Bei manchen Weinen verschlägt es mir die Sprache und ich frage mich dann, wie ich den beiden Weinen, die ich gestern trinken durfte, gerecht werden kann. Diese beiden Weine, beide aus Kalifornien, gehören zum Besten und Perfektesten was ich bisher getrunken habe. Dabei könnten die vom Cabernet dominierten Weine unterschiedlicher kaum sein.
Dominus Estate, Dominus 1991
George Yount hat im Jahr 1836 den Weinberg namens „Napanook Vineyard“ in Yountville, Napa Valley, angelegt. Nach diversen Besitzerwechseln übernahm 1982 Christian Moueix, der Besitzer des Château Pétrus im Pomerol den Weinberg in einem Joint Venture, seit 1995 ist Moueix alleiniger Besitzer des Dominus Estate. Die Weinberge umfassen rund 50 Hektar Rebfläche auf Kies- und Lehmböden, die zum Teil noch mit Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc aus dem Jahre 1880 bestockt sind. Es handelt sich dabei um die ältesten Reben im Napa County. Das Flaggschiff ist der Bordeaux-Verschnitt Dominus, von Cabernet Sauvignon geprägt und mit jährlich etwas schwankenden Anteilen von Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot versetzt.
Wir konnten den 1991er Jahrgang, den Robert Parker neben dem 1994er als geradezu perfekt bezeichnet aus der 6 Liter Imperiale probieren, von denen seinerzeit nur 30 abgefüllt worden sind. Langsam ist der Wein in der Großflasche gereift und bietet sich momentan in einem perfekten Zustand. Hätte ich nicht gewusst, was ich trinke, wäre ich nie auf Napa-Valley gekommen, dieser Wein ist absolut francophil und spricht die Sprache seines französischen Besitzers der im Napanook-Vineyard perfekte Vorraussetzungen für einen großen Wein hat. In der Nase zunächst eine dichte Mischung aus reifen Johannisbeeren, Kirschen, etwas Pflaumen, Zedernholzkiste und Graphit treten mit den Stunden feine Kräuteraromen in den Vordergrund, etwas Süßholz kommt hinzu. Im Mund finden sich die Früchte wieder, verbunden mit leichten Holzaromen eines perfekt getoasteten Holzes. Die Tannine sind weich, es findet sich eine herrliche Dichte und Kraft. Der Wein mag insgesamt etwas wärmer wirken als französische Kollegen aber an Eleganz steht er den großen Châteaux in nichts nach. Die Feinheit, Länge und Balance sind absolut beeindruckend.
Araujo Estate, Eisele Vineyard Cabernet Sauvignon 2002
Ganz anders der Araujo. 92 Prozent Cabernet prägen diesen Wein, mit einen wenig Cabernet Franc und Petit Verdot versetzt. 14.6% Alkohol verraten den Kalifornier eher als die 13.5% des Dominus. Der Wein birgt nicht die aristokratische Eleganz eines Dominus, er verführt mit verschwenderischer Opulenz. Die ist allerdings so perfekt ausbalanciert, dass nicht nur ich gestern kurzfristig demütig geschwiegen habe. Den Alkohol, ich muss es kaum erwähnen, schmeckt man überhaupt nicht durch. Das Holz ist absolut fein, die Tannine sind rund und geschliffen, der Wein ist von solch einer superben Intensität, dunkle Fruchtaromen mischen sich mit Schokolade und Mokkanoten genauso wie mit Zeder und leicht eukalyptischen Noten, und das so lang und dicht, das man den intensiven Geschmack noch Minuten auf der Zunge trägt. Das ist groß, das ist Kalifornien am Rande der Perfektion.
Auch diesem Wein hat Parker 98 bis 100 Punkte bescheinigt und er hat recht. Wenn man denn Punkte vergeben mag, dann bekommt man hier einen Eindruck, wie ein nahezu perfekter Wein schmecken kann. Jeder für sich in seinem eigenen Stil.
Das Weingut Araujo Estate Wines liegt in Calistoga, unterhalb der Palisade Mountains im Nordosten des kalifornischen Napa Valley. Es wurde 1990 von Bart und Daphne Araujo gegründet. Dazu erwarben sie einen der berühmtesten Weinberge Kaliforniens, den Eisele Vineyard, der schon im Jahre 1880 angelegt worden war. Die Rebfläche umfasst etwa 16 Hektar. Für den Weinberg wurde der Berater David Abreu engagiert, im Keller berät unter anderem Michel Rolland. Ausgebaut werden Cabernet Sauvignon, Altagracia, Syrah sowie Sauvignon Blanc. Der Weinberg wird nach biodynamischen Methoden bewirtschaftet.





Wenn mir jemand die Frage stellen würde, welche zwei Flaschen ich mit auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wenn es also wirklich nur zwei sein dürften, müsste ich bei Erzeuger und Jahrgang länger überlegen, bei den Rebsorten nicht. Ich würde eine Flasche Riesling mitnehmen und eine Flasche Pinot. Allerdings würde ich protestieren, denn zwei Flaschen sind doch ein bisschen wenig.
Beim letzten Treffen unseres Kleinen Bonner Weinzirkels haben wir uns mit der zweiten Rebsorte beschäftigt. Deutschland gegen den Rest der Welt war das Thema. Entsprechend kam knapp die Hälfte der 15 angestellten Weine aus deutschen Landen, die Welt musste sich die restlichen Plätze teilen. Dabei ist klar, dass bei so begrenztem Platz trotz eines Abends mit 15 Weinen nur der Bruchteil eines repräsentativen Querschnitts geliefert werden kann. Doch wie spannend war der Abend…
Begonnen haben wir mit einer Trias aus drei deutschsprachigen Weinen: die 2004er Spätburgunder Spätlese Im Sonnenschein vom Weingut Ökonomierat Rebholz stand neben dem 2000er Pinot Nero Schweizer von Franz Haas, Südtirol, aus der Magnum-Flasche genossen und dem 2005er Sanford & Benedict von Au Bon Climat.
Für mich war der Spätburgunder von Rebholz der Gewinner des ersten, verdeckt servierten Flights – auch wenn ich damit in der Minderheit war, den meisten gefiel der Haas besser. Dieser Wein ist kein Überflieger und wirkte auch schon ein wenig müde, das muss ich zugeben. Die Tannine sind ein wenig mürbe, der Wein schien etwas spröde zu sein. Trotzdem gefiel er mir ausgesprochen gut: ein warmer, fast molliger Wein mit relativ viel geröstetem Holz, Zeder und einer Portion Vanille. Dazu kam getrockenete Kamille und ein paar nicht näher zu definierende andere Kräuter. Vor allem aber gefiel mir die leicht salzige, deutlich steinige Mineralität und die angenehme Länge.
Der Schweizer von Franziskus Haas dagegen wirkt auf mich ein wenig aufgesetzt parfümiert, etwa so, als hätte jemand heimlich ein Glas Gin in den Pinot gekippt. Später allerdings erhebt sich dieser Pinot über den Spätburgunder von Rebholz, wirkt jugendlicher und frischer und auch das Parfümierte tritt in den Hintergrund.
Ausgesprochen enttäuschend fand ich den Pinot des eigentlich ziemlich genialen Weinmachers Jim Clendenen von Au Bon Climat. Der 2005er aus dem Weinberg Sanford & Benedict im Santa Maria Valley, Central Coast wirkte bitter und herb, mit einigen Erinnerungen an Kirschen und anderen roten Früchten. Das ist schade, denn die anderen Weine die ich von Au Bon Climat kenne gehören für mich zum besten und frischesten, was ich an kalifornischen Pinots kenne.
Der 2007er Black Dog von Dr. Crusius, der 2003er Grand Duc vom Deutzerhof und der 2003er Pinot Noir Ata Rangi, Martinborough, Neuseeland bildeten die zweite Gruppe.
Dr. Crusius aus Traisen im Gebiet Nahe gehört schon seit den 60ern zu den renommierten Betrieben in diesem Gebiet. Dies liegt einerseits an der traditionellen, sehr überlegten Arbeitsweise, zum anderen am hervorragenden Weinbergsbesitz zu dem unter anderem ein halber Hektar der berühmten Traiser Bastei gehört, ausserdem Teile des Schlossböckelheimer Felsenbergs und der Kupfergrube, dem Traiser Rothenfels und der Niederhäuser Felsensteyer.
Pinot gehört nicht unbedingt zu den bekannten Weinen des Dr. Peter Crusius. Dieser setzt vor allem auf Riesling, trocken wie restsüß, mit ein wenig weißen Burgundersorten. Spätburgunder bildet nur 5% des Anbaus. Der Black Dog war nicht ganz mein Fall. In der Nase zunächst Kirsche und ein Duft nach typisch deutschem Spätburgunder, in der Nase und im Mund dann weiches, geröstetes Eichenholz, der Wein wirkte insgesamt weich, zwar frisch, aber mir persönlich zu wenig geerdet. Der Pinot schmeckte ein wenig zu stark nach Erdbeershake und zu wenig nach Boden – so würde ich das mal zusammenfassen.
Der Grand Duc vom Mayschosser Weingut Deutzerhof – Cossmann-Hehle im Gebiet Ahr, war da von anderem Holz. Kraftvoll, dicht, stoffig, geerdet wirkte er, wenn man sich durch die fast penetrante UHU-Nase gearbeitet hat, die ziemlich lange im Glas stehen blieb. Ich stehe ja immer vor deren Flaschen und wundere mich ein wenig über die französischen Bezeichnungen der Weine, die wohl so einen Adelshabitus erhalten sollen, der mich fast peinlich berührt. Aber letztlich zählt ja der Inhalt und den hat Wolfgang Hehle im Griff. Das Weingut gehört seit Jahren konstant zur Spitze des Gebietes. Früher wurden den Weinen – übrigens auch denen des Kollegen Meyer-Näkel – gerne vorgehalten, sie wären nicht alterungsfähig, würden zu schnell vergehen. Das kann ich nicht unterstreichen. Ich habe mittlerweile so einige Weine der beiden getrunken die vor 2000 gekeltert wurden und die Weine waren ausgezeichnet. Der 2003er hier ist mir ein wenig zu kräftig. Man merkt den heißen Jahrgang, der Wein hat 14% Alkohol und wirkt neben der Frucht und erdigen Dichte ein wenig zu schwer, zu massiv. Das wird sich auch nicht mehr glätten. Kein schlechter Wein, Gott bewahre, aber auch nicht wirklich begeisternd.
Der Ata Rangi Pinot Noir aus Martinborough, dem Pinot Gebiet auf der nördlichen Insel Neuseelands stammt von Reben, die Anfang der 80er angelegt wurden als das Weingut gegründet wurde. Amüsant ist übrigens, dass der Pinot-Klon ursprünglich aus den Lagen Romanée-Contis stammt. Ein neuseeländischer Reisender hatte ihn dort schlicht gestohlen und wollte ihn als Erinnerung an den Weinberg mit in sein Heimatland nehmen. Dieses jedoch hat die Einfuhr verweigert. Einfuhren von Rebstöcken sind auf Grund der Reblaus-Gefahr grundsätzlich verboten, bzw. unterstehen strengen Hygienevorschriften. Der Zufall wollte es, dass der Weinmacher Malcolm Abel damals in der Mitte der 70er noch als Zolloffizier gearbeitet hat und den Klon konfiszieren konnte, um ihn an die staatliche Weinforschungsanstalt weiterzuleiten. Diese haben den Klon dann verfielfältigt und Abel dann zurückgegeben. Abel wurde kurz vor seinem plötzlichen Tod zu Anfang der 80er Berater des Weingutes Ata Rangi und hat diese Klone mitgebracht.
Der 2003er Ata Rangi ist ein schöner Wein, jedoch ebenfalls keiner, an den ich lange zurückdenken werde. Leicht erdig war er, mit herber Würze, die mich ein wenig an die obere Rhône erinnert, die Kirschfrucht wirkte fein, nicht aber die Tannine, die waren mir zu ruppig.
Feiner, weicher, mit schöner Länge stand der 2001er Oberrotweiler Eichberg »RS« des Weinguts Salwey im Glas. Er stammt aus dem letzten komplett verantworteten Jahrgang des leider unlängst verstorbenen Gründers Wolf-Dietrich Salwey. Seit 2002 verantwortet sein Sohn Konrad den Ausbau der Weine. Waren die beiden früher vor allem berühmt für ihre Weiß- und Grauburgunder aus dem Henkenberg, haben sie sich auch im Spätburgunderbereich kontinuierlich an die Spitze des Gebietes herangearbeitet. Der 2001er Eichberg bestätigt den Weg, den das Gut genommen hat.
Dagegen wirkte der 1999er Chambolle-Musigny der Domaine Phillippe Charlopin-Parizot kränkelnd, wie ein Schatten seiner selbst. Einserseits im Geruch von einer Würzsoßenmaromatik bestimmt die dort eigentlich nicht hingehört, störte am Gaumen eine unangenehme Säure.
Der 2002er Marimar Estate aus dem Don Miguel Torrres Vineyard im Russian River Valley stand noch in der Blüte seines Lebens. Begeistert hat er wohl keinen von uns so recht, ein wenig zu gemacht wirkte der Wein, ein wenig zu heiß, doch gut fanden in trotzdem die meisten. Kirschmarmelade gefolgt von Holzaromatik bestimmte das Bild. Trotzdem wirkte der Wein in sich stimmig, harmonisch, mit einer schönen Länge.
Wie man es dort noch besser machen kann zeigte uns dann im nächsten Flight der 1997er Pinot Noir Reserve von Robert Mondavi. Zunächst ein wenig UHU und Stallgeruch in der Nase, setzte sich dann vollreife Frucht und Karamell durch. Das ist nun definitiv eine kalifornische Art, Pinot zu machen, aber es ist eine schöne Art, eine tolle Erfahrung. Da steckte ziemlich viel Süße drin, der Wein war voll und dicht, lang und ausgewogen, dicht und harmonisch und trotz des fortgeschrittenen Alters kein bisschen müde. Tja, 1997, als man bei Mondavi noch guten Wein kaufen konnte.
Zunächst mal gar nicht so schlecht kam der 2003er Reichestal »RR« vom Weingut Franz Künstler aus dem Rheingau daher. Mit einer fruchtbetonten Frische und kühler, leichter Zedernholzaromatik wirkte er gar nicht gebietstypisch, auf einen deutschen Wein wäre ich auch nicht so ohne weiteres gekommen. Nicht zuletzt deshalb allerdings, weil der Wein mit der Zeit im Glas zunehmend alkoholstark wirkte, und bei längerer Verweildauer im Glas auch brandig wurde. Das allerdings ist bei 15% (!) Alkohol auch kein Wunder. Das war eindeutig zu viel.
Der dritte Vertreter des Flights war ein 2002er Vougeot »Les Cras« Premier Cru des Weingutes Domaine de la Vougeraie. Diese wurde im Jahr 2010 mit Preisen geradezu überschüttet: Der Chef-Önologe und Regisseur der Domaine de la Vougeraie, Pierre Vincent, wurde bei der International Wine Challenge IWC 2010 in London zum besten Rotweinmacher des Jahres ausgezeichnet. Noch dazu wurde der Bonnes Mares Grand Cru in vier Kategorien ausgezeichnet: 1. Bester Rotwein Burgunds 2. Bester Rotwein Frankreichs 3. Bester Pinot Noir der Welt 4. Bester Biowein der Welt (Das Gut arbeitet strikt bio-dynamisch).
Wie auch immer, wir haben den Wein ja verdeckt verkostet, Preise spielten keine Rolle, sind aber nachvollziehbar: für mich, und nicht nur für mich, war dies der Wein des Abends. Solch einen Wein finde ich eben nur im Burgund. Bei allem überteuerten Schrott, den man dort kaufen kann; die Weine der gewissenhaft arbeitenden Winzer mit ausgezeichneten Lagen können ein Größe haben, wie sie sonst schwer erreichbar ist. Das Filigrane, Präzise, die Feinheit und Komplexität bei gleichzeitiger Kraft, das leicht Nervige, die Tiefe und feine Fruchtsüße von reifen Kirschen machte diesen Wein überaus faszinierend und er bleibt in meiner Erinnerung haften wie ein Bild, wie ein Stilleben eines großen niederländischen Meisters. Da ist nichts, was plakativ die Aufmerksamkeit an sich zieht, es fasziniert dadurch, das jeder Pinselstrich im Detail genau so präzise und stimmig ausgeführt ist wie im Großen die Gesamtkomposition, die Harmonie der einzelnen Bildteile stimmt…
Es gab an diesem Abend noch mindestens einen weiteren Wein, dem ich hier huldigen möchte. Der 2003er Spätburgunder Assmannshäuser Höllenberg, vinifiziert von August Kesseler ist meilenweit vom 2003er Reichestal entfernt und ich persönlich hätte ihn auch nicht in Deutschland verortet. Zu heiß, zu alkoholstark ist hier nichts. Aus dem Glas strömte zunächst eine ganze Wolke Holunder und Johannisbeere, gepaart mit ein wenig Rosenduft, Brennessel und, ja, Kümmel, dazu etwas Holz. Am Gaumen findet sich ein kraftvoller, fest gewirkter Wein mit viel Substanz, Tiefe und Kraft. Sehr harmonisch, großes Kino.
Da konnten die zwei weiteren Weine des letzten Flights nicht ganz mithalten, auch wenn der 1999er Spätburgunder R vom Weingut Fürst in Franken ein wirklich guter Wein ist. Kein bisschen müde, von der Typizität her ein deutscher Spätburgunder par excellence, frisch, feine Kirscharomen, etwas Asche, nicht zu konzentriert und dicht, schön, aber nicht so einprägsam wie die beiden davor beschriebenen Weine.
Auch der 1998er Clos de la Roche Cuvée Vieilles Vignes von der Domaine Ponsot konnte hier nicht mithalten. Auf mich wirkte der Wein so, als käme er weiter aus dem Süden, sagen wir nördliche Rhône. Süße in der Nase, fast parfümiert wirkend mit orientalischen Gewürzen wirkte er wie ein Adventswein, wo sich neben Kirsch und Cranberry-Aromen zunehmend ein wenig Pampelmuse eingeschlichen hat. Alles in allem merkte man dem Wein sein Alter an, nichts für ungut.
Zum Abschluss dieses faszinierenden Abends fand sich im Keller des Gastgebers eine Flasche gereifter Kanzemer Altenberg Riesling Auslese vom Weingut von Othegraven. Ich finde es ja immer wieder faszinierend, in Würde gealterte Rieslinge zu probieren wenn sie in gutem Zustand sind. Diese Flasche war in blendendem Zustand und keiner von uns hat auch nur annähernd den richtigen Jahrgang getippt. Auch wenn klar war, dass wir es hier mit einem älteren Modell zu tun haben würden. Die Alterungsnoten – schwarzer Tee lässt grüßen – waren offensichtlich, doch das Süß-Säurespiel des Weines war so beeindruckend, wirkte noch so frisch, dass wir nach unserer Meinung eher einen Mitte- bis Endachtziger im Glas zu haben glaubten statt eines 1975er!
Gestern hatte ich in der Vinothek des Atlantic Kongress Hotels in Essen die Gelegenheit, Gästen zwei ausgezeichnete, auf einem hohen Anteil Cabernet Sauvignon basierende Weine zum Vergleich vorzustellen. Beide Weine wurden zwei Stunden vor Beginn dekantiert. Der 1989er Lafite-Rothschild stand zum Vergleich neben David Abreus 1994 Napa Valley Cabernet-Sauvignon aus der Lage Madrona Ranch.
Lafite-Rothschild gehört neben Haut-Brion, Mouton, Latour und Margaux zur kleinen Riege der Premier Grand Cru Classé-Güter des Bordeaux und seine Weine gehören beständig mit zu den besten Weinen der Welt. Zur Familie der Lafite-Rothschild gehört das Château allerdings erst seit 1886, da war es schon klassifiziert. Vorher war es im Besitz der de Ségur (denen auch Calon Ségur gehört).
Lafite-Rothschild ist klassisches Pauillac mit hohem Cabernet Sauvignon Anteil – im Jahrgang 1961 waren es 100 %. Die Produktion umfasst nie mehr als 20.000 Kisten, der Rest der Produktion wandert in den Zweitwein Carruades. Es hat übrigens als einziges Gut die Berechtigung, als Pauillac-Gut eine 4,5 Hektarparzelle aus St. Estèphe mit verschneiden zu dürfen. Der Boden von Lafite wie auch der von Mouton liegt im prähistorischen Flussbett der Gironde. Er ist ausgesprochen karg mit 8 Metern Kieselauflage auf einem Kalksockel und hat, notwendig für beste Cabernet-Gewächse, eine ausgezeichnete Drainage für den Wasserablauf.
Der 1989er wirkt scheu. Nur langsam entwickeln sich die Aromen dieses kirschfarbenen Gewächses. Rote Paprika mischt sich mit einem Hauch Tomatenessenz, Kirschen, ein wenig Brombeeren und Cassis. Zunehmend dringt Zedernholz und Menthol in die Nase. Der Wein bleibt für die nächsten zwei Stunden zurückhaltend. Zunächst bestimmt neben der Kirscharomatik die Säure das Mundgefühl. Erst nach und nach mischt sich dunkle Frucht unter, der Wein wirkt dichter und voller, auch wenn er immer angenehm mittelschwer bleibt. Nach Stunden im Dekanter verbinden sich Frucht, Schokoladennoten, Holz, die Weichheit und mineralisch-eukalyptische Kühle zu einem großen Ganzen und dann, erst dann ist es ein beeindruckendes Gewächs.
Das haben die meisten Gäste dieses Abends nicht mehr mitbekommen weil sie sich längst dem Abreu zugewandt hatten, der auch mir über Stunden besser gefiel. Auch dieser Wein wirkt zunächst zurückhaltend. Wer Vorurteile gegenüber kalifornischen Weinen bestätigt haben möchte ist hier falsch am Platz. Der Wein besitzt 13.2 % Alkohol (gegenüber 12.5 % beim Lafite) und nichts an diesem Wein wirkt überreif. Der Wein strotzt von dunklen Kirschen die sich mit kräutrig-eukalyptischen und erdigen Noten und Zedernholz verbinden. Im Wein findet sich zu Beginn eine leichte Schärfe, die sich aber mit der Zeit verliert. Er öffnet sich viel schneller als der Lafite und wirkt dann rund, weich, dicht, voll und besitzt eine hervorragende, beeindruckende Länge.
Der kalifornische Weingutsbesitzer, Weinbaufachmann und Berater David Abreu hat übrigens Weinbau und Kellerwirtschaft an der University of California in Davis studiert. Im Jahre 1980 gründete er gemeinsam mit seinem Winzerfreund Richard Forman die Firma Vineyard Management Company, die sich auf das Anlegen und Pflegen von Weinbergen spezialisiert hat. Gemeinsam mit Forman reiste Abreu mehrmals nach Bordeaux, um die dortigen Weinbautechniken zu studieren. Zu ihren Kunden zählen viele renommierte kalifornische Weingüter wie zum Beispiel Araujo, Bressler, Bryant Family, Colgin, Grace Family, Harlan Estate, Pahlmeyer, Sloan und Screaming Eagle. Er arbeitet also für das Who is Who des kalifornischen Weinbaus, die unfassbar viel Geld in Pflege und Neuanlagen von Weinbergen investieren. Abreu bewirtschaftet seine eigene Weinberge in St. Helena im Napa Valley. Das sind Madrona Ranch, Thorevilos und Campella. Der Madrona Ranch Cabernet Sauvignon 1997 erhielt von Robert Parker 100 Punkte. Die Weine sind, wie bei vielen dieser Boutique Winerys, nur über eine eng begrenzte Mailing-Liste zu erwerben. Wer das große Glück hat, da drauf zu stehen erhält jährlich ein beschränktes Kontigent dieser 400 Kisten, wer das Glück nicht hat muss ein Vielfaches des Einstandspreises bei Auktionen hinblättern, wenn er einen solchen Wein erwerben möchte. Der Preis dieses Weines liegt jenseits aller Erwartungen und der Lafite wirkt wie ein Schnäppchen dagegen. Wenn man jedoch mal die Chance haben sollte, ein Glas zu verkosten, sollte man die Gelegenheit warnehmen. Das ist ziemlich perfektes Napa Valley.
1972 begannen der gerade ausgebildete Anwalt Jayson Pahlmeyer und sein bester Freund John Caldwell eine Passion auszuleben die darin bestand, einen Kalifornischen Mouton zu produzieren. Es waren zwei begeisterte Bordeauxtrinker die hier ans Werk gingen. Zutaten waren zum einen die vermeindlich nicht gerade von der Natur begünstigten Weinberge aus dem Bestand des Weingutes Caldwell, zum anderen aus Frankreich importierte Bordeauxklone und schließlich eine Menge Optimismus.
Gegen alle Widerstände und hämische Kritik entstanden Weine, die nach nur wenigen Jahren ungläubiges Staunen hervorriefen. Der erste Jahrgang des Proprietary Red erhielt aus dem Stand 94 Punkte von Robert Parker. Von nun an gaben sich Weingrößen und Winemaker wie Helen Turley, Randy Dunn, Michel Rolland und Erin Green die Klinke in die Hand, um das Projekt zu fördern und zu unterstützen und nicht zuletzt der teuerste und wohl beste Spezialist für Weibergsmanagement und selber 100 Punkte-Parker-Preisträger, David Abreu, legte neue Weinberge an. Mit wachsendem Erfolg hielten auch Rebsorten wie Pinot Noir oder Chardonnay Einzug in das Portfolio der Winery. Der Merlot Pahlmeyer gehört heute zu den am höchsten dekorierten Weinen dieser Rebsorte.
Der 1997er besteht aus 73% Cabernet Sauvignon und 17% Merlot, hinzu kommen etwas Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot die aus den bersten Lagen des Napa-Valley stammen: Spring Mountain, Howell Mountain, Soda Canyon, Wooden Valley und Carneros.
Ein hoch dekorierter Wein mit 98 Parker-Punkten, ein Weingigant den ich an diesem Abend gegen einen 1996er Château Pontet-Canet verkosten durfte. Zwei Cabernet-betonte Bordeaux-Cuvées von großem Unterschied. Der Franzose duftet fein nach leicht medizinischen Noten, mineralisch, eukalyptisch mit typischem Duft nach Zigarrenkiste und Johannisbeeren.
Der Pahlmeyer möchten den subtilen Pauillac fast wegdrücken, ein gigantischer Kerl mit Muskelpaketen, ein betörender, tiefer Duft von überaus reifen dunklen Beeren, Johannisbeeren und flüssiger Schokolade. Der ganze Mund wird ausgefüllt von dieser Wucht an Frucht, er ist ungeheuer präsent, dabei überraschend kühl und mineralisch, was die Opulenz ein wenig zügelt. Zum Schluss stört mich, das muss ich sagen, denn das hier ist hohes Niveau, eine ganz leichte Bitternote, nicht viel aber doch wahrnehmbar.
Der Pontet-Canet hält mit in seiner deutlich schlankeren Art. Ein herrliches Beispiel für besten Bordeaux, ein Paradebeispiel an feiner Komplexität, an subtilen Aromen gepaart mit Holz und dabei sehr frisch und jung wirkend, so dass ich mal behaupten würde, dass er seine Trinkreife gerade erst jetzt erreicht. Ähnlich wie der Pahlmeyer dürfte er locker noch ein paar Jahre länger im Keller liegen um seinen Höhepunkt zu erreichen.
Beiden ist ein langer und komplexer Abgang gemein doch auch hier zeigen sich wieder die Unterschiede im Entwurf dieser beiden Weine. Der Kalifornier bleibt auch im hier eine muskulöse Zehnkämpferstatur mit einer famosen Mischung aus Kraft und Leichtigkeit, der Pontet-Canet bleibt alter Adel und verabschiedet sich ruhig, mit ausholender Gestik und lange noch sieht man den Vierspänner am Horizont.
Zwei typische Vertreter beider Länder, zwei, die den Erwartungen gerecht werden und die man schwer miteinander messen kann. Letzendlich gefiel mir der Pontet-Canet besser, so wie er sich präsentierte, als Archetyp des Pauillac. Aber, wer weiss, das kann an einem anderen Abend wieder anders sein.
Ich komme direkt noch mal zurück zu Ridge, als Nachtrag zum vorherigen Artikel, gewissermaßen. Habe ich doch kürzlich den 2005er Monte Bello probieren können. Diese Cabernet Sauvignon Cuvée, der im Jahr 2005 Merlot, Petit Verdot und Cabernet Franc dazu gepackt wurden, stammt aus dem Weinberg, der der ursprünglichen Winery den Namen gab. Monte Bello Ridge liegt in den kühlen Gegenden der Santa Cruz Mountains, es ist ein reiner Kalksteinuntergrund, auf dem die Rebstöcke wachsen.
Zugegeben, der Monte Bello ist noch jung, jugendlich, aber es hat enormen Spaß gemacht, diesen Wein zu trinken. Zwar ist das Holz sehr präsent, die Tannine noch ein wenig zu vordergründig, aber das tut der Lust, diesen Monte Bello zu trinken keinen Abbruch. Dieser Wein mit seinen moderaten 13,4 % Alkohol ist jetzt schon stimmig und erstaunlich offen. Zeder und Leder, Schokolade und Mokka verbinden sich mit Noten von Paprika und dichten Kirsch- und Beerenfrüchten. Dabei ist der Wein herrlich kühl und frisch. Zum Schluss bildet sich ein Samtteppich hin zu einem großen, langen Finale. Ein ausgezeichneter Wein.
Seit Wochen beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit kalifornischen Weinen. Das hat mit meiner Mitarbeit in der noch zu eröffnenden Atlantic Vinothek in Essen zu tun, deren Weinkeller eine so superbe Dichte an besten kalifornischen Weinen zu bieten hat, dass man weinen könnte. Allerdings werden sich die wenigsten eine Träne aus dem Knopfloch wischen, weil sich die wenigsten wirklich mit kalifornischen Weinen beschäftigen. Die guten Weine sind teuer und gelten hier in Europa eher als over the top. Dicht, konzentriert, marmeladig etc. sind typische Adjektive, die direkt aufkommen, wenn man Kalifornien thematisiert. Wer also hat sich jemals mit Diamond Creek beschäftigt? Oder mit Abreu oder mit Quilceda Creek oder mit Sine Qua Non? Das sind alles Weine, die von Robert Parker schon mal 100 Punkte ergattert haben. Und egal, wie man zu Parker steht – beim Dirk Würtz gab es dazu mal wieder eine längere Diskussion –, und egal, ob man wirklich der Meinung ist, dass ein Wein perfekt sein kann, und wenn, dann nach welchen Maßstäben, so kann man bei einer solchen Bewertung doch zumindest davon ausgehen, dass es sich bei diesen Weinen um denkwürdige und außergewöhnliche ihrer Art handelt.

Nun, wir sind hier in Europa, speziell auch in Deutschland und in Frankreich, sehr schnell dabei, wenn es die Möglichkeit gibt, die USA in irgendeiner Form zu bashen. Ich möchte mich da selber gar nicht ausschließen, schließlich legt es das dortige System ja durchaus darauf an, würde ich behaupten. Auch habe ich genügend Getränke von Gallo, Mondavi, Ravenswood oder Seghesio probiert, die ich völlig eindimensional und überreif fand.
Und doch gibt es dort natürlich einen komplexen und abwechslungsreichen Weinmarkt, nicht mit der gleichen Rebsortenvielfalt wie hier, aber doch spannend.
Eine der Rebsorten, für die Kalifornien berühmt ist, ist der Zinfandel. Bis 2002 war es unklar, mit welcher europäischen Rebsorte er verwandt ist. Mit Hilfe von Genanalysen ist aber klar geworden, dass es sich um eine Form der Primitivo handelt, wie sie in Süditalien vorkommt.
Das Museum Victor Horta, Rue des Americains, feinste Architektur im JugendstilWährend ich also in Brüssel im Hotelzimmer sitze und zu Weingütern wie Corison, Dalle Valle oder Pride recherchiere, probiere ich mal in Ruhe das, wass ich vor drei Wochen bei einer Probe des Fachhändlerbereiches von Gute Weine Lobenberg probiert habe: den 2006er Geyserville von Ridge.
Ridge dürfte zu den Weingütern dieser Welt gehören, die immer noch viel zu häufig übersehen werden. Das ist erstaunlich, kosten doch die Icons der Szene, Cabernets von Harlan Estate, Screaming Eagle und diversen anderen Boutique-Weingütern aus dem Napa Valley gerne mal mehrere hundert bis tausend Dollar. Der Monte Bello, die Vorzeige-Cuvée von Paul Draper, dem Winemaker von Ridge, dagegen liegt zwischen 90 und 110 Euro. Das ist jetzt nicht günstig, aber ähnlich moderat wie beispielsweise die Weine des Château Pontet-Canet im Vergleich zu anderen klingenden Paulliac-Namen wie Mouton oder Lafite. Die Weine aus der zweiten Reihe, der Cabernet Santa Cruz Mountains, die Zinfandel-Cuvée Geyserville oder Lytton Springs dagegen kosten um die 30 Euro. Und dafür hat man etwas Exzellentes im Glas.
Das erste Mal bin ich über die Flaschen von Ridge gestolpert, weil mir die Etiketten so gut gefielen. Das ist vielleicht verzeihlich, weil ich als Grafikdesigner immer auch mit den Augen trinke. Ridge hat das schlichte, zeitlose und klare Design im Laufe der Jahrzehnte nie geändert und das mag ich schon mal sehr. Hinzu kommt etwas, das ich von kaum einem anderen Weingut kenne. Alle wesentlichen Informationen zum Jahrgang, zur Ernte, zum Wetterverlauf etc. stehen detailliert auf der Flaschenrückseite.
Ridge wurde in der ersten Boomzeit des kalifornischen Weinbaus als Monte Bello Winery gegründet – sie besaß damals 72 Hektar am Monte Bello Ridge. Anfang der 60er Jahre wurde die Winery dann von David Bennion und drei Arbeitskollegen der Standford University aufgekauft und umbenannt. Paul Draper wurde Teilhaber und Winemaker – was er bis heute ist. Es ist sein Stil, den man in all diesen Weinen findet – ein Stil, der amerikanisch ist und doch europäisch. Paul Draper macht nie fette, marmeladige Weine, sein Monte Bello 2005, den ich vor drei Wochen getrunken habe, besitzt eine außergewöhnliche Eleganz. Trotzdem nutzt er, und das vertritt er vehement, ausschließlich amerikanische Eiche für die Fässer, auch wenn dies wiederum bei vielen als unelegant gilt.
Wenn wir von Ridge reden, dürfen wir übrigens die legendäre Probe von Paris 1976 nicht unerwähnt lassen. Hier, ich habe es schon mal erwähnt, wurde zum ersten Mal geradezu offiziell deutlich, dass kalifornische Weine französischen Spitzengewächsen nicht nachstehen. Es waren vor allem französische Kritiker, die die kalifornischen Weine eigentlich gerne mit einer blasierten Handbewegung vom Tisch gewischt hätten, gerade diesen aber dann in der verdeckten Verkostung die besser Noten ausstellen mussten. Vor allem die überlieferten Kommentare sind köstlich, die von Ignoranz nur so triefen. Für die Franzosen war die Offenlegung der Bewertungen damals eine mittlere Katastrophe, die Ergebnisse wurden in der französischen Presse nahezu totgeschwiegen, während der Landpreis im Napa Valley innerhalb von Wochen in die Höhe schoss und Weingüter wie Stag’s Leap oder Château Montelena innert Stunden ausverkauft waren.
Der Wein, der in dieser Probe hinter Haut Brion, aber vor Leoville Las Cases den fünften Platz belegte, war damals der 1971er Ridge Monte Bello. Was aber noch denkwürdiger ist, ist die Tatsache, dass der gleiche Wein dreißig Jahre später bei der Wiederholung der Probe – schließlich waren die Franzosen ja der Meinung, französische Weine würden viel besser altern als kalifornische Gewächse – bei zwei parallel abgehaltenen Verkostungen in London und Los Angeles jeweils den ersten Platz belegt hat – übrigens vor den Weinen von Stag’s Leap, Mayacamas, Heitz und Clos du Val. Château Mouton-Rothschild kam als erster Franzose auf dem sechsten Platz.
Der 2006er Geyserville, eine Cuvée aus 72 % Zinfandel, 18 % Carignan und 10 % Petite Sirah kommt mit einer ziemlichen Wucht daher. Es war ein heißes Jahr und der Alkoholgehalt dieses dichten Weines liegt bei 14,5 %. Das ist relativ viel für ein Weingut, bei dem der Alkoholgehalt gerne bei 13 bis 13,5 % liegt. Eigentlich ist der Wein noch zu jung. Wo ich über Ridge lese, wird geschrieben, dass die Weine frühestens fünf Jahre nach Abfüllung geöffnet werden sollten, weil sie sich dann weg bewegen von der fülligen, dichten, satten Art hin zu einem feineren, burgundischen Stil. Dafür bin ich also jetzt zu früh dran, ich befinde mich noch in der Sturm- und Drang-Zeit des Weines und die beeindruckt schon sehr. Denn wenn auch dieser Wein dicht und alkoholreich ist, merkt man das eigentlich nur daran, dass irgendwann der Kopf schwirrt. Das ist nichts Brandiges, nichts, ich sagte es schon, Fettes. Reifer Beerensaft, leichte Vanilletöne, Schokolade finden sich in einem runden, geschlossenen Zinfandelmonument. Zu diesem Wein und zu einigen anderen Themen gibt es übrigens eine schöne Vaynerchuk-Folge, zusammen mit Jancis Robinson.