Im letzten Jahr haben wir mal im Rahmen einer Blindverkostung den Weißburgunder aus der »Edition Fritz Keller« probiert. Auch wenn er gegenüber den anderen Weinen abfiel, war er insgesamt sauber und süffig gemacht – keine Beanstandung.
Nun wollte ich mal schauen, was das rote Burgunder-Pendant aus dem Aldi Süd-Regal so kann, und habe eine Flasche des 2007er Spätburgunder geöffnet.
Schon im Glas wirkt der Wein müde und fad, er besitzt einen unangenehmen braunen Ton und zeigt einen Wasserrand. In der Nase erinnert er an eine zu lang geöffnete Tüte Pombären mit Speck und ein wenig Pfeffer, aber nicht so ein frisch gemahlener aus der Peugeot-Mühle, sondern der aus dem Pfefferstreuer von der Schnitzelbude unten im Dorf. Früchte kann ich nebenher kaum erkennen.
Das wird alles auch nicht mehr besser, wenn man den Wein, der unter Federführung des badischen Winzers Fritz Keller entstanden ist, trinkt. Auch hier wirkt der Wein so, als beziehe er längst seine Pension und säße mit Vorliebe im Vorgarten auf der Bank, um den Blumen beim Verrotten zuzuschauen. Mehr noch als die geringe Länge des Weines stört auch hier die Wässrigkeit und Bitterkeit.

Damit hat sich Keller, der mit dem Weingut Schwarzer Adler eines des besten badischen Weingüter führt, überhaupt keinen Gefallen getan, muss ich sagen, und die sieben Euro, die ich dafür ausgegeben habe, sind eindeutig zu viel. Was würde Gary V. sagen? "I give it a pass!"
Allerdings harmoniert der zwölfteilige Farbkreis von Ludwig Hirschfeld-Mack, Bauhaus 1922, zufälligerweise farblich aufs Beste mit dem 2010er Schwammtuch aus dem 5er-Pack von gut&günstig.
Das offizielle Kaltgetränk des FC St. Pauli setzt sich aus 50 % Rotwein nicht näher bestimmter Provenienz und 50 % Cola zusammen.

Die kalte Muschi(!) schmeckt etwa so wie der Rotwein, den es als Beilage zu Rotweincremes gibt. Nur noch süßer.
Als ich diese Flasche völlig unverhofft im Kühlregal meines Lebensmittelhändlers fand, konnte ich die Anfänge eines Lachanfalls kaum unterdrücken. Dieser steigerte sich noch, als die Verkäuferin den Preis nicht wusste und mit breitem Grinsen hinten in den Laden rief: "Sag', Ines, weißt du, was die kalte Muschi kostet?"
Ich mag ja gerne Trüffel. Das Problem aber ist wie bei den Großen Gewächsen der VdP-Weingüter, dass sie einen stolzen Preis haben. Bei den Großen Gewächsen hatte ich immerhin heute die Möglichkeit, mal in Dialog zu treten mit den Weinen aus den Bereichen Nahe, Pfalz, Rheinhessen und Ahr.
Bei Trüffeln ist das hier und da auch mal möglich. Um die Zeit des Darbens freundlicher zu gestalten, habe ich den Tip bekommen, es doch mal mit Trüffelsalz zu versuchen. Und das ist super! Einfach Trüffel in Salz gehobelt, dieses nimmt die Aromen auf, und wenn man so ein Salzglas aufmacht, durchdringt der Geruch die Raumluft innerhalb von Minuten.
Neuigkeiten von Wine & Co.
Den 2005er Coulée fand ich ja bei der Prowein sehr speziell unter den eh schon speziellen Weinen von Nicolas Joly, die mir allerdings bisher sehr gut gefallen hatten.
Die Werbung von Wine & Co. ist es auch, wie immer.*höhö*
Ich habe mir von die wineandco extra das Newsletter bestellt, weil die haben immer so gelunge Ubersetzung …