originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Château Liversan, Haut-Médoc 2005, Bordeaux

Nun, das, was da in der Flasche war, gehört für mich mit zum Ödesten, was ich aus dem 2005er Jahrgang der Cru Bourgeois bisher probiert habe, sorry.

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Dieser Wein bietet überhaupt keinen Reiz und schmeckt zunächst einmal nach Bleistift, dann nach Bleistift und im Abgang noch ein wenig nach Bleistift. Ok, die Deko auf dem Bleistift besteht aus ein paar roten Früchten. Aber mehr dann auch nicht. Dabei roch er gar nicht so verkehrt.

Château Liversan, Haut-Médoc 2005, Bordeaux, annehmbar, ca. 14,50 Euro

Gereifte Bordeaux und andere Annehmlichkeiten

Es ist ja ganz herrlich, wenn man weinbegeisterte Freunde oder Bekannte hat, die einen dazu einladen, mitzuhelfen, die Kellerbestände auf die bestmögliche Art und Weise zu dezimieren – indem man sie mit Menschen trinkt, die sich ebenso daran erfreuen können wie man selbst. Jörg hat einen solch beeindruckenden Kelle, in dem vor allem der deutsche Riesling und der französische Burgunder zu Hause sind, daneben aber auch noch einige andere Spezialitäten, unter anderem gereifte Gewächse aus dem Bordeaux.

Und Bordeaux war auch das Thema des Abends. 13 Weine standen an, blind verkostet mit drei Piraten zur Auflockerung.

Château Tour de Mirambeau Cuvée Passion, Entre-deux-Mers, 2004

Leicht eingestiegen sind wir mit einem Château Tour de Mirambeau, Cuvée Passion aus dem Jahr 2004. Ein Vertreter des Entre-deux-Mers, einem Bordeaux-Gebiet, welches selten Beachtung findet. Dass es hier allerdings neben lauter Mittelklasse auch etwas gibt, was an der Oberklasse kratzt, zeigt diese Cuvée Passion. 70 % Sauvignon Blanc und 30 % Semillion finden sich zu einem klassischen trockenen weißen Bordeaux mit feiner Säure und guter Länge. Es finden sich etwas Melone und Quitte und vor allem Pfirsich.

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Château Smith Haut-Lafitte Blanc, Graves, 1996

Dem Mirambeau folgte der weiße Wein des Château Smith Haut Lafitte, Grand Cru Classé de Graves. Eines der wenigen Châteaux, deren weiße Weine berühmter sind als die roten.

Wir haben an diesem Abend den 1996er probiert, der seinen Höhepunkt leider überschritten hat. Neben einer beeindruckenden Bernsteinfarbe strömte aus dem Glas das, was man in die Nase bekommt, wenn man einen Geigenbogen über bernsteinfarbenes Kollofonium reibt, dazu Honig, Malz und reife Quitte. Am Gaumen kommt etwas Nussiges hinzu – und das Alter.

Jörg hat die Rotweine in zwei Fünfer-Flights geteilt und bei verdeckter Verkostung die drei bordeauxfernen Gewächse untergemischt.

Begonnen hat es mit zwei klassischen bürgerlichen Châteaux – Château Bernadotte, Haut Médoc 2003 und Château Paloumey, ebenfalls Haut Médoc aus dem Jahr 2000.

Château Bernadotte, Haut-Médoc, 2003

Bernadotte gehört mittlereile zum Champagnerhaus Roederer und ist schon seit langem eine feste Bank unter den Cru Bourgeois, eine, die auch locker unter den klassifizierten Cru mithalten kann.

Der Wein wirkt in der Nase sehr frisch und relativ leicht, Tannine sind beim Schnuppern nur schwer zu erkennen, eher medizinisch eukalyptische Noten mit etwas Pfeffer und Himbeer.

Am Gaumen wirkt der Wein dann relativ alkoholstark mit sehr deutlichen Tanninen, cabernetgeprägt mit klarer Säure und Geschmack nach Paprika und Pfeffer mit ganz leichtem Salz. Ganz frisch ist dieser Wein, mit einer leichten Süße, nicht zu komplex, aber fein gemacht – ein Wein, den ich, ehrlich gesagt, als 2006er eingeschätzt habe und nicht als drei Jahre älter. Diese drei Jahre allerdings darf er mindestens noch liegen, um noch ein wenig runder zu werden.

Château Paloumey, Haut-Médoc, 2000

Eine ähnlich falsche Jahrgangseinschätzung hatte ich beim 2000er Château Paloumey, den ich ebenfalls drei bis vier Jahre jünger eingeschätzt hatte.

In der Nase deutlich erdiger als der Bernadotte, hatte ich zunächst das Gefühl, einen Burgunder im Glas zu haben. Erst allmählich entwickeln sich merlot- und cabernettypische Fruchtaromen, dazu kommt ein leichtes Salzgebäck. Der Wein hat enorm viel Kraft und Saft, wirkt überhaupt kein bisschen alt.

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In der zweite Runde befanden sich zwei 1998er im Glas.

Da hatten wir zum einen den 1998er Almaviva aus dem Gemeinschaftsprojekt von Philippe Rothschild und Concha y Toro in Chile. Dagegen gab es Château Patris 1998, St. Emilion.

Almaviva, Puente Alto, Chile, 1998

Almaviva gehört regelmäßig zu den besten Weinen, die in Chile produziert werden. Das kann man bei diesem 1998er schon nachvollziehen, auch wenn es der erste Jahrgang der 1997 gegründeten Bodega ist. Cabernet wird hier vornehmlich im Maipo-Valley angebaut und dazu werden 85 ha erster Lagen verwendet. 26 % Carmènere kommen im 1998er hinzu sowie 2 % Cabernet Franc. Ausgebaut wird 16 Monate in französischer Eiche.

Der Wein besticht in der Nase durch eine leichte Süße mit milden orientalischen Gewürzen und Pfeffer. Er wirkt kühl und mineralisch mit einem deutlichen Duft nach Zigarrenkiste. Dieses Zedernholz schmeckt man selbst am Gaumen, wo sich auch die Mineralität wiederfindet. Sehr geschliffen ist dieser Wein, ausgesprochen gut gemacht. Immer noch sehr frisch mit leichten Süßholz- und Korianderaromen neben der satten Backpflaumenfrucht.

Was unterscheidet ihn von den Bordeaux? Die Süße, würde ich sagen. Es ist eine warmweiche Süße, die man in der Form nicht findet im Bordeaux, und das Fehlen des leicht Salzigen verrät die Abstinenz des Meeres.

Château Patris, St. Emilion, 1998

Der Château Patris dagegen fällt etwas ab. Dieser Wein trägt 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc in sich, doch waren wir uns eigentlich sicher, dass dies ein Cabernetwein sein würde. Wie man sich doch täuschen kann.
Das Schloss liegt am selben sandigen, mit Kies durchsetzten Hang wie Angelus, Ausone oder Pavie. 40 Jahre alt sind die Rebstöcke im Durchschnitt und bekannt geworden ist, dass Château als Hardy Rodenstock den Wein als nicht qualifiziertes Gewächs einer Probe von Spitzengewächsen des 2000er Jahrgangs untergeschoben hat und ziemlich klar in die Spitzengruppe gewählt wurde.

In die Spitzengruppe des Abends ist der Wein bei mir nicht gelangt. Ehrlich gesagt, habe ich den Wein schlicht vergessen und mir Dinge aufgeschrieben wie "etwas schokoladig, relativ erdig, rote Früchte".

Château Sociando-Mallet, Haut-Médoc, 1989

Deutlich präsenter ist mir dagegen der 1989er Sociando-Mallet, wiederum Haut-Médoc. Das war der beste Wein der ersten Runde. Unglaublich klar und präsent wirkt der Wein, den ich in die Mitte der Neunziger eingestuft hätte. Schon in der Nase ist dieser tiefdunkle Cru Bourgeois – von dem behauptet wird, dass er immer wieder der Beste aller bürgerlichen Châteaus ist und ihm durchaus eine 3ème Qualifizierung gut anstehen würde – sehr fein balanciert zwischen dunkler Erde, dunklen Früchten, Veilchen und Eukalyptus. Enorm viel Tannin hat er, der Mund zieht sich zusammen, wohlgemerkt, er hat schon zwanzig Jahre auf dem Buckel, Pfeffer hat er und er wirkt geradezu angriffslustig. Zum Schluss verbindet sich ein leichte Süße mit einem langen, trockenen Abgang. Großartig.

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Marchese di Villamarina, Sella e Mosca, Sardinien, 1990

Den zweiten Teil nach der Quiche hat dann der nächste Pirat eingeleitet. Ein 1990er Marchese di Villamarina, Sella e Mosca, Sardinien. Er sagte mir, ehrlich gesagt, nicht viel. Ich musste erst nachschauen und habe herausbekommen, dass Sella e Mosca auf Sardinien 650 Hektar (!) unter Reben stehen hat und immer wieder die drei Gläser im Gambero Rosso erreicht.

Ich gehe mal davon aus, dass dieser Wein sowohl von Cannonau als auch von Cabernet geprägt wird. Zartsüß wirkt er in der Nase mit Gewürzen, Kräutern und Süßkirschen, am Gaumen sehr weich, fast ein wenig zu fruchtig mit einer immer noch schönen Frische. Da liegen noch einige reife Pflaumen im Hintergrund, bevor es ins lange Finale geht. Ein sehr guter Wein.

Château Gazin, Pomérol, 1986

Begleitet wurde er von einem 1986er Chateau Gazin aus dem Pomerol,  dem man nun endlich auch mal das Alter anmerkte. Bei den anderen habe ich mich  ja regelmäßig verschätzt. Man musste sich durch einen Schwall warmen Gummis kämpfen, bevor man diesen Wein genießen konnte. Weich und rund war er mit einer schönen Tiefe. Dunkle Beeren am Gaumen, dabei immer noch eine feine Säure.

Château Beychevelle, St. Julien, 1986

Ebenfalls aus dem Jahr 1986 stammt der Wein vom wunderschönen 250 ha-Gut Beychevelle aus dem St. Julien. In den letzten Jahren hat der Wein mir selten gefallen, aber der 1986er war sehr spannend. Ein Geruch von alter Wäsche strömte aus dem Glas, etwas Erdig-Pilziges, Animalisches. Irgend jemand sagte, das würde ja nach salzigem Popcorn mit ranzigem Öl riechen. Im Mund dann reiner Bordeaux: Früchte, Zedernholz, rohes Rindfleisch, Menthol, Jodsalz – relativ schlank, weich und schön.

Dominus, Napa Valley, 1989

Gepaart hat Jörg diesen Wein mit einem 1989er Dominus von Christian Moueix aus dem Napa Valley. Und auch hier merkt man – wie auch beim Almaviva –, das ist französisch geprägt, kommt aber aus einer wärmeren Gegend, was den Wein nicht schlechter macht, aber anders. Weich ist er zunächst, eine sahnige Nase hat er, buttrig, vanillig, mit warmen, weichen Früchten, nicht zu tief, nicht zu lang. Geerdet ist er, sagte jemand, und ich kann nur zustimmen. Geerdet, balanciert, reif und gut.

Château Ducru-Beaucaillou, St. Julien, 1978

Der letzte in der Reihe war dann auch der Älteste. Einen 1978er Ducru-Beaucaillou aus dem St. Julien hatte Jörg uns eingeschenkt. Dass der Wein ein gewisses Alter erreicht hatte, sah man an den bräunlichen Reflexen am Glasrand. In der Nase und am Gaumen konnte man das viel weniger spüren. Ein zurückhaltender Duft nach Holz und Kartoffel mit etwas Cassis und kühler Mineralität. Zedernholz kommt dazu und Leder und Tabak. Ein sehr guter Wein, der noch einige Frische in sich trägt sich, sich aber leider ein wenig schnell verabschiedet.

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Nach dieser Tour de Force hat sich Jörg für einen Wein zum Ausklang entschieden, der aus einer ganz anderen Ecke stammte, aber wunderbar gepasst hat – viel besser, als ein Sauternes es geschafft hätte, einen Gegenpol zu bilden.

Bürgstadter Centgrafenberg Rieslaner Auslese, Wgt. R. Fürst, Franken 1993

Vom Weingut Rudolf Fürst gab es eine 1993er Rieslaner Auslese aus dem Bürgstadter Centgrafenberg. Wenn Rieslaner gut sind, dann vereinen sie tatsächlich das Beste aus den Sorten Riesling und Silvaner. In diesem hier fand sich ein Korb voller Blüten, bei denen die Kamille etwas herausstach. Satter, reifer, in Honig geschwenkter Pfirsich mit einer leichten Schärfe und einer sehr angenehmen, markanten frischen Säure. Das war herrlich entspannend.

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Was dann noch kam, nachdem wir eine Stippvisite im Keller gemacht haben, ist definitiv noch eine Beschreibung wert.

Petit Grain de Marsanne, Marie Thérèse Chappaz, La Liaudisaz, Vallais, Schweiz, 2001

Marie Thérèse Chappaz ist Winzerin in Fully in der Region Vallais in der Schweiz. Bis vor kurzem hat sie 1,5 Hektar bewirtschaftet, die ihr Onkel 1880 angelegt hatte. Mittlerweile ist der Betrieb auf 6,5 Hektar angewachsen. Neben Dôle und Fendant finden sich reinsortige Petite Arvine, Malvoisie, Humagne, Pinot, Syrah und auch Marsanne. Von dieser Rhône-Rebsorte haben wir den Grain Noble aus dem Jahr 2001 probiert.

Eine Melange aus Klebstoffnoten, etwas Ammoniak, Honig und satten Feigen stehen im Glas. Im Mund dann eher Dörrobst, Virginiatabak und Karamellkekse. Sehr dicht mit erstaunlich viel Säure. Sehr spannend.

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Monzinger Halenberg Beerenauslese, Emrich-Schönleber, Nahe, 2003

Als endgültigen Abschluss gab es dann noch eine vorzügliche 2003er Beerenauslese von Emrich-Schönleber aus dem Monzinger Halenberg. Eine leicht gummierte Spontinote, vermischt sich mit Mineralen und dem Duft von reifem Steinobst. Eine feine, glatte Säure verbindet sich mit karamelisiertem, zitronigem Schiefer. Dazu finden sich gewürzte Pfirsiche und Aprikosen, hach. Hab' Dank Jörg. Ich hör' jetzt auf.

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Château Tour de Mirambeau Cuvée Passion, Entre-deux-Mers, 2004
Château Smith Haut-Lafitte blanc, Graves, 1996
Château Bernadotte, Haut-Médoc, 2003
Château Paloumey, Haut-Médoc, 2000
Almaviva, Puente Alto, Chile, 1998
Château Patris, St. Emilion, 1998
Château Sociando-Mallet, Haut-Médoc, 1989
Marchese di Villamarina, Sella e Mosca, Sardinien, 1990
Château Gazin, Pomérol, 1986
Château Beychevelle, St. Julien, 1986
Dominus, Napa Valley, 1989
Château Ducru-Beaucaillou, St. Julien, 1978
Bürgstadter Centgrafenberg Rieslaner Auslese, Wgt. R. Fürst, Franken 1993
Petit Grain de Marsanne, Marie Thérèse Chappaz, La Liaudisaz, Vallais, Schweiz, 2001
Monzinger Halenberg Beerenauslese, Emrich-Schönleber, Nahe, 2003

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Clos du Marquis 2004, Domaines Delon, Saint Julien

Diesen Wein einen Zweitwein zu nennen, würde dem Clos du Marquis nicht unbedingt gerecht werden. Zwar ist der Gran Cru Leoville-Las-Cases das bekannte Flagschiff des Gutes und gehört seit Jahren zu der kleinen Handvoll Meisterwerke des Bordeaux doch gehört auch der kleine Bruder regelmässig zu den Spitzen in St. Julien. 96 Hektar besitzen die Delons. 96 Hektar Spitzenlage zwischen Gironde östlich und dem Clos von Latour westlich, nördlich abgegrenzt von Leoville-Barton. Besonders ist hier, dass nicht etwa die jüngeren Rebstöcke für den Zweitwein verwendet werden und die alten dem Gran Vin vorbehalten sind, nein, der Besitz wurde aufgeteilt in zwei Bereiche, wobei aus der wasserabgewandten Seite hin zu Leoville-Barton die Rebstöcke für den Clos du Marquis wurzeln.

Beim Öffnen der Flasche strömt einem schon die ganze Wucht eines noch relativen jungen guten Bordeaux entgegen. Nachdem sich das vanillige, realtiv stark getoastete frische Eichenholz etwas verflüchtigt hat setzen sich Brombeeren durch, Kirschen und Johannis. Dazu etwas Tabak und ein wenig Erde. Das macht sehr viel Lust auf den ersten Schluck.

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Ich will nicht sagen, dass dieser Schluck enttäuschend war. Der Wein zählt sicherlich zu den überdurchschnittlich guten Weinen des St. Julien, aber wirklich beeindrucken konnte er nicht. Dazu fehlt im schlicht ein wenig Dichte und Fleisch. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das mit den Jahren noch kommt. Das ist schade denn erst einmal beisst man bei diesem von Cabernet geprägten Wein geradezu in eine Handvoll roter Früchte, vor allem in reife Sauerkirschen, unterlegt mit etwas Zeder und etwas, was an Stallgeruch erinnert – nur dass ich es im Mund habe. Das würde ich nicht überbewerten. Bewerten aber möchte ich, dass dem Wein einfach Struktur fehlt. Er verschwimmt ein wenig und wirkt am Schluss etwas parfümiert. Ausserdem erwartet man in der Nase deutlich mehr Fleisch als er dann bieten kann. Das gefällt nicht bei einem Wein der sich der 30 Euro-Marke annähert.

Um so schöner aber sind Dekanter und Bordeaux-Gläser von Zalto, die diese Woche eingetroffen sind und die ich gerne weiterempfehlen möchte.

Clos du Marquis 2004, Domaines Delon, Saint Julien, sehr gut, Kaufempfehlung: nein, ca. 28 Euro
Glasmanufaktur Zalto, Bordeaux-Glas, mundgeblasen, 30 Euro bei originalverkorkt
Glasmanufaktur Zalto, Dekanter Axium, mundgeblasen, 63 Euro bei originalverkorkt

Buitenverwachting, Christine 2003, Constantia, Südafrika

Einmal im Jahr kommen auf Buitenverwachting Weinhändler zusammen und haben dann die Gelegenheit, Christine zu erwerben. Nach ca. einer Stunde ist das Spektakel dann vorbei und der gesamte Jahrgang verkauft, so habe ich es gelesen. Verstehen kann ich es.

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Dieser Wein, gemacht wie ein Bordeaux und preislich gelegen wie ein bürgerliches Château, gehört für mich zu den Lieblingsweinen vom Cap. Die Folge ist, dass wir die Flasche relativ schnell leer hatten gestern Abend, das aber immer wieder mit Worten der Zufriedenheit und Anerkennung unterlegt, was nicht zuletzt auch an der Tarte lag, belegt mit Zucchini und Auberginen, mit Ziegenkäse und schwarzen Oliven und einer Menge südfranzösischer Kräuter. Ich war in den Keller gegangen, um einen passenden Südfranzosen zu suchen- Dann aber kam mir Christine in den Sinn und die musste es sein.

Gepasst hat es wunderbar und die Aromen des Weins noch mal gepuscht. Schwarze und rote Beeren in dunkler Schokolade geschwenkt, mit Kräutern und Zedernholz und etwas Tabak abgeschmeckt. Feine Struktur, Säure, Tannine und Mineralik. Der Wein ist jetzt sechs Jahre alt und frisch und hat wohl noch ein paar schöne Jahre vor sich.

Buitenverwachting – jenseits aller Erwartungen – gehört, wenn man mal auf die Website schaut, kann man das sehen, mit zu den schönsten Weingütern am Kap. Die deutschstämmige Familie Maack führte das Weingut kontinuierlich in die Spitzengruppe der Kap-Weingüter. Der Wine Spectator zählt das Weingut zu den 50 wichtigsten Weingütern überhaupt, wobei man sich berechtigt fragen kann, wie solch eine Liste entsteht und was sie rechtfertigt. Trotzdem, es unterstreicht ein wenig den Werdegang dieses knapp 100 ha großen Gutes.

Getrunken haben wir den Wein aus Gläsern von Zalto und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich eine neue Weinglaslieblingsmarke habe.

Buitenverwachting, Christine 2003, Constantia, Südafrika, hervorragend, 19,90 Euro Capewineland

Thierry Germain, Saumur Champigny 2007

29/Aug/09 11:46 kategorisiert in: Bioweine, Cabernet Franc, Rot, Frankreich, Rotweine, nach Rebsorten

Jetzt bin ich wohl gerade mal bei der Domaine des Roches Neuves hängen geblieben. Erst L'Insolite, dann Terres Chaudes und Marginale. Dann fahre ich nach Stuttgart, besuche die Weinhandlung von Bernd Kreis, und dort liegt zusätzlich zu den bereits besprochenen der einfache Rote, der übrigens nicht unter dem Namen der Domaine angeboten wird, sondern und dem Namen des Eigners, Thierry Germain.

Tagsüber nach Brüssel, abends allein im Hotel mit dieser Flasche und ohne Korkenzieher. Sonst doch immer dabei … Ärger über den Zustand des Originalverkorktseins, einen Schrauber herbeisehnend. Eingesehen, dass es nur nach der alten Methode geht, aus Schulzeiten. Mit der Flasche ins Bad, um nicht das Zimmer zu verschmutzen, beim Herunterdrücken des Korkens.

Der Wein ist frisch, beerig und kräftig. Ein Cabernet Franc, jung und etwas ungehobelt mit ein wenig Geschmack nach feuchtem Unterholz, grünen Stielen und frischem Tannin als Häubchen auf den Cocktail aus roten und dunklen Beeren. Sehr charmant ist er und das ist sein Verhängnis. Bald ist die Flasche geleert.

Thierry Germain, Saumur Champigny 2007, gut, 10,- Euro

Domaine des Roches Neuves, La Marginale 2006, Loire, Saumur-Champigny

Ähnlich eindringlich wie den Terres Chaudes empfinde ich auch La Marginale der Domaine des Roches Neuves, wobei ich jetzt nicht sagen könnte, dass ich ihn wirklich besser finde. Der Wein stellt nach eigener Aussage die Quintessenz der eigenen Arbeit dar, aber der Terres Chaudes ist schon so gut, dass La Marginale nur ein wenig draufsetzen kann. Zumindest wäre es für mich kaum zu rechtfertigen, für den Wein knapp 10 Euro mehr auszugeben. Ausgebaut in 400- und 228 l-Fässern, ein Ertrag von 24 hl pro ha, beim Terres Chaudes sind es 35 hl, ist der Wein ein wenig konzentrierter und wirkt schwerer als sein kleiner Bruder, ist dabei aber ähnlich füllig und kraftvoll.

Auch die Aromenpalette von dunklen Waldfrüchten, kombiniert mit Himbeeren, etwas Zeder, Vanille und anderen Gewürzen, Kräutern, etwas mentholiger Kühle entspricht dem Eindruck, den ich vom Terres Chaudes hatte. Der Terres Chaudes wirkt dabei etwas frischer, was für mich in diesem Falle heißen würde, dass ich mich für ihn entscheiden würde.

Domaine des Roches Neuves, La Marginale 2006, Loire, Saumur-Champigny, sehr gut, 27,- Euro bei originalverkorkt

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