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	<title>originalverkorkt &#187; Cabernet Sauvignon</title>
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	<description>flüssige und überflüssige Eskapaden</description>
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		<title>Cuvée Columelle 2007, Domaine Richeaume, Provence</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 23:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bioweine]]></category>
		<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Syrah / Shiraz]]></category>

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		<description><![CDATA[Es dürfte schon einige Monate her sein, dass ich zu Hause einen Wein aufgemacht habe, den ich so vorbehaltlos gemocht habe, wie die 2007er Cuvée Columelle des Henning und Sylvain Hoesch von der Domaine Richeaume. Da ich schon hier etwas zur Domaine und dem ausgezeichneten Rosé (einer meiner All-Time-Favourite-Rosé) geschrieben habe, ausgeschmückt mit Fotos ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es dürfte schon einige Monate her sein, dass ich zu Hause einen Wein aufgemacht habe, den ich so vorbehaltlos gemocht habe, wie die <em>2007er<strong> Cuvée Columelle</strong></em> des Henning und Sylvain Hoesch von der <a href="http://www.domaine-richeaume.com/" target="_blank"><em>Domaine Richeaume</em>.</a> Da ich schon <a href="http://www.originalverkorkt.de/2010/07/domaine-richeaume-rose-2009-provence/" target="_blank">hier</a> etwas zur Domaine und dem ausgezeichneten Rosé (einer meiner All-Time-Favourite-Rosé) geschrieben habe, ausgeschmückt mit Fotos der Landschaft, konzentriere ich mich hier auf diesen ungewöhnlichen Wein.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2012/01/richeaume_columelle.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1959" title="richeaume_columelle" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2012/01/richeaume_columelle.jpg" alt="" width="590" height="392" /></a></p>
<p>Ich weiss, dass ich, wenn ich Weine dieser Domaine öffne, automatisch innerlich Richtung <em>Montagne Saint Victoire</em> reise und schnell den Duft, das Flirren der Wärme, die Geräusche im Ohr habe, Erinnerungen vieler Wanderungen durch diese zutiefst provenzialische Landschaft, eingefangen in dutzenden Bilder eines Paul Cézanne&#8230; Daher bin ich nicht wirklich objektiv. Also neige ich zur Übertreibung. Aber das ist nicht schlimm, denn die Begeisterung habe ich mit zwei unbelasteten Mitprobierern geteilt, insofern ist sie nicht unbegründet, zumal diese Begeisterung schon kurz nach dem Öffnen der Flasche eintrat, während der Wein sich über die nächsten drei Tage erst wirklich hervorragend entwickelt hat und noch sehr viel schöner geworden ist und ein bisschen ahnen lässt, wie er sich über die nächsten Jahre entwickeln mag. Denn, der Wein wurde zu jung getrunken, deutlich zu jung. Da ich ihn qualitativ auf gutem Cru-Classé-Niveau einstufen würde, könnte das Alterungspotential ebenfalls in diese Richtung gehen.</p>
<p>Mein Vergleich mit Bordeaux Cru-Classé kommt nicht von ungefähr. Diese Cuvée ist keine klassische südfranzösische Cuvée, keine Süd-Rhône-Cuvée. Hier verbinden sich zwei Sorten, die ich in dieser Klasse noch nicht zusammen verbunden probiert habe: Syrah und Cabernet Sauvignon. Und je länger ich diesen Wein trinke, frage ich mich, warum das nicht häufiger jemand macht. Das ist so ein bisschen Yin-Yang, Härte und Weiche, Expressivität und Intimität. Aber ich will eigentlich nicht schwadronieren.</p>
<p>Der Wein hat 14 Monate im Eichenfass gelegen, die Tannine sind ziemlich geschliffen, die Frucht ist noch präsent, Grafit ist bemerkbar und vor allem Schokolade. Er wirkt kühl und warm zugleich, bei angenehmen 13,5% Alkohol. Der Wein dürfte bei Mitte zwanzig Euro liegen, ist also wahrlich kein Schnäppchen. wer aber so viel Geld ausgeben mag und eine Bordeaux-Alternative sucht, sollte diesen Wein probieren.</p>
<p>Deutlich günstiger ist die <strong><em>Cuvée Tradition</em></strong>, wo sich neben Syrah und Cabernet mehr Grenache findet. Der Wein ist alles in allem typischer südfranzösisch, mit mehr Würze und Kräutern, die Grenache macht in zusätzlich süffiger und ungemein lecker.</p>
<p>Das war eines der Weingüter auf meiner Liste, deren Weine ich nun seit zwei Jahrzehnten kenne, die mich nie enttäuscht haben und die ich blind empfehlen würde.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1958&amp;md5=0ad80fbe666db2be3850cb3f3eb08c2e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dominus 1991 vs. Araujo Estate Eisele Vineyard Cabernet 2002</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 16:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bioweine]]></category>
		<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
		<category><![CDATA[nach Rebsorten]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Vinothek Essen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei manchen Weinen verschlägt es mir die Sprache und ich frage mich dann, wie ich den beiden Weinen, die ich gestern trinken durfte, gerecht werden kann. Diese beiden Weine, beide aus Kalifornien, gehören zum Besten und Perfektesten was ich bisher getrunken habe. Dabei könnten die vom Cabernet dominierten Weine unterschiedlicher kaum sein.

Dominus Estate, Dominus ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei manchen Weinen verschlägt es mir die Sprache und ich frage mich dann, wie ich den beiden Weinen, die ich gestern trinken durfte, gerecht werden kann. Diese beiden Weine, beide aus Kalifornien, gehören zum Besten und Perfektesten was ich bisher getrunken habe. Dabei könnten die vom Cabernet dominierten Weine unterschiedlicher kaum sein.</p>
<p><strong><em>Dominus Estate, Dominus 1991</em></strong></p>
<p><em>George Yount</em> hat im Jahr 1836 den Weinberg namens „Napanook Vineyard“ in Yountville, Napa Valley, angelegt. Nach diversen Besitzerwechseln übernahm 1982  <em>Christian Moueix</em>, der Besitzer des Château Pétrus im Pomerol den Weinberg in einem Joint Venture, seit 1995 ist Moueix alleiniger Besitzer des <a href="http://www.dominusestate.com/" target="_blank">Dominus Estate</a>. Die Weinberge umfassen rund 50 Hektar Rebfläche auf Kies- und Lehmböden, die zum Teil noch mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc aus dem Jahre 1880 bestockt sind. Es handelt sich dabei um die ältesten Reben im Napa County. Das Flaggschiff ist der Bordeaux-Verschnitt <em>Dominus,</em> von Cabernet Sauvignon geprägt und mit jährlich etwas schwankenden Anteilen von Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot versetzt.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/dominus_1991.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1644" title="dominus_1991" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/dominus_1991.jpg" alt="" width="590" height="392" /></a></p>
<p>Wir konnten den 1991er Jahrgang, den <em>Robert Parker</em> neben dem 1994er als geradezu perfekt bezeichnet aus der 6 Liter Imperiale probieren, von denen seinerzeit nur 30 abgefüllt worden sind.  Langsam ist der Wein in der Großflasche gereift und bietet sich momentan in einem perfekten Zustand. Hätte ich nicht gewusst, was ich trinke, wäre ich nie auf Napa-Valley gekommen, dieser Wein ist absolut francophil und spricht die Sprache seines französischen Besitzers der im Napanook-Vineyard perfekte Vorraussetzungen für einen großen Wein hat. In der Nase zunächst eine dichte Mischung aus reifen Johannisbeeren, Kirschen, etwas Pflaumen, Zedernholzkiste und Graphit treten mit den Stunden feine Kräuteraromen in den Vordergrund, etwas Süßholz kommt hinzu. Im Mund finden sich die Früchte wieder, verbunden mit leichten Holzaromen eines perfekt getoasteten Holzes. Die Tannine sind weich, es findet sich eine herrliche Dichte und Kraft. Der Wein mag insgesamt etwas wärmer wirken als französische Kollegen aber an Eleganz steht er den großen Châteaux in nichts nach. Die Feinheit, Länge und Balance sind absolut beeindruckend.</p>
<p><em><strong>Araujo Estate, Eisele Vineyard Cabernet Sauvignon 2002</strong></em></p>
<p>Ganz  anders der <em>Araujo</em>. 92 Prozent Cabernet prägen diesen Wein, mit einen   wenig Cabernet Franc und Petit Verdot versetzt. 14.6% Alkohol verraten   den Kalifornier eher als die 13.5% des <em>Dominus</em>. Der Wein birgt nicht die   aristokratische Eleganz eines <em>Dominus</em>, er verführt mit   verschwenderischer Opulenz. Die ist allerdings so perfekt ausbalanciert,   dass nicht nur ich gestern kurzfristig demütig geschwiegen habe. Den Alkohol, ich muss es kaum erwähnen, schmeckt man überhaupt nicht durch. Das Holz ist absolut fein, die Tannine sind rund und geschliffen, der Wein ist von solch einer superben Intensität, dunkle Fruchtaromen mischen sich mit Schokolade und Mokkanoten genauso wie mit Zeder und leicht eukalyptischen Noten, und das so lang und dicht, das man den intensiven Geschmack noch Minuten auf der Zunge trägt. Das ist groß, das ist Kalifornien am Rande der Perfektion.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/araujo_eisele_2002.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1645" title="araujo_eisele_2002" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/araujo_eisele_2002.jpg" alt="" width="590" height="392" /></a></p>
<p>Auch diesem Wein hat Parker 98 bis 100 Punkte bescheinigt und er hat recht. Wenn man denn Punkte vergeben mag, dann bekommt man hier einen Eindruck, wie ein nahezu perfekter Wein schmecken kann. Jeder für sich in seinem eigenen Stil.</p>
<p><img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot-5.png" alt="" />Das Weingut <em><a href="http://www.araujoestate.com/content/pages/ourmission.html" target="_blank">Araujo Estate Wines</a></em> liegt in Calistoga, unterhalb der Palisade Mountains im Nordosten des kalifornischen Napa Valley. Es wurde 1990 von <em>Bart</em> und <em>Daphne Araujo</em> gegründet. Dazu erwarben sie einen der berühmtesten Weinberge Kaliforniens, den <em>Eisele Vineyard</em>, der schon im Jahre 1880 angelegt worden war. Die Rebfläche umfasst etwa 16 Hektar. Für den Weinberg wurde der Berater <a href="http://www.originalverkorkt.de/2010/11/1989er-lafite-rothschild-versus-1994er-abreu-madrona-ranch/" target="_blank">David Abreu</a> engagiert, im Keller berät unter anderem <a href="http://www.originalverkorkt.de/2008/01/michel-rolland/" target="_blank">Michel Rolland</a>. Ausgebaut werden Cabernet Sauvignon, Altagracia, Syrah sowie Sauvignon Blanc. Der Weinberg wird nach biodynamischen Methoden bewirtschaftet.<br />
<img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot-3.png" alt="" /><img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot-4.png" alt="" /></p>
<p><img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.png" alt="" /><img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot-1.png" alt="" /><img src="file:///Users/christoph/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot-2.png" alt="" /></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1643&amp;md5=8d23cb18a5e667f5d182bcb02394d823" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwischen drei Flüssen: Weine aus Kroatien</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 11:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bonner Weinzirkel]]></category>
		<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
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		<category><![CDATA[Rot, Kroatien]]></category>
		<category><![CDATA[Sauvignon Blanc]]></category>
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		<category><![CDATA[Zweigelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesmal war unser Bonner Weinzirkel in Köln zu Gast, wo es Provenienzen zu entdecken gab, die hierzulande kaum bekannt sind, jedenfalls keine Verkaufstradition haben, weil sie jahrzehntelang hinter dem Eisernen Vorhang verborgen waren. Leider konnte ich bei der Probe nicht anwesend sein. Um so schöner, dass die Probe trotzdem sehr genau und kurzweilig kommentiert ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal war unser <em>Bonner Weinzirkel</em> in Köln zu Gast, wo es Provenienzen zu entdecken gab, die hierzulande kaum bekannt sind, jedenfalls keine Verkaufstradition haben, weil sie jahrzehntelang hinter dem Eisernen Vorhang verborgen waren. Leider konnte ich bei der Probe nicht anwesend sein. Um so schöner, dass die Probe trotzdem sehr genau und kurzweilig kommentiert wurde:</p>
<p>Es sind die drei Flüsse Donau, Drava und Sava, zwischen denen sich – im kroatischen Binnenland, also nicht an der Küste &#8211; die Anbaugebiete Baranja, Slavonien und Srem erstrecken. Weine erzeugt man dort schon mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Nach den Privatisierungen der 90er Jahre prägen neben größeren Kellereien heute auch etliche Familienweingüter den Markt. Der vorherrschende Rebsortenspiegel zeigt die geografische Verwandtschaft mit Österreich und Italien – und durch ihn haben wir uns zielstrebig hindurchgetrunken.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1618" title="kroatien_1" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_1.jpg" alt="" width="590" height="408" /></a></p>
<p>Es begann mit vier <em>Grasevina</em> (dt. Welschriesling), einer Rebe, die man auch aus Österreich, Südtirol und Friaul kennt. Sie braucht gute Böden, reift spät und liefert frische Weine mit feiner Würze, maßvoller Säure und gelegentlich nussigem Aroma. Das fand sich sogleich im <strong><em>2008er Grasevina</em></strong> des Weingutes <strong><em>Iuris</em></strong> aus Erdut. Seit 1994 gibt es dieses Gut. Auf immerhin 50 ha werden zu 90% Rote erzeugt. Der Weiße ist leicht und frisch, ein bisschen salzig, hat Bittermandelnoten – nicht übel, aber doch eher harmlos. Deutlich voluminöser wirkte der <strong><em>2007er Grasevina</em></strong> der Kellerei <strong><em>Erdut</em></strong>: Fruchtig und floral, verleugnet das Holzfass nicht, bleibt aber ebenfalls nicht besonders lange im Gedächtnis. Das war schon anders beim <strong><em>2008er Grasevina „Mitrovac“ </em></strong>der <strong><em>Vinarija Krauthaker</em></strong> (Mit dem Namen müsste man eigentlich Biodynamiker sein, oder? Ist aber nicht so.) aus Kutjevo. Blindverkostet kam er manchem in der Runde wie ein Weißburgunder GG vor, mit der entsprechenden Süße, auch mit spürbarem Alkohol. Für mich standen die Geschmackskomponenten wenig harmonisch nebeneinander. Andere schätzten ihn freilich positiver ein. Schließlich die <em><strong>2009er</strong> <strong>Grasevina</strong></em> der Kellerei <strong><em>Belje</em></strong> aus Baranja. In meiner Notierung der beste dieses Flights: Mit frischer, aber nicht aufdringlicher Säure, zurückhaltendem Alkohol. Gekonnter Holzfassausbau gibt ihm ein ordentliches Gerüst. Was lernen wir aus diesem Glase? Wenn man schon seit 1697 Wein baut, kann man auch bei fast 600 ha unter Reben sehr ordentliche Tropfen erzeugen.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_2.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1619" title="kroatien_2" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_2.jpg" alt="" width="590" height="408" /></a></p>
<p>Das hat der Kellermeister vermeintlich erst recht mit dem übernächsten Wein geschafft: Der <strong><em>2008er Chardonnay</em></strong> von <strong><em>Belje</em></strong> hat nämlich auf der Zagreber Weinmesse im Sommer 2009 im Wettbewerb mit nicht nur kroatischen Teilnehmern den Sieg als bester trockener Weißwein davongetragen. Hmm. Mir war’s nur ein Beleg mehr, dass einem solche Prädikate den Buckel ’runterrutschen können, solange man den Kandidaten nicht auf der eigenen Zunge hatte. Als „vordergründig, breit, Kneipenwein“ landete er in meinem Protokoll. Mag schon sein, dass man damit im sensographischen Chaos einer Messe beeindrucken kann.</p>
<p>Übersprungen habe ich hier den <strong><em>2008er Rajnski Riesling</em></strong> (offenkundig der <em>Riesling Rhenano</em>, den wir aus dem Friaul kennen) der <strong><em>Vinarija Enjingi</em></strong> aus Kutjevo, der ein elegantes Bukett zeigte. Der Geschmack kam leider nicht so recht nach, bissl Alkohol aber schon. Sodann ein <strong><em>2008er Sauvignon Blanc</em></strong> von <strong><em>Iuris</em></strong>, der unverkennbare Eindrücke in der Nase, hingegen weniger am Gaumen hinterließ.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_3.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1620" title="kroatien_3" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_3.jpg" alt="" width="590" height="408" /></a></p>
<p>Zum Abschluss der weißen Reihe drei fast exotisch anmutende Weine: Der <strong><em>2008er Muskat-Sylvaner</em></strong> (Muskatni silvanac) von <strong><em>Iuris</em></strong> hatte ein sehr schönes, fruchtiges  Bukett. Und die durchaus elegante Würze, denkt man, verdankt er natürlich dem Muskateller, der da offensichtlich mitmischt. „Vertan, vertan“, sagt der Kroate (auf Kroatisch natürlich). Der verwendet den Namen nämlich als Synonym für Sauvignon Blanc. Is’ also nix mit Muskateller. Das nimmt dem Wein aber nichts von seiner Komplexität. Quitte kommt durch. Noten burgundischer Chardonnays sind spürbar. Feiner Stoff! Für mich (und die meisten am Tisch) klar der beste Weiße diese Abends. Mit seiner berückenden Honignase nimmt der folgende <strong><em>2005er Traminer</em></strong> (Traminac mirisavi) der Kellerei <strong><em>Erdut</em></strong> den Kampf auf, setzt ihn zunächst mit schöner Harmonik auf der Zunge fort – bricht aber dann im Abgang zusammen. Schön, Sie kennengelernt zu haben .. und tschüss. Da geht der <strong><em>2007er Traminer</em> </strong>der Kellerei <strong><em>Ilocki</em></strong> aus Srijem ganz anders zur Sache. Hier wird Wein aus 830(!) ha, davon aus 270 ha eigenen Weinbergen, gewonnen. Muss ja nicht übel enden. Dieser Wein beweist das, allerdings will er zuviel: Eine opulente, letztlich massive Würze. Alkohoool. „Too much, after all“ war die Tischmeinung.</p>
<p>Aber nicht die schlechteste Einstimmung auf die Roten! Zu Beginn noch einmal die Kellerei <strong><em>Erdut</em></strong> mit ihrem <strong><em>2005er Zweigelt</em></strong>. Sein intensives Sauerkirscharoma harmoniert bestens mit der Säurestruktur. Am Ende war die Meinung in der Runde etwas gespalten: Ohne Zweifel ein respektabler Wein, &#8230; der aber vielleicht eine Dimension mehr vertragen könnte. Auf Augenhöhe der <strong><em>2007er Cabernet Sauvignon</em></strong> von <strong><em>Iuris</em></strong> mit typischer Cassis-Würze in der Nase und einer schönen Struktur. Für Siebeneurofuffzich? Chapeau! Das kostet auch der <strong><em>2006er Merlot</em></strong> vom selben Weingut. Auch er in 2009 Messesieger in Zagreb. Was zu der Frage führt, ob sie ihre Jury dort mit Biertrinkern bestücken. Simpel, vordergründig, pffft.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_4.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1621" title="kroatien_4" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/03/kroatien_4.jpg" alt="" width="590" height="408" /></a></p>
<p>Da fügte es sich zum Besten, dass der Schwarze Storch seinen Auftritt hatte: <strong><em>2009er Ciconia nigra</em></strong> der<strong> <em>Vinarija Josic</em></strong> aus Baranja, eines familiengeführten Gutes, das auf seinen gerade einmal 1,6 ha alten Weinbergen jedenfalls Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc unterbringt und daraus eine vortreffliche Cuvée macht. Sehr spannende Nase: mineralisch, stahlig, kühl. Das muss der Spätburgunder sein. Am Gaumen dann Schokolade, Lebkuchen &#8230; Für mich mit Abstand der Lieblingsrote dieses Abends. Bitte noch einmal in zwei bis fünf Jahren! Der letzte Wein des Abends, der <em><strong>2007er</strong> <strong>Cabernet</strong> <strong>Sauvignon</strong> <strong>‚CERN’</strong></em> von <strong><em>Iuris</em></strong> hat es irgendwie auf das Ticket des multinationalen Elementarteilchen-Forschungsprojektes in Genf und den angrenzenden französischen Gemeinden geschafft und figuriert als einer der offiziellen Rotweine – mit entsprechendem Etikett. (Wahrscheinlich darf jede finanzierende Nation einen Wein stellen. Bin auf den Chinesen gespannt.) Auch ohne Molekülzerlegung im Labor verrät er sich beim Schnuppern durch den Duft der Schwarzen Johannisbeere. Das ist schön, aber dann ist er nicht druckvoll genug und lässt uns etwas unentschieden zurück.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1617&amp;md5=e52c86b8be4211daf3552d5affa3b808" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Whole Berry Cabernet Sauvignon 2008, Springfield Estate, Robertson, Südafrika</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 09:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bioweine]]></category>
		<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Südafrika]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiss gar nicht mehr genau, wann ich zum ersten Mal einen Wein von Abrie Bruwer, dem Inhaber und Weinmacher von Springfield Estate im Glas hatte. Längere Zeit jedenfalls habe ich keinen Wein mehr probiert, bis ich letzte Woche in der Wein &#38; Glas Compagnie in Berlin drei Weine probieren konnte. Einen davon, den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiss gar nicht mehr genau, wann ich zum ersten Mal einen Wein von <em>Abrie Bruwer</em>, dem Inhaber und Weinmacher von <em><a href="http://www.springfieldestate.com/" target="_blank">Springfield Estate</a></em> im Glas hatte. Längere Zeit jedenfalls habe ich keinen Wein mehr probiert, bis ich letzte Woche in der <em><a href="http://www.weinundglas.com/" target="_blank">Wein &amp; Glas Compagnie</a></em> in Berlin drei Weine probieren konnte. Einen davon, den <em>Whole Berry</em> habe ich mir mit nach Hause genommen um noch mal ganz in Ruhe dem Laster zu fröhnen.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/02/whole_berry_1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1590" title="whole_berry_1" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/02/whole_berry_1.jpg" alt="" width="580" height="165" /></a></p>
<p>Auch wenn <em>Springfield Estate</em> schon seit vier Generationen im Besitz der Bruwers ist, wurde die Domaine erst mit dem Geschwisterpaar <em>Jeanette</em> und <em>Abrie</em> berühmt und sahnt bei Südafrikas einflussreichstem Kritiker <em>John Platter</em> regelmäßig Bestnoten ab. Dabei macht <em>Abrie Bruwer</em> keinen Mainstream sondern ziemlich eigene, charaktervolle Weine. Er geht dabei so natürlich wie möglich vor und lässt sich dafür gerne als &#034;Verrückten&#034; betiteln, zumal seine Kollegen dies eher liebevoll meinen denn er hat sich mit seiner Art ein hohes Ansehen erworben. Die Weine werden durch die Bank spontan vergoren und &#8211; beim <em>Whole Berry</em> findet man es schon im Namen &#8211; die roten Beeren werden ohne Anquetschung vergoren, nicht gepresst, nicht filtriert. Die <em>Bruwers</em> sind der Meinung das &#034;je natürlicher du etwas machst, umso dauerhafter wird das Ergebnis sein&#034; und, vielleicht ergänzend, umso charaktervoller.</p>
<p>Es ist erstaunlich, wie fein die Weine wirken und welche Kühle sie neben der vollen Frucht in sich bergen. Dabei liegt <em>Springfield Estate</em> mitten in der Halbwüste Klein-Karoo, so ca. 150 Kilometer von der Küste entfernt. Doch das Mikroklima dürfte ausschlaggebend sein, die Region verfügt über eine natürliche Wasserversorgung und der Temperatur-Wechsel von Tag und Nacht stimmt.</p>
<p>Eigentlich bin ich ich gar nicht so ein Fan von jungen, reinsortig ausgebauten Cabernet Sauvignons. In diesem Fall aber habe ich die Flasche an einem Abend relativ schnell leer gehabt. Der Wein ist zu verführerisch. Saftig bis zum Abwinken, voll reifem dunklem Holundersaft und Cassis. Die Tannine sind weich, der Holzeinsatz ganz zurückhaltend aber angenehm spürbar. Trotz der explosiven Frucht macht der Wein nicht schnell satt, alles ist frisch, voll, samtig, mit einer angenehmen Länge.</p>
<p>Zu finden in der <a href="http://www.weinundglas.com/" target="_blank"><em>Wein &amp; Glas Compagnie</em></a> und bei <a href="http://www.gute-weine.de/sites/GuteWeine/index.jsp?nodeId=1040368&amp;statistik=S%fcdafrika&amp;midPart=" target="_blank"><em>Gute Weine Lobenberg</em></a></p>
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		<title>Bolgheri 2004</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 15:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cabernet Franc]]></category>
		<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
		<category><![CDATA[Merlot]]></category>
		<category><![CDATA[Mixtouren]]></category>
		<category><![CDATA[nach Rebsorten]]></category>
		<category><![CDATA[Petit Verdot]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Syrah / Shiraz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiss nicht, ob den Traditionalisten italienischen Weins die Haare hochstehen, wenn sie an Bolgheri denken. Da gibt es alles, nur keine klassischen Rebsorten. Und man mag fragen ob die, die dort irgendwann mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah angerückt sind, dem italienischen Weinbau einen Gefallen getan haben – gibt es doch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiss nicht, ob den Traditionalisten italienischen Weins die Haare hochstehen, wenn sie an <em>Bolgheri</em> denken. Da gibt es alles, nur keine klassischen Rebsorten. Und man mag fragen ob die, die dort irgendwann mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah angerückt sind, dem italienischen Weinbau einen Gefallen getan haben – gibt es doch in Italien eine Menge authochtoner Rebsorten höchster Qualität.</p>
<p>Wozu also dieser ganze internationale Kram? Um den italienischen Weinbau zu retten, sagen die anderen. Um ihn international aufzustellen und die Qualität zu verbessern. Und in der Tat hat der, dessen Weine wir getrunken haben entscheidend dazu beigetragen dies zu tun, den italienischen Weinbau wenn nicht zu retten, dann doch in eine entscheidende Richtung zu führen. Und zwar in eine, in die er in den 80ern und 90ern nicht unterwegs war, zumindest nicht in der Breite. Wir können hier ein Lied davon singen, bei uns war das auch nicht viel besser und wenn damals der ordinäre Chianti noch international zu verkaufen war, war es hier die Liebfrauenmilch. Mehr aber auch nicht.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/glas.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1575" title="glas" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/glas.jpg" alt="" width="580" height="286" /></a></p>
<p><em>Marchese Ludovico Antinori</em>, von dem rede ich hier nämlich, hat dies mit einer unglaublichen Energieleistung geändert. Er, dessen alteingesessene toskanische Familie jede Menge Ländereien und vor allem Rebhänge besitzt, konnte den fortschreitenden Niedergang nicht gut ertragen. Und neben einem strikten Qualitätsstreben der heimischen Rebsorten hat er eben auch auf einen internationalen Stil gesetzt. Und das auf angestrebt höchstem Niveau. Herausgekommen ist das, was irgendwann den Namen <em>Super-Tuscans</em> bekommen hat. Wein internationalen Stils der in Italien jedoch lediglich die Qualitätsstufe eine Landweines, eines IGT erhalten hat, weil er den Richtlinien der Anbaugebiete nicht entsprochen hat. Das tat dem Erfolg der Antinorischen Weine und deren Verbündeter keinen Abbruch, so dass <em>Sassicaia</em>, <em>Tignanello</em>, <em>Ornellaia</em> oder <em>Guado al Tasso</em> berühmt wurden und eine Aufbruchstimmung erzeugten, die über das kleine <em>Bolgheri</em>, ja über die Toskana weit hinausging.</p>
<p>Im Gefolge der <em>Super-Tuscans</em> finden sich Zweitweine und andere Abfüllungen dieser Güter deren Preis nicht direkt in die Hunderte geht. Drei gereifte Weine, alle aus dem Besitz der Antinoris, haben wir probiert und über ca. drei Stunden verfolgt. Zunächst hat mich keiner der drei vollends überzeugt, zum Schluss hätte ich die drei alleine trinken können.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/il_bruciato.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1574" title="il_bruciato" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/il_bruciato.jpg" alt="" width="580" height="342" /></a></p>
<p><strong>Il Bruciato 2004, Guado al Tasso, Bolgheri</strong><br />
Dieser Wein ist ein Nasenschmeichler. Süße Frucht und etwas vanilliges getoastetes Holz strömen aus dem Glas. Im Mund ist der Wein zunächst weniger fruchtig, ja, ich habe den Eindruck, die Frucht würde in der Gesamtheit des Weines deutlich zu weit zurückstehen. Die Tannine, die Säure stehen im Vordergrund. Nach einiger Zeit aber, genauer gesagt ca. 2 Stunden, nach dem ersten Schluck öffnet sich der Wein, der aus 60% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot und 10% Syrah besteht, also gut vier Stunden nach Öffnen der Flasche.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/il_pino.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1573" title="il_pino" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/il_pino.jpg" alt="" width="580" height="386" /></a></p>
<p><strong>Il Pino di Biserno 2004, Campo di Sasso</strong><br />
Im Gegensatz zum <em>Il Brusciato</em> ist dies nicht unbedingt ein Nasenschmeichler. Beim Il Pino treffe ich auf die Würze einer reduzierten Bratensoße, versetzt mit medizinischer Tinktur. Im Mund erwartet mich zunächst ein Geschmack von Dropsen aus der Metalldose, die zu lange im heißen Auto gelegen hat. Auch dieser Wein findet erst nach langer Zeit zu sich und klart dann förmlich auf. Jetzt finden sich Aromen von Schokolade und der Mund füllt sich mit dichten, dunklen, reifen Beeren. Der Wein wird erstaunlich harmonisch und ich bin angenehm überrascht. Das hatte ich gar nicht mehr erwartet von diesem Bogheri, der zumindest in 2005 aus 35% Cabernet Franc, 30% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot und 15% Petit Verdot zusammengesetzt war.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/insoglio_1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1572" title="insoglio_1" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2011/01/insoglio_1.jpg" alt="" width="580" height="268" /></a></p>
<p><strong>Insoglio del Cinghiale 2004, Campo di Sasso</strong><br />
Auch der Wein mit dem markanten Schwein auf dem Etikett ändert seinen Charakter im Laufe des Abends beträchtlich. Zunächst steigt mir ein Geruch in die Nase als ob jemand alten Kabeljau über ein rostiges, von altem Blut überzogenes Geländer gezogen hätte. Da ist so viel Eisen im Geruch, dass ich zunächst ein wenig zurückschrecke. Am Gaumen findet sich jedoch eine sehr angenehme Fruchtsüße, die von kräftigen Tanninen und dunklen Früchten eskortiert wird. Dieser Wein gefällt mir abgesehen vom <span style="text-decoration: line-through;">Gestank</span> Geruch zunächst mit Abstand am besten. Der Wein wird zumindest als 2005er Jahrgang zur Hälfte von Merlot getragen, den Rest teilen sich Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Syrah und Petit Verdot. Später dann – auch hier dauert es seine Zeit &#8211; verfliegt der rostige Geruch und macht Platz für gekochten Rotkohl und Holunder. Das kann ich nun deutlich besser riechen, und geschmacklich schummelt sich noch etwas Schokolade und Mokka in die Fruchtaromen, was jetzt auch nicht unangenehm ist.</p>
<p>Ich fand den Abend jedenfalls ausgesprochen spannend weil ich selber ja eher ein Fan davon bin, in den Weinbaugebieten die heimischen Sorten anzubauen und das tendenziell eher als kulturlos empfinde, überall die gleichen Sorten anzupflanzen. Was mich jedoch nicht davon abhält, diesen Weinen, und zwar jedem der drei einen ganz eigenen, auch eigenwilligen Charakter zu attestieren. Und genau dann macht Wein Spaß.</p>
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		<title>1989er Lafite-Rothschild versus 1994er Abreu Madrona Ranch</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 12:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cabernet Sauvignon]]></category>
		<category><![CDATA[nach Rebsorten]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Vinothek Essen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern hatte ich in der Vinothek des Atlantic Kongress Hotels in Essen die Gelegenheit, Gästen zwei ausgezeichnete, auf einem hohen Anteil Cabernet Sauvignon basierende Weine zum Vergleich vorzustellen. Beide Weine wurden zwei Stunden vor Beginn dekantiert. Der 1989er Lafite-Rothschild stand zum Vergleich neben David Abreus 1994 Napa Valley Cabernet-Sauvignon aus der Lage Madrona Ranch.

Lafite-Rothschild ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern hatte ich in der Vinothek des <em>Atlantic Kongress Hotels</em> in Essen die Gelegenheit, Gästen zwei ausgezeichnete, auf einem hohen Anteil Cabernet Sauvignon basierende Weine zum Vergleich vorzustellen. Beide Weine wurden zwei Stunden vor Beginn dekantiert. Der 1989er <em>Lafite-Rothschild </em>stand zum Vergleich neben <em>David Abreus</em> 1994 Napa Valley Cabernet-Sauvignon aus der Lage <em>Madrona Ranch</em>.</p>
<p><em>Lafite-Rothschild </em>gehört neben <em>Haut-Brion,</em> <em>Mouton</em>, <em>Latour</em> und <em>Margaux</em> zur kleinen Riege der Premier Grand Cru Classé-Güter des Bordeaux und seine Weine gehören beständig mit zu den besten Weinen der Welt. Zur Familie der Lafite-Rothschild gehört das Château allerdings erst seit 1886, da war es schon klassifiziert. Vorher war es im Besitz der<em> de Ségur</em> (denen auch <em>Calon Ségur</em> gehört).</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/11/lafite_1989.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1514" title="lafite_1989" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/11/lafite_1989.jpg" alt="" width="570" height="215" /></a></p>
<p><em>Lafite-Rothschild</em> ist klassisches Pauillac mit hohem Cabernet Sauvignon Anteil – im Jahrgang 1961 waren es 100 %. Die Produktion umfasst nie mehr als 20.000 Kisten, der Rest der Produktion wandert in den Zweitwein Carruades. Es hat übrigens als einziges Gut die Berechtigung, als Pauillac-Gut eine 4,5 Hektarparzelle aus St. Estèphe mit verschneiden zu dürfen. Der Boden von <em>Lafite</em> wie auch der von <em>Mouton</em> liegt im prähistorischen Flussbett der Gironde. Er ist ausgesprochen karg mit 8 Metern Kieselauflage auf einem Kalksockel und hat, notwendig für beste Cabernet-Gewächse, eine ausgezeichnete Drainage für den Wasserablauf.</p>
<p>Der 1989er wirkt scheu. Nur langsam entwickeln sich die Aromen dieses kirschfarbenen Gewächses. Rote Paprika mischt sich mit einem Hauch Tomatenessenz, Kirschen, ein wenig Brombeeren und Cassis. Zunehmend dringt Zedernholz und Menthol in die Nase. Der Wein bleibt für die nächsten zwei Stunden zurückhaltend. Zunächst bestimmt neben der Kirscharomatik die Säure das Mundgefühl. Erst nach und nach mischt sich dunkle Frucht unter, der Wein wirkt dichter und voller, auch wenn er immer angenehm mittelschwer bleibt. Nach Stunden im Dekanter verbinden sich Frucht, Schokoladennoten, Holz, die Weichheit und mineralisch-eukalyptische Kühle zu einem großen Ganzen und dann, erst dann ist es ein beeindruckendes Gewächs.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/11/abreu_1994_madrona.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1515" title="abreu_1994_madrona" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/11/abreu_1994_madrona.jpg" alt="" width="570" height="210" /></a></p>
<p>Das haben die meisten Gäste dieses Abends nicht mehr mitbekommen weil sie sich längst dem <em>Abreu</em> zugewandt hatten, der auch mir über Stunden besser gefiel. Auch dieser Wein wirkt zunächst zurückhaltend. Wer Vorurteile gegenüber kalifornischen Weinen bestätigt haben möchte ist hier falsch am Platz. Der Wein besitzt 13.2 % Alkohol (gegenüber 12.5 % beim Lafite) und nichts an diesem Wein wirkt überreif. Der Wein strotzt von dunklen Kirschen die sich mit kräutrig-eukalyptischen und erdigen Noten und Zedernholz verbinden. Im Wein findet sich zu Beginn eine leichte Schärfe, die sich aber mit der Zeit verliert. Er öffnet sich viel schneller als der <em>Lafite</em> und wirkt dann rund, weich, dicht, voll und besitzt eine hervorragende, beeindruckende Länge.</p>
<p>Der kalifornische Weingutsbesitzer, Weinbaufachmann und Berater<em> David Abreu</em> hat übrigens Weinbau und Kellerwirtschaft an der University of California in Davis studiert. Im Jahre 1980 gründete er gemeinsam mit seinem Winzerfreund <em>Richard Forman</em> die Firma <em>Vineyard Management Company</em>, die sich auf das Anlegen und Pflegen von Weinbergen spezialisiert hat. Gemeinsam mit <em>Forman</em> reiste <em>Abreu</em> mehrmals nach Bordeaux, um die dortigen Weinbautechniken zu studieren. Zu ihren Kunden zählen viele renommierte kalifornische Weingüter wie zum Beispiel <em>Araujo, Bressler, Bryant Family, Colgin, Grace Family, Harlan Estate, Pahlmeyer, Sloan</em> und <em>Screaming Eagle</em>. Er arbeitet also für das Who is Who des kalifornischen Weinbaus, die unfassbar viel Geld in Pflege und Neuanlagen von Weinbergen investieren. <em>Abreu</em> bewirtschaftet seine eigene Weinberge in St. Helena im Napa Valley. Das sind <em>Madrona Ranch</em>, <em>Thorevilos</em> und <em>Campella</em>. Der <em>Madrona Ranch Cabernet Sauvignon 1997 </em>erhielt von <em>Robert Parker</em> 100 Punkte. Die Weine sind, wie bei vielen dieser Boutique Winerys, nur über eine eng begrenzte Mailing-Liste zu erwerben. Wer das große Glück hat, da drauf zu stehen erhält jährlich ein beschränktes Kontigent dieser 400 Kisten, wer das Glück nicht hat muss ein Vielfaches des Einstandspreises bei Auktionen hinblättern, wenn er einen solchen Wein erwerben möchte. Der Preis dieses Weines liegt jenseits aller Erwartungen und der <em>Lafite</em> wirkt wie ein Schnäppchen dagegen. Wenn man jedoch mal die Chance haben sollte, ein Glas zu verkosten, sollte man die Gelegenheit warnehmen. Das ist  ziemlich perfektes Napa Valley.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1513&amp;md5=9da090c57ce503fd8754cf4b7bc2fdbc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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