originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Die größte Rebsorten-Sammlung weltweit ist akut gefärdet – bitte unterschreibt die Petition gegen die Schließung der Domaine de Vassal

25/Nov/13 23:18 kategorisiert in: Im Netz

Im Süden Frankreichs, in der Nähe von Montpellier gibt es einen Weinberg, der 1876 angelegt worden ist. Dies geschah in der Hochzeit der Reblausplage und man hat ihn deshalb angelegt, weil man damals Rebsorten vor dem Aussterben schützen wollte. Der Weinberg ist besonders, weil er auf Sand steht und die Reblaus im Sand nicht überleben kann. Die Rebstöcke, die dort stehen, konnten deshalb wurzelecht dort gepflanzt werden. Sie sind dort also im Original erhalten. Es sind mittlerweile über 7.000 verschiedene Sorten und jedes Jahr kommen um die 80 Sorten hinzu. Es ist die größte Sammlung für Rebsorten weltweit, und viele Sorten sind vom Aussterben bedroht. Nun hat der Träger der Domaine de Vassal, die INRA, das nationale Institut für landwirtschaftliche Forschung beschlossen, die Rebsorten umzupflanzen, weil ihnen der Erhalt der Domaine zu teuer geworden ist. Leider gibt es bisher gar kein passendes Gelände, um die Rebstöcke umzupflanzen und so leicht, Ihr könnt es Euch vorstellen, lassen sich solche Stöcke auch nicht verpflanzen.

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Nun gibt es eine Petition, die sich gegen die Schließung der Domaine richtet und ich bitte Euch, diese in den nächsten drei Tagen zu unterschreiben. Es werden 5.000 Unterzeichner benötigt, damit über die Schließung noch mal neu diskutiert wird.  Zur Petition geht es hier.

Mehr Infos gibt es hier.

Bisher haben viele Größen der französischen und englischen Weinwelt unterschrieben. Doch Bekakanntheit reicht nicht aus, die Menge machts:

Jancis Robinson MW, José Vouillamoz, Randall Grahm, Jean-Michel Deiss, François Mauss, Pierre Amadieu, Bruno Chevallet,Michel Grisard, Fabien Lainé, André Deyrieux,  André Dominé, Jamie Goode, Luiz Alberto, Jane Anson, Louise Hurren, Wink Lorch, Brett Jones, Antoine Kreydenweiss, Ken Payton, André Ribeirinho, Robert Plageoles, Julien Brocard, Sylvie Augereau, Thierry Germain, Catherine Breton, Eddy Oosterlinck,  Wilfrid Rousse, Olivier Jullien, Pascal Potaire, Stéphane Mureau, Lydia Bourguignon, Michel Bras, Benoit Tarlant, Vincent Carême, Xavier Weisskopf, Bertrand Jousset, Catherine Simon, Antoine Gerbelle, Élian da Ros, Gérard Marula, Agnès Mosse, Paul Strang, Becky Wasserman-Hone, Chantal Lecouty, Alice Feiring, Lincoln Siliakus, Olivier Grosjean Thierry Puzelat, Antoine Foucault, Eric Nicolas, François Pinon, Olivier Bompas, Olivier Humbrecht, Luc de Conti, Jeremy Seysses, Bernard Baudry, Philippe Gourdon, Philippe Faure-brac, Stephanie Caslot, Emmanuel Caslot, Michel Chapoutier,  Emmanuel Cazes, Eric Narioo, Xavier Amirault,Pascal Joulin, Yves Girardin, Bertrand Galbrun, Sylvain Fadat, Marcel Orford-Williams, Alexandre Monmousseau, François Plouzeau, Nathalie Prieur, Annie Sauvat,  Philippe Stuyck, Roger Kolbu, Robert McIntosh, Emmanuel Ogereau, Charles Philipponnat, Jean Clavel, Elisabetta Tosi, Lily Dimitriou, David Cobbold, Jeffrey Davies, Irene de Vette, Jean Abeille, Marc kreydenweiss, Stefano Raimondi, Dominique Lafon, Peter Handzus, Philippe et Catherine delesvaux, Ryan O'Connell, Pierre Pichot, Elisabeth Seifert, Tania Pithon, Luciana Braz, Elizabeth Gabay, Xavier Planty, Denis Gambier, Simon Woolf, Frédéric Brunier, Louis Villard, Patricia Boyer Domergue, Edouard Pisani-Ferry, Anne Graindorge, Nicolas de Rouyn, Patrick Baudouin, Vasco Magalhães, Heather Dougherty, Lizzie Shell, Jo Landron, Jacques Sire, Steven Defour, Ilkka Sirén, Cathy Henton, Roger Voss, Giampiero Nadali, Finkus Bripp, Andrew Barrow, Ted Lelekas, Mick Rock, Isabelle Legeron, Pieter Rosenthal, Leon Stolarski, Tom Perry, Benoît Fouassier, Chris Kissack and David Rowe. 

Paperboy – der Pappkamerad unter den Weinen

14/Nov/13 13:55 kategorisiert in: Abschweifungen, Im Netz

Wo führt uns die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit hin? Diese Frage dürfte die Weinbranche hierzulande in Zukunft noch stärker umtreiben. In Ländern wie Neuseeland, Chile, Argentinien oder Südafrika ist der Carbon Foodprint thematischer Dauergast, dort gibt es klare Richtlinien und Nachhaltigskeitsregeln. Diese Länder spüren Klimaveränderungen weitaus stärker als wir es hier in Mitteleuropa tun. Deshalb, so nehme ich an, hat man dort einen viel klareren Blick darauf, als wir hier. Ich habe vor, mich diesem Thema in näherer Zukunft mal genauer zu widmen, denn auf Dauer werden auch wir uns immer stärker damit auseinandersetzen müssen.

Foto: Stranger and Stranger

Foto: Stranger and Stranger

Doch zunächst bin ich im Design-Blog Lovely Package kürzlich über diese "Flaschengestaltung" gestolpert. Sie stammt von Stranger und Stranger, einer in London und New York ansässigen Agentur, die sich auf Flaschenausstattungen für den Getränkemarkt spezialisiert hat. Paperboy ist so grün wie möglich. Die Hülle wurde aus komprimiertem Recycling-Karton hergestellt und mit natürlicher Tinte bedruckt. Der Wein selbst befindet sich in einem recyclebaren Kunstoffgebinde, wie wir es aus der BagInBox kennen. Die Kartonage ist so beständig, dass man sie sogar über mehrere Stunden ins Kühlfach legen kann. Sie wiegt einen Bruchteil einer herkömmlichen Weinflasche, so dass der Transport deutlich günstiger ist und der Energieaufwand laut Agentur während der Produktion gerade einmal 15% von dem einer Glasflasche beträgt. Der Clou: das ist nicht etwa ein Prototyp sondern man kann diesen Wein bereits kaufen, bei Safeways in GB in den USA. Sicher keine Alternative für Margaux und Konsorten aber für einfachen Wein? Und es ist schließlich der einfache Wein, der massenhaft bewegt und verkauft wird.

Liebes Navinum-Team…

08/Nov/13 09:35 kategorisiert in: Im Netz

vor einiger Zeit habt Ihr mir eine Mail geschickt, in der Ihr mich gebeten habt, Euer Weinportal zu besuchen und ein Feedback zu geben. Dazu habt Ihr mir einen Gutscheincode gegeben, um das Ganze mal auszuprobieren. Es ist ja längst über Facebook bekannt geworden, dass der leider nicht funktioniert hat und Ihr danach auch bei der Anrede derjenigen, die Ihr angesprochen habt, etwas durcheinander gekommen seid. Das kann ja passieren, auch wenn das für den Erstkontakt mit Kunden oder Presse meist nicht gerade förderlich ist, so hemdsärmelig und unprofessionell aufzutreten, aber geschenkt. Deswegen schreibe ich hier nicht.

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Zunächst einmal: Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es Bewegung auf dem Weinmarkt gibt. Vor allem die Initiative, an Menschen heranzugehen und Ihnen Hilfestellung zu leisten, die sich noch nicht so gut mit Wein auskennen, finde ich immer begrüßenswert. Es gibt viele Barrieren, die sich auftuen können, bis man sich die ersten Flaschen Wein bestellt, zumal, wenn man die Weine vorher nicht probieren konnte. Eine Handreichung, die Erstellung eines individuellen Geschmacksprofils, ein Ratgeber, Wein und Speisen zu verbinden, als das ist begrüßenswert.

Leider hilft das dem ernsthaft Weininteressierten auf Eurer Seite jedoch überhaupt nicht weiter. Ihr behauptet, dass Ihr das Geschmacksprofil zusammenstellt, in dem Ihr es mit den Daten von tausenden von Weinen vergleicht. Wenn ich Euer Angebot richtig einschätze, ist es jedoch gerade mal dreistellig, wenn überhaupt, ich habe nicht nachgezählt. Doch beispielsweise unter der Rubrik Österreich gibt es nur drei Weine, unter der Rubrik Spanien auch. Beeindruckend groß jedoch finde ich die Anzahl jener Rubriken, wo einfach gar keine Weine angeboten werden. Ich kann ja nachvollziehen, dass Ihr noch wenige Partner habt, die Euch die Weine liefern, aber warum bitte seid Ihr dann schon online, wenn Ihr praktisch gar nichts bieten könnt? Und warum um alles in der Welt fragt ihr Blogger und Journalisten, dass diese Eure Seite bewerten sollen, wenn es dort kaum Angebot, zumindest keine Vielfalt gibt?

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Das wäre ja auch alles noch nichts, worüber ich mich ärgern würde, das ist ja letztlich Euer Problem. So richtig übel allerdings wird es dann, wenn Ihr den Mangel an Auswahl anderen in die Schuhe schiebt. Oder was soll es heißen, wenn ich bei Griechenland oder beispielsweise der Pfalz ernsthaft lesen muss: „Leider sind aktuell keine Weine verfügbar, die wir Ihnen mit ruhigem Gewissen empfehlen können“? Ihr könnt mir aus der Pfalz ruhigen Gewissens keinen Wein empfehlen? Dort, wo gerade einige der besten Rieslinge und Burgunder der Welt entstehen? Findet Ihr das nicht reichlich anmaßend? Oder ist auch das irgendwie nur hemdsärmelig und nicht durchdacht? Wäre ich Winzer, fände ich Euren Auftritt jedenfalls reichlich arrogant. Als Konsument und jemand, der Weine und Plattformen empfiehlt, kann ich nur sagen, beruft noch mal ein Team-Meeting ein oder zwei, und überdenkt noch mal das Eine oder Andere von dem, was Ihr da schreibt und anbietet.

Ach ja, noch ein Tipp: Stellt jemanden ein, der was von Wein versteht. Der wird Euch dann sagen, dass Welschriesling kein Riesling ist und deshalb nicht in diese Kategorie gehört. Der kann Euch dann auch sagen, dass Viognier nicht automatisch zu Thunfisch-Carpaccio passt. Vor allem nicht, wenn er Teil einer Cuvée mit Syrah und Mourvèdre ist.

Grüße, C.

 

P.S.: Jetzt schaue ich gerade noch mal in die Rubrik Pfalz und finde nun doch einen Wein. Einen Dornfelder-Portugieser „Le Jardin Herrenhaus“, einen Sommer-Rotwein, der auch gekühlt getrunken werden kann. Dieser ersetzt nun als Einziger das Schildchen „Leider sind aktuell keine Weine verfügbar, die wir Ihnen mit ruhigem Gewissen empfehlen können.“ Merkt Ihr selbst, oder?

 

Live-Blubber im Weingut Trossen oder wie es sich anhört, wenn ein Wein gärt

01/Nov/13 16:52 kategorisiert in: Im Netz, Weiß, Deutschland

Wie allerorten gärt auch bei Rudolf Trossen in Kinheim-Kindel an der Mosel mittlerweile der junge Wein im Keller. Der Unterschied zu allerorten: Ihr könnt ihm am Montag ab 20h dabei zuhören. Und zwar hier http://s01.a.airtime.pro:8000/knut.m3u oder im Audio-Player unter http://trossenwein.de. Möglich macht dies Knut Aufermann, ein Soundkünstler und Freund der Trossens.

trossen

Rudolf Trossen ist einer der Begründer des biodynamischen Weinbaus in Deutschland. Während der Mosel-Winzer hier nur einer relativ kleinen Menge an Weinliebhabern bekannt ist, ist er in Skandinavien vor allem mit seinen Naturweinen ein Star. Man findet seine Weine im Noma, im Geranium oder im Fäviken und Dänen, Schweden, Norweger und Finnen geben sich bei ihm praktisch die Klinke in die Hand. Mehr dazu bald hier im Rahmen der Mosel Podcast-Reise.


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