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Champagne – Côte de Blancs in Avize

17/Apr/14 15:00 kategorisiert in: Champagne, Chardonnay, Weinland Frankreich

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Sind wir im gerade noch durch etwas weniger bekannte Orte der Côte de Blancs gefahren, folgen jetzt jene, die das Herz der Côte, ja vielleicht der gesamten Champagne bilden: Avize, Les-Mesnil und Vertus. Hier besitzen natürlich auch die großen Champagner-Häuser Flächen, doch vor allem finden sich einige der feinsten kleinen Häuser und Winzer.

Avize
270 Hektar stehen hier unter Reben, unter Chardonnay, um genau zu sein. Die größte Genossenschaft der Gegend, die unter dem Namen De Saint Gall firmiert findet sich hier ebenso wie wie der Vorreiter, ja der Papst des Winzerchampagners, nennen wir ihn mal so, auch wenn er das selber strikt ablehnen würde. Sein Name ist Anselme Selosse, Inhaber des Hauses Jacques Selosse. Den Einfluss, den er in den letzten Jahrzehnten direkt oder indirekt ausgeübt hat, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Auch wenn heute viele ehemalige Adepten nachgezogen haben, seine Weine sind immer noch unvergleichlich. Und darüber hinaus muss er sich an der Spitze nicht mehr so einsam fühlen.

© Anselme & Corinne Selosse

© Anselme & Corinne Selosse

Was ist nun das Besondere an ihm? Anselm Selosse hat im Laufe der Zeit – er ist Ende der Siebziger nach einem Önologiestudium in Beaune in den Betrieb seines Vaters eingestiegen – die Kultur des mono-cru oder lieut-dit etabliert. Das heißt, er macht das, was in den meisten Weinbaugebieten üblich ist, nicht aber in der Champagne. Er vinifiziert Champagner aus Einzellagen. Das ist für Spitzengewächse beispielsweise in Deutschland oder im französischen Burgund üblich. In der Champagne hat man immer auf die assemblage gesetzt, also die Vermengung verschiedenster Lagen und Rebsorten und auch Jahrgänge.  Selosse, durch sein Studium im Beaune geprägt, wollte einen anderen Weg gehen. Er war der Meinung, dass seine Weinberge so eigenständig sind, dass man sie getrennt ausbauen kann. Mittlerweile geht er sogar noch weiter und vinifiziert ähnlich wie beispielsweise Reinhard Löwenstein an der Terrassenmosel einzelne Parzellen oder Teillagen. Um Mono-Crus ausbauen zu können und die entsprechende Qualität zu erhalten, hat Selosse allerdings damals, in den Achtzigern erst einmal seine Weinberge umgestellt. Er ist ganz betont kein Biodynamiker, er mag die Sektiererische daran nicht, doch setzt er einige der Methoden in seinen Weinbergen ein. "Ich mag Goethe lieber als Steiner. Steiner ist mir zu sektiererisch – außerdem hat er Wein immer abgelehnt."

Wichtig für ihn ist vor allem, dass er die per se unnatürliche Monokultur eines Weinbergs ein wenig aufgebrochen bekommt, in dem er Zwischenpflanzungen setzt. Seine Weinberge haben sich entsprechend schon in den Achtzigern fundamental von dem unterschieden, was um ihn herum in möglichst aseptischer Atmosphäre wuchs. Im Keller werden die Trauben nach der Lese leicht geschwefelt, damit sie nicht zu früh oxidieren. Danach wird normalerweise nicht mehr geschwefelt. Die Trauben vergären immer im Holz, und zwar spontan. Auch das war damals, als er damit angefangen hat, völlig unüblich. Ob der Rebsaft eine malolaktische Gärung durchläuft oder nicht, entscheidet der Wein selbst. Wie es danach weiter geht, entscheidet Selosse immer wieder neu. Beispielsweise, in welchen Gebinden der Wein auf der Feinhefe bleibt. Das kann mal neues Holz sein, mal alte Fässer, mal Akazienholz. Dass er überhaupt Holz verwendet, war damals, als er darauf umgeschwenkt ist, total unüblich. Selten ist auch, dass auch die zweite Gärung in der Flasche mit keller- und weinbergseigenen Hefen abläuft, die Selosse vorher extrahiert hat. Die Flaschengärung dauert bei ihm mindestens fünf Jahre. Notwenig für einen Champagne ohne Jahrgang wären gerade einmal 15 Monate. Anselm Selosse steht heute auf einer Stufe mit den großen Erneuerern der Weinszene hin zu ihrem modernen Anfang. Was meine ich damit? Ich meine, er geht zurück dorthin, wo der moderne Qualitätswein begann, noch ohne Herbizide und Pestizide, noch stärker im Einklang mit den Elementen, mit dem Terroir, auf dem der Winzer und mit dem der Winzer arbeitet. Er ist dabei so wichtig für die Champagne wie es beispielsweise Marcel Deiss für das Elsass war und ist. Ein Vordenker, der das Alte, das Überlieferte mit dem Neuen, mit den neuen Errungenschaften verbindet. Er ist einer, der sich nicht in eine Schublade pressen lässt und schnell rebelliert. Er wehrt sich dabei gegen die radikal Fortschrittsgläubigen und Technikbesessenen genau so wie gegen die Sektierer, zu denen er eben auch Steiner zählt. In einer Gegend, wo Weinerzeugung ultimativ technisch ist – und das ist die Champagne, das war sie vor allem vor Anselm Selosse – war er der Befürworter einer handwerklichen Herangehensweise. Als das findet sich in seinen hochartifiziellen Champagne wieder. Sie sind nicht günstig, aber was ist schon günstig in der Champagne oder überhaupt in der Welt des großen Weins? Im Vergleich zu sehr gutem Bordeaux oder Burgunder ist das, was er abfüllt günstig. Es lohnt sich eigentlich immer, selbst beim Initiale, der Einstiegscuvée des Hauses. Alles darüber hinaus ist in höchstem Mape besonders und erinnert in seiner Machart häufig eher an das Burgund, denn an Champagne.

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Das zweite Haus, das ich vorstellen will ist de Sousa & Fils.  Das hört sich eher portugiesisch an, und in der Tat ist der Vorfahr als Soldat im ersten Weltkrieg in die Champagne gekommen, die damals ein wenig romantischer Ort war. Allerdings waren die wirtschaftlichen Verhältnisse in Portugal noch übler, und so hat sich de Souza mit Frau und Kind in Avize niedergelassen. Das Haus, das seit 1986 von Erick de Souza geleitet wird, besitzt heute knapp 10 Hektar, vornehmlich mit Chardonnay bestockt und weitestgehend in Avize, Oger, Cramant und Le Mesnil gelegen. Durch Zufall gehören diese Weine zu meinen frühesten Champagne-Erfahrungen. Der Betrieb arbeitet seit langer Zeit biodynamisch im Weinberg und mit einem ganz eigenen Stil im Keller. Die Weine werden weitestgehend im Edelstahl ausgebaut, bis auf die Top-Weine, die kommen ins Holz, teils auch ins neue Holz. Die Weine erfahren durchweg eine malolaktische Gärung. So weit so gut. Was mir persönlich, und das ist tatsächlich rein persönlich, gerade bei den teureren Produkten ein wenig missfällt ist, dass de Souza sowohl bâtonnage betreibt, als auch poignetage. Das heißt, er rührt die Weine, die auf der Feinhefe bleiben und dort ausgebaut werden, immer wieder um, so dass die Feinhefe verwirbelt wird (bâtonnage) und er schüttelt die Flaschen, in denen sich ja ebenfalls ein Hefe-Depot absetzt, in den Jahren der Flaschenreifung immer wieder durch (poignetage). Das führt dazu, dass die Weine sehr breit und dicht werden, rich, wie der Engländer sagt. Der Champagne kann das ab. Der Chardonnay aus der Gegend hat so viel Kraft, die Säure ist immer gut eingebunden, das passt schon alles. Aber ich mag es etwas schlanker lieber. Beim Brut Réserve Grand Cru Blanc de Blancs hält sich das in einer Grenze, die ich gerne mag und dieser Wein ist (auch vom Preis-Genuss-Gefüge) meine deutliche Empfehlung.

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Der Winzer, dessen Weine ich neben denen von de Souza mittlerweile am besten kenne ist Agrapart & Fils. Und wenn ich heute eine Empfehlung für einen der drei Champagne mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis geben sollte, wäre immer der 7 Crus von Pascal Agrapart und seinem Bruder Fabrice dabei. Beginnend mit diesem Blanc de Blancs aus sieben verschiedenen Cru Lagen findet man hier äußerst gelungene, kraftvolle, typisch kreidige und särebetonte, gleichzeitig elegante und charaktervolle Weine, deren Größe sich vor allem in den Jahrgangsweinen Mineral, L’Avizoise und Vénus zeigt. Die Weine kann man meiner Ansicht nach durch die Bank weg blind kaufen und sie beginnen in Frankreich bei unter € 20,-, für den 7 Crus.

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Seit 1984 verantwortet Pascal den Besitz mit insgesamt über 60 einzelnen Parzellen, vornehmlich in Avize, Cramant und Oger. Mit Bio-Labels wird bei Agrapart nicht gearbeitet, auch wenn er sich irgendwo zwischen ökologischer und biodynamischer Wirtschaftsweise ansiedelt. Die Weine werden allesamt sehr reif gelesen, um nicht chaptalisieren zu müssen (mit Zucker anreichern) und später die Dosage so gering wie möglich zu halten. Fermentiert wird mit natürlichen Hefen, biologischer Säureabbau ist üblich und ausgebaut wird der Wein in alten 600 Liter-Fässern, die keine Holznoten mehr abgeben. Darüber hinaus wird nicht stabilisiert, nicht geschönt und nicht filtriert. Das alles ist purer Blanc de Blancs von der Côte de Blancs. Im Gegensatz zu den Chamapgne von de Souza, die viel mehr nach Kellerarbeit schmecken, genießt man hier den Ursprung, vor allem in den teuren Gewächsen wird dieser mehr als deutlich. Neu im Programm ist ein Wein, der mehr ist als reiner Blanc de Blancs, wie man ihn sonst ausschließlich bei Agrapart findet. Im Complantée wurden je 15% Pinot Meunier, Arbanne, Pinot Blanc, Petit Meslier und 25% Chardonnay in einem gemischten Satz gepflanzt und entsprechend zusammen vergoren. Leider hatte ich noch nicht die Chance, diesen Wein zu probieren.

Zum Schluss noch zwei Empfehlungen für weniger bekannte aber unbedingt empfehlenswerte Weingüter in Avize. Das kleine Weingut Champagne Varnier-Fannière verfügt über gerade einmal vier Hektar, die liegen aber jeweils in Grand-Cru-Lagen von Avize, Oiry, Oger und Cramant. Der Chardonnay, der dort steht ist, mindestens 30 Jahre alt. Der Wein wird sehr reif und spät gelesen, im Edelstahl vergoren, jedoch relativ schnell abgefüllt, weil Denis Varnier die Flaschenreife der Tankreife vorzieht. Entsprechend der späten Lese sind die Weine dicht und reif wie bei Agrapart. Der Wein hat eine schöne Tiefe und immer viel Expressivität von dem, was man an der Côte de Blancs sucht: kreidige Mineralität. Zudem sind die Champagne nicht teuer.

Bei Champagne Claude Corbon wiederum geht man anders vor. Agnès Corbon, die das Haus, dass in Avize und im Marne-Tal einige Hektar besitzt, setzt darauf, die Weine lange auf der Hefe zu lassen und bâtonnage durchzuführen. Bei weitem nicht so wie de Souza, aber die Stil ist eben auch wieder anders als bei Varnier. Corbons Weine sind etwas dichter undauch eleganter, ja, finessenreicher. Sie sind eher leise, aber sehr eindringliche Vertreter, und das mag ich persönlich sehr gerne. Im Brut names Prestige treffen sich Avize-Chardonnay und Pinot Meunier und Pinot Noir von der Marne. Der Wein bleibt mindestens fünf Jahre auf der Hefe, was für einen non-vintage-Champagne sehr lange ist und den Anspruch und das Qualitätsbewusstsein unterstreicht, dass die Corbons pflegen. Um die Qualität des L’Autrefois noch weiter zu steigern, findet hier die Flaschenlagerung mittlerweile unter Kork statt unter Kronkork statt. Sieben Jahre bleibt der Blend aus Chardonnay und Pinot Noir auf der Hefe. 50% Reserve-Weine werden hierfür genutzt und die Flasche wird während der Reife alle sechs Monate geschüttelt. Weihnachtswein nennt Agnès Crobon diesen Stil, der in seiner Fülle schon beeindruckend ist. Wie schon bei de Souza gesagt, all zu oft muss ich das nicht haben, aber zur Weihnacht ist das natürlich schon schön. Die anderen Weine, wie beispielsweise der Jahrgangs-Chardonnay sind allerdings nicht so old-fashioned. Er reift acht Jahre auf der Flasche und wird keinem biologischen Säureabbau unterzogen. Dieser Chardonnay aus 100% Avize-Lagen bringt Fülle, Alter, Crème, Säure und Finesse zusammen – und das auf eine exzellente Art und Weise. Die Champagne, die hier bisher kaum zu haben sind, sind definitiv eine Empfehlung.

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Die bisherigen Artikel:

Teil 6: Côte de Blancs von Épernay nach Cramant

Teil 5: Vallée de la Marne, am linken Ufer zurück nach Épernay

Teil 4: Vallée de la Marne, am rechten Ufer von Dizy nach Crouttes

Teil 3 Vallée de la Marne, rund um Aӱ

Teil 2: Montagne de Reims

Teil 1: Auf der Suche nach einem Mythos

In der nächsten Folge geht es über Oger weiter nach Le-Mesnil-sur-Oger.

Wurzelecht und bunt gemischt – uralte Gemischte Sätze von wurzelechten Rebstöcken in Deutschland

Daz niemand keinen win mit gemecht machen sol noch keinen hunischen stock machen oder legen noch kein sun davon ziehen
Heilbronner Urkundenbuch von 1399

Wenn wir heute über Wein sprechen, meinen wir in erster Linie ein Genussmittel, dem wir mehr oder weniger viel Aufmerksamkeit schenken. Wein muss nicht immer edel und teuer sein, es kann auch ein einfacher Alltagswein sein, der uns schmeckt. Die Zeiten, in denen die Bedeutung von Wein über die eines Genussmittels hinausging, sind dagegen noch gar nicht so lange vergangen. Noch Ende des 19. Jahrhunderts baute beispielsweise der Gründer eines der heute angesehensten und größten Weinunternehmens der Welt, Dr. Christopher Rawson Penfold, kurz nach seiner Einwanderung in Australien den Wein als Heilmittel an. Er ging von der tonischen Wirkung dieses Getränks aus, das anämischen Patienten besonders in den abgasbelasteten Städten des industrialisierten Nordens den Aufbau roter Blutkörperchen erleichtern sollte. Neben dem Einsatz als Heilmittel hatte Wein jedoch eine noch viel wichtigere, ja lebenswichtige Bedeutung. Wein galt über Jahrhunderte hinweg als Lebensmittel, genauer gesagt als Standardgetränk, mit dem zum Teil auch Arbeiten entlohnt wurden.

Genau aus diesem Grund kam das Weinland Südafrika zu seinem heute wichtigsten Exportartikel. Südafrika lag auf der Route der Holländisch-Ostindischen Compagnie, und diese nahm auf dem Weg nach Indien das Kap Afrikas in Besitz, um zunächst einmal eines zu tun: Wein anzubauen. Wein wurde auf Schiffen als Wasserersatz genutzt; denn er war nicht nur sauberer als das meiste Wasser, das früher zu haben war, er hielt sich auf Schiffsreisen auch bedeutend länger. Von ähnlicher Bedeutung war der Wein im Mittelalter und darüber hinaus. Neben der zweifelsohne berauschenden Wirkung dieses Getränks diente es in den vergangenen Jahrhunderten auch der Grundversorgung. Vom Regensburger Dombau – ein großes und hohes Gebäude, bei dem es eigentlich auf Zuverlässigkeit und sicheren Tritt ankam – und seinen Rechnungen weiss man, dass die dortigen Arbeiter trotzdem mehrere Liter Wein am Tag tranken. Auch wenn der Wein, was den Alkoholgehalt angeht, kaum mit dem heutigen vergleichbar gewesen sein dürfte, muss die Leber ordentlich zu tun gehabt haben. Auch die Qualität dieser Weine dürfte selten wirklich Freude bereitet haben; denn Wein wurde überall, auch in kalten Gegenden angebaut, in denen nicht einmal die früh reifenden Sorten jemals eine Chance für die Reife hatten. Selbst die kleine Eiszeit vom 14. bis 19. Jahrhundert hielt in Deutschland kaum jemanden davon ab, aus erbärmlichen Hügeln jene Weinberge zu machen, die heute noch in Flurnamen erhalten sind.

Bild zu:   Wurzelecht und bunt gemischt

Um jedoch den Weinberg möglichst widerstandsfähig gegen Frost und Krankheiten zu halten, wählte man damals eine Anbaumethode, die heute unter dem Namen Gemischter Satz bekannt ist. Dabei werden im Gegensatz zur heute üblichen Monokultur unterschiedliche Sorten gepflanzt. Ein Gemischter Satz ist also eine Umschreibung für einen Weinberg, in dem es wild zugeht, so wild, wie wir es gar nicht mehr gewohnt sind. Nach heutiger Definition müssen mindestens zwei verschiedene Rebsorten durchmischt gepflanzt sein, meist waren es jedoch bis zu dreißig. Und da konnten sich dann auch rote Sorten mit weißen Sorten die Fläche teilen. Zum Schluss wurde das Mittelmaß der Reife genommen, oder der Winzer orientierte sich an der Leitrebsorte des Weinbergs. Er wird im Laufe der Zeit die Erfahrung gemacht haben, dass der Wein am besten schmeckt, wenn eine spezifische Sorte des Weinbergs ausgereift ist. Entsprechend durften früh reifende Sorten ein wenig überreif sein und andere, spät reifende Sorten, durften noch etwas grün und unreif sein. Im Mittel jedoch – diese Erfahrung konnte man mit solchen Weinen machen – fiel es nicht auf. Für den Winzer ist diese ganz alte Form des Weinanbaus ein Schutz gewesen; denn er hatte mit dieser Methode durch die Sortenvielfalt einen widerstandsfähigeren Weinberg, der Weinberg wurde zu einem einzigen Zeitpunkt gelesen und die klimatischen Schwankungen wurden zumindest teilweise ausgeglichen.

Bild zu:   Wurzelecht und bunt gemischt

Wo im Mittel gelesen wird, kann auch nur eine mittlere Qualität herauskommen, mag man annehmen – aber so einfach ist es nicht. Auch wenn kaum ein Winzer, der einen gemischten Satz anbaut, mit diesem in die Riege der Spitzenweine vorstoßen dürfte, gibt es doch eine Reihe wirklich bemerkenswerter Weine, die über ein Mittelmaß deutlich hinausgehen. Die Ergebnisse sind sogar so gut, dass man wohl von einer kleinen, noch schüchternen Renaissance sprechen kann. Leider haben die Wiener Winzer sich die Bezeichnung Gemischter Satz frühzeitig EU-weit schützen lassen, sodass sich nur Weine aus dem Wiener Weinviertel so nennen dürfen. Alle anderen Weine müssen auf andere Bezeichnungen wie Alter Satz etc. ausweichen. Einer der Winzer, die einen solchen Weinberg frisch angelegt haben und sich eine entsprechende Bezeichnung suchen mussten, ist der Nahe-Winzer Matthias Adams, der mit seiner Frau Luise Freifrau von Racknitz das gleichnamige Weingut führt.

Vor einigen Tagen traf ich ihn auf einer Veranstaltung, wo es um eine ganz spezielle, ja rare Form des Gemischten Satzes ging, nämlich um Gemischte Sätze aus wurzelechten Reben. Wenn Gemischte Sätze schon relativ selten sind, so sind es die aus wurzelechten Reben erst recht; denn sie sind Relikte einer weitgehend vergangenen Zeit. Sie stammen im Wesentlichen aus der Zeit vor der Reblausplage im 19. Jahrhundert. Die Reblausplage, die mit Setzlingen aus den USA eingeschleppt wurde, zerstörte innerhalb weniger Jahre die meisten Rebbestände in Mitteleuropa und ließ, vereinfacht gesagt, nur dort Reben übrig, wo die Rebläuse sich nicht im Boden festsetzen konnten, beispielsweise im reinen Schiefer einiger Mosellagen oder in sandigen Böden. Von dort, wo das Verderben herkam, wurde irgendwann allerdings auch die Hilfe geliefert. Es waren wilde amerikanische Rebsorten, die schließlich in den hiesigen Weinbaugebieten gepflanzt wurden – nicht um Wein zu liefern; denn der schmeckte nicht. Die Rebstöcke liefern bis heute lediglich die Unterlage, also den Stamm, auf dem die edlen Reben wie Riesling, Chardonnay oder Pinot Noir wachsen.

Bild zu:   Wurzelecht und bunt gemischt

Racknitz’ Wein mit dem Namen Gemengelage stammt zwar nicht direkt von alten knorrigen wurzelechten Reben, und doch hat er etwas damit zu tun. Matthias Adams hat diesen Weinberg gepflanzt, um Rebsorten zu erhalten, die kurz davor sind auszusterben und die es teilweise nur noch in diesen uralten wurzelechten Weinbergen gibt. Eine dieser Sorten ist der Weiße Orléans und einen Rebstock, vielleicht den ältesten, mehrere hundert Jahre alten fand man bei von Racknitz am Disibodenberg. Dort, wo Hildegard von Bingen ihr halbes Leben verbrachte, wird seit Urzeiten Weinbau betrieben, und einer dieser vielleicht im ausgehenden Mittelalter gepflanzten Rebstöcke hat bis heute überlebt. Damit der Weiße Orléans dort erhalten bleibt, wurde auf dem Weingut ein Weinberg angelegt, in dem Orléans-Klone im Verbund mit anderen, teils höchst seltenen Sorten gepflanzt wurden. Dabei hat Matthias Adams einen besonders alten und gesunden Weinberg fast eins zu eins abgebildet und lediglich einige weitere alte Sorten zusätzlich mit aufgenommen. Der wurzelechte Weinberg, von dem diese Reben stammen, steht in Franken und wurde in jenem Jahr gepflanzt, als die erste deutsche Eisenbahn, der Adler, von Nürnberg nach Fürth fuhr – 1835. Seitdem hat dieser Weinberg Fröste genauso wie Krankheiten überlebt, und für das Weingut Zang in Somerach ist der aus diesem Weinberg stammende sogenannte Alte Satz mittlerweile das Paradepferd im Angebot. Es war auch der beste Wein des Abends, den der Bonner Weinenthusiast Thomas Riedl in dreijähriger Vorbereitung organisiert hat. Schnell wurde bei seiner Präsentation klar, wie aufwendig die Recherche nach den verbliebenen uralten, teils winzigen Weinbergen war. Er hat etwa 20 gefunden, und sehr viel mehr dürfte es in Deutschland, wo der Gemischte Satz über Jahrhunderte hinweg die normale Anbauform war, nicht mehr geben. So stand auch weniger die Weinqualität der einzelnen Weine der Probe im Vordergrund – hier spielt ja auch die Erfahrung der Winzer eine nicht ganz unbedeutende Rolle -, sondern vielmehr das Besondere im Weinberg.

Zwar habe ich an jenem Abend nicht das erste Mal vom Blauen Kölner gehört; denn ich bin im Rheinland aufgewachsen und dank Kölsch und Karneval ist mir der Blaue Kölner nicht fremd. Nur als Rebsorte hatte ich ihn bisher nicht wahrgenommen. Auch das Möhrchen war mir bisher als Rebsorte gänzlich unbekannt. Im Alten Satz von Zang stehen vornehmlich uns bekannte Sorten wie Elbling, Silvaner, Traminer, Riesling oder Gutedel. Eine solche Mischung wird als vinum francium oder Herrensatz bezeichnet, denn hier finden sich die noblen Rebsorten, die für den Adel bestimmt waren, und die als Zehntwein abgegeben werden mussten. Für das einfache Volk gab es vinum hunicum, den heunischen Wein oder Knechtwein, also den für den Hausgebrauch. In solchen Sätzen finden sich die Sorten, die heute kaum noch jemand kennt und die tatsächlich so rar sind, dass sie in wenigen Jahren ganz aus unseren Weinbergen verschwinden könnten. Zählte man im 19. Jahrhundert offiziell noch über 400 gebräuchliche Weinsorten, sind es heute noch 130, Tendenz fallend – man kennt es von Birnen- und Apfelsorten zur Genüge. Aufzählen muss ich einige dieser Sorten; denn wer vermutet schon eine Putzscheere im Weinberg? Wer kennt noch Honigler oder Vogelfränkische, Hartschwartz oder den Blauen Urban? Auch der Weiße Heunisch, neben dem Traminer die zweite Sorte, die sich irgendwann in einer Wildkreuzung zum Riesling geformt hat, gehörte zu den heunischen Weinen, während der Traminer zu den edlen Sorten gezählt wird.

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Wer als Winzer das schnelle Geld machen will, ist bei dieser Art Weinbau natürlich falsch aufgehoben. Das wurde beim letzten Wein des Abends mehr als deutlich, einem roten gemischten Satz aus Franken, wo mit Abstand die meisten dieser alten Rebanlagen zu finden sind. Der im churfränkischen Klingenberg stehende Satz besteht aus 16 Rebsorten wie der Fleischtraube, dem Roten Elbling, dem Roten Franken (den es nur noch dort gibt), Cabernet Sauvignon (tatsächlich wurzelecht) oder Blauem Kölner (sic!). Um den Weinberg zu erhalten, hat man kürzlich allein 116 Meter an neuen Mauern gezogen, eine Treppe neu angelegt und den Weinberg teils neu terrassiert – für 130 Flaschen Erntemenge pro Jahr. Das Thema ist also ohne Zweifel eine Aufgabe für Enthusiasten. Genauso aber eine Aufgabe für jene, die gerne neben Chardonnay und Pinot, Riesling und Sauvignon Blanc mal etwas weiter schauen und stöbern, um etwas Unbekanntes zu finden, was dabei übrigens selten mehr als einen Zehnten kostet und doch deutlich seltener ist als Romanée-Conti oder eine Flasche Château Petrus.

Anmerkung: Bild 3, von Matthias Adams zur Verfügung gestellt, zeigt den Jahrhunderte alten weißen Orléans am Disibodenberg, der auf den ersten Blick eher an Efeu denn an Wein erinnert. Auf Bild 1 und 2 bekommt man einen Eindruck vom Zustand solch alter Rebanlagen und auf Bild 4 gibt es einen Blick auf die Parzellierung eines alten fränkischen Weinbergs. Fotos jeweils von Thomas Riedl, dem viel Dank gebührt.

Der Artikel erschien zuerst im Januar 2013 im Blog Stützen der Gesellschaft der faz.net. Aber da ich das Thema weiterhin so spannend finde, dachte ich, es kann nicht schaden, es hier auch noch mal zu publizieren. List ja nicht jeder die Stützen.

 

Ein Gavi mit Größe – Der Filagnotti von Stefano Bellotti

14/Apr/14 18:00 kategorisiert in: Alles Bio, Cortese, Dolcetto, Rot, Italien, Weiß, Italien

Ich weiß es noch wie heute, als ich das Etikett des Filagnotti das erste Mal im Bio(wein)laden meines Onkels sah. Es muss so Anfang der Neunziger gewesen sein. Gavi sagte mir noch nichts, welche Traube dahinter steckt auch nicht. Aber der Hund auf dem Etikett fiel natürlich auf. De facto war es für mich die erste Berührung mit einem Piemonteser Wein. Seitdem habe ich immer wieder Gavi probiert, der Wein, der rund um die Ortschaft Gavi entsteht und aus der Cortese-Trauben gewonnen wird. Normalerweise ist das ein ziemlich beschränkter Wein, eher zurückhaltend, im besten Falle als fein zu bezeichnen, ein guter Essensbegleiter, aber nie praktisch nie etwas, was einem wirklich in Erinnerung bleibt. Den Filagnotti habe ich im Laufe der Jahre immer wieder probiert und immer wiederneu entdeckt. Er ist so grundlegend anders als all das neutrale Zeuchs, was es sonst so auf dem Markt gibt.

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Stefano Bellotti, der Mann hinter diesem Wein, sorgt seit Mitte der Achtziger für einen konsequent gesunden Weinberg, er erntet die Trauben, die von den dortigen roten Tonerde stammen mit geringem Ertrag und vergärt sind dann spontan. Sie reifen daraufhin ein knappes Jahr auf der Feinhefe, und zwar in großen Fässern aus Akazienholz. Danach werden sie ohne Schwefelzusatz abgefüllt und verschwinden im Keller. Dort bleiben sie noch eine Zeit, so dass aktuell erst der 2011er Jahrgang auf dem Markt ist. Den hat Bellotti aber gar nicht mit auf die Vinitaly gebracht. Dort stand der 2007er. Das ist der, den er jetzt trinkt. Sieben Jahre ist dieser Cortese gereift, und das ist gut. Der wein wirkt tatsächlich auf den Punkt gereift, strukturiert, harmonisch, dabei mit perfekter Säure ausgestattet und entsprechend frisch. Der Wein trägt die für den Cortese typischen Mandelaromen mit sich. Danach übernehmen Birne und Quitte (der leicht oxydative Ausbau im großen Holzfass lässt grüßen). Dann treten Kräuter in den Vordergrund, Salbei meine ich gerochen zu haben. Dazu finden sich feine Grapefruitaromen und Stein. Die Länge ist phantastisch und bekam direkt Lust auf Gnocchi in Salbeibutter.

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Besonders auch sein gereifter Dolcetto. Das ist normalerweise ein bisschen so wie beim Gavi. Der Dolcetto wird als junger Wein getrunken, er ist ein guter Essensbegleiter und Punkt. Wenn es spannend werden soll, entscheidet man sich doch besser für Barbera oder noch besser, Nebbiolo. Nicht so beim Nibiô. Der 2006er Nibiô krempelt diese Denke genau so um wie der Filagnotti es beim Gavi tut. Auch hier bleibt der Wein erst einmal im Keller liegen. 2006 ist der aktuelle Jahrgang. Der Dolcetto der Unterart Graspo Rosso, eine sehr alte, lokale Variante, steht auf weißem Kalkstein mit Tonerde. Er wird, genau so wie der Gavi mit geringen Erträgen geerntet und spontan über 40 Tage vergoren, um dann für zwölf Monate im großen Eichenholzfass zu landen. Danach reift er auf der Flasche. Der Dolcetto duftet außerordentlich charmant nach den typischen Kirschen. Ich wollte schon Piemont-Kirschen schreiben, aber ich verkneife es mir. Dazu kommt Tabak, etwas mürbes Holz, Stein und Kräuter. Auch hier meine ich wieder etwas Salbei zu riechen. Der Geschmack steht im Spannungsfeld zwischen Reife und immer noch präsenter Jugend. Die Reife gibt etwas Süße und mürbe Noten, die Jugend eine immer noch vorhandene frische Kirschsaftigkeit und Säure. Dazu kommen präsente, aber gut eingebundene Tannine. Das ist ein herrlich eigenständiger Wein, zusammen mit dem Filagnotti eine Empfehlung für Ostern. Wild oder auch Lamm kann ich mir hier besonders in geschmorter Form vorstellen.

Zum Schluss gab es dann noch ein Schmakerl. C'era una volta il passato, ein Passito aus sonnengetrocknten Muskat-Trauben. Zum Niederknien. Die Trauben wurden wochenlang auf Strohmatten in der Sonne getrocknet, dann entrappt und vergoren. Die Trauben blieben eine Woche auf dem Saft, dann leicht gepresst  und in Holzbottich gefüllt, wo sie zehn Monate lang weiter gegoren haben. Der Wein ist dicht und überaus komplex. Dabei gar nicht so süß, wie ich es erwartet hatte. Kräuter, Honig, Blüten und Dörrobst bestimmen den Ton, getrocknete Feigen, Rosinen und Honig den Geschmack.

Die Weine gibt es (bis auf den Passito) seit einigen Wochen bei vinaturel. Lohnen tun sich auch die einfachen Weine aus den Flaschen mit Kronkorken. Aber Filagnotti und Nibiô sind schon wirklich besonders.

Die Weine habe ich auf der vinitaly 2014 probiert.

 

Inglenook – mit Eleganz gegen den Napa-Strom geschippert

10/Apr/14 13:28 kategorisiert in: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Rot, USA

Vor kurzem habe ich eine ganze Reihe kalifornischer Weine probiert, und zwar bei einer großen Veranstaltung in Hamburg. Ich war, ehrlich gesagt, ein wenig entsetzt darüber, dass sich weder in der Breite, noch in der Spitze etwas getan zu haben schien in Bezug auf das späte Lesen, den Alkoholgehalt und die dementsprechende Schwere der Weine. Den Text dazu findet ihr hier.

Der Weinmacher, Philippe Bascaules und die Inglenook-Cabernets

Der Weinmacher, Philippe Bascaules und die Inglenook-Cabernets

Letzten Samstag hatte ich nun die Gelegenheit, etwas zu probieren, was deutlich anders gelagert war. Ich konnte den Cask Cabernet Sauvignon und den Rubicon von Inglenook probieren. Und zwar den gerade abgefüllten Jahrgang 2011 und den eigentlich noch im Fass befindlichen 2012er. Inglenook lautet der Name des Weinguts, das früher Niebaum-Coppola hieß. Es ist eines der berühmtesten und ältesten Weingüter in Kalifornien. Das Weingut wurde 1879 gegründet, und zwar von einem finnischen Kapitän namens Gustave Niebaum. Dieser hat sich dort niedergelassen, um schon damals in Konkurrenz zu treten mit den besten europäischen Gewächsen. Das alles hat sich ein bisschen verschoben, später gab es dann die Prohibition, der kalifornische Weinbau kam großenteils zum Erliegen und erst sein Großneffe John Daniel Jr. hat in den 30ern begonnen, mit dem Weingut wieder Fahrt aufzunehmen. 1975 hatte Francis Ford Coppola die Möglichkeit, das Weingut und große Teile der Weinberge zu übernehmen. Coppola hatte sich damals schon als Regisseur und Produzent einen Namen gemacht (Der Pate II kam 1974 in die Kinos und eigentlich steckte er gerade in den traumatischen Dreharbeiten zu Apocalypse Now), doch hatte er hier die Chance, seiner zweiten Leidenschaft zu frönen.  1978 kam der Wein auf den Markt, der ihm einen der vorderen Plätze auf der Richter-Skala des kalifornischen Weinbaus sichern sollte: Rubicon, Cabernet Sauvignon aus Rutherford im Napa Valley. Dass Coppola nicht nur ein Promi ist, der nebenbei ein Weingut betreibt, muss er längst nicht mehr beweisen. Er ist viel mehr als das. Er ist eine feste Größe in kalifornischen Weinbau und hat mit der Francis Ford Coppola Winery in Geyserville ein zweites Schiff unter Dampf, das auch niedrigspreisiger und konsumorientierter arbeitet als das edle Inglenook.

Der Inglenook Cask liegt bei 14.2% Alkohol. Das ist immer noch deutlich von den 12.5% entfernt, die entsprechende Weine in den 90ern in die Waagschale geworfen haben und deren Feinheit ich im letzten Artikel gelobt habe. Und doch ist dieser Wein meilenweit von den fetten Schnecken entfernt, die einem das Weintrinken, nein Weingenießen vergrämen. Der Wein wirkt duftig und mittelgewichtig. Er bringt vor allem etwas von den grünen Noten mit, die bei einem Cabernet schnell verloren gehen, wenn  man diesen zu spät erntet. Neben diesen leicht grünen (aber reifen) Noten findet sich Frucht und Leder, etwas Grafit und Zeder. Am Gaumen bleibt der Wein immer elegant, gut strukturiert und offen. Er hat mir in diesem Stadium sehr gut gefallen.

Das Château Inglenook im original angelsexy-georgiastischen Stil. Copyright Inglenook

Das Château Inglenook im original angelsexy-georgiastischen Stil. Copyright Inglenook

Obwohl der 2011er Rubicon etwas weniger Alkohol besitzt, wirkt er dichter und üppiger als der Cask. Das ist kein Wunder. Er ist das first growth des Hauses, in ihm findet sich das reifste und konzentrierteste Traubenmaterial. Und doch, trotz der höheren Dichte wirkt nichts überreif oder zu konzentriert. Das ist auch nicht im Sinne des Weinmachers. Philippe Bascaules ist eben kein Mann des Napa-Valley, denn er stammt aus dem Südwesten Frankreichs. Coppola hat ihn vom Château Margaux geholt, wo er viele exzellente Jahrgänge verantwortet hat. Das zeigt ziemlich deutlich, wo die Reise hingehen soll. Und das hat Bascaules im Gespräch auch bestätigt. Man hat sich einen neuen Entrapper angeschafft, der die Oxydation auf ein Mindestmaß reduziert. Man vergärt anders und will keine Überextraktion mehr haben. Obwohl der Wein zu 80% in neuem Holz lag, bleibt die Holznote schwebend elegant. Auch wenn 20111 ein wirklich schwieriger Jahrgang war, verregnet, zwischenzeitlich kalt, mit Stürmen während der Lese und Problemen mit Pilzbefall, zeigt sich hier die Hand eines exzellenten Weinmachers. Auch wenn ich mir die Weine noch mehr old school vorstellen könnte (das zeigte sich beim typischeren 2012er Jahrgang), noch etwas leichter und frischer mit noch weniger Holz – was ich probieren durfte, fand ich schon sehr beeindruckend.

Probiert auf der summa 14


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