originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Sauvignon Blanc * 2008, Weingut Aufricht, Baden

Was für ein opulenter Duft strömt da aus dem Glas. Maracuja und Litchi, Orange und Mandarinen. Blütenduft wie beim Riesling und Gelbem Muskateller aus dem gleichen Weinberg. Eine leichte Würze kommt dazu. Das wirkt insgesamt ein wenig überseeisch ausladend. Liegt es am Klon? Oder an der Hefe?

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Auch im Mund findet man die Frucht, die Würze, diese Opulenz. Toll ist das. Nicht fein im französischen Sinn, eher kurzweilig modern, aber durchaus komplex.

Allerdings – und das ist wirklich sehr schade – hat der Sauvignon Blanc * zu viel Alkohol. Und das schmeckt man dann deutlich im Abgang. Die 14 Prozent machen ihn hinten raus brandig. Da frage ich mich, wo die  Prozente herkommen und ob sie sein müssen. Denn die machen ihn unglücklicherweise zum Schluss unharmonisch und sorgen für eine kleine Enttäuschung.

Sauvignon Blanc * 2008, Weingut Aufricht, Baden, sehr gut, 18,40 Euro hier

Bernhard Ellwanger, Sauvignon Blanc 2007, QbA, Württemberg

27/Aug/09 13:00 kategorisiert in: nach Rebsorten, Sauvignon Blanc, Weiss, Deutschland, Weissweine

Die Weinbegleitung zu Schnitzel, Nieren und Maultaschen bestand bei diesem Besuch in der Weinstube Fröhlich aus einer Flasche Sauvignon Blanc des Württemberger Gutes Ellwanger. Sven Ellwanger, so heißt es, macht Weine auf zunehmend erstklassigem Niveau mit Überraschungen und Experimentierfreude.

Der 2007er Sauvignon Blanc war tatsächlich überraschend … fad. Nach einem Schub Stachelbeer, Pfirsich und Gras kommt nichts hinterher, der Gaumen fordert und fordert und bleibt enttäuscht zurück.

Bernhard Ellwanger, Sauvignon Blanc 2007, QbA, Württemberg, annehmbar, 8,90 €

Quarz 2007 DOC, Sauvignon Blanc, Cantina Terlan, Südtirol

08/Aug/09 23:27 kategorisiert in: nach Rebsorten, Sauvignon Blanc, Weiss, Italien, Weissweine

Der Quarz 2007 der hervorragend arbeitenden, 1893 gegründeten kleinen Genossenschaft Cantina Terlan stammt aus der Reihe der Selektionsweine, der oberen Riege der insgesamt 24 angebotenen Weine. Der Sauvignon Blanc stammt aus vier Einzellagen und wird zu 60 % in Edelstahl und zu 40 % in 500 l Tonneaux ausgebaut.

Der 2007er ist noch jung und wird sich noch deutlich weiter öffnen. In der Nase Holunder- und Stachelbeergeruch und eine Ahnung des Volumens, das dieser Wein hat. Der 13.5-Prozenter wirkt noch fast scharf, so als hätte man Reste von Virginia-Tabak auf der Zunge. Nach und nach aber setzt sich eine feine Cremigkeit durch, dazu kommen so unterschiedliche Aromen wie zu Beginn Rose, später immer deutlicher Kümmel und Brennessel – neben den Stachelbeeren. Abgesehen von all den Aromen liegt darunter eine deutliche mineralische Struktur und eine hohe Dichte. Beeindruckend.

Quarz 2007 DOC, Sauvignon Blanc, Cantina Terlan, Südtirol, 25,- Euro

Pouilly-Fuissé liegt nicht neben Pouilly-Fumé

Stand ich doch am Freitag in einem meiner bevorzugten Weinläden und suchte noch einen Gegenspieler zum Quarz Sauvignon Blanc der Cantina Terlan, so einem 25 Euro Schwergewicht aus dem Süden Tirols. Ich fand einen Pouilly-Fuissé von Denis Jeandeau. Der Name sagte mir nichts und ich griff eher ein wenig blind zu.

Um zwei Sauvignon Blancs zu vergleichen, war das nicht unbedingt die richtige Wahl. Ich muss gestehen, dass ich keinen blassen Schimmer davon hatte, dass Pouilly-Fuissé mitnichten an der Loire liegt und auch keinen Sauvignon Blanc zum Inhalt hat. Ich wunderte mich schon stark ob der schweren Bananentöne im Wein und dachte an einen Chenin Blanc, um wenigstens das Gebiet zu verteidigen. Aber es wird Chardonnay angebaut in Pouilly-Fuissé, denn diese Appellation liegt im Burgund.

Sauvignon Blanc 2008, Georg Mosbacher, Forst, Pfalz

09/Jun/09 12:56 kategorisiert in: Sauvignon Blanc, Weiss, Deutschland, Weissweine

Im Gegensatz zum Sauvignon Blanc von Riffel gefällt mir der Stil Mosbachers beim Ausbau des Sauvignon deutlich besser. Hätte ich verdeckt verkostet, hätte ich den Wein dem Sancerre zugeordnet. Er wirkt extrem frisch und klar mit starkem Duft von Stachelbeeren, weißen Johannisbeeren und Gras. Dazu ist er deutlich mineralisch. Lediglich eine an Bonbons erinnernde, nicht ganz authentische Fruchtnote im Mund fand ich leicht störend – leicht.

Nachtrag: Beim zweiten Verkosten fand ich die Bonbonaromen deutlich störender.

Sauvignon Blanc 2008, Georg Mosbacher, Forst, Pfalz, 12,50 Euro Mövenpick

Sauvignon Blanc – Leimen – 2008, Weingut Riffel, Rheinhessen

Ähnlich wie beim Chardonnay bin ich auch beim Sauvignon Blanc mittlerweile einigermaßen skeptisch, wenn er aus deutschen Landen kommt. Er wird immer exzessiver angebaut und wird wohl so was wie der Dornfelder des nächsten Jahrzehnts werden. Im Gegensatz zum Dornfelder allerdings kann man beim Sauvignon Blanc zumindest einen guten Wein erzeugen, wenn man das Rüstzeug hat und die entsprechenden Qualitätsmaßstäbe. Beim Dornfelder ist das ja eher ein Widerspruch in sich.

Weingüter wie Schnaitmann und Wagner-Stempel machen es vor, dass man wirklich guten Sauvignon Blanc in unseren Landen erzeugen kann, aber auch die deutlich günstigere Variante von Fritz Waßmer rockt.

Das Weingut Riffel bietet einen Sauvignon Blanc aus dem Bingener Bubenstück, der mir recht gut gefällt. Das ist eine schöne Mischung aus typischen Stachel- und Johannisbeeren, Kräutern und Mineralik. Alledings fehlt mir hier – wie auch beim Chardonnay Tonmergel – ein wenig der Druck und die Frische. Beide Weine sind mir etwas zu breit. Das scheint gewollt, trifft aber nicht ganz meinen Geschmack.

Sauvignon Blanc – Leimen – 2008, Bingener Bubenstück, Weingut Riffel, 7,90 Euro ab Hof


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