originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Sauvignon Blanc 2008, José Pariente, Rueda, Spanien

19/Feb/10 21:21 kategorisiert in: Sauvignon Blanc, Weinfrauen, Weiss, Spanien

Manchmal kommen einem ja Weine unter, die einfach eine schöne Geschichte liefern. Dies ist so ein Wein. Weil Sarah, die Tochter meines Partners Michael, wusste, dass ich Sauvignon Blancs für einen SB-Abend sammle, hat sie mir letztens den Wein der Bodega José Pariente mitgebracht. Mein Spanienimporteur hat ihn ebenfalls im Programm und ich habe mir jetzt kürzlich ein Buch über Weinfrauen gekauft, in dem es die Geschichte zu diesem Wein gibt, denn dieser Wein wird nicht etwa von José angebaut, nein, der hat nicht mal die Bodega gegründet. Vielmehr war es seine Tochter Maria Victoria, die die Bodega nach ihrem verstorbenen Vater benannt hat. Ob sie dies getan hat, weil dieses Land tendentiell nicht unbedingt die Gleichberechtigung der Geschlechter in den Mittelpunkt des Interesses stellt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Einigermaßen klar ist aber, dass sie als Frau in der von Männern dominierten spanischen Weinwirtschaft gegen viele Widerstände anzukämpfen hatte. Erfolgreich übrigens, Victoria Pariente hat nämlich schon einige Jahre vorher einen gewissen Ruhm erlangt, als sie mit ihrer Namensvetterin Victoria Benavidis das Label Dos Victorias gründete, um direkt mit dem 1998er Verdejo mit der Auszeichnung des besten Weißweins Spanien gekürt zu werden. Dies hatte einen, in der Qualität der Weine begründeten ordentlichen Aufstieg der beiden Frauen zur Folge, 2005 hat der Wine Enthusiast den holzfassausgebauten Verdejo zu den Top 100 Weinen der Welt gezählt, der Decanter nannte ihn den besten Weißwein Spaniens.

Was auch immer man von Rankings halten mag, schlechte Weine produzieren die beiden Frauen nicht. Victorias Vater übrigens war einer der Ersten, der Verdejo im Rueda angebaut hat, nur hat er den Wein in der örtlichen Bar ohne Etikett verkauft, statt ihn, wie es seine Tochter dann gemacht hat, zu vermarkten. Diese hat mitterweile eine große Stange Geld in ein neues Weingut investiert, dessen erster Jahrgang der 2008er ist. Damals, beim ersten Wein, hat sie mit 8.000 Euro begonnen.

Verdejo wie Sauvignon Blanc wachsen auf der Hochebene des Douro, in der Meseta, im nördlichen Spanien. Der Boden besteht aus angeschwemmten Steinen, teils mit Kalk durchsetzt. Der Sauvignon Blanc übrigens stammt von den ersten Sauvignon Blanc Rebstöcken, die in der D.O. Rueda gepflanzt wurden. Sie sind mittlerweile über 25 Jahre alt.

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Der Wein duftet wie ein tropischer Obstsalat. Zitrusfrüchte, Limettenschale, Mangos, etwas Ananas und etwas sortentypisches geschnittenes Gras. Dabei wirkt er schon in der Nase durchaus mineralisch und sehr frisch. Er erinnert in seinem Fruchtbouquet zunächst an Übersee-Sauvignon, wirkt aber schlanker.

Im Mund ist der Wein angenehm schlank und klar, mit Zitrusnoten, Stachelbeeren, grünem Apfel und Mineralen. Im Abgang wirkt er ein wenig austrocknend, störend ist das aber nicht. Ein sehr schöner Sauvignon Blanc für unter 10 Euro.

Sauvignon Blanc 2008, José Pariente, Rueda, Spanien, 9,80 Euro

Sauvignon Blanc * 2008, Weingut Aufricht, Baden

Was für ein opulenter Duft strömt da aus dem Glas. Maracuja und Litchi, Orange und Mandarinen. Blütenduft wie beim Riesling und Gelbem Muskateller aus dem gleichen Weinberg. Eine leichte Würze kommt dazu. Das wirkt insgesamt ein wenig überseeisch ausladend. Liegt es am Klon? Oder an der Hefe?

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Auch im Mund findet man die Frucht, die Würze, diese Opulenz. Toll ist das. Nicht fein im französischen Sinn, eher kurzweilig modern, aber durchaus komplex.

Allerdings – und das ist wirklich sehr schade – hat der Sauvignon Blanc * zu viel Alkohol. Und das schmeckt man dann deutlich im Abgang. Die 14 Prozent machen ihn hinten raus brandig. Da frage ich mich, wo die  Prozente herkommen und ob sie sein müssen. Denn die machen ihn unglücklicherweise zum Schluss unharmonisch und sorgen für eine kleine Enttäuschung.

Sauvignon Blanc * 2008, Weingut Aufricht, Baden, sehr gut, 18,40 Euro hier

Bernhard Ellwanger, Sauvignon Blanc 2007, QbA, Württemberg

27/Aug/09 13:00 kategorisiert in: Sauvignon Blanc, Weiss, Deutschland, Weissweine, nach Rebsorten

Die Weinbegleitung zu Schnitzel, Nieren und Maultaschen bestand bei diesem Besuch in der Weinstube Fröhlich aus einer Flasche Sauvignon Blanc des Württemberger Gutes Ellwanger. Sven Ellwanger, so heißt es, macht Weine auf zunehmend erstklassigem Niveau mit Überraschungen und Experimentierfreude.

Der 2007er Sauvignon Blanc war tatsächlich überraschend … fad. Nach einem Schub Stachelbeer, Pfirsich und Gras kommt nichts hinterher, der Gaumen fordert und fordert und bleibt enttäuscht zurück.

Bernhard Ellwanger, Sauvignon Blanc 2007, QbA, Württemberg, annehmbar, 8,90 €

Quarz 2007 DOC, Sauvignon Blanc, Cantina Terlan, Südtirol

08/Aug/09 23:27 kategorisiert in: Sauvignon Blanc, Weiss, Italien, Weissweine, nach Rebsorten

Der Quarz 2007 der hervorragend arbeitenden, 1893 gegründeten kleinen Genossenschaft Cantina Terlan stammt aus der Reihe der Selektionsweine, der oberen Riege der insgesamt 24 angebotenen Weine. Der Sauvignon Blanc stammt aus vier Einzellagen und wird zu 60 % in Edelstahl und zu 40 % in 500 l Tonneaux ausgebaut.

Der 2007er ist noch jung und wird sich noch deutlich weiter öffnen. In der Nase Holunder- und Stachelbeergeruch und eine Ahnung des Volumens, das dieser Wein hat. Der 13.5-Prozenter wirkt noch fast scharf, so als hätte man Reste von Virginia-Tabak auf der Zunge. Nach und nach aber setzt sich eine feine Cremigkeit durch, dazu kommen so unterschiedliche Aromen wie zu Beginn Rose, später immer deutlicher Kümmel und Brennessel – neben den Stachelbeeren. Abgesehen von all den Aromen liegt darunter eine deutliche mineralische Struktur und eine hohe Dichte. Beeindruckend.

Quarz 2007 DOC, Sauvignon Blanc, Cantina Terlan, Südtirol, 25,- Euro

Pouilly-Fuissé liegt nicht neben Pouilly-Fumé

Stand ich doch am Freitag in einem meiner bevorzugten Weinläden und suchte noch einen Gegenspieler zum Quarz Sauvignon Blanc der Cantina Terlan, so einem 25 Euro Schwergewicht aus dem Süden Tirols. Ich fand einen Pouilly-Fuissé von Denis Jeandeau. Der Name sagte mir nichts und ich griff eher ein wenig blind zu.

Um zwei Sauvignon Blancs zu vergleichen, war das nicht unbedingt die richtige Wahl. Ich muss gestehen, dass ich keinen blassen Schimmer davon hatte, dass Pouilly-Fuissé mitnichten an der Loire liegt und auch keinen Sauvignon Blanc zum Inhalt hat. Ich wunderte mich schon stark ob der schweren Bananentöne im Wein und dachte an einen Chenin Blanc, um wenigstens das Gebiet zu verteidigen. Aber es wird Chardonnay angebaut in Pouilly-Fuissé, denn diese Appellation liegt im Burgund.

Sauvignon Blanc 2008, Georg Mosbacher, Forst, Pfalz

09/Jun/09 12:56 kategorisiert in: Sauvignon Blanc, Weiss, Deutschland, Weissweine

Im Gegensatz zum Sauvignon Blanc von Riffel gefällt mir der Stil Mosbachers beim Ausbau des Sauvignon deutlich besser. Hätte ich verdeckt verkostet, hätte ich den Wein dem Sancerre zugeordnet. Er wirkt extrem frisch und klar mit starkem Duft von Stachelbeeren, weißen Johannisbeeren und Gras. Dazu ist er deutlich mineralisch. Lediglich eine an Bonbons erinnernde, nicht ganz authentische Fruchtnote im Mund fand ich leicht störend – leicht.

Nachtrag: Beim zweiten Verkosten fand ich die Bonbonaromen deutlich störender.

Sauvignon Blanc 2008, Georg Mosbacher, Forst, Pfalz, 12,50 Euro Mövenpick

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