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Champagne – Vol. 05 – Vallée de la Marne, am linken Ufer zurück nach Épernay

11/Mrz/14 14:19 kategorisiert in: Champagne, Schaumwein, Weinland Frankreich

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Zurück nach Épernay ins Herz der Champagne passieren wir auf der Route de Paris Mareuil-le-Port und Oeuilly und machen einen kurzen Abstecher nach Festigny im Flagot-Tal um über Moussy und Pierry in die heimliche Hauptstadt zu fahren.

Mareuil-le-Port
In Mareuil treffen wir Jérôme Dehours. Der führt ein für hiesige Verhältnisse nicht ganz kleines 14 Hektar Gut, das von seinem Großvater Ludovic gegründet wurde. Jérômes Vater ist leider früh gestorben und das Weingut wurde zwischenzeitlich von irgendwelchen Finanzpartnern geführt. Es hat bis 1996 gedauert, bis Jérôme die Geschäfte selbst in die Hand nehmen konnte und er hat es zum Anlass genommen, Vieles anders zu machen. Ca. die Hälfte des Ertrags wird immer noch an den Nego verkauft, was bei den Traubenpreisen praktisch ist, denn damit ist schon viel Geld verdient und man kann mit dem Rest mehr oder weniger machen, was man will. Jérôme vinifiziert eine ganze Palette ansprechender Weine daraus. Der einfache Brut wird im Stahl vergoren, der Rest meist in Holz.

In zunehmend mehr Weinbergen wird wieder mit dem Pferd gearbeitet. Selbst bei einem so großen Haus wie Roederer. Doch das Pflügen mit den großen Gäulen will gelernt sein, wie hier, bei Tarlant.  Creative Common License

In zunehmend mehr Weinbergen wird wieder mit dem Pferd gearbeitet. Selbst bei einem so großen Haus wie Roederer. Doch das Pflügen mit den großen Gäulen will gelernt sein, wie hier, bei Tarlant.  Creative Common License

Bemerkenswert ist vor allem die Palette an Einzellagen-Weinen, von denen er mittlerweile vier im Angebot hat. Les Genevraux und Brisefer, La Croix Joly und Maisoncelle heißen diese Lagen und entsprechend auch die Weine. Les Genevraux liegt ziemlich flach, nordwestlich ausgerichtet auf steinig-sandiger Tonenerde. Die Rebstöcke sind alt und der Wein ist ausgesprochen mineralisch. Gerade einmal 200 Meter entfernt im Nachbarort Troissy liegt La Croix Joly. Ein Weinberg mit gleicher Bodenstruktur, ebenfalls mit Pinot Meunier bepflanzt, doch westlich ausgerichtet und schon hat man einen anderen Wein. Hier gibt es mehr Sonne in den Abendstunden, es wird wärmer, der Wein wird etwas fetter, reicher, dichter und obstiger. Ein weiterer Ausbund an Terroir ist der Brisefer, südöstlich ausgerichtet und auf Lehm gelegen, ohne Kreide. Hier steht Chardonnay, der mit dem der Côte de Blancs nichts gemein hat. Salzige, jodige Mineralität, Speck, Menthol sind hier die Aromen, die zuerst auffallen. Schließlich Maisoncelle, 100% Pinot Noir, kraftvoll, kirschig und geerdet, wie ein großer Kirschbaum in der Landschaft. Darüber hinaus betreibt Dehours übrigens eine Solera, die er 1998 angelegt hat und aus der der Trio S stammt, ein dichter, reifer Chamapgner, der hervorragend zwischen Frische und Alterung harmoniert und weniger an Früchte, denn an Bienenwachs und Leder erinnert. Schließlich macht Jérôme einen Coteaux Champenois Blanc, also einen Stillwein in weiß, was selten zu finden ist.

Marne-Stillleben, © Chamapgne Tarlant,  Creative Common License

Marne-Stillleben, © Champagne Tarlant,  Creative Common License

Oeuilly
Dieser Ort wird von einem Namen bestimmt: Champagne Tarlant. Die Familie, die ihre Wurzeln im 17ten Jahrhundert hat, ist so konsequent wie geschäftstüchtig. Hier wird seit vielen Jahren nach biodynamischen Prinzipien gearbeitet und mit der Disco Bitch wird  gleichzeitig die Disco- und Rapperszene bedient. Die Hälfte der Weine wird im Tank ausgebaut, die anderen Weine in erstklassigen, stets neuen Fässern, um keine Bakterien in den Keller zu kriegen, die eine malolaktische Gärung auslösen könnten. Diese neuen, medium-getoasteten Fässer geben Weinen wie dem Vigne d’Antan (wurzelechter Chardonnay von sandigem Boden), LaVigne d’Or 100% Meunier) oder der Cuvée Louis (50% Chardonnay und Pinot) viel Holz mit auf den Weg, an dem sich der Wein im Laufe der Jahre abarbeiten muss. Wenn man ihm die Zeit gibt, wird das außerordentlich guter Champagner.

Benoit_Tarlant

Für die Zwischenzeit sei eine Menge Brut Zeró empfohlen, die drei üblichen Rebsorten jeweils in etwa gleichen Teilen, im Stahl ausgebaut und ohne Dosage abgefüllt. Für den, der diese strahlenden, klaren Weine mag, ist das richtig guter Stoff, sehr gekonnt.

Festigny
Natürlich kann Michel Loriot nichts dafür, dass seine Vorfahren sich ausgerechnet im Flavot-Tal, genauer in Festigny angesiedelt haben, und vielleicht gefällt es ihm auch, dass sich wenige Besucher hierhin verirren, doch für alle Champagne-Liebhaber lohnt sich sich der Abstecher von der Route de Paris. Die sieben Hektar des Weingutes liegen vor allem in Festigny, Troissy und Le Breuil und sind zu 85% mit Meunier bestockt, kein Wunder, denn hier herrscht Lehmboden vor, mit dem Meunier einfach am besten zurecht kommt. Loriot presst seine Trauben mit einer alten Conquard-Presse und vergärt sie (inklusive Malo) in Emaille-Tanks. Die Weine sind weinig und kräftig und dabei trotzdem in einem Maße elegant, wie man es bei Meunier-basierten Wein von der linken Seite der Marne kaum erwartet. Seit letztem Jahr hat Loriot sein Angebot und Erscheinungsbild übrigens gewandelt und tritt nun deutlich moderner auf. Es gibt bei ihm jetzt die drei Linien Les Classiques, Les Mutines und Les Virtuoses.

Familie Loriot, © Champagne Loriot

Familie Loriot, © Champagne Loriot

In Festigny gibt es einen zweiten, sehr bemerkenswerten Winzer. Seine Name ist Christophe Mignon. Er besitzt ca. 30 Parzellen mit insgesamt 6 Hektar Rebbestand. Wie hier nicht anders zu erwarten, ist das hauptsächlich Meunier, hauptsächlich südlich ausgerichtet, was ziemlich viel Reife und Breite zur Folge hat. Mignon lässt sich nicht in Schubladen einsortieren, er schwebt so ein bisschen zwischen den Dingen. Er arbeitet seit langer Zeit ökologisch mit deutlichem Hang zur Biodynamie, er würde sich jedoch nie als Biodynamiker titulieren lassen, auch wenn er seit Jahrzehnten nach dem Mondkalender arbeitet und entsprechende Präparate verwendet. Ich finde, auch die Etiketten sehen ein wenig so aus, als käme er aus der Richtung. Wie auch immer, wenn man sich seine Weinberge betrachtet, dann sehen diese gleichzeitig wild und gesund aus. Entsprechend das reife Traubenmaterial, das zur Hälfte spontan und zur anderen Hälfte mit Quarz-Hefen vergoren wird, die beim ältesten biodynamisch arbeitenden Betrieb der Champagne, Champagne Fleury gezüchtet werden. Mignon arbeitet mit Emaille-Fässern, die er angenehmer findet, weil der Wein nicht so reduktiv wird. Bei der Malo ist Mignon nicht festgelegt, das hängt bei ihm immer vom Jahrgang ab. Seine Weine jedenfalls sind immer ausgesprochen intensiv, sowohl, was die Frucht angeht, als auch, was die Mineralität betrifft. Fast alles ist 100% Meunier, bis auf den Coup de Foudre, da ist die Cuvée dreigeteilt (und wird aus einem Jahrgang in neuem Holz ausgebaut) und den Blanc de Blancs Grand Cru, das ist naturgemäß Chardonnay. Toll ist der Extra Brut Christophe Mignon, besonders hervorzuheben sind die beiden Rosé, einer in klassischer Farbe aus 100% Meunier, einer als Rosé de Saignée in einer tiefen Farbe, ähnlich dem Unterschied zwischen Bordeaux Rosé und Bordeaux Claret.

Marne-Tal mit frühem Neben, © Tarlant,  Creative Common License

Marne-Tal mit frühem Nebel, © Tarlant,  Creative Common License

Moussy und Pierry
Zwei Michels habe ich noch auf der Liste, bevor es auf die Zielgerade im Vallée de la Marne geht. In Moussy besuchen wir José Michel et Fils, ein Haus, das einen langen, exzellenten Ruf für Pinot Meunier hat. Hier entstehen runde, duftige, fruchtige Meuniers, die man jedoch nicht zu leichtgewichtig nehmen sollte – sie altern sehr gut und werden dann tiefer und komplexer. José arbeitet überwiegend mit Edelstahl und kleineren Mengen von Holz, die den Wein nie dominieren. Neben Meunier liegt ein Fokus auf Chardonnay, den er auch als Jahrgangs-Blanc de Blancs anbietet. Diese Blanc de Blancs haben allerdings mit der unweit gelegenen Côte de Blancs nicht viel zu tun. Hier, leicht süd-westlich von Épernay dominiert immer noch eher der Lehm mit Kalk statt Kreide.

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In Pierry arbeitet Josés Sohn Bruno Michel auf eigene Rechnung. Er hat damit 1995 begonnen und schnell auf ökologischen Anbau gesetzt. Es gibt zwei Einstiegscuvée, die Carte Blanche und die Cuvée Rebelle. Beide setzen sich zur Hälfte aus Meunier und Chardonnay zusammen. Die Carte Blanche ist der klassische Brut, ein Chamapgne der auf Grund seiner Fruchtigkeit, seiner Frische und Klarheit sehr viel Freude bereitet. Das gilt auch für die Cuvée Rebelle, deren Trauben von mindestens fünfzigjährigen Reben stammen. Der Wein hat keine Dosage, daher vielleicht der Name. Er ist reif und voll, tief in seiner Fruchtigkeit und bemerkenswert in seiner steinig wirkenden Expressivität. Darüber steht ein Einzellagen-Champagne namens Cuvée Blanc de Blancs Perry Premier Cru, dessen 50 Jahre alter alter Chardonnay-Bestand in der Lage Les Brousses steht. Der Champagne ist traumhaft balanciert zwischen Reife und Frische, zwischen grünem und gelbem Obst, Creme und Buttrigkeit.

Jean-Marc Sélèque, © Champagne Sélèque

Jean-Marc Sélèque, © Champagne Sélèque

Zu den ganz jungen Talenten gehört Jean-Marc Sélèque, der ebenfalls in Pierry beheimatet ist. Champagne Sélèque besitzt 7,5 Hektar Weinberge – auf sieben Ortschaften (Pierry, Moussy, Epernay, Mardeuil, Dizy, Boursault, Vertus) verteilt. Das Hauptaugenmerk liegt auf Chardonnay (4,5ha). Hier wird biologisch gearbeitet, biodynamisch experimentiert, und auch hier ist das der große Kaltblüter im Weinberg mittlerweile Normalität. Teilweise wird im Edelstahl vergoren, teils in Holz (Fuder und Barrique). Für mich ist das eines der großen Talente im Bereich zwischen Marne und Côte de Blanc. die Champagne sind klar, strukturiert, präzise und stoffig. Das fängt  mit der Cuvée Tradition an, dem üblichen Brut, der hier ziemlich genau den Rebsortenspiegel des Hauses widerspiegelt: 50% Chardonnax, 40% Pinot Meunier, 10% Pinot Noir. Besonders gut gefällt mir hier der Umstand, dass auch hier zwei unterschiedliche Rosé angeboten werden. Der hellere ist ein Rosé d'Assemblage, wo die drei Rebsorten zur Cuvée zusammengefügt werden, der zweite ist ein Rosé de Saignée aus Pinot Noir, mit 10% Chardonnay aus dem gleichen Weinberg. Schließlich wäre die Cuvée Comédie zu nennen, eine Hommage an den 1995 verstorbenen Vater.

Épernay
Wenn Reims die glänzende, historisch bedeutungsvolle Hauptstadt der Champagne ist, dann ist Épernay das Herz und somit die heimliche Hauptstadt. Sie liegt zentral im Tal der Marne, es ist nicht weit bis in die Montagne und auch nicht an die Côte de Blancs, wo manche diese Stadt sogar eigentlich verorten. De facto beginnen südöstlich der Stadtgrenze die ersten Weinlagen, die zur Côte de Blancs gerechnet werden. Hier haben einige der bedeutenden Champagner-Häuser ihren Sitz. Allen voran Moët & Chandon, aber auch Perrier-Jouët, Boizel, Alfred Gratien oder Pol Roger. Sie befinden sich wie aufgereiht an der Champagne-Hauptstraße des Ortes, der Avenue de Champagne und produzieren dort mehr Champagne als die Champagne-Häuser der zehn mal größeren Stadt Reims. Das überrascht nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass allein Moët mehr als 30 Millionen Flaschen pro Jahr produzieren dürfte. Das Gebäude von Moët & Chandon dominiert dann auch den Beginn der Avenue, genau so, wie es auch sonst gerne den Markt dominiert – und das am unteren Ende der Skala mit dem Brut genauso wie mit der Mutter aller Prestige-Cuvée, dem Dom Pérignon. Doch so viel ist schon geschrieben worden über den Dom, das Haus und die Qualität, das es an dieser Stelle nicht lohnt, zumal ich auch kein wirklicher Fan der Erzeugnisse bin.

Alter Adel, das repräsentative Gebäude von Champagne Pol Roger, © Pol Roger

Alter Adel, das repräsentative Gebäude von Champagne Pol Roger, © Pol Roger

Weiter die Straße hoch finde ich es interessanter. Beim nächsten Haus, Perrier-Jouët kann man noch nicht wieder so ganz sicher sein, ob das, was da in Flaschen gefüllt wird, auch sein Geld wert ist. Ausgerechnet das Haus mit dem berühmte Champagne Belle Epoque, abgefüllt in eine Jugendstil-Flasche des Glaskünstlers Lalique, hat über Jahre stetig abgebaut, die besten Zeiten schienen vorbei, das Haus wanderte von einer Finanz-Heuschrecke zur nächsten, bis es endlich in die Hände von Pernot Ricard gelangt ist. Diese Sorgen hat man bei Pol Roger nicht. Hier läuft alles familiär und nach Plan. Das Lieblinghaus von Winston Churchill wirkt auch im Inneren durch und durch britisch distinguiert, was nicht verwunderlich ist, denn die Marke ist in Britannien seit Jahrzehnten hoch angesehen. Der ehemalige Premier und Kriegsminister, lange mit der Familie befreundet, war denn auch Namensgeber für eine denkwürdige Prestige-Cuvée namens Cuvée Sir Winston Churchill. Sie ist genau so gemacht, wie Sir Winston sie gemocht hätte: Pinot Noir prägt den fülligen und eleganten Charakter. Daneben beeindrucken vor allem die Blancs, also die vom Chardonnay  geprägten Weine. Am unteren Ende der Skala überzeugen der White Foil, ein Brut mit einem hohen Maß an Reserve-Weinen, dazu für Puristen vor allem der Extra Brut de Reserve. Der zeigt, dass auch distinguierte Häuser Champagne ohne Dosage können und eben nicht nur die Winzer. Was bei Pol Roger vor allem überrascht, ist der Preis, denn der war und ist trotz aller Popularität immer moderat geblieben. Mit Champagne Boisel, Alfred Gratien und Leclerc-Briant kenne ich mich zugegebener Maßen nicht aus und so bleibt aus meiner Sicht noch ein Haus, eine Familie, die hier besucht werden sollte.

© Janisson-Baradon

© Janisson-Baradon

Bei Janisson-Baradon et Fils werden holzbasierte, volle Champagner produziert, die enorm körperreich sind, konzentriert und cremig. Denen des Großmeisters Anselm Selosse stilistisch nicht unähnlich. Cyril Janisson, der heute Besitzer verzichtet im Weinberg seit langer Zeit auf den Einsatz chemischer Mittel, hier wird viel gearbeitet, um eine sehr gute Traubenqualität zu erreichen. Die vom Kalk geprägten Böden sind hauptsächlich mit Pinot Noir bestockt, im Keller steht viel Holz und, seit einiger Zeit ein paar Betoneier – zum Ausprobieren. Was interessant ist bei Janisson: Einige der Cuvées basieren immer auf dem gleichen Grundmaterial, einer Cuvée aus 50% Chardonnay und 50% Pinot Noir, die einen Anteil von 30% Reserve-Weine haben. Der NV-Brut Sélection wird daraus gemacht, ebenso die Grand Réserve, wo der Grundwein länger auf der Hefe liegt. Diese Grande Réserve gibt es Brut, Extra Brut und Non Dosé. Die gleiche Grund-Cuvée wird für den Rosé verwendet, wo noch ein Anteil Pinot Meunier hinzukommt und Farbe gibt. Wirklich spannend wird es im Bereich der Einzellagen-Chamapgne, wo es bei Janisson-Baradon mittlerweile drei Stück gibt. Toulette ist der Name einer 1947 gepflanzten Parzelle der Chardonnay-Abwandlung Chardonnay-Muscaté, einer duftigen und selten Varietät. Der Toulette liegt mehrere Jahre auf der Feinhefe, dann im Barrique und bekommt dann 12 Monate Flaschenreife. Der Ertrag im Weinberg liegt bei nicht einmal der Hälfte der üblichen ca. 75hl/ha. Ein Extrem-Champagne also, der auch am Gaumen absolut ungewöhnlich ist. Er hat vergleichsweise wenig Säure – obwohl es keinen BSA gab. Es duftet und schmeckt nach Steinobst und Mandarinen, Orangen und Papaya. Der Wein ist reif und mit der wenigen Säure und der Konzentration ist das wirklich üppig. Dabei mit dem Muskat-Ton und einer gewissen Rauchigkeit aber höchst individuell. Daneben steht der Tue Boeuf, ein Pinot-Noir-Schwergewicht, rund, voll, mit ebenfalls geschmeidiger Säure, obwohl es auch hier keinen BSA gab. Rote Beeren bestimmen den Duft, Brioche, Stein und ein wenig Holz. Alles ist trotz der Üppigkeit geschliffen, fein, balanciert und nuanciert. Das ist schon beeindruckendes, terroir-betontes Handwerk. Neben diesen beiden Einzellagen kommt nun noch eine dritte dazu, die neben der weiteren Lage auch die dritte Rebsorte vorstellt. der Pinot Meunier stammt aus der Lage Chemin des Conges. Darüber wird in Zukunft vielleicht mal zu berichten sein, wenn ich das dann mal probieren konnte.

zum vergrößern einfach klicken

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Die bisherigen Artikel:

Teil 4: Vallée de la Marne, am rechten Ufer von Dizy nach Crouttes

Teil 3 Vallée de la Marne, rund um Aӱ

Teil 2: Montagne de Reims

Teil 1: Auf der Suche nach einem Mythos

In der nächste Folge geht es weiter Richtung Côte de Blancs.

Zum Frühlingsausbruch zwei Schaumweinempfehlungen aus Italien und dem Elsass

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Auch wenn sich hier gerade alles um Champagne dreht (die Zeit geht auch wieder vorbei) habe ich letzte Woche zwei Schaumweine probiert, die abseits der Champagne liegen und die ich dringend weiterempfehlen möchte.

1. DUBL, Vino Spumante di Qualita Metodo Classico Brut, Feudi di San Gregorio
Diesen Spumante wollte ich schon lange mal probieren. Warum? Ich mag einfach Feudi di San Gregorio. Die Jungs in Kampanien machen im Allgemeinen richtig guten Stoff. Nichts für Freaks sondern für jene, die blitzsauber gemachten, sehr typischen Wein aus Süditalien mögen, die neue Rebsorten entdecken wollen, von der Machart aber den modernen Weg bevorzugen. Das Weingut ist groß, jedoch extrem qualitätsorientiert und hat einen großen Anteil daran, dass Weine aus dieser Gegend wieder geschätzt werden. Die Rebsorten von da unten – allen voran Aglianico aber auch Greco, Fiano und andere – sind nicht zuletzt dank Feudi wieder international populär geworden, spätestens, als Parker den Feudi Serpico mal mit 98 Punkten bewertet hat.

Feudi macht aus der für diese Gegend typischen Weißweinsorte Falanghina, die wohl einst, wie so viele andere Sorten der Gegend auch, aus Griechenland mitgebracht wurde, einen charaktervollen, sehr individuellen Spumante. Eigentlich stimmt hier alles. Der Wein hat eine feine Perlage, Druck, Länge, Saft und Tiefe. Er duftet vor allem nach Steinobst, weiße Blüten und Brioche, ist schön cremig und hat eine ziemlich perfekte Säure. Stoffig ist er am Gaumen, wieder mit diesen Steinobstaromen und einem Hauch von Tropenfrüchten. Dafür, dass Süditalien nun nicht unbedingt eine Schaumweingegend gibt, ist das richtig gut und ich würde es so ziemlich allem, was ich sonst so für dieses Geld aus Italien zum Thema Schaumwein kenne, vorziehen. Zudem sieht die Flasche auch einfach gut aus.

2. Cremant d'Alsace Extra Brut, Domaine Rietsch
Auxerrois, Chardonnay und Pinot Gris aus den Jahren 2011 und 2012 werden bei der elsässischen Domaine Rietsch zu einem Extra Brut verarbeitet. Die Rietschs bewirtschaften 12 Hektar rund um Mittelbergheim, sind seit den 80ern biologisch unterwegs und machen immer mehr das, was man heute gemeinhin als vin naturel bezeichnet. So wurde auch der Crémant mit einem Minimum an Kellerarbeit erzeugt: Spontanvergärung, keine Versanddosage, kein Schwefel. Der Wein duftet leicht nach Brothefe und oxydativen Noten wie reifem Apfel und Birnen. Dazu kommt ein leichter Nussduft. Am Gaumen ist der Wein klar und pur, hier finden sich viel weniger oxydative Noten, dafür herrscht hier markante Säure und Mineralität. Das Ganz hat eine angenehme Länge und Dichte. Auch hier sei noch was zur Ausstattung gesagt, denn einen Buddha findet man im doch meist sehr konservativ gestalteten Elsass auch nicht alle Tage auf einer Flasche.

Den Crémant gibt es bei Alex Zülch, Vins Vivants für €13.50

Geliebtes Gretchen, Blanc de Noirs 2005 brut, Wein- und Sektgut Winterling, Pfalz

20/Mai/12 13:50 kategorisiert in: Pinot Meunier, Pinot Noir / Spätburgunder, Schaumwein

Vor wenigen Tagen hat meine Tochter ihren neunten Monat durchlebt und so habe ich, angeregt durch einen Artikel bei drunkenmonday, zum demnächst erscheinenden Podcast eine besondere dreiviertel Liter-Flasche mitgebracht, um auf ein dreiviertel Lebensjahr anzustoßen.

Kurz nach der Geburt hatte ich eine Flasche deutschen Schaumwein vom Weingut Winterling aus Deidesheim in der Pfalz geschenkt bekommen. Wie der Zufall es wollte, kannte der Gratulant, der mir die Flasche eher zufällig schenkte, den Namen meiner Tochter noch nicht und so hatte er keinen blassen Schimmer, dass der Name des Weines ausgezeichnet passte. Denn natürlich nennen wir unsere Tochter, die Greta heißt, sehr häufig Gretchen. Insofern ist es etwas sehr besonderes, mit einer Flasche Geliebtes Gretchen auf sie anzustoßen.

Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war, dass der Wein ebenso besonders sein würde. Er gehört mit Sicherheit zu einem der ungewöhnlichsten und auch beeindruckendsten Schaumweine, die ich bisher probiert habe. Nicht nur die Flaschenausstattung und der Name deuten darauf hin – Winterlings haben jede einzelne Flasche mit Goldstift von Hand beschriftet. Der Wein rinnt tief orangefarben ins Glas. Die Farbe erinnert tatsächlich an die Farbe eines Orange Wines, eines jener Weine, die, aus Weißwein gekeltert, auf den Traubenhäuten vergären um aus diesen jede Menge Extrakt und auch eine eigene Farbe zu ziehen. Das hier ist kein Orange Wine denn es ist ein Pinot, genau gesagt besteht der Sekt aus Pinot Noir und Pinot Meunier, also Spätburgunder und Schwarzriesling. Doch auch dieser Weine muss einige Zeit auf den Schalen gelegen haben, um zu etwas zu werden, was normalerweise ein Rosé werden würde. Hier ist es kein Rosé. Hier ist es ein Wein, der nicht nur ungewöhnlich ausschaut, er riecht auch nicht wie ein Schaumwein, geschweige denn wie ein deutscher Schaumwein. Er riecht nach Kraft und Karamell, nach etwas Medizin und nach frisch gebackenem Brot, vor allem nach der Kruste. Hinzu kommt ein wenig Duft von Sherry und Indian Pale Ale.

Nach wenigen Momenten nimmt man die Perlage im Glas nicht mehr war. Im Mund schäumt der Wein erst nach einem kurzen Moment des Zögerns auf und füllt dann ganz weich die Mundhöhle aus. Der Sekt selbst strotzt vor Kraft, untermalt von nicht unerheblichen 14 Prozent Alkohol. Die merkt man aber nur, weil der Wein von allem sehr viel hat, ohne banal zu protzen. Unangenehm auffallen tut der Alkohol jedenfalls nicht. Es ist halt so wie bei einem Porter oder belgischem Double oder Triple, auch ein solches Bier trinkt man nicht zur Erfrischung auf der Terrasse, eher am Ende eines langen Tages oder zum Essen. So ist das hier auch. Das ist ein Essensbegleiter, der jedem großem Menü zur Ehre gereicht und auch locker jede Form von rotem Fleisch schafft. Ansonsten ist das ein Wein zur Meditation oder für einen besonderen Abend mit guten, weinerfahrenen Freunden.

Ich muss sagen, ich war selten so begeistert von einem Wein, auch jetzt noch, einige Tage nach dem Öffnen, denn jetzt präsentiert sich der Wein, der noch mal ordentlich geschäumt hat nach dem Öffnen, genau so brillant und charaktervoll wie am ersten Tag. Kein Anzeichen von Müdigkeit trübt den Blanc de Noirs. Es ist ein so ungewöhnliches Erlebnis inmitten der Vielfalt der Weinlandschaft, dass ich ganz überrascht bin, nicht schon früher davon gehört oder gelesen zu haben. Das volle, üppige, ungewöhnliche Aroma, die Kraft, Fülle, Balance und Länge zeichnen ein Gretchen aus, dass mit Sicherheit kein braves Mädchen ist. Sie hat es faustdick hinter den Ohren, und, das kann ich nach neun Monaten sagen: das passt.

Terres et Vins de Champagne, eine Nachlese

11/Mai/12 18:30 kategorisiert in: Champagne, Schaumwein, Weiß, Frankreich

Auch wenn wir schon lange wieder zurück sind und die beiden Kollegen viel schneller waren als ich, schreibe ich trotzdem noch was über eines der Highlights meines Weinjahres. Mit meinen geschätzten Blogger-Kollegen Marquee (der entsprechende Artikel und Matze (der entsprechende Artikelhabe ich die diesjährige Terres et Vins de Champagne besucht. Diese Veranstaltung ist ein Muss für jene, die kompromisslose Winzer-Champagner mögen. So liest sich die Teilnehmerliste dann auch wie das Who-is-who der alternativen Macher der Champagne, auch wenn ein paar Leute wie Laval, Lassaigne, Gautherot oder Bouchard nicht mit dabei sind, finden sich Léclapart und Agrapart ein, Bérèche, Lahaye, Tarlant, Horiot und diverse andere. Das Besondere dabei ist, dass sie neben den Champagnern auch die Stillweine mitbringen, also jene durchgegorenen Ausgangsweine, aus denen dann nachher der Champagner entsteht. Auch wenn mir nach einer gewissen Zeit die Zähne knirschten vor lauter Säure, ist es doch ausgesprochen interessant, die einzelnen Lagen, Rebsorten und Böden in Kombination und pur zu erleben. Die Böden spielen, der Name des Salons weißt schon daraufhin, eine wichtige Rolle, gerade weil viele der anwesenden Winzer Champagner aus einzelnen Jahrgängen und einzelnen Lagen herstellen. Für mich stachen fünf Winzer besonders heraus.

Terres et Vins de Champagne.

Auch wenn die Weine von David Léclapart in ihrer Jugend – und alles, was nicht 10 Jahre alt ist, ist bei ihm jugendlich, würde ich behaupten – sehr schwer zu verstehen sind, so faszinieren doch Kraft und Substanz sowohl in den Vin Clairs, als auch in den jungen Champagnern. Zu probieren waren drei Weine aus Trépail. der feinfruchtige, leicht blütenaromatische l'Artiste, eine Chardonnay aus 2006, zur Hälfte in Holz, zur Hälfte in Edelstahl ausgebaut. Der tiefere, würzigere, crémigere, etwas nach Holz und Latakia-Tabak duftende l'Apôtre 2006, der aus einer älteren Parzelle inmitten des Weinbergs stammt, der sonst für l'Artiste genutzt wird. Schließlich l'Alchemiste 2006, ein sehr, sehr straighter Rosé-Champagner aus 100% roten Trauben, non-dosage, einer, der zwei Tage auf der Maische liegt, bevor er in Barriques gefüllt wird und entsprechend schon von der Farbe her eher an einen Clairet erinnert denn an die lachsfarbenen Rosé-Champagner, die man üblicherweise findet. Der 2006er ist ganz jung und verschlossen mit purer Kraft und doch feiner Stilistik. Es ist einer der Weine, der so gut wie gar nichts mit jenen Champagnern zu tun hat, die wir sonst kennen. Etwas feiner wirkt dagegen der l'Astre, ein noch kommender Rosé, der bisher nur als Ausgangswein zu probieren war, aber mit ziemlicher Sicherheit was Großes werden wird.

Der Wein und sein Meister: David Léclapart.

Ähnlich tiefgründig rot kommt auch der Rosé de Riceys von Olivier Horiot daher. Der Rosé dieses jungen, charmanten Winzers ist die zu Bläschen gewordene Inkarnation jenes Stillweins, der eine eigene Appellation innerhalb der Champagne hat. Die Qualität der Champagner, die ich selber auch im Originalverkorkt-Shop verkauft hatte, ist fantastisch, gerade in den neuen Jahrgängen, die ich bisher nicht probiert hatte. Der Rosé schmeichelt schon mit seiner prägnanten, ausgesprochen intensiven Farbe. Duft und Geschmack präsentieren die Frische des noch jungen Jahrgangs, jedoch ebenso die Substanz dieses Weines. Er erinnert dabei ein wenig an junge, primärfruchtige elsässer Pinots oder jene aus dem Sancerre. Besonders bei Horiot ist die Mischung seiner Champagner. Der Biodynamiker setzt beispielsweise seinen 5 Senses aus fünf Traubensorten zusammen. Neben den üblichen Pinot Noir, Meunier und Chardonnay finden sich Pinot Blanc und Arbane. Auch Petit Meslier, eine weitere jener kleinen Champagnerrebsorten findet sich in seinen Weinbergen. Der 5 Senses ist dicht und voll, rauchig und markant, dabei viel zu jung. Ein Wein, der, wie auch der 2006er Pinot Noir, erst einmal ein paar Jahre im Keller verschwinden sollte.

Links: Olivier Horiot, rechts: Benoit Lahaye

Benôit Lahaye, ebenfalls ein Winzer, dessen Weine ich im Programm hatte, stammt aus Bouzy, einem der von Pinot geprägten Orte, und so hat er neben 0,6 Hektar Chardonnay nur Pinot Noir Bestockung. Seine Einstiegscuvées, die ich teils für unter €30,- verkaufen konnte, sind sehr schöne, leicht voluminöse, crémige, von Pinot Noir geprägte, also leicht erdbeerdominierte Champagner, die deutlich weiniger sind als viele andere Champagner bei dieser Probe. Etwas ganz Besonderes am Tisch von Lahaye war der Jardin de la Grosse Pierre Brut Nature 2009. Es ist ein Wein, der von einer uralten Parzelle stammt und im gemischten Satz steht, sprich, der Rebsortenspiegel ist breit und Lahaye meinte, er wüsste selbst nicht so genau, was da alles stehen würde. Anerkannte Champagne Rebsorten sind, ich hatte es ja schon bei Horiot erwähnt die großen drei, Pinot Noir, Meunier und Chardonnay, dazu kommen rbanne und Petit Meslier, jedoch auch Pinot Blanc und Pinot Gris. Wer weiß, was da noch alles rumsteht… Der Champagne, der erstmals 2013 auf den Markt kommen wird, jedenfalls wirkt jetzt schon sehr charaktervoll, sehr eigenständig, sehr würzig.

Le Cran

Bei einer Blanc de Blancs Probe im letzten Sommer hatte ich in der Probenfolge ganz vorne einen Wein, den ich bis dato noch nicht getrunken hatte. Es war ein Beaux Regards Brut Nature 2007 von Bérèche et Fils. Der Chardonnay-Champagner stammt von einer 9 Hektar-Domaine in der östlichen Montagne, unweit der Stadt Reims. Raphael Bérèche setzt seit 2007 auf Biodynamie, teils wird spontan vergoren, anderes wird mit den Spezialhefen des Biodynamikers Fleury vergoren. Die weine, die keine malolaktische Gärung durchlaufen werden unfiltriert abgefüllt, besonders ist, dass die Flaschen während der zweiten Gärung unter Kork und nicht unter Kronkorken arbeiten. Das Degorgieren erfolgt von Hand, die Dosage  besteht aus traditionellem Liquer, nicht aus Most, wie sonst heute üblich.

Der Wein hat damals direkt die Geschmäcker gespalten, manche fanden in brilliant, andere mussten sich fast abwenden und das Gesicht verziehen – auf jeden Fall waren alle wach und bei der Sache nach dem Genuss des Weines. Das ist so ein bisschen wie riding on a razors edge. In der Nase pfeffrig, crémig, pikant, sogar mit einer leichten Honigsüße. Am Gaumen dann klar und kompromisslos. Knalltrocken, dabei höchst mineralisch, saftig mit viel Zitrus- bzw. Grapefruitaromen, grüner Apfel kommt dazu, dabei sehr balanciert. Auch diesmal wieder fand ich den Wein ausgezeichnet.

Raphael Bérèche

Etwas Großes wird wohl der Le Cran 2005 aus Ludes, ein 1er Cru aus Pinot Noir, Chardonnay und Meunier. Der Wein, ebenso schonend ausgebaut wie Bérèches andere Weine, hat in verschieden großen Fässern gelegen, genauer gesagt in 205er, 228ern und 500ern um nach der zweiten Gärung für 60 Monate sur latte zu liegen. Auch wenn es hier weder eine malolaktische Gärung gab und auch keine Batonnage, wirkt der Wein ausgesprochen burgundisch. Die Revue des Vins de France schreibt: "Vin fin et minéral à la texture délicate, savoureuse qui évoque un premier cru de Puligny-Montrachet en année fraîche." Das ist ziemlich genau getroffen. Obwohl das Holz noch dominiert, findet sich neben deutlicher Mineralität eine ganze Fülle von Banane, Ananas, etwas leicht kompottiges und buttriges. diesem Wein möchte gerne in einigen Jahren noch mal begegnen.

Die Weine, die mir und auch Torsten am meisten zugesagt haben stammen von einem, dessen Weine ich schon immer mal probieren wollte. Pascal Agrapart, der, wie so viele (zumindest auch Lahaye, Horiot, Léclapart, Tarlant, Doquet) an diesem Tag in einem blau-weiß quergestreifen Pullover, der ihm nicht wirklich stand, seine Weine anbot, besitzt 10 Hektar an der Côte de Blancs. Seine Weine schließen an das an, was beim Le Cran schon prägnant war: die burgundische Note. Etwas Holz ist im Spiel, Mineralität; die Weine sind weinig, nicht so straight und pur wie die meisten anderen Biodynamie-Winzerchampagner, etwas breiter sind sie, aber nicht zu breit.

Pascal Agrapart

Agraparts Champagner stammen von insgesamt 60 Parzellen in Avize, Oger, Cramant und Oiry, aus Vertus, Avenay, Val d'Or und Mardeuil. All diese Parzellen werden einzeln ausgebaut. Der Anbau erfolgt ganz nahe an der Biodynamie, auch wenn der Begriff nicht fällt. Agraparts Trauben werden sehr reif geerntet, was deutlich zum charakter beiträgt denn die Weine wirken so, als ob sie ein Quantum Dosage hätten, in der Tag sind sie aber eher extra-brut bis non dosé. Die großen Weine wie Minéral, Vénus oder L’Avizeoise werden in großen Holzfässern ausgebaut, die kleinen Champagner wie der Les Sept Crus oder der Terroirs, den wir beim Podcast probiert haben, vergären im Edelstahl. Auch wenn ich die drei großen Weine von Agrapart nicht mehr im Detail notiert habe, bleibt ein ausgezeichneter Gesamteindruck komplexer, hoch aromatischer, mineralischer Weine, die ich sehr gerne noch mal Stück für Stück in ruhe in Augenschein nehmen möchte.

Weiter ging es bei uns dann mit einem leicht angeschickerten Gang durch die Gemeinde. Ay wirkt mitten am Tag verlassen, die Bordsteine sind hochgeklappt. Genauso wie in den anderen Gemeinden der Côte de Blancs, durch die Torsten und ich noch am nächsten Tag kutschiert sind, während Matthias sich längst nach Paris abgesetzt hatte.

Unspektakuläre Landschaft 1

Wir sind auf der Suche nach dem Clos de Mesnil und finden ihn ganz zum Schluss, nachdem wir gefühlt sämtliche zugelassenen Wege in Mesnil-sur-Oger durchfahren haben, durch Zufall. Der Clos, einer der teuersten Weinberge der Welt, wirkt absolut unspäktakulär und hat genau gar nichts von dem Glamour, der um Krugs berühmten Einzellagen-Champagner verbreitet wird. Aber warum sollte er auch?

Unspektakuläre Landschaft 2: Clos de Mesnil

Wir jedenfalls hatten zwei sehr schöne Tage bei dieser Tour, die natürlich viel zu kurz war. Ein Übernachtungstipp ist bei dieser Tour genau so herausgekommen wie eine Schlemmerrunde, denn bevor wir uns abends dem Podcast gewidmet haben, sind wir durch den bestens ausgestatteten E.Leclerc gewandert und haben all das gekauft, was man bei uns meist vergeblich sucht.

Selten zu finden: Lyra-Bindung.

 


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