bier zusätzlich für die Sauce verwenden würde. Im Duft Malz, etwas Whisky, Holz, Schokolade, etwas Süßholz, etwas Orange, am Gaumen fast ölig dicht und schwer, jedoch keineswegs alkoholisch. Die Brewery wurde übrigens 1983 von Ken Brooker in Alva in Schottland gegründet. Das Ganze begann, wie so oft in einer Garage und zog 1986 in ein altes Farmhaus um. 1991 hat man die unpronouncable beer name strategy aus der Taufe gehoben, die erstaunlicherweise nicht zum Umsatzeinbruch geführt hat, obwohl sich schon Engländer Namen wie Ptarmigan oder Zymatore kaum merken können. Der Name des klassischen Porters dagegen ist eingängig, es nennt sich Old Engine Oil. Heute ist die Brauerei, die 2006 an die Caledonian Brewing Company erkauft wurde, mit 17 Mitarbeitern bereits vergleichsweise groß.

Apropos Kölsch: 111 x Lecker, 1 x Malzmühle und 1 x frohes Fest

24/Dez/13 13:37 kategorisiert in: Bier, Bücher

Wo ich mit dem letzten Artikel schon in Köln angekommen bin, folgt gleich noch eine passende Buchempfehlung, zumindest zu Nachweihnachten (schließlich gibt es zu Weihnachten ja häufig Gutscheine oder man muss etwas in der Buchhandlung seiner Wahl umtauschen).

lecker

Es ist immer so eine Sache, über Orte und Restaurants zu lesen, die man teilweise kennt und an denen lieb gewordene Erinnerungen haften. Dann kommt, gerade zur Weihnachtszeit bei mir eine leicht sentimentale Stimmung auf. So ist 111 MAL LECKER ESSEN IN KÖLN aus dem Kölner Emons Verlag für mich ein Buch mit vielen kulinarischen Bekannten, doch auch mit diversen Unbekannten und mein Freund Torsten Goffin hat dort zusammen mit dem umtriebigen Carsten (Sebastian) Henn einen Pfad durch den Dschungel der Kölner Gastronomie geschlagen. Schon auf den ersten Seiten wird für mich klar: dieses Buch ist ein Glücksfall. Denn erstens sind diese beiden Autoren gastronomisch beschlagen – ok, das sollte man auch voraussetzen bei einem solchen Führer.

Doch zweitens haben sie kein Problem damit, auch eine Frittenbude, den Frikadellenmann oder eine Currywurst zu empfehlen. Und das ist genau und exakt das, was ich sonst regelmäßig vermisse und weswegen solche Hefte wie der Feinschmecker bei mir nicht auf dem Tisch landen. Denn gibt einfach zu viele Publikationen, in denen zwar gerne der letzte Schrei aus der Küche Paraguays abgebildet ist, vollfarbig und mehrseitig, aber Küche für mich als Normalo gänzlich fehlt. Ich aber wüsste gerne, wo ich in einer Stadt wie Köln einfach mal eine gute Falafel bekomme oder mittags eine vernünftige Suppe. Torsten Goffin und Carsten Henn haben dies herausgefunden bzw. wussten es möglicherweise schon vorher und haben es noch mal abgeglichen. Die feinere Küche wird dabei übrigens nicht gänzlich außer acht gelassen, doch bildet sie eben nicht den Schwerpunkt, was auch deswegen nachvollziehbar ist, weil es zur Haute Cuisine eh schon genug Literatur gibt.

malzmuehle

Der dritte Glückfall ist, das beide schreiben können und das ist nun wirklich nicht die Alltäglichkeit bei solchen Führern. Man merkt ihnen den Spaß an und sie können diesen in Worte fassen. Und wir, die wir Köln vielleicht schon gut zu kennen glauben oder möglicherweise auch noch gar nicht, wir können uns das nächste Mal mit Himmel un Äd, mit Sauerbraten oder auch gutem Curry den Bauch vollschlagen und müssen gar nicht erst lange suchen. Dabei fällt mir noch einen weiterer, nicht zu unterschätzender vierter Glücksfall ein: Torsten Goffins Blog ist so etwas wie die Fortführung des Führers mit anderen Mitteln. Denn eigentlich ist ein solcher Führer ja mit seinem Erscheinen schon wieder veraltet. Nicht so dieser, denn man kann davon ausgehen, das man beim Verfolgen von Torsten Goffins Blog Allem Anfang… beachtenswerte Änderungen der Kölner Gestronomie mitbekommt.

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Weil man beim Lesen durchaus in  Trinklaune kommen kann, habe ich mir dazu ein besonderes Bier geöffnet. Es ist eine Spezialabfüllung der Kölner Brauerei Malzmühle (findet im Buch Erwähnung auf Seite 71) Das Bier wird dort nur ab und zu gebraut. Es ist kein einfaches Kölsch und deshalb heißt es auch nicht Mühlen, vielmehr kommt es mit Champagner-Korken daher und mit Agraffe, nennt sich von Mühlen und wurde mit Champagnerhefen vergoren. Entsprechend hat das Bier eine feine Perlage. Im Duft und Geschmack ist es fruchtig, erinnert ein wenig an Steinobst mit ein wenig Zitrus, nein Grapefruit, und fällt am Gaumen vor allem durch seine Cremigkeit bei gleichzeitiger Frische auf. Ein gutes Bier ist das, aber es hat seinen Preis und so muss man für die Flasche €14,99 berappen. Auf der Website der Malzmühle ist das Bestellen irgendwie möglich, aber umständlich.

Mir bleibt am Vorabend des Weihnachtsfestes nur, Euch und Ihnen einen gutes, und frohes solches zu wünschen, hoffentlich mit einem gelungenen Festtagsschmaus und einem schönen Wein im Glas!

Drei Mal Bier: Braukunstkeller Pale Ale, Laguna India Pale Ale und Amarsi India Pale Ale

09/Nov/13 13:20 kategorisiert in: Bier

Gestern hatte ich drei Biere auf dem Tisch, die mir mal wieder richtig gut gefallen haben. In der Kategorie Deutsche Pale Ales landen sie bei mir zusammen mit den Bieren von Fritz ganz klar oben auf der Skala. Der Grund: Sie verbinden typische US-Pale Ale Attribute mit einem eigenen Charakter. Das gefällt mir. Alle drei Biere stammen aus dem Braukunstkeller aus Michelstadt im Odenwald. Hier braut Alexander Himburg seit 2000 Craft Beer, handwerklich und mit Zutaten, die im Wesentlichen aus der Umgebung kommen.

Braukunstkeller

Pale Ale
Himburg verbindet Citra-, Cascade- und Amarillo-Hopfen mit einigen karamelligen Malzen, so dass eine ganze eigene Verbindung von deutlicher Hopfennote, Zitrusaromen, Herbe und gleichzeitiger Süße entsteht. Das Bier ist nicht allzu bitter, es hat 44 IBU und angenehme 5,1% Alkohol. Als Erfrischung und für jene, die Pale Ale erst entdecken möchten ist dieses Bier klasse. Es überfordert nicht, ist vergleichsweise weich und trotzdem ausgesprochen charaktervoll.

Laguna India Pale Ale
Hier sind schon 74 Bittereinheiten im Spiel und 6,2% Alkohol. Alkoholisch wirkt das Bier trotzdem keineswegs. Es ist nicht nur dem Namen nach verwandt mit dem Lagunitas IPA von der kalifornischen Westcoast sondern auch der Stil orientiert sich an diesem bekannten Bier. Chinook, Cascade und Centennial verbinden sich mit dunklem, bayerischen Malz (Pilsener Malz, Münchener Malz, CaraMünch). Das ist eine ziemlich gelungene Mischung und ich hätte gerne eine Kiste von diesem Bier. Im Glas ist es orange-rötlich mit cremigem Schaum, in der Nase trifft der bekannte Zitrus-Druft auf ein prägnantes, süßes Malz. Am Gaumen wiederum Malz, dann Grapefruit und Blutorange samt ihrer bitteren Schalen. Dazu kommt ein leichter Kohlensäuregehalt, der dem Bier eine angenehme Frische verleiht. Dazu hat das Laguna eine schöne Länge. Das macht viel Spaß und kostet im Shop des Braukunstkeller angenehme € 1.99 (!).

Amarsi India Pale Ale
Das eher kupferfarbene Amarsi basiert auf Amarillo- und Simcoe-Hopfen und die Fruchtkomposition ist komplett anders als beim Laguna auch wenn das Malz hier wieder eine ganz eigene Note hinterlässt. Beim Amarsi heißt es: Mango Galore! Und dazu wieder Grapefruit und Orange. Das Bier hat von den dreien mit 7% den höchsten Alkoholgehalt.Der ist spürbar, macht das Bier schwerer, aber nicht zu schwer. Was nicht zuletzt an der Frische der Aromen und der deutlichen Kohlensäure liegt, die den schweren Körper so ein bisschen in die Luft heben. Mit IBU 62 ist es nicht so bitter wie das Laguna, trotzdem sind die herbe Stoffe deutlich zu erkennen, vor allem über die ganze Länge hinweg, die das Bier hat. Es ist das Komplexeste der drei probierten Ales und gleichzeitig ungemein harmonisch. Des is oa Spitzenbier!

Soweit meine erste Begegnung mit den Bieren vom Braukunstkeller. Es war sicherlich nicht meine letzte. Und, ach ja, die Biere sind weder filtriert, noch pasteurisiert, noch stabilisiert.


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