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Geliebtes Gretchen, Blanc de Noirs 2005 brut, Wein- und Sektgut Winterling, Pfalz

20/Mai/12 13:50 kategorisiert in: Pinot Meunier, Pinot Noir / Spätburgunder, Schaumwein

Vor wenigen Tagen hat meine Tochter ihren neunten Monat durchlebt und so habe ich, angeregt durch einen Artikel bei drunkenmonday, zum demnächst erscheinenden Podcast eine besondere dreiviertel Liter-Flasche mitgebracht, um auf ein dreiviertel Lebensjahr anzustoßen.

Kurz nach der Geburt hatte ich eine Flasche deutschen Schaumwein vom Weingut Winterling aus Deidesheim in der Pfalz geschenkt bekommen. Wie der Zufall es wollte, kannte der Gratulant, der mir die Flasche eher zufällig schenkte, den Namen meiner Tochter noch nicht und so hatte er keinen blassen Schimmer, dass der Name des Weines ausgezeichnet passte. Denn natürlich nennen wir unsere Tochter, die Greta heißt, sehr häufig Gretchen. Insofern ist es etwas sehr besonderes, mit einer Flasche Geliebtes Gretchen auf sie anzustoßen.

Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war, dass der Wein ebenso besonders sein würde. Er gehört mit Sicherheit zu einem der ungewöhnlichsten und auch beeindruckendsten Schaumweine, die ich bisher probiert habe. Nicht nur die Flaschenausstattung und der Name deuten darauf hin – Winterlings haben jede einzelne Flasche mit Goldstift von Hand beschriftet. Der Wein rinnt tief orangefarben ins Glas. Die Farbe erinnert tatsächlich an die Farbe eines Orange Wines, eines jener Weine, die, aus Weißwein gekeltert, auf den Traubenhäuten vergären um aus diesen jede Menge Extrakt und auch eine eigene Farbe zu ziehen. Das hier ist kein Orange Wine denn es ist ein Pinot, genau gesagt besteht der Sekt aus Pinot Noir und Pinot Meunier, also Spätburgunder und Schwarzriesling. Doch auch dieser Weine muss einige Zeit auf den Schalen gelegen haben, um zu etwas zu werden, was normalerweise ein Rosé werden würde. Hier ist es kein Rosé. Hier ist es ein Wein, der nicht nur ungewöhnlich ausschaut, er riecht auch nicht wie ein Schaumwein, geschweige denn wie ein deutscher Schaumwein. Er riecht nach Kraft und Karamell, nach etwas Medizin und nach frisch gebackenem Brot, vor allem nach der Kruste. Hinzu kommt ein wenig Duft von Sherry und Indian Pale Ale.

Nach wenigen Momenten nimmt man die Perlage im Glas nicht mehr war. Im Mund schäumt der Wein erst nach einem kurzen Moment des Zögerns auf und füllt dann ganz weich die Mundhöhle aus. Der Sekt selbst strotzt vor Kraft, untermalt von nicht unerheblichen 14 Prozent Alkohol. Die merkt man aber nur, weil der Wein von allem sehr viel hat, ohne banal zu protzen. Unangenehm auffallen tut der Alkohol jedenfalls nicht. Es ist halt so wie bei einem Porter oder belgischem Double oder Triple, auch ein solches Bier trinkt man nicht zur Erfrischung auf der Terrasse, eher am Ende eines langen Tages oder zum Essen. So ist das hier auch. Das ist ein Essensbegleiter, der jedem großem Menü zur Ehre gereicht und auch locker jede Form von rotem Fleisch schafft. Ansonsten ist das ein Wein zur Meditation oder für einen besonderen Abend mit guten, weinerfahrenen Freunden.

Ich muss sagen, ich war selten so begeistert von einem Wein, auch jetzt noch, einige Tage nach dem Öffnen, denn jetzt präsentiert sich der Wein, der noch mal ordentlich geschäumt hat nach dem Öffnen, genau so brillant und charaktervoll wie am ersten Tag. Kein Anzeichen von Müdigkeit trübt den Blanc de Noirs. Es ist ein so ungewöhnliches Erlebnis inmitten der Vielfalt der Weinlandschaft, dass ich ganz überrascht bin, nicht schon früher davon gehört oder gelesen zu haben. Das volle, üppige, ungewöhnliche Aroma, die Kraft, Fülle, Balance und Länge zeichnen ein Gretchen aus, dass mit Sicherheit kein braves Mädchen ist. Sie hat es faustdick hinter den Ohren, und, das kann ich nach neun Monaten sagen: das passt.

Terres et Vins de Champagne, eine Nachlese

11/Mai/12 18:30 kategorisiert in: Champagne, Schaumwein, Weiß, Frankreich

Auch wenn wir schon lange wieder zurück sind und die beiden Kollegen viel schneller waren als ich, schreibe ich trotzdem noch was über eines der Highlights meines Weinjahres. Mit meinen geschätzten Blogger-Kollegen Marquee (der entsprechende Artikel und Matze (der entsprechende Artikelhabe ich die diesjährige Terres et Vins de Champagne besucht. Diese Veranstaltung ist ein Muss für jene, die kompromisslose Winzer-Champagner mögen. So liest sich die Teilnehmerliste dann auch wie das Who-is-who der alternativen Macher der Champagne, auch wenn ein paar Leute wie Laval, Lassaigne, Gautherot oder Bouchard nicht mit dabei sind, finden sich Léclapart und Agrapart ein, Bérèche, Lahaye, Tarlant, Horiot und diverse andere. Das Besondere dabei ist, dass sie neben den Champagnern auch die Stillweine mitbringen, also jene durchgegorenen Ausgangsweine, aus denen dann nachher der Champagner entsteht. Auch wenn mir nach einer gewissen Zeit die Zähne knirschten vor lauter Säure, ist es doch ausgesprochen interessant, die einzelnen Lagen, Rebsorten und Böden in Kombination und pur zu erleben. Die Böden spielen, der Name des Salons weißt schon daraufhin, eine wichtige Rolle, gerade weil viele der anwesenden Winzer Champagner aus einzelnen Jahrgängen und einzelnen Lagen herstellen. Für mich stachen fünf Winzer besonders heraus.

Terres et Vins de Champagne.

Auch wenn die Weine von David Léclapart in ihrer Jugend – und alles, was nicht 10 Jahre alt ist, ist bei ihm jugendlich, würde ich behaupten – sehr schwer zu verstehen sind, so faszinieren doch Kraft und Substanz sowohl in den Vin Clairs, als auch in den jungen Champagnern. Zu probieren waren drei Weine aus Trépail. der feinfruchtige, leicht blütenaromatische l'Artiste, eine Chardonnay aus 2006, zur Hälfte in Holz, zur Hälfte in Edelstahl ausgebaut. Der tiefere, würzigere, crémigere, etwas nach Holz und Latakia-Tabak duftende l'Apôtre 2006, der aus einer älteren Parzelle inmitten des Weinbergs stammt, der sonst für l'Artiste genutzt wird. Schließlich l'Alchemiste 2006, ein sehr, sehr straighter Rosé-Champagner aus 100% roten Trauben, non-dosage, einer, der zwei Tage auf der Maische liegt, bevor er in Barriques gefüllt wird und entsprechend schon von der Farbe her eher an einen Clairet erinnert denn an die lachsfarbenen Rosé-Champagner, die man üblicherweise findet. Der 2006er ist ganz jung und verschlossen mit purer Kraft und doch feiner Stilistik. Es ist einer der Weine, der so gut wie gar nichts mit jenen Champagnern zu tun hat, die wir sonst kennen. Etwas feiner wirkt dagegen der l'Astre, ein noch kommender Rosé, der bisher nur als Ausgangswein zu probieren war, aber mit ziemlicher Sicherheit was Großes werden wird.

Der Wein und sein Meister: David Léclapart.

Ähnlich tiefgründig rot kommt auch der Rosé de Riceys von Olivier Horiot daher. Der Rosé dieses jungen, charmanten Winzers ist die zu Bläschen gewordene Inkarnation jenes Stillweins, der eine eigene Appellation innerhalb der Champagne hat. Die Qualität der Champagner, die ich selber auch im Originalverkorkt-Shop verkauft hatte, ist fantastisch, gerade in den neuen Jahrgängen, die ich bisher nicht probiert hatte. Der Rosé schmeichelt schon mit seiner prägnanten, ausgesprochen intensiven Farbe. Duft und Geschmack präsentieren die Frische des noch jungen Jahrgangs, jedoch ebenso die Substanz dieses Weines. Er erinnert dabei ein wenig an junge, primärfruchtige elsässer Pinots oder jene aus dem Sancerre. Besonders bei Horiot ist die Mischung seiner Champagner. Der Biodynamiker setzt beispielsweise seinen 5 Senses aus fünf Traubensorten zusammen. Neben den üblichen Pinot Noir, Meunier und Chardonnay finden sich Pinot Blanc und Arbane. Auch Petit Meslier, eine weitere jener kleinen Champagnerrebsorten findet sich in seinen Weinbergen. Der 5 Senses ist dicht und voll, rauchig und markant, dabei viel zu jung. Ein Wein, der, wie auch der 2006er Pinot Noir, erst einmal ein paar Jahre im Keller verschwinden sollte.

Links: Olivier Horiot, rechts: Benoit Lahaye

Benôit Lahaye, ebenfalls ein Winzer, dessen Weine ich im Programm hatte, stammt aus Bouzy, einem der von Pinot geprägten Orte, und so hat er neben 0,6 Hektar Chardonnay nur Pinot Noir Bestockung. Seine Einstiegscuvées, die ich teils für unter €30,- verkaufen konnte, sind sehr schöne, leicht voluminöse, crémige, von Pinot Noir geprägte, also leicht erdbeerdominierte Champagner, die deutlich weiniger sind als viele andere Champagner bei dieser Probe. Etwas ganz Besonderes am Tisch von Lahaye war der Jardin de la Grosse Pierre Brut Nature 2009. Es ist ein Wein, der von einer uralten Parzelle stammt und im gemischten Satz steht, sprich, der Rebsortenspiegel ist breit und Lahaye meinte, er wüsste selbst nicht so genau, was da alles stehen würde. Anerkannte Champagne Rebsorten sind, ich hatte es ja schon bei Horiot erwähnt die großen drei, Pinot Noir, Meunier und Chardonnay, dazu kommen rbanne und Petit Meslier, jedoch auch Pinot Blanc und Pinot Gris. Wer weiß, was da noch alles rumsteht… Der Champagne, der erstmals 2013 auf den Markt kommen wird, jedenfalls wirkt jetzt schon sehr charaktervoll, sehr eigenständig, sehr würzig.

Le Cran

Bei einer Blanc de Blancs Probe im letzten Sommer hatte ich in der Probenfolge ganz vorne einen Wein, den ich bis dato noch nicht getrunken hatte. Es war ein Beaux Regards Brut Nature 2007 von Bérèche et Fils. Der Chardonnay-Champagner stammt von einer 9 Hektar-Domaine in der östlichen Montagne, unweit der Stadt Reims. Raphael Bérèche setzt seit 2007 auf Biodynamie, teils wird spontan vergoren, anderes wird mit den Spezialhefen des Biodynamikers Fleury vergoren. Die weine, die keine malolaktische Gärung durchlaufen werden unfiltriert abgefüllt, besonders ist, dass die Flaschen während der zweiten Gärung unter Kork und nicht unter Kronkorken arbeiten. Das Degorgieren erfolgt von Hand, die Dosage  besteht aus traditionellem Liquer, nicht aus Most, wie sonst heute üblich.

Der Wein hat damals direkt die Geschmäcker gespalten, manche fanden in brilliant, andere mussten sich fast abwenden und das Gesicht verziehen – auf jeden Fall waren alle wach und bei der Sache nach dem Genuss des Weines. Das ist so ein bisschen wie riding on a razors edge. In der Nase pfeffrig, crémig, pikant, sogar mit einer leichten Honigsüße. Am Gaumen dann klar und kompromisslos. Knalltrocken, dabei höchst mineralisch, saftig mit viel Zitrus- bzw. Grapefruitaromen, grüner Apfel kommt dazu, dabei sehr balanciert. Auch diesmal wieder fand ich den Wein ausgezeichnet.

Raphael Bérèche

Etwas Großes wird wohl der Le Cran 2005 aus Ludes, ein 1er Cru aus Pinot Noir, Chardonnay und Meunier. Der Wein, ebenso schonend ausgebaut wie Bérèches andere Weine, hat in verschieden großen Fässern gelegen, genauer gesagt in 205er, 228ern und 500ern um nach der zweiten Gärung für 60 Monate sur latte zu liegen. Auch wenn es hier weder eine malolaktische Gärung gab und auch keine Batonnage, wirkt der Wein ausgesprochen burgundisch. Die Revue des Vins de France schreibt: "Vin fin et minéral à la texture délicate, savoureuse qui évoque un premier cru de Puligny-Montrachet en année fraîche." Das ist ziemlich genau getroffen. Obwohl das Holz noch dominiert, findet sich neben deutlicher Mineralität eine ganze Fülle von Banane, Ananas, etwas leicht kompottiges und buttriges. diesem Wein möchte gerne in einigen Jahren noch mal begegnen.

Die Weine, die mir und auch Torsten am meisten zugesagt haben stammen von einem, dessen Weine ich schon immer mal probieren wollte. Pascal Agrapart, der, wie so viele (zumindest auch Lahaye, Horiot, Léclapart, Tarlant, Doquet) an diesem Tag in einem blau-weiß quergestreifen Pullover, der ihm nicht wirklich stand, seine Weine anbot, besitzt 10 Hektar an der Côte de Blancs. Seine Weine schließen an das an, was beim Le Cran schon prägnant war: die burgundische Note. Etwas Holz ist im Spiel, Mineralität; die Weine sind weinig, nicht so straight und pur wie die meisten anderen Biodynamie-Winzerchampagner, etwas breiter sind sie, aber nicht zu breit.

Pascal Agrapart

Agraparts Champagner stammen von insgesamt 60 Parzellen in Avize, Oger, Cramant und Oiry, aus Vertus, Avenay, Val d'Or und Mardeuil. All diese Parzellen werden einzeln ausgebaut. Der Anbau erfolgt ganz nahe an der Biodynamie, auch wenn der Begriff nicht fällt. Agraparts Trauben werden sehr reif geerntet, was deutlich zum charakter beiträgt denn die Weine wirken so, als ob sie ein Quantum Dosage hätten, in der Tag sind sie aber eher extra-brut bis non dosé. Die großen Weine wie Minéral, Vénus oder L’Avizeoise werden in großen Holzfässern ausgebaut, die kleinen Champagner wie der Les Sept Crus oder der Terroirs, den wir beim Podcast probiert haben, vergären im Edelstahl. Auch wenn ich die drei großen Weine von Agrapart nicht mehr im Detail notiert habe, bleibt ein ausgezeichneter Gesamteindruck komplexer, hoch aromatischer, mineralischer Weine, die ich sehr gerne noch mal Stück für Stück in ruhe in Augenschein nehmen möchte.

Weiter ging es bei uns dann mit einem leicht angeschickerten Gang durch die Gemeinde. Ay wirkt mitten am Tag verlassen, die Bordsteine sind hochgeklappt. Genauso wie in den anderen Gemeinden der Côte de Blancs, durch die Torsten und ich noch am nächsten Tag kutschiert sind, während Matthias sich längst nach Paris abgesetzt hatte.

Unspektakuläre Landschaft 1

Wir sind auf der Suche nach dem Clos de Mesnil und finden ihn ganz zum Schluss, nachdem wir gefühlt sämtliche zugelassenen Wege in Mesnil-sur-Oger durchfahren haben, durch Zufall. Der Clos, einer der teuersten Weinberge der Welt, wirkt absolut unspäktakulär und hat genau gar nichts von dem Glamour, der um Krugs berühmten Einzellagen-Champagner verbreitet wird. Aber warum sollte er auch?

Unspektakuläre Landschaft 2: Clos de Mesnil

Wir jedenfalls hatten zwei sehr schöne Tage bei dieser Tour, die natürlich viel zu kurz war. Ein Übernachtungstipp ist bei dieser Tour genau so herausgekommen wie eine Schlemmerrunde, denn bevor wir uns abends dem Podcast gewidmet haben, sind wir durch den bestens ausgestatteten E.Leclerc gewandert und haben all das gekauft, was man bei uns meist vergeblich sucht.

Selten zu finden: Lyra-Bindung.

 

Liaison Crémant, Stephan Steinmetz, Mosel

Für viele Weintrinker endet das Anbaugebiet Mosel bei Trier. Bis dorthin reichen die klassifizierten Lagen und der Riesling ist noch ausgezeichnet, was dann kommt ist Elbling-Land und daher zu vernachlässigen. Da biegt man lieber bei Konz ab und fährt an die Saar. Wer nur Riesling trinkt, hat damit nicht unrecht und die Weinberge in Wellen, Wehr oder Perl sind dann tatsächlich eher uninteressant. Wer aber mal etwas anderes von der Mosel probieren möchte, etwas, was ihm bisher unbekannt ist, sollte diesen Bereich an der luxemburgischen Grenze mal genauer unter die Lupe nehmen. Dieses Land ist das Land der alten Rebsorte Elbling, aber auch das Land der Burgundersorten, speziell des Auxerrois. Die Sorten werden auf beiden Seiten der Mosel angebaut, sie haben Tradition und diese Tradition ist dem Boden geschuldet, auf dem sie wachsen. Hier findet sich kein Schiefer mehr, hier wechselt der Devonschiefer zum Muschelkalk.

Einer der ansässigen Winzer ist Stephan Steinmetz. Erfahren habe ich von ihm auf einem Bloggertreffen mit meinen sehr geschätzten Kollegen Torsten und Matthias und es war Torsten, der damals einen mehr als respektablen Spätburgunder aus dem Hause Steinmetz beigesteuert hat, ich habe es damals erwähnt. Darüber hinaus findet sich der Name Steinmetz immer wieder im demokratischen Weinbuch des Rainer Balcerowiak, der auf Steimetz' Elbling als Essensbegleiter zu Spargel schwört. Und da der Mann meiner Mutter aus Perl stammt, dem letzten deutschen Weinort an der Mosel, hat er mir beim Heimatbesuch vor einiger Zeit mal ein paar Flaschen mitgebracht.

Stephan Steinmetz, den ich leider noch nicht persönlich kennenlernen konnte, was aber dringend mal nötig ist, denke ich, hat mit 22 Jahren den elterlich Betrieb übernommen und ist angetreten, in einer Region, die nicht unbedingt berühmt ist für seine Qualitäten, ein wenig daran zu ändern. Wer seine Website anschaut und auch die Flaschenausstattung, sieht direkt, dass da jemand einen Sinn für eine frische Ästhetik hat, die in diesem Teil des Weinlandes auch eher selten vorkommt. Was aber ist eine gute Flaschenausstattung wert, wenn der Wein darin nicht taugt? Nichts.

Ich öffne also Steinmetz' Liaison Crémant. Er hat die französischsprachige Bezeichnung für diese Cuvée aus Spät- und Weißburgunder gewählt und auch da zeigt sich, dass er etwas weiter denkt. Was als Duft in die Nase steigt hat dann auch tatsächlich mit den typischen Rieslingsekten, die ich von der Mosel kenne, wenig zu tun. Eine leichte Hefenote verbindet sich mit ein paar floralen Noten, sowiedem Duft von Erd- und Himbeeren. Dazu kommt etwas Zitrus und Apfel. Der Apfel wird am Gaumen etwas dominanter, dazu finden sich leichte Brioche und Pinotfrucht. Der Crémant ist brut, hat also ein durchaus wahrnehmbare Süße, und auch wenn ich persönlich gerne ganz trockene Schaumweine trinken finde ich diesen Wein sehr verführerisch. Er hat eine schöne Perlage, er hat eine angenehme Balance zwischen Frische, Säure, Süße und Frucht und ist gleichzeitig unkompliziert und spannend.

Die Liaison ist neben dem Spätburgunder Steinmetz' teuerster Wein, er kostet €10.50 und er ist sein Geld mehr als wert. Für diesen Preis ist dieser nach Methode Traditionelle ausgebaute Crémant eine absolute Empfehlung.

Originalverkorkt im FAZ-Blog »Stützen der Gesellschaft« – Zum Fest drei schäumende Witwen

25/Nov/11 11:58 kategorisiert in: Abschweifungen, Artikel auf FAZ.net, Champagne, Im Netz, Schaumwein

 

Der verehrte Don Alphonso hat mich eingeladen, in einem Genuss-Dreiteiler pünktlich zur Auftakt der Jahresendadventsweihnachtsundsylvesterrallye einen weiteren Artikel für sein FAZ-Blog Stützen der Gesellschaft zu verfassen.

Ich habe dies zum Anlass genommen, mich ein wenig pointiert über Veuve Monsigny, Veuve Clicquot und Veuve Fourny auszulassen.

Zum Beitrag geht es hier.


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