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	<title>originalverkorkt &#187; Zinfandel</title>
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	<description>flüssige und überflüssige Eskapaden</description>
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		<title>Ridge, Geyserville 2006, Kalifornien</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 19:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rot, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Weingüter]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Wochen beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit kalifornischen Weinen. Das hat mit meiner Mitarbeit in der noch zu eröffnenden Atlantic Vinothek in Essen zu tun, deren Weinkeller eine so superbe Dichte an besten kalifornischen Weinen zu bieten hat, dass man weinen könnte. Allerdings werden sich die wenigsten eine Träne aus dem Knopfloch wischen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Wochen beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit kalifornischen Weinen. Das hat mit meiner Mitarbeit in der noch zu eröffnenden <em>Atlantic Vinothek</em> in Essen zu tun, deren Weinkeller eine so superbe Dichte an besten kalifornischen Weinen zu bieten hat, dass man weinen könnte. Allerdings werden sich die wenigsten eine Träne aus dem Knopfloch wischen, weil sich die wenigsten wirklich mit kalifornischen Weinen beschäftigen. Die guten Weine sind teuer und gelten hier in Europa eher als <em>over the top</em>. Dicht, konzentriert, marmeladig etc. sind typische Adjektive, die direkt aufkommen, wenn man Kalifornien thematisiert. Wer also hat sich jemals mit <em>Diamond Creek</em> beschäftigt? Oder mit <em>Abreu</em> oder mit <em>Quilceda Creek</em> oder mit <em>Sine Qua Non</em>? Das sind alles Weine, die von <em>Robert Parker</em> schon mal 100 Punkte ergattert haben. Und egal, wie man zu Parker steht – beim <em>Dirk Würtz</em> gab es dazu mal wieder eine <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2010/05/21/ich-mag-robert-parker/" target="_blank">längere Diskussion</a> –, und egal, ob man wirklich der Meinung ist, dass ein Wein perfekt sein kann, und wenn, dann nach welchen Maßstäben, so kann man bei einer solchen Bewertung doch zumindest davon ausgehen, dass es sich bei diesen Weinen um denkwürdige und außergewöhnliche ihrer Art handelt.</p>
<h6><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/mamma_roma_truffel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1383" title="mamma_roma_truffel" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/mamma_roma_truffel.jpg" alt="" width="570" height="337" /></a></h6>
<h6>Pizza mit Trüffeln und Kartoffeln bei Mamma Roma, Place du Chatelain, Bruxelles</h6>
<p>Nun, wir sind hier in Europa, speziell auch in Deutschland und in Frankreich, sehr schnell dabei, wenn es die Möglichkeit gibt, die USA in irgendeiner Form zu bashen. Ich möchte mich da selber gar nicht ausschließen, schließlich legt es das dortige System ja durchaus darauf an, würde ich behaupten. Auch habe ich genügend Getränke von <em>Gallo</em>, <em>Mondavi</em>, <em>Ravenswood</em> oder <em>Seghesio</em> probiert, die ich völlig eindimensional und überreif fand.</p>
<p>Und doch gibt es dort natürlich einen komplexen und abwechslungsreichen Weinmarkt, nicht mit der gleichen Rebsortenvielfalt wie hier, aber doch spannend.</p>
<p>Eine der Rebsorten, für die Kalifornien berühmt ist, ist der <em>Zinfandel</em>. Bis 2002 war es unklar, mit welcher europäischen Rebsorte er verwandt ist. Mit Hilfe von Genanalysen ist aber klar geworden, dass es sich um eine Form der <em>Primitivo</em> handelt, wie sie in Süditalien vorkommt.</p>
<h6><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/museum_horta.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1384" title="museum_horta" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/museum_horta.jpg" alt="" width="570" height="380" /></a>Das Museum Victor Horta, Rue des Americains, feinste Architektur im  Jugendstil</h6>
<p>Während ich also in Brüssel im Hotelzimmer sitze und zu Weingütern wie <em>Corison</em>, <em>Dalle Valle </em>oder <em>Pride</em> recherchiere, probiere ich mal in Ruhe das, wass ich vor drei Wochen bei einer Probe des Fachhändlerbereiches von <a href="http://www.gute-weine.de/sites/GuteWeine/index.jsp" target="_blank"><em>Gute Weine Lobenberg</em></a> probiert habe: den 2006er <em>Geyserville</em> von <a href="http://www.ridgewine.com/index.taf" target="_blank"><em>Ridge</em></a>.</p>
<p><em>Ridge</em> dürfte zu den Weingütern dieser Welt gehören, die immer noch viel zu häufig übersehen werden. Das ist erstaunlich, kosten doch die Icons der Szene, Cabernets von<em> Harlan Estate</em>, <em>Screaming Eagle</em> und diversen anderen Boutique-Weingütern aus dem Napa Valley gerne mal mehrere hundert bis tausend Dollar. Der <em>Monte Bello</em>, die Vorzeige-Cuvée von <em>Paul Draper</em>, dem Winemaker von <em>Ridge</em>, dagegen liegt zwischen 90 und 110 Euro. Das ist jetzt nicht günstig, aber ähnlich moderat wie beispielsweise die Weine des<em> Château Pontet-Canet</em> im Vergleich zu anderen klingenden Paulliac-Namen wie <em>Mouton</em> oder <em>Lafite</em>. Die Weine aus der zweiten Reihe, der Cabernet <em>Santa Cruz Mountains</em>, die Zinfandel-Cuvée <em>Geyserville</em> oder <em>Lytton Springs</em> dagegen kosten um die 30 Euro. Und dafür hat man etwas Exzellentes im Glas.</p>
<p>Das erste Mal bin ich über die Flaschen von <em>Ridge</em> gestolpert, weil mir die Etiketten so gut gefielen. Das ist vielleicht verzeihlich, weil ich als Grafikdesigner immer auch mit den Augen trinke. <em>Ridge</em> hat das schlichte, zeitlose und klare Design im Laufe der Jahrzehnte nie geändert und das mag ich schon mal sehr. Hinzu kommt etwas, das ich von kaum einem anderen Weingut kenne. Alle wesentlichen Informationen zum Jahrgang, zur Ernte, zum Wetterverlauf etc. stehen detailliert auf der Flaschenrückseite.</p>
<p><em>Ridge</em> wurde in der ersten Boomzeit des kalifornischen Weinbaus als<em> Monte Bello Winery</em> gegründet – sie besaß damals 72 Hektar am Monte Bello Ridge. Anfang der 60er Jahre wurde die Winery dann von David Bennion und drei Arbeitskollegen der <em>Standford University </em>aufgekauft und umbenannt. Paul Draper wurde Teilhaber und Winemaker – was er bis heute ist. Es ist sein Stil, den man in all diesen Weinen findet – ein Stil, der amerikanisch ist und doch europäisch. Paul Draper macht nie fette, marmeladige Weine, sein <em>Monte Bello</em> 2005, den ich vor drei Wochen getrunken habe, besitzt eine außergewöhnliche Eleganz. Trotzdem nutzt er, und das vertritt er vehement, ausschließlich amerikanische Eiche für die Fässer, auch wenn dies wiederum bei vielen als unelegant gilt.</p>
<p>Wenn wir von <em>Ridge</em> reden, dürfen wir übrigens die legendäre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weinjury_von_Paris" target="_blank">Probe von Paris </a>1976 nicht unerwähnt lassen. Hier, ich habe es schon mal erwähnt, wurde zum ersten Mal geradezu offiziell deutlich, dass kalifornische Weine französischen Spitzengewächsen nicht nachstehen. Es waren vor allem französische Kritiker, die die kalifornischen Weine eigentlich gerne mit einer blasierten Handbewegung vom Tisch gewischt hätten, gerade diesen aber dann in der verdeckten Verkostung die besser Noten ausstellen mussten. Vor allem die überlieferten Kommentare sind köstlich, die von Ignoranz nur so triefen. Für die Franzosen war die Offenlegung der Bewertungen damals eine mittlere Katastrophe, die Ergebnisse wurden in der französischen Presse nahezu totgeschwiegen, während der Landpreis im Napa Valley innerhalb von Wochen in die Höhe schoss und Weingüter wie<em> Stag’s</em> <em>Leap</em> oder <em>Château Montelena</em> innert Stunden ausverkauft waren.</p>
<p>Der Wein, der in dieser Probe hinter <em>Haut Brion,</em> aber vor <em>Leoville Las Cases</em> den fünften Platz belegte, war damals der 1971er <em>Ridge Monte Bello</em>. Was aber noch denkwürdiger ist, ist die Tatsache, dass der gleiche Wein dreißig Jahre später bei der Wiederholung der Probe – schließlich waren die Franzosen ja der Meinung, französische Weine würden viel besser altern als kalifornische Gewächse – bei zwei parallel abgehaltenen Verkostungen in London und Los Angeles jeweils den ersten Platz belegt hat – übrigens vor den Weinen von <em>Stag’s Leap</em>, <em>Mayacamas</em>, <em>Heitz</em> und <em>Clos du Val</em>. <em>Château Mouton-Rothschild</em> kam als erster Franzose auf dem sechsten Platz.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/ridge_geyserville.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1385" title="ridge_geyserville" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/06/ridge_geyserville.jpg" alt="" width="570" height="366" /></a></p>
<p>Der 2006er <em>Geyserville</em>, eine Cuvée aus 72 % Zinfandel, 18 % Carignan und 10 % Petite Sirah kommt mit einer ziemlichen Wucht daher. Es war ein heißes Jahr und der Alkoholgehalt dieses dichten Weines liegt bei 14,5 %. Das ist relativ viel für ein Weingut, bei dem der Alkoholgehalt gerne bei 13 bis 13,5 % liegt. Eigentlich ist der Wein noch zu jung. Wo ich über <em>Ridge</em> lese, wird geschrieben, dass die Weine frühestens  fünf Jahre nach Abfüllung geöffnet werden sollten, weil sie sich dann weg bewegen von der fülligen, dichten, satten Art hin zu einem feineren, burgundischen Stil. Dafür bin ich also jetzt zu früh dran, ich befinde mich noch in der Sturm- und Drang-Zeit des Weines und die beeindruckt schon sehr. Denn wenn auch dieser Wein dicht und alkoholreich ist, merkt man das eigentlich nur daran, dass irgendwann der Kopf schwirrt. Das ist nichts Brandiges, nichts, ich sagte es schon, Fettes. Reifer Beerensaft, leichte Vanilletöne, Schokolade finden sich in einem runden, geschlossenen Zinfandelmonument. Zu diesem Wein und zu einigen anderen Themen gibt es übrigens eine schöne Vaynerchuk-<a href="http://tv.winelibrary.com/2008/10/30/a-wine-tasting-with-jancis-robinson-episode-568/" target="_blank">Folge</a>, zusammen mit Jancis Robinson.</p>
<h5>Ridge, Geyserville 2006, Kalifornien</h5>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1382&amp;md5=7f7d058cf5dd549e660cf723d1147a1b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Cardinal Zin</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 08:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[nach Rebsorten]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Zinfandel]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn dieser Wein 14 % Alkohol in sich birgt, ist er ein durchaus schlanker Vertreter seiner Art. Es ist ein <em>Zin</em>, ein <em>Zinfandel – </em>ein Wein also, mit dem ich im Wesentlichen aufgespritzte Botox-Weine verbind, die ich normalerweise rechts in die Kategorie <em>Popcorn-Wein</em> verlagere. Nicht so dieser salopp daherkommende Rote, wo <em>Zin</em> draufsteht, aber nicht komplett <em>Zin</em> drin ist. Auch wenn es die dominierende Rebsorte ist, haben sich <em>Carignan</em> und <em>Sangiovese</em> eingeschlichen. Eine ungewöhnliche Kombination, die aber nicht weiter überrascht, wenn man <em>Randall Grahm</em> kennt, den Macher dieses Weins und Gründer der<em> <a href="https://www.bonnydoonvineyard.com/" target="_blank">Bonny Doon Winery</a></em>. Da ist so ziemlich alles ungewöhnlich. Der Mann verschneidet auch kalifornische Weißweine mit Moselriesling. Er arbeitet völlig unorthodox, die Weine sind genauso wie die Etiketten. Sie spielen mit den verschiedensten Stilen, nichts ist ihm wirklich heilig und trotzdem ist er kein Ikonoklast, er zerstört nicht, sondern zitiert.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-814" title="cardinal_zin_2007" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2009/09/cardinal_zin_2007-550x366.jpg" alt="cardinal_zin_2007" width="550" height="366" /></p>
<p>Ok, abseits der Schwafelei – ich höre ja schon auf – birgt dieser Wein nur leichte Tannine, man findet neben der Kirsch- und Blaubeerfrucht einen Teelöffel voll Gewürze, etwas Orange vielleicht und ein wenig Teer und vor allem eine klare Säure, die diesen Wein angenehm rund und sehr trinkbar macht.</p>
<p>In Zukunft allerdings wird dieser Wein, neben <em>Grahms</em> zweitem Topseller <em>Big Hous, </em>nicht mehr von ihm selber gemacht. Die beiden Label sind an <em>The Wine Group LLC </em>verkauft worden, &#034;Bonny Doon möchte sich auf seine Wurzeln besinnen und terroirgeprägte, biodynamisch angebaute Weine erzeugen&#034;.</p>
<h5>Cardinal Zin 2005, Bonny Doon, Kalifornien, gut, <a href="http://www.weinladen.com/standorte/weinladenprenzlauerberg/index.php" target="_blank">15 Euro</a></h5>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=813&amp;md5=a6604528ea8d63347d0e3efa0846229c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schneepause mit eingelegtem Rosinenkompott in amerikanischer Eiche</title>
		<link>http://www.originalverkorkt.de/2008/01/schneepause-mit-eingelegtem-rosinenkompott-in-amerikanischer-eiche/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jan 2008 11:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blaufränkisch / Lemberger]]></category>
		<category><![CDATA[Popcornwein]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, USA]]></category>
		<category><![CDATA[Rotweine]]></category>
		<category><![CDATA[Zinfandel]]></category>
		<category><![CDATA[Zweigelt]]></category>

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Im letzten Beitrag habe ich eine neue Kategorie eingeführt, die ich mal »Popcornwein« nenne. In der kurzen Winterpause nach Weihnachten und über Neujahr haben wir die Zeit ein bisschen im Salzburger Land vertrödelt. Schneewanderungen, Kasnocken, Germknödel, Rodeln und natürlich hier und da ein Glas Wein. Nun fand meine Begleitung den hiesigen Zweigelt und Blaufränkisch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="thickbox" title="Unterach, Blick von Haus auf den Attersee" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/r1010576.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/r1010576.thumbnail.jpg" alt="Unterach, Blick von Haus auf den Attersee" /></a></p>
<p>Im letzten Beitrag habe ich eine neue Kategorie eingeführt, die ich mal »Popcornwein« nenne. In der kurzen Winterpause nach Weihnachten und über Neujahr haben wir die Zeit ein bisschen im Salzburger Land vertrödelt. Schneewanderungen, Kasnocken, Germknödel, Rodeln und natürlich hier und da ein Glas Wein. Nun fand meine Begleitung den hiesigen Zweigelt und Blaufränkisch nicht so attraktiv und da dachte ich, ich kaufe mal nen Mädchenwein, geh’ in den – gemesssen an seiner Größe – hervorragend ausgestatteten Spar-Markt und kaufe ihr eine Flasche Kalifornier. Ich hätte mich auch für Penfolds Koonunga Hills oder Ähnliches entscheiden können. Da gab es auch ordentliche Barolos und die obere Smaragd-Wein Klasse aus Österreich in dem Spar-Markt, in allen Spar-Märkten dort. Da haben die uns schon was voraus. Deutsche Weine gab es selbstredend nicht. Das ist da so wie in der Schweiz.</p>
<p><a class="thickbox" title="Hallstaetter See" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/r1010606.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/r1010606.thumbnail.jpg" alt="Hallstaetter See" /></a></p>
<p>Es hätte auch ein Mondavi sein können, aber ich habe mich dann für einen <a href="http://www.ravenswood-wine.com/home.htm" target="_blank">Ravenswood</a>-Zinfandel entschieden. Ich dachte, die sind schön fruchtig, haben ein bisschen Holz und sind seeehr gefällig. Ich hatte mal einen vor langer Zeit getrunken und das war wohl zu der Zeit, als Joel Person der Laden noch gehört hat. Ich hatte ihn schon mal vor einiger Zeit zum Thema Wein, Masse und Profit <a href="http://www.originalverkorkt.de/2007/06/wein-masse-und-profit/" target="_blank">zitiert</a> und jetzt also auch den entsprechenden Wein getrunken.</p>
<p><a class="thickbox" title="Ravenswood Zinfandel 2005" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/ravenswood_vintnersblend.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/ravenswood_vintnersblend.thumbnail.jpg" alt="Ravenswood Zinfandel 2005" /></a></p>
<p>Diese Erfahrung war, ehrlich gesagt, gar nicht schön. Eher ernüchternd. Der Einstiegswein in die Zinfandelwelt von Ravenswood hat mich spontan an die dicke Rosinensoße erinnert, die wir unter dem Namen Polnische Tunke früher immer bei meiner Oma zu Weihnachten serviert bekamen. Süss und eingedickt. Das habe ich damals sehr gemocht. Und als Soße würde der Zinfandel vielleicht auch was hermachen. Nicht aber als Wein. Zu dem Rosinenkompott kam dann noch frisches Eichenholz, Himbeersirup und eine schwere Süße.</p>
<p>Also wirklich. Das war schon obszön. Ein obszöner Popcornwein.</p>
<p>Wir haben uns dann lieber an den Blaufränkisch von <a href="http://www.heinrich.at/index.php?setlang=de" target="_blank">Gernot Heinrich</a> gehalten. Der hat dann sogar der Dame gefallen. Brombeer statt Himbeersirup, Ein bisschen Duft und Geschmack nach verottendem Holz, nicht unangenehm, man nennt das wohl auch Bodennoten. Würze, Mineralik und Frische!</p>
<p><a class="thickbox" title="Gernot Heinrich Blaufraenkisch 2005" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/heinrich_blaufraenkisch_2005.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/heinrich_blaufraenkisch_2005.thumbnail.jpg" alt="Gernot Heinrich Blaufraenkisch 2005" /></a><a href="http://www.pinard-de-picard.de/katalog/wein/detail/732305.html" target="_blank"></a></p>
<p>Bei<a href="http://www.pinard-de-picard.de/katalog/wein/detail/732305.html" target="_blank"> Pinard de Picard</a> heißt es übrigens dazu: »Dieser reinsortige Blaufränkisch aus der österreichischen Charaktersorte schlechthin besticht durch eine ungewöhnliche Feinheit und Eleganz, da alle rosinenartigen Trauben ausselektiert wurden, um eine überreife, marmeladige Stilistik zu vermeiden.« Das war also das exakte Kontrastprogramm zum Ravenswood.</p>
<p><a class="thickbox" title="Jurtschitsch Rotbichl Zweigelt" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/jurtschitsch_rotbichl_2005.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2008/01/jurtschitsch_rotbichl_2005.thumbnail.jpg" alt="Jurtschitsch Rotbichl Zweigelt" /></a></p>
<p>Ach ja, im Laufe des Urlaubs gab es noch den Rotbichl Zweigelt von Jurtschitsch. Zweigelt, neben dem Blaufränkisch die zweite autochtone Rebsorte Österreichs. Ein einfacher, angenehmer Wein mit leichter Kirsche, nicht allzu schwer, ein wenig Würze, doch schnell vergessen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=144&amp;md5=c0c9aceb95f7d93d44b2d8fd8d2a8696" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christophs und Holgis Mixtour No. 8: Pre-Christmas Drinking</title>
		<link>http://www.originalverkorkt.de/2007/12/christophs-und-holgis-mixtour-no-8-pre-christmas-drinking/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Dec 2007 00:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschweifungen]]></category>
		<category><![CDATA[Carignan]]></category>
		<category><![CDATA[Cinsault]]></category>
		<category><![CDATA[Grenache / Garnacha]]></category>
		<category><![CDATA[Mixtouren]]></category>
		<category><![CDATA[Muscat]]></category>
		<category><![CDATA[Popcornwein]]></category>
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		<category><![CDATA[Zinfandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer beiderseits ziemlich durchzechten Nacht trafen wir uns gestern kurz vor Weihnachten zum ritualisierten Weihnachtsweinabend. Auf dem Programm stand ein  2005er Sonoma Zinfandel von Seghesio. Seit meinem Weinerweckungserlebnis vor mittlerweile ca. 15 Jahren, damals war es ein Sebastiani Zinfandel, habe ich – so glaube ich – keine Zinfandel Flasche mehr geöffnet. Um ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer beiderseits ziemlich durchzechten Nacht trafen wir uns gestern kurz vor Weihnachten zum ritualisierten Weihnachtsweinabend. Auf dem Programm stand ein  <em>2005er Sonoma Zinfandel</em> von <em>Seghesio</em>. Seit meinem Weinerweckungserlebnis vor mittlerweile ca. 15 Jahren, damals war es ein <em>Sebastiani</em> Zinfandel, habe ich – so glaube ich – keine Zinfandel Flasche mehr geöffnet. Um so gespannter war ich, was uns erwartete.</p>
<p><a class="thickbox" title="Seghesio Sonoma Zinfandel 2005" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/seghesio_zinfandel_2005.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/seghesio_zinfandel_2005.thumbnail.jpg" alt="Seghesio Sonoma Zinfandel 2005" /></a></p>
<p>Der Wein hatte einen ziemlich intensiven Duft nach Zeder und Eukalyptus, verbunden mit schwer zu definierenden Kräutern. Da gab es nichts zu erahnen, sondern das sprang einem förmlich ins Gesicht. Im Mund dann ein Marmeladen-Toast von Himbeeren, Blaubeeren (?) und gezuckertes Allerlei. Ich dachte zuerst, es wären Mandeln vom Weihnachtsmarkt, aber vielleicht war es nur gesüßtes Popcorn. Popcorn, ja, ein Popcorn-Wein. Oder besser: Ein Popcornkino-Wein. Der Hauptdarsteller findet eine Bettgefährtin. Die ist ziemlich aufreizend-sexy und weiß, was sie an diesem Abend will. Man hat Spaß, alles ist irgendwie klar und bleibt doch anonym. Es geht nichts in die Tiefe – und das soll es auch nicht. Und nachher ist es schnell vergessen. Der Sex der beiden Darsteller und der Film eh.</p>
<p>Da hatte der zweite Wein schon mehr zu bieten. Der ist vordergründig ein Marketingprodukt mit Namen <em>Wanted Gang</em>. Name und Etikett erinnern an billigen New-World-Weinfusel. Das ist eine Flasche, die ich nie im Laden kaufen würde. Ich habe sie zusammen mit dem nächsten Wein über den <em>WeinPlus</em>-Weinstammtisch zugeschickt bekommen.</p>
<p>Das Amüsante und zugleich Fragwürdige ist, dass der Wein gar nicht aus den USA oder Australien oder sonst woher kommt, sondern von der südlichen Rhône. Und die Winzer betreiben die renommierten Güter Chateau de Saint Cosme, Chateau Pesquié und das Chateau Montfaucon. Und aus den guten Weinen dieser Güter haben sie so was wie eine Supercuvée kreiert. Wenn man auf die Website schaut, findet man diese in englischer, japanischer und koreanischer Sprache, womit klar wäre, wo das Zielpublikum lebt. Und die ganze Aufmachung ist wohl das Ergebnis von Marktanalysen und der Zusammenarbeit von BWLern und einer Werbeagentur. Also, ich finde es einigermaßen abstoßend, da zu vordergründig gewollt.</p>
<p><a class="thickbox" title="Wanted Gang Gigondas 2005" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/wanted_gang_2005.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/wanted_gang_2005.thumbnail.jpg" alt="Wanted Gang Gigondas 2005" /></a></p>
<p>Der Wein, der in dieser Flasche schlummert, ist allerdings ein tolles Tröpfchen, da konnten wir nicht meckern. Zusammengesetzt aus Grenache, Syrah, Cinsault, Carignan, Mourvèdre, Counoise und Clairette, spiegelt er all das wider, was einen Rhônewein ausmacht. Die Härte, die Würze, das Pfeffer, das Volumen, die Kräuter. Dabei feine Säure und feine Tannine, obwohl im Moment noch zu jung. Leicht röstig und leicht rauchig, aber gut ausgewogen. Ähnlich dem 15 % Vol.-Koloss Zinfandel hat der <em>Wanted Gang</em> 2005er ordentliche 14,5 % Alkohol, nur dass man es ihm nicht so anmerkt; denn er wirkt viel frischer, viel entspannter, viel tiefer. Das schreit nach einer längeren Beziehung, wenn der Preis nicht wäre – und das Etikett.</p>
<p>Neben diesem Wein gab es im <em>WeinPlus</em>-Paket noch etwas ziemlich Rares: Einen 1955 Rivesaltes. Frisch abgefüllt und gestern von uns frisch entkorkt. Und das ist dann eher der Deneuve-Aspekt beim Wein. Alles andere als taufrisch. Aber immer noch seeehr sexy. Ein paar Falten, die oxidativen Noten, der bernsteinfarbene goldbraune Teint.</p>
<p><a class="thickbox" title="Rivesaltes Nectar 1955" href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/rivesaltes_1955.jpg"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2007/12/rivesaltes_1955.thumbnail.jpg" alt="Rivesaltes Nectar 1955" /></a></p>
<p>Ein intensiver Duft nach Walnüssen und Kandis und Salz. Im Mund dann kandierte Früchte, ebenfalls Walnüsse und leichtes Salz, rosinig. Und die alte Dame ist noch lange nicht müde, da steckt noch viel Kraft drin, viel Vitalität. Der Geschmack hallt lange, lange nach und das rockt!</p>
<p>Frohe Weihnachten allerseits.</p>
<p><em>2005 Sonoma Zinfandel, Seghesio Family Vineyards, Kalifornien, 15,0 % Vol.</em></p>
<p><em>2005 Wanted Gang, Vin de Table, Gigondas, 14,5 % Vol.</em></p>
<p><em>1955 Nectar du Prieuré, Cuvée de  L’Homme de Tautavel, Domaine Mounié, Rivesaltes, 16 % Vol.</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=140&amp;md5=6d91db26947e523c02398c2829b3e170" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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