originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Wein aus Amphoren: Die Teroldego »Morei« und »Sgarzon« 2009 von Elisabetta Foradori

Es gibt wenige Weine, die mich auf der Prowein 2011 tiefer beeindruckt hätten als die beiden Teroldegos Morei und Sgarzon.

Dass ich ein Fan der Weine von Elisabetta Foradori bin, ist kein Geheimnis, ich verkaufe sie entsprechend drüben im Laden und schreibe auch immer mal wieder über ihre anderen Weine. Der klassiche Teroldego und der Granato sind schon Klassen für sich in ihren Preissegmenten, jetzt ist Elisabetta Foradori jedoch noch einen Schritt weiter gegangen. Sie hatneben einem weißwein aus authochtonen Rebsorten  – leider konnte ich ihn nicht mehr probieren – zwei Teroldegos auf Flasche gezogen, die schon jetzt, in ihrer Jugend eine große Faszination ausüben, so geschmeidig, charaktervoll, subtil und elegant wirken sie.

Diese Weine wurden acht Monate lang in Amphoren ausgebaut. Es gibt viele Diskussionen über diese Form des Ausbaus und ich für mich selber kann sagen, dass ich der Idee eher skeptisch gegenüber stand, bisher, diese beiden Weine haben mir zunächst jedoch einmal gezeigt, dass durchaus große Weine entstehen können.

Foradoris 400 Liter-Amphoren werden handgefertigt und wurden nicht, wie sonst eher üblich, in der Erde versenkt, sie stehen frei. Sie wurden mit 350 kg leicht angequetschtem Traubengut gefüllt. Während der Spontangeährung werden die Gefäße lediglich mit Tüchern abgedeckt, der Maischekuchen wurde täglich von Hand untergetaucht. Nach Abschluss der Gährung wurden die Amphoren dann verschlossen und der Wein blieb mit seinen Schalen für acht Monate in den Amphoren.

Für Foradori war es zunächst ein Wagnis und eine Herausforderung, mit Amphoren zu arbeiten. Sie hat vor sieben Jahren damit begonnen, zum gleichen Zeitpunkt, als sie die Arbeit in den Weinbergen auf Biodynamie ungestellt hat. Damals, so sagt sie, war die Qualität des Traubenmaterials noch nicht so gut, dass der Amphorenausbau stabil funktioniert hätte, heute sei das etwas anderes. Trotzdem müssen die Selektion und die Sauberkeit im Keller noch strikter sein als eh schon, die Arbeit mit den Amphoren sei subtiler.

So subtil, wie die Weine selbst, würde ich sagen. Die beiden Weine stehen sich da in nichts nach, tragen jedoch einen ganz eigenen Charakter in sich. Der Sgarzo, im Dialekt des Campo Rotaliano bedeutet dies so viel wie Austrieb, stammt aus der namensgleichen Einzellage. Das Klima ist kühler als beim Morei, entsprechend mischt sich eine Kühle und deutlichere Säure in das Bild als beim dunkleren, dichteren Morei, was im Dialekt dunkel bedeutet. Beiden fehlt das Holz, das man vom Granato gewohnt ist kein bisschen. Beide wirken jugendlich frisch. Und ich bin sehr gespannt, wie sich diese Weine entwickeln werden.

 

Mixtour: Uhlen, G-Max, Loibenberg und zwei rote Überraschungen

Weinwochen gibt es, an die erinnere ich mich immer gerne zurück. Eine solche fing kürzlich mit einer ziemlich verschnupften Prowein an. Sonntags war ich gar nicht da, am Montag habe ich nach der Bordeauxprobe abgebrochen, erst der letzte Veranstaltungstag hat wirklich was gebracht und da musste ich mich dann sputen, um wenigstens mein Basis-Programm erledigen zu können.

Am Donnerstag dieser Woche durfte ich dann abends in der Vinothek in Essen die bereits beschriebene 6-Liter-Flasche Dominus 1991 öffnen, eine Offenbarung genauso wie der 2002 Araujo Estate. Dabei habe ich dann in jenem Artikel den hervorragenden 2001er Cos d’Estournel ebensowenig erwähnt wie den Tom Eddy Napa Cabernet und den 1986er Bella Oaks von Heitz Cellars. Jeder für sich ein charaktervoller Wein, jedoch überragt von diesen beiden Spitzenweinen.

Worauf ich hinaus möchte ich die Probe, die mich dann am Samstag dieser Weinwoche noch erwartet hat. Fünf gereifte Weine unbekannter Provinienz im kleinen Kreis genossen. Fünf Stunden mit fünf Weinen. Das können viele nicht nachvollziehen und es mag auch ziemnlich nerdig sein aber ich liebe solche Abende. Raus aus dem Alltag für diese paar Stunden und rein in die Weine.

Der Abend begann mit drei Weißweinen. Und ich sage es vorweg, je länger wir uns mit den Weinen beschäftigt haben, umso unsicherer bin ich geworden. Am Anfang stand für mich fest, die ersten beiden sind Rieslinge und der dritte kommt von der Loire. Zwischenzeitlich habe ich den zweiten für einen Chardonnay aus dem Burgund gehalten ohne die Holzkomponente. Das hat also nicht gepasst und je länger der Wein sich entwickelt hat, desto mehr war ich wieder beim Riesling. Kalkigem Riesling. Riesling, der nicht zuletzt durch Kräuter und Zitrusaromen dominiert wurde. Leicht nussig war er, crémig, aber nicht zu stark. In gwissem Maße schlank und trotzdem mit ausgezeichneter Dichte und Länge und beeindruckender Harmonie. Wir waren uns zwar alle nicht sicher, was wir da im Glas hatten, aber wir waren uns einig darüber, dass dies ein großer Wein war. Daran bestand kein Zweifel. Es war der erste G-Max vom Klauspeter Keller: der 2000er Hubacker Max.

Eine ganz andere Stilistik fand sich naturgemäß im 2000er Winninger Uhlen von Heymann-Löwenstein. Eine goldgelbe, trockene Auslese stand neben dem eher hellgelben, absolut frischen Max. So goldgelb die Farbe, so klar auch die Alterungsnoten im Wein. Nicht übermächtig aber klar präsent: etwas schwarzer Tee, ein wenig Honig, leicht süße Butter. In der Nase beeindruckt der Wein deutlich stärker als der zurückhaltende Max. Der Uhlen wartet zu Beginn mit deutlichen Moccatönen auf, das Ganze geht über in eine Blütenaromatik und wird dann abgelöst von Aprikosen und Mirabellen in die sich zunehmend ein paar Kumquats mischen. Die finden sich neben den Alterungsnoten auch auf der Zunge. Neben reifem Apfel und dem Steinobst. Der Wein ist breiter als der G-Max, auch weniger mineralisch, er wirkt eher wieder der große, eteas dicklaibige Bruder des durchtrainierten Gesellen vom Hubacker. Trotzdem ein wunderschöner Wein, auch hier findet sich eine schöne Länge und viel Balance und Harmonie.

Warum ich bei 2003er Veltliner Smaragd Ried Loibenberg von Emmrich Knoll an gereiften Chenin Blanc gedacht habe, weiss ich noch genau. Es war die Aromatik, das Mürbe gereifter Äpfel und Birnen, gerade der Birnen, die mich auf den Holzweg geführt haben. Zu dieser mürben Furcht gesellt sich eine feine Kräuteraromatik und, ganz amüsant, Vanillequark, speziell in der Nase. Mir gefiel die Mineralität dieses Weines, die Dichte, das leichte Aufschimmern von Süßholz am Gaumen. Doch leider findet sich eben dort, am Gaumen, etwas Alkoholisches und ein leichter Mangel an Säure. Das dürfte dem Jahrgang geschuldet sein und lässt den Veltliner im Trio etwas hinterherhecheln.

Die beiden Rotweine waren für mich, eigentlich für uns alle was das Raten anging ein Schuss in den Ofen. Bei beiden Weinen bin ich von Spätburgunder ausgegangen, beim ersten von deutschen Spätburgunder, den zweiten habe ich nach Frankreich einsortiert. Aber Pustekuchen, nix war’s mit Pinot.

Vielmehr hatten wir einen lang gereiften 1985er Brunello di Montalcino im Glas. eine Riserva des Weingutes Pertimali. Dessen Besitzer, die Sassettis, besitzen 16 Hektar Rebberge in den Hügellagen des Montosoli und gehörten Ende der 60er mit zu den Gründern des Consorzio del Brunello di Montalcino. Heute gehört Ihnen ebenso das Maremma-Weingut La Querciolina.

Dieser Brunello ist gereift, vollreif gewissermaßen, jedoch kein bisschen müde. Die Fruchtaromen sind in der Nase nur noch in Form eingekochter dunkler Früchte zu erahnen, hier bestimmen Tabak -ich denke sogar an Latakia, diese orientalisch-würzige Sorte -, Leder und Rauch die Palette. Die Früchte finden sich erst am Gaumen. die Nase ist dicht und eindringlich und es dauert lange, bis ich mich entschließe, einen Schluck zu nehmen. Dabei enttäuscht der Wein am Gaumen kein bisschen. Dichte Frucht, Brombeer vor allem aber auch ein wenig Erdbeere verweben sich mit weichem Holz, Kokok- und Vanillearomen. Die Tannine sind fein geschliffen, der Wein hat Länge und Dichte und macht enorm viel Spaß. ein Freund unseres Gastgebers hat den Wein dieses nicht übermäßig bekannten Weingutes damals gleich kistenweise gekauft, so überzeugt war er von der Jahrgangsqualität. er hat sich nicht getäuscht.

Mindestens genau so beeindruckend ist der 1982er Riserva la Serra di la Morra, ein Barolo von Gianni Voerzio. Ich habe bisher mit solch gealterten klassischen Barolo keine große Erfahrung, aber dieser Wein hat mich sehr beeindruckt. Das ist das Beste, was ich persönlich bisher aus der Gegend getrunken habe. 1982 und kein bisschen müde. Der Wein hat noch Kraft für weitere zwanzig Jahre. Die Frucht wirkt so frisch wie ein wenige Jahre alter Wein. Wir hätten übrigens bei beiden Weine nie gedacht, dass da was aus den 80ern stammen könnte, so frisch wirkten beide.

Auch hier findet sich Rauch, etwas Tabak und Leder in der Nase, mehr noch aber dominiert etwas Kalkiges. Ein wenig Jod kommt hinzu, etwas Lakritz, Bitterschokolade und eingelegte Sauerkirsche. Die findet sich in Likörform, ja in Kompottform auch am Gaumen wieder. Zusammen mit Mocca- und dunkeln Schokoladentönen, dabei bleibt der Wein jedoch mineralisch-kühl. Ein langer Wein der vor Selbstbewußtsein strotzt, eine beeindruckende Gestalt.

Pinot isses, dachte ich…

San Zopito 2006, Torre Raone, Montepulciano d’Abruzzo

25/Feb/11 19:41 kategorisiert in: Bioweine, Montepulciano, nach Rebsorten, Rot, Italien, Rotweine

Es war der Ritter Raone Poliziano, eine Nachfahre eines Herzogs aus der Normandie, der auf den  Hügeln von Loreto Aprutino im 11. Jhd. zu Befestigungszwecken einen Turm, einen Torre erbauen ließ. Das Weingut Torre Raone wurde nach eben jenem Turm benannt, der auf dem Header der Website des Weingutes im Abendlicht noch in seinen Grundmauern vor dem Schatten des Gran Sasso D’Italia zu erkennen ist.

1996 begannen Luciano Di Tizio und Antonio D’Emilio damit auf 35 Hektar Land neben Olivenbäumen auch authochtone Rebsorten wie Montepulciano, Pecorino oder Incrozio zu kultivieren. Neben frischen Weißweinen, die mir ausgesprochen gut gefallen haben hatten wir dann kürzlich den San Zopito aus den Terre dei Vestini im Glas.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie weit man die Qualität einer Rebsorte treiben kann, die man sonst nur mit Alltagsweinen in Verbindung bringt. Die Arbeit im Weinberg, die späte Lese, vielleicht eine frühe grüne Lese, moderne Methoden im Keller, Holzfassausbau; all das führt bei diesem Montepulciano zu einem beeindruckenden Ergebnis. Der Duft von Schokolade und tief schwarzen reifen Kirschen unterlegt mit etwas Virginia-Tabak steigt in die Nase. Voll und dicht wirkt er im Mund, weich, schmelzig, leicht duftig, ordentliche, angenehme Säure, viel Kühle, schöne Länge, feine Tannine, etwas von den 15% Alkohol ist hinten raus noch spürbar, wird sich aber wahrscheinlich noch abschleifen. Das ist das weitaus Beste, was ich aus dem Gebiet bisher getrunken habe.

San Zopito 2006, Torre Raone, Montepulciano d’Abruzzo, knapp 20 Euro

Spätburgunder Galore!

Wenn mir jemand die Frage stellen würde, welche zwei Flaschen ich mit auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wenn es also wirklich nur zwei sein dürften, müsste ich bei Erzeuger und Jahrgang länger überlegen, bei den Rebsorten nicht. Ich würde eine Flasche Riesling mitnehmen und eine Flasche Pinot. Allerdings würde ich protestieren, denn zwei Flaschen sind doch ein bisschen wenig.

Beim letzten Treffen unseres Kleinen Bonner Weinzirkels haben wir uns mit der zweiten Rebsorte beschäftigt. Deutschland gegen den Rest der Welt war das Thema. Entsprechend kam knapp die Hälfte der 15 angestellten Weine aus deutschen Landen, die Welt musste sich die restlichen Plätze teilen. Dabei ist klar, dass bei so begrenztem Platz trotz eines Abends mit 15 Weinen nur der Bruchteil eines repräsentativen Querschnitts geliefert werden kann. Doch wie spannend war der Abend…

Begonnen haben wir mit einer Trias aus drei deutschsprachigen Weinen: die 2004er Spätburgunder Spätlese Im Sonnenschein vom Weingut Ökonomierat Rebholz stand neben dem 2000er Pinot Nero Schweizer von Franz Haas, Südtirol, aus der Magnum-Flasche genossen und dem 2005er Sanford & Benedict von Au Bon Climat.

Für mich war der Spätburgunder von Rebholz der Gewinner des ersten, verdeckt servierten Flights – auch wenn ich damit in der Minderheit war, den meisten gefiel der Haas besser. Dieser Wein ist kein Überflieger und wirkte auch schon ein wenig müde, das muss ich zugeben. Die Tannine sind ein wenig mürbe, der Wein schien etwas spröde zu sein. Trotzdem gefiel er mir ausgesprochen gut: ein warmer, fast molliger Wein mit relativ viel geröstetem Holz, Zeder und einer Portion Vanille. Dazu kam getrockenete Kamille und ein paar nicht näher zu definierende andere Kräuter. Vor allem aber gefiel mir die leicht salzige, deutlich steinige Mineralität und die angenehme Länge.

Der Schweizer von Franziskus Haas dagegen wirkt auf mich ein wenig aufgesetzt parfümiert, etwa so, als hätte jemand heimlich ein Glas Gin in den Pinot gekippt. Später allerdings erhebt sich dieser Pinot über den Spätburgunder von Rebholz, wirkt jugendlicher und frischer und auch das Parfümierte tritt in den Hintergrund.

Ausgesprochen enttäuschend fand ich den Pinot des eigentlich ziemlich genialen Weinmachers Jim Clendenen von Au Bon Climat. Der 2005er aus dem Weinberg Sanford & Benedict im Santa Maria Valley, Central Coast wirkte bitter und herb, mit einigen Erinnerungen an Kirschen und anderen roten Früchten. Das ist schade, denn die anderen Weine die ich von Au Bon Climat kenne gehören für mich zum besten und frischesten, was ich an kalifornischen Pinots kenne.

Der 2007er Black Dog von Dr. Crusius, der 2003er Grand Duc vom Deutzerhof und der 2003er Pinot Noir Ata Rangi, Martinborough, Neuseeland bildeten die zweite Gruppe.

Dr. Crusius aus Traisen im Gebiet Nahe gehört schon seit den 60ern zu den renommierten Betrieben in diesem Gebiet. Dies liegt einerseits an der traditionellen, sehr überlegten Arbeitsweise, zum anderen am hervorragenden Weinbergsbesitz zu dem unter anderem ein halber Hektar der berühmten Traiser Bastei gehört, ausserdem Teile des Schlossböckelheimer Felsenbergs und der Kupfergrube, dem Traiser Rothenfels und der Niederhäuser Felsensteyer.

Pinot gehört nicht unbedingt zu den bekannten Weinen des Dr. Peter Crusius. Dieser setzt vor allem auf Riesling, trocken wie restsüß, mit ein wenig weißen Burgundersorten. Spätburgunder bildet nur 5% des Anbaus. Der Black Dog war nicht ganz mein Fall. In der Nase zunächst Kirsche und ein Duft nach typisch deutschem Spätburgunder, in der Nase und im Mund dann weiches, geröstetes Eichenholz, der Wein wirkte insgesamt weich, zwar frisch, aber mir persönlich zu wenig geerdet. Der Pinot schmeckte ein wenig zu stark nach Erdbeershake und zu wenig nach Boden – so würde ich das mal zusammenfassen.

Der Grand Duc vom Mayschosser Weingut Deutzerhof – Cossmann-Hehle im Gebiet Ahr, war da von anderem Holz. Kraftvoll, dicht, stoffig, geerdet wirkte er, wenn man sich durch die fast penetrante UHU-Nase gearbeitet hat, die ziemlich lange im Glas stehen blieb. Ich stehe ja immer vor deren Flaschen und wundere mich ein wenig über die französischen Bezeichnungen der Weine, die wohl so einen Adelshabitus erhalten sollen, der mich fast peinlich berührt. Aber letztlich zählt ja der Inhalt und den hat Wolfgang Hehle im Griff. Das Weingut gehört seit Jahren konstant zur Spitze des Gebietes. Früher wurden den Weinen – übrigens auch denen des Kollegen Meyer-Näkel – gerne vorgehalten, sie wären nicht alterungsfähig, würden zu schnell vergehen. Das kann ich nicht unterstreichen. Ich habe mittlerweile so einige Weine der beiden getrunken die vor 2000 gekeltert wurden und die Weine waren ausgezeichnet. Der 2003er hier ist mir ein wenig zu kräftig. Man merkt den heißen Jahrgang, der Wein hat 14% Alkohol und wirkt neben der Frucht und erdigen Dichte ein wenig zu schwer, zu massiv. Das wird sich auch nicht mehr glätten. Kein schlechter Wein, Gott bewahre, aber auch nicht wirklich begeisternd.

Der Ata Rangi Pinot Noir aus Martinborough, dem Pinot Gebiet auf der nördlichen Insel Neuseelands stammt von Reben, die Anfang der 80er angelegt wurden als das Weingut gegründet wurde. Amüsant ist übrigens, dass der Pinot-Klon ursprünglich aus den Lagen Romanée-Contis stammt. Ein neuseeländischer Reisender hatte ihn dort schlicht gestohlen und wollte ihn als Erinnerung an den Weinberg mit in sein Heimatland nehmen. Dieses jedoch hat die Einfuhr verweigert. Einfuhren von Rebstöcken sind auf Grund der Reblaus-Gefahr grundsätzlich verboten, bzw. unterstehen strengen Hygienevorschriften. Der Zufall wollte es, dass der Weinmacher Malcolm Abel damals in der Mitte der 70er noch als Zolloffizier gearbeitet hat und den Klon konfiszieren konnte, um ihn an die staatliche Weinforschungsanstalt weiterzuleiten. Diese haben den Klon dann verfielfältigt und Abel dann zurückgegeben. Abel wurde kurz vor seinem plötzlichen Tod zu Anfang der 80er Berater des Weingutes Ata Rangi und hat diese Klone mitgebracht.

Der 2003er Ata Rangi ist ein schöner Wein, jedoch ebenfalls keiner, an den ich lange zurückdenken werde. Leicht erdig war er, mit herber Würze, die mich ein wenig an die obere Rhône erinnert, die Kirschfrucht wirkte fein, nicht aber die Tannine, die waren mir zu ruppig.

Feiner, weicher, mit schöner Länge stand der 2001er Oberrotweiler Eichberg »RS« des Weinguts Salwey im Glas. Er stammt aus dem letzten komplett verantworteten Jahrgang des leider unlängst verstorbenen Gründers Wolf-Dietrich Salwey. Seit 2002 verantwortet sein Sohn Konrad den Ausbau der Weine. Waren die beiden früher vor allem berühmt für ihre Weiß- und Grauburgunder aus dem Henkenberg, haben sie sich auch im Spätburgunderbereich kontinuierlich an die Spitze des Gebietes herangearbeitet. Der 2001er Eichberg bestätigt den Weg, den das Gut genommen hat.

Dagegen wirkte der 1999er Chambolle-Musigny der Domaine Phillippe Charlopin-Parizot kränkelnd, wie ein Schatten seiner selbst. Einserseits im Geruch von einer Würzsoßenmaromatik bestimmt die dort eigentlich nicht hingehört, störte am Gaumen eine unangenehme Säure.

Der 2002er Marimar Estate aus dem Don Miguel Torrres Vineyard im Russian River Valley stand noch in der Blüte seines Lebens. Begeistert hat er wohl keinen von uns so recht, ein wenig zu gemacht wirkte der Wein, ein wenig zu heiß, doch gut fanden in trotzdem die meisten. Kirschmarmelade gefolgt von Holzaromatik bestimmte das Bild. Trotzdem wirkte der Wein in sich stimmig, harmonisch, mit einer schönen Länge.

Wie man es dort noch besser machen kann zeigte uns dann im nächsten Flight der 1997er Pinot Noir Reserve von Robert Mondavi. Zunächst ein wenig UHU und Stallgeruch in der Nase, setzte sich dann vollreife Frucht und Karamell durch. Das ist nun definitiv eine kalifornische Art, Pinot zu machen, aber es ist eine schöne Art, eine tolle Erfahrung. Da steckte ziemlich viel Süße drin, der Wein war voll und dicht, lang und ausgewogen, dicht und harmonisch und trotz des fortgeschrittenen Alters kein bisschen müde. Tja, 1997, als man bei Mondavi noch guten Wein kaufen konnte.

Zunächst mal gar nicht so schlecht kam der 2003er Reichestal »RR« vom Weingut Franz Künstler aus dem Rheingau daher. Mit einer fruchtbetonten Frische und kühler, leichter Zedernholzaromatik wirkte er gar nicht gebietstypisch, auf einen deutschen Wein wäre ich auch nicht so ohne weiteres gekommen. Nicht zuletzt deshalb allerdings, weil der Wein mit der Zeit im Glas zunehmend alkoholstark wirkte, und bei längerer Verweildauer im Glas auch brandig wurde. Das allerdings ist bei 15% (!) Alkohol auch kein Wunder. Das war eindeutig zu viel.

Der dritte Vertreter des Flights war ein 2002er Vougeot »Les Cras« Premier Cru des Weingutes Domaine de la Vougeraie. Diese wurde im Jahr 2010 mit Preisen geradezu überschüttet: Der Chef-Önologe und Regisseur der Domaine de la Vougeraie, Pierre Vincent, wurde bei der International Wine Challenge IWC 2010 in London zum besten Rotweinmacher des Jahres ausgezeichnet. Noch dazu wurde der Bonnes Mares Grand Cru in vier Kategorien ausgezeichnet: 1. Bester Rotwein Burgunds 2. Bester Rotwein Frankreichs 3. Bester Pinot Noir der Welt 4. Bester Biowein der Welt (Das Gut arbeitet strikt bio-dynamisch).

Wie auch immer, wir haben den Wein ja verdeckt verkostet, Preise spielten keine Rolle, sind aber nachvollziehbar: für mich, und nicht nur für mich, war dies der Wein des Abends. Solch einen Wein finde ich eben nur im Burgund. Bei allem überteuerten Schrott, den man dort kaufen kann; die Weine der gewissenhaft arbeitenden Winzer mit ausgezeichneten Lagen können ein Größe haben, wie sie sonst schwer erreichbar ist. Das Filigrane, Präzise, die Feinheit und Komplexität bei gleichzeitiger Kraft, das leicht Nervige, die Tiefe und feine Fruchtsüße von reifen Kirschen machte diesen Wein überaus faszinierend und er bleibt in meiner Erinnerung haften wie ein Bild, wie ein Stilleben eines großen niederländischen Meisters. Da ist nichts, was plakativ die Aufmerksamkeit an sich zieht, es fasziniert dadurch, das jeder Pinselstrich im Detail genau so präzise und stimmig ausgeführt ist wie im Großen die Gesamtkomposition, die Harmonie der einzelnen Bildteile stimmt…

Es gab an diesem Abend noch mindestens einen weiteren Wein, dem ich hier huldigen möchte. Der 2003er Spätburgunder Assmannshäuser Höllenberg, vinifiziert von August Kesseler ist meilenweit vom 2003er Reichestal entfernt und ich persönlich hätte ihn auch nicht in Deutschland verortet. Zu heiß, zu alkoholstark ist hier nichts. Aus dem Glas strömte zunächst eine ganze Wolke Holunder und Johannisbeere, gepaart mit ein wenig Rosenduft, Brennessel und, ja, Kümmel, dazu etwas Holz. Am Gaumen findet sich ein kraftvoller, fest gewirkter Wein mit viel Substanz, Tiefe und Kraft. Sehr harmonisch, großes Kino.

Da konnten die zwei weiteren Weine des letzten Flights nicht ganz mithalten, auch wenn der 1999er Spätburgunder R vom Weingut Fürst in Franken ein wirklich guter Wein ist. Kein bisschen müde, von der Typizität her ein deutscher Spätburgunder par excellence, frisch, feine Kirscharomen, etwas Asche, nicht zu konzentriert und dicht, schön, aber nicht so einprägsam wie die beiden davor beschriebenen Weine.

Auch der 1998er Clos de la Roche Cuvée Vieilles Vignes von der Domaine Ponsot konnte hier nicht mithalten. Auf mich wirkte der Wein so, als käme er weiter aus dem Süden, sagen wir nördliche Rhône. Süße in der Nase, fast parfümiert wirkend mit orientalischen Gewürzen wirkte er wie ein Adventswein, wo sich neben Kirsch und Cranberry-Aromen zunehmend ein wenig Pampelmuse eingeschlichen hat. Alles in allem merkte man dem Wein sein Alter an, nichts für ungut.

Zum Abschluss dieses faszinierenden Abends fand sich im Keller des Gastgebers eine Flasche gereifter Kanzemer Altenberg Riesling Auslese vom Weingut von Othegraven. Ich finde es ja immer wieder faszinierend, in Würde gealterte Rieslinge zu probieren wenn sie in gutem Zustand sind. Diese Flasche war in blendendem Zustand und keiner von uns hat auch nur annähernd den richtigen Jahrgang getippt. Auch wenn klar war, dass wir es hier mit einem älteren Modell zu tun haben würden. Die Alterungsnoten – schwarzer Tee lässt grüßen – waren offensichtlich, doch das Süß-Säurespiel des Weines war so beeindruckend, wirkte noch so frisch, dass wir nach unserer Meinung eher einen Mitte- bis Endachtziger im Glas zu haben glaubten statt eines 1975er!

2004er Im Sonnenschein Spätlese trocken, Ökonomierat Rebholz
2000er Pinot Nero Schweizer, Franziskus Haas
2005er Sandford & Benedict Pinot Noir, Au Bon Climat

2007er Black Dog, Dr. Crusius
2003er Grand Duc, Deutzerhof – Cossmann-Hehle
2003er Pinot Noir, Ata Rangi

2001er Oberrotweiler Echberg RS, Salwey
1999er Chambolle-Musigny, Domaine Charlopin-Parizot
2002er Marimar Estate, Don Miguel Torres Vineyard

2003er Reichestal RS, Franz Künstler
2002er Vougeot Les Cras Premier Cru, Domaine de la Vougeraie
1997er Pinot Noir Reserve, Robert Mondavi

1998er Clos de la Roche Vielles Vignes Grand Cru, Domaine Pondot
2003er Assmannshäuser Höllenberg, August Kesseler
1999er Spätburgunder R, Paul Fürst

Bolgheri 2004

Ich weiss nicht, ob den Traditionalisten italienischen Weins die Haare hochstehen, wenn sie an Bolgheri denken. Da gibt es alles, nur keine klassischen Rebsorten. Und man mag fragen ob die, die dort irgendwann mit Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah angerückt sind, dem italienischen Weinbau einen Gefallen getan haben – gibt es doch in Italien eine Menge authochtoner Rebsorten höchster Qualität.

Wozu also dieser ganze internationale Kram? Um den italienischen Weinbau zu retten, sagen die anderen. Um ihn international aufzustellen und die Qualität zu verbessern. Und in der Tat hat der, dessen Weine wir getrunken haben entscheidend dazu beigetragen dies zu tun, den italienischen Weinbau wenn nicht zu retten, dann doch in eine entscheidende Richtung zu führen. Und zwar in eine, in die er in den 80ern und 90ern nicht unterwegs war, zumindest nicht in der Breite. Wir können hier ein Lied davon singen, bei uns war das auch nicht viel besser und wenn damals der ordinäre Chianti noch international zu verkaufen war, war es hier die Liebfrauenmilch. Mehr aber auch nicht.

Marchese Ludovico Antinori, von dem rede ich hier nämlich, hat dies mit einer unglaublichen Energieleistung geändert. Er, dessen alteingesessene toskanische Familie jede Menge Ländereien und vor allem Rebhänge besitzt, konnte den fortschreitenden Niedergang nicht gut ertragen. Und neben einem strikten Qualitätsstreben der heimischen Rebsorten hat er eben auch auf einen internationalen Stil gesetzt. Und das auf angestrebt höchstem Niveau. Herausgekommen ist das, was irgendwann den Namen Super-Tuscans bekommen hat. Wein internationalen Stils der in Italien jedoch lediglich die Qualitätsstufe eine Landweines, eines IGT erhalten hat, weil er den Richtlinien der Anbaugebiete nicht entsprochen hat. Das tat dem Erfolg der Antinorischen Weine und deren Verbündeter keinen Abbruch, so dass Sassicaia, Tignanello, Ornellaia oder Guado al Tasso berühmt wurden und eine Aufbruchstimmung erzeugten, die über das kleine Bolgheri, ja über die Toskana weit hinausging.

Im Gefolge der Super-Tuscans finden sich Zweitweine und andere Abfüllungen dieser Güter deren Preis nicht direkt in die Hunderte geht. Drei gereifte Weine, alle aus dem Besitz der Antinoris, haben wir probiert und über ca. drei Stunden verfolgt. Zunächst hat mich keiner der drei vollends überzeugt, zum Schluss hätte ich die drei alleine trinken können.

Il Bruciato 2004, Guado al Tasso, Bolgheri
Dieser Wein ist ein Nasenschmeichler. Süße Frucht und etwas vanilliges getoastetes Holz strömen aus dem Glas. Im Mund ist der Wein zunächst weniger fruchtig, ja, ich habe den Eindruck, die Frucht würde in der Gesamtheit des Weines deutlich zu weit zurückstehen. Die Tannine, die Säure stehen im Vordergrund. Nach einiger Zeit aber, genauer gesagt ca. 2 Stunden, nach dem ersten Schluck öffnet sich der Wein, der aus 60% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot und 10% Syrah besteht, also gut vier Stunden nach Öffnen der Flasche.

Il Pino di Biserno 2004, Campo di Sasso
Im Gegensatz zum Il Brusciato ist dies nicht unbedingt ein Nasenschmeichler. Beim Il Pino treffe ich auf die Würze einer reduzierten Bratensoße, versetzt mit medizinischer Tinktur. Im Mund erwartet mich zunächst ein Geschmack von Dropsen aus der Metalldose, die zu lange im heißen Auto gelegen hat. Auch dieser Wein findet erst nach langer Zeit zu sich und klart dann förmlich auf. Jetzt finden sich Aromen von Schokolade und der Mund füllt sich mit dichten, dunklen, reifen Beeren. Der Wein wird erstaunlich harmonisch und ich bin angenehm überrascht. Das hatte ich gar nicht mehr erwartet von diesem Bogheri, der zumindest in 2005 aus 35% Cabernet Franc, 30% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot und 15% Petit Verdot zusammengesetzt war.

Insoglio del Cinghiale 2004, Campo di Sasso
Auch der Wein mit dem markanten Schwein auf dem Etikett ändert seinen Charakter im Laufe des Abends beträchtlich. Zunächst steigt mir ein Geruch in die Nase als ob jemand alten Kabeljau über ein rostiges, von altem Blut überzogenes Geländer gezogen hätte. Da ist so viel Eisen im Geruch, dass ich zunächst ein wenig zurückschrecke. Am Gaumen findet sich jedoch eine sehr angenehme Fruchtsüße, die von kräftigen Tanninen und dunklen Früchten eskortiert wird. Dieser Wein gefällt mir abgesehen vom Gestank Geruch zunächst mit Abstand am besten. Der Wein wird zumindest als 2005er Jahrgang zur Hälfte von Merlot getragen, den Rest teilen sich Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Syrah und Petit Verdot. Später dann – auch hier dauert es seine Zeit – verfliegt der rostige Geruch und macht Platz für gekochten Rotkohl und Holunder. Das kann ich nun deutlich besser riechen, und geschmacklich schummelt sich noch etwas Schokolade und Mokka in die Fruchtaromen, was jetzt auch nicht unangenehm ist.

Ich fand den Abend jedenfalls ausgesprochen spannend weil ich selber ja eher ein Fan davon bin, in den Weinbaugebieten die heimischen Sorten anzubauen und das tendenziell eher als kulturlos empfinde, überall die gleichen Sorten anzupflanzen. Was mich jedoch nicht davon abhält, diesen Weinen, und zwar jedem der drei einen ganz eigenen, auch eigenwilligen Charakter zu attestieren. Und genau dann macht Wein Spaß.

Réserve del Conte 2007, Manincor, Alto Adige

Es gibt verschiedene Preisstufen, in denen ich mich bewege, wenn ich Wein kaufe. Da gibt es den ganz einfachen Wein der sich so um die sechs bis sieben Euro bewegt. Weine, die durchaus schon lecker und manchmal begeisternd sein können, sich aber auf Alltagsniveau bewegen. Dann kommt das, was bis knapp unter 10 Euro geht. Da ist der Konkurrenzkampf extrem hart und man bekommt schon guten Wein fürs Geld. Für mich wird es aber eigentlich erst wirklich interessant in der Kategorie 10 bis 15 Euro. Hier tauchen die Weine mit deutlich individuellem Charakter auf, Weine, die schon Begeisterung entfachen können, wo ich mich im besten Fall zurücklehne und verzückt lächle. Die nächste Stufe, für mich zwischen 15 und 30 Euro liegend, ist die, die das größte Potential hat und fast alle Wünsche befriedigen kann, die ich mir leisten kann. Alles darüber ist purer Luxus.

Der Wein, den ich hier vorstelle liegt in der Kategorie 10 bis 15 Euro und mit 12.50 Euro genau in der Mitte. Das ist kein Alltagswein, aber auch keiner, auf den ich jetzt sparen muss. Es ist ein Wein, den ich mir am Wochenende aufmache, wenn ich was Leckeres koche, wenn ich Muße habe, wenn ich Freunde bewirte.

Der Réserve del Comte besteht aus 40% Merlot, 20% Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc sowie 30% Lagrein, einer Südtiroler Rebsorte die lediglich auf 300 Hektar angebaut wird und bei Manincor zu einem durchaus beeindruckenden Wein heranreift. Abgesehen vom Lagrein, den man hier nicht wirklich herausschmeckt, ist das eine Alternative zum rechten Gironde-Ufer im Bordeaux die aber ganz woanders, nämlich auf Lagen in Kaltern und Terlan im Südtirol heranreift. Ihr Erzeuger, Graf Goess-Enzenberg gehört mittlerweile zur dortigen Winzerelite.

Als er Manincor 1977 übernahm, war dieses 45 Hektar-Gut einer der größten Traubenlieferanten im Alto Adige. Was das heisst weiß jeder, der mal in den Achtzigern einen Kalterer See oder Ähnliches getrunken hat. Ich erinnere nur an Gerhard Polts Spitzenwein. Das ist so in etwa das, was man hier aus Südtirol bekommen hat. Und viel mehr gab es eben auch nicht. Das erinnert so ein bisschen an die Verhältnisse an der hiesigen Mosel zu der Zeit.

Enzenberg jedenfalls hatte mehr vor und er hat es durchgesetzt und erreicht. Er hat nicht nur auf moderne Rebsorten gesetzt sondern genau so die traditionellen kultiviert. Auch heute gibt es einen Kalterer See und ebenso einen reinsortigen Lagrein, mit dem Unterschied, dass man ihn nicht nur trinken kann, sondern, dass er einen eigenen, feinen Charakter besitzt.

Neben der Weinbergarbeit, die er schon vor Jahren auf Biodynamie umgestellt hat, hat er akribisch an der Kellertechnik gearbeitet, die vor kurzem in der Einweihung des neuen Kellers seinen Höhepunkt gefunden hat. Nicht nur stellt dieser Keller einen architektonischen Höhepunkt im traditionellen Südtirol dar, nein, das ist kein Selbstzweck denn der Keller ermöglicht Abläufe in der Weinbereitung, die Qualitätsverluste minimieren. So haben sich Pumpen erübrigt, Schwerkraft ist hier schonender.

Dass die Anstrengungen im Weinberg, im Keller, wie auch in der Vermarktung nicht automatisch zu teuren Weinen führen zeigt eben der hier vorgestellte Réserve del Comte.

Dieser Wein bietet ein ausserordentlich gutes Preis-Genuss-Verhältnis und hat alles, was ich von dieser Qualitätsstufe erwarte. Er ist anspruchsvoll aber übertreibt es nicht. Man dürfte ihn so ziemlich Jedem vorsetzen können der Rotwein mag, er ist trotzdem nicht beliebig. Er ist fruchtig-beerig, ist würzig, mit einem Hauch von Süßholz bzw. Lakritze, ist saftig, gleichzeitig elegant, die Tannine sind reif und samtig, der Abgang hat eine angenehme Länge. Chapeau!

Ich habe diesen Wein neben einigen anderen Weinen von Manincor meinem Shop-Angebot hinzugefügt.


Weiterblättern »