originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



Meine Sommerweinempfehlung (1): Crémant Rosarot von Stephan Steinmetz, Obermosel

05/Jul/15 13:22 kategorisiert in: Crémant, Sekt & Co.

Stephan Steinmetz ist ein Mann mit klaren Prinzipien. Dazu gehört auch, dass sein Angebot nicht ausfranst sondern übersichtlich bleibt. Deshalb gibt es bei ihm nur acht Weine auf der Karte: Elbling in Liter- und in Lagenqualität, Auxerrois, Weiß- und Grauburgunder sowie Elbling- und Burgunder-Crémant und abschließend gab es bisher einen Spätburgunder.

Spätburgunder, zumal in dieser Qualität, erwartet kaum ein Kunde an der Mosel. Nur wenigen ist bekannt, dass es bei Weingütern wie Günther Steinmetz oder Markus Molitor etwas weiter runter an der Mittelmosel mittlerweile exzellente Spätburgunder gibt. Der Spätburgunder war also immer etwas schwerer verkäuflich bei Stephan und Petra Steinmetz. Im Gegensatz zum Rest des Programms und vor allem im Gegensatz zu den Sekten, die Stephan allerdings genau so nennt, wie man es üblicherweise einen Kilometer weiter auf der luxemburgischen Seite tut. Seine Crémants sind neben dem Elbling die Aushängeschilder. Und deshalb gibt es konsequenterweise mit diesem Jahr keinen Spätburgunder aus dem Holzfass mehr sondern einen rosarot schimmernden Crémant vom Spätburgunder.

Steinmetz_Cremant_Rosarot

Der Crémant Rosarot ist für mich die aktuelle Sommerweinempfehlung. Stephan versektet ihn in gewohnt gekonnter Manier mit dem für Crémant üblichen Druck, einem langen Hefelager und einer entsprechend feinen Perlage. Wie es bei einem Crémant sein sollte, liegt die Betonung auf der Frische. Hier gibt es keine schweren Brioche-Aromen sondern Frucht. Und zwar eine Frucht, wo ich neben einigen Nussaromen und etwas Erd- und Himbeer vor allem die Frucht von Johannisbeeren finde. Es ist also eine Frucht, bei der immer auch ein wenig Gerbstoff mitschwingt, was den Crémant pikant macht und genau das Gegenteil von einem weichfruchtig kitschigen Exemplar werden lässt, wie man es im Rosé-Bereich viel zu oft findet. So hat man mit dem Crémant Rosarot einen erstklassig gemacht Schaumwein, in dem die Mineralität der für die Obermosel typischen Muschelkalkböden immer präsent ist, der mit der Ribisel-Frucht immer seriös bleibt und mit Druck, Perlage und nur wenig Dosage erfrischt.

Foto Stephan Steinmetz

Das Markenzeichen der Obermosel, das Gestein des Pariser Beckens, dessen letzten Ausläufer die Obermosel bildet, findet man nun auch auf den Etiketten von Steinmetz. Eigentlich wollten Stephan und Petra Steinmetz nur endlich mal eine neue Website haben. Daraus wurde allerdings ein komplettes Corporate-Design-Projekt, in dessen Ergebnis sich genau das widerspiegelt, was das Weingut ausmacht. In der klaren Art, wie hier die Weine erzeugt werden, präsentieren sie den Muschelkalk, der zu Wein wird auf schöne Weise.

Den Podcast, den ich vorletztes Jahr mit Stephan gemacht habe, gibt es hier. Die Weine direkt ab Hof. Der Rosarot kostet 12.50 Euro.

Domaine Huet – Alles im Fluss

Stephan Bauer war auf einer Veranstaltung, bei der wir wohl eigentlich am gleichen Tisch gesessen hätten. Obgleich ich mich über Wochen auf den Abend gefreut hatte – ich bin seit vielen Jahren ein großer Fan des Weinguts Huet, bzw. seiner Weine – musste ich schließlich doch auf Grund einer akuten Grippeerkrankung passen. So sind die Kelche, die im Folgenden beschrieben werden, einfach an mir vorüber gegangen. Gott sei Dank aber, hat Stephan den Part des Chronisten übernommen:

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Heraklits Ausspruch „Pánta chorei kaì oudèn ménei“, lose übersetzt als „Alles fließt und nichts bleibt“, beschreibt vielleicht am besten, in welcher Phase sich die Domaine Huet in Vouvray derzeit befindet.

Vor nahezu drei Jahren verließ Noël Pinguet die Domaine. Er hatte sie über die vergangenen dreißig Jahre zu einer der besten Adressen für Chenin Blanc der Loire geführt. Schon vor Noël Pinguet wurden auf der Domaine herausragende Vouvrays erzeugt, jedoch nahm davon lange Jahre nur ein klitzekleiner Teil der Weinwelt Notiz. Unter Noël Pinguet, dem Schwiegersohn von Gaston Huet, wurde 1989/1990 die Biodynamie auf der Domaine eingeführt und der Ruf als einer der ein bis zwei Top-Domaines für Vouvray begründet.

2003 kaufte die Familie Hwang die Domaine von der Familie Huet, Noël Pinguet blieb aber fortgesetzt für die Arbeit im Weinberg, Keller und Vertrieb verantwortlich. Im Februar 2012 gab Noël Pinguet dann überraschend seinen Abgang bekannt, gut drei Jahre vor dem geplanten Ausstieg, und das nicht friedlich, sondern begleitet von öffentlich bekannt werdenden Differenzen mit der Familie Hwang. Ihm passte laut Presseberichten zum einen nicht, dass die Hwangs den Anteil der trockenen Vouvrays erhöhen wollte, zum anderen, dass sie den Vertrieb zulasten des kleinteiligen Verkaufs an Endverbraucher, Restaurants, usw. verbreitern wollen.

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Seit dem Jahrgang 2012 sind nun Jean-Bernard Berthomé, der langjährige Kellermeister der Domaine, und Benjamin Joliveau, den Pinguet als seinen Nachfolger auserkoren und vier Jahre angelernt hatte, ohne Pinguet für die Weine verantwortlich. An sich wären die Voraussetzungen da gewesen, die Domaine wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen. Zwei schwierige erste Jahrgänge (2012 und 2013) und ein Eklat über Weinbewertungen und Hausverbote mit zwei der einflussreichsten englischsprachigen Journalisten und Blogger über die Weine der Loire, Jim Budd (Jim’s Loire) und Chris Kissak (The Wine Doctor), legten dem neuen Team jedoch einige Steine in den Weg.

Am Ende geht es aber um den Wein, und um den kümmert sich in Deutschland ganz besonders der Weinhändler Vinaturel. Als Pinguet die Domaine Huet verließ, waren Teil seines Abschiedspakets große Teile der Schatzkammer,beispielsweise sämtliche Weine vor 1971 und alle Weine aus dem Jahrhundertjahrgang 1989. Diese Schatzkammer kaufte zum einen Teil Berry Brothers & Rudd aus England und zum anderen eben Vinaturel. Dass ein deutscher Weinhändler die Gelegenheit bekam, ein so wichtiges Stück Weingeschichte zu erwerben, ist schon ein großer Erfolg. Dass Vinaturel die Gelegenheit wahrnehmen konnte, ist ein noch viel größerer Erfolg. Und dass Vinaturel Weinliebhabern die Chance gibt, zu bezahlbaren Preisen diese außerweltlichen Weine im Rahmen von Verkostungen und Dinners kennenzulernen und auch wiederzutreffen, ist geradezu ein Geschenk des Himmels.

Ende 2012 hatte ich das Glück, bei einer denkwürdigen Probe mit anschließendem Dinner von Weinen der Domaine Huet im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg dabei zu sein. Probiert wurden Weine von 1919 bis 1989, unter anderem Legenden wie der 1947 Vouvray Le Mont Moelleux oder eine feine Reihe verschiedener 1989er Vouvray Moelleux. Dabei konnten auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Weinbergen, Le Mont, Le Haut Lieu und Clos du Bourg, sehr schön herausgeschmeckt werden: Le Mont häufig sehr fest und sehr pikant-würzig, Le Haut Lieu transparent und mit der klarsten Frucht, Clos du Bourg sehr ausladend und expressiv. Es mag etwas vermessen klingen, aber bei einem Weingut wie Huet kommen diese Unterschiede erst mit 25+ Jahren Flaschenreife wirklich gut zur Geltung.

Es braucht schon perfekt gelagerte Flaschen aus einem Keller wie dem kühlen Tuffsteinkeller der Domaine Huet, um eine Probe wie die Huet Probe Ende 2012 in all ihren Nuancen so erfolgreich zu gestalten, wie dies gelungen ist. Nur bei solchen perfekt gelagerten Flaschen lässt sich dann feststellen, dass ein Jahrgang wie 1961 noch Flaschenreife vertragen kann und dass auch nahezu 100 Jahre alte Flaschen immer noch frisch schmecken können.

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Ein solches unvergessliches Ereignis ist kaum zu wiederholen. Gleichwohl freute ich mich sehr, als Vinaturel eine weitere Tour durch einige von Deutschlands Top-Restaurants mit Weinen der Domaine Huet ankündigte. In Hamburg fand Vinaturel mit dem Mercier und Camier im Literaturhaus an der Alster einen würdigen Restaurantpartner, der mit Ingolf Klinder einen von Hamburgs derzeit ambitioniertesten Küchenchefs stellt und daneben ein atemberaubendes Ambiente bieten kann.

Zu Beginn wurden einige der aktuellen Weine eingeschenkt, auf die ich sehr gespannt war, von denen ich aber wegen verspäteter Ankunft nur zwei probieren konnte: 2012 und 2013 Vouvray Le Mont Sec. Sowohl 2012 als auch 2013 waren vom Witterungsverlauf her problematische Jahrgänge an der gesamten Loire, die nur Minierträge zuließen und eine sorgfältige Selektion erforderten. Beide Weine waren derzeit sehr schwer einzuschätzen, da sie noch sehr fest in der Struktur sind, insbesondere der 2013er jahrgangsbedingt über eine fordernde Säure verfügt und sich die Konzentration der Aromen in beiden Weinen erst noch entspannen muss. Ich würde davon absehen wollen, diese beiden Weine jetzt einordnen zu wollen, eine vernünftige Einschätzung wird erst in zwei bis drei Jahren möglich sein.

Unser Dinner startete mit einem Kalbskuttelragout und dem 2007 Crémant de Vouvray Pétillant Brut. Bei den Crémants war die Domaine Huet für mich noch nie der Star der Region, und auch dieser 2007er Crémant war lediglich gut, versprühte aber nicht den Esprit, den die Stillweine haben.

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Überraschend groß war anschließend der 2011 Vouvray Le Mont Sec, der zu lauwarmem Hummer mit Blumenkohl und einer köstlichen Sauce Maltese eingeschenkt wurde. Vermutlich werden 2012 und 2013, aber auch 2010, etwas länger brauchen, um sich zu öffnen, als dieser 2011er Le Mont Sec, der jetzt bereits die Komplexität zeigte, die die trockenen Weine auszeichnet mit ineinander gewobenen Aromen, etwas Quitte, pikanter Ingerwürze und einem harmonischen Mundgefühl. Dieser Wein war der lebende Beweis dafür, dass bei Spitzenweingütern wie Huet der Jahrgang keine ganz so große Rolle spielt wie bei minderen Erzeugern. Wirkte der Wein kurz nach der Füllung noch etwas undefiniert, so hat er jetzt schon ein Niveau an Komplexität erreicht, was Ende 2012 kaum möglich schien.

Ein sehr kontroverser Wein folgte zum nächsten Gang, einem Malaysischen Curry in Kokosmilch mit Steinbutt und knusprigem Schweinebauch: 2008 Vouvray Le Haut Lieu Demi-Sec. Diesen Wein hatte ich zuvor schon einmal im Glas und hielt ihn seinerzeit für fehlerhaft, allerdings bizarr fehlerhaft. Er roch stechend, etwas nach Hühnerbrühe, nach Käserinde, nach oxidierendem Traubensaft. Dann folgte aber im Mund eine atemberaubende Brillanz der Aromen, eine wunderbare Harmonie aus moderater Süße und rassiger Säure, eine divin wirkende Transparenz der Frucht (Aprikose, Quitte, jeweils in perfekter Reife). Dass sich der Wein jetzt nahezu exakt identisch präsentierte, spricht gegen einen Flaschenfehler und dafür, dass der Wein eben so riecht wie er riecht. Ich habe damit immer noch meine Probleme, kann aber angesichts dieses nahezu perfekten Mundeindrucks des Weins darüber hinwegsehen, zumal der Wein zum Malaysischen Curry deutlich weniger extrem wirkte als solo getrunken. Es wird spannend sein, diesen Wein über die nächsten 5-10 Jahre zu verfolgen.

Dann wurden die servierten Weine gereifter. Zur ungestopften Gänseleber mit Brioche, kandierter Bete und Granny Smith, hausgemacht im Mercier und Camier, servierte das gut aufeinander abgestimmte Serviceteam einen Klassiker aus dem Hause Huet, den 1989 Vouvray Le Haut Lieu Moelleux 1ère Trie. Die 1ère Trie Auslesen der besten Botrytis- und Passerilage-Trauben werden nur in den besten Jahrgängen erzeugt und waren 1989 quasi nach Gusto der Domaine in den einzelnen Lagen möglich. Der 1989 Le Haut Lieu Moelleux zeigte sich an dem Abend wieder von einer sehr guten Seite, aus dieser Flasche gar nicht mal sonderlich süß, vielleicht etwas verschlossener als aus einer zuletzt Mitte letzten Jahres getrunkenen Flasche, aber immer noch mit diesem sehr feinen Duft von getrockneten Aprikosen und Quittenbrot, der diesen Wein ausmacht.

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Als nächstes kam ein Duo von nicht ganz einfach zu trinkenden Weinen: 1994 Vouvray Le Mont Sec und 1998 Vouvray Le Haut Lieu Sec zu einem Stück vom Kalbsrücken mit Karottenpüree, karamellisiertem Chicoree und einem intensiven Jus. Beide Weine wirkten gut, aber nicht übermäßig gereift, der 98er deutlich jünger als der 94er, beide angenehm cremig und würzig. Beide Weine verfügten aber auch über eine wirklich markante Säure, die man bei dem 94er auch brachial nennen könnte. Diese brachiale Säure ließ den 94er etwas bäuerlicher auftreten als dies bei den Huet Weinen normalerweise der Fall ist. Der 98er hingegen hatte die gewohnte Finesse und hätte solo getrunken vielleicht noch mehr geglänzt als zum Kalb. Beide Weine harmonierten am besten mit dem bitteren Chicoree.

Zum Käsegang, einem Epoisses von Berthaut mit Kartoffeln, fuhren die Gastgeber einen weiteren Klassiker aus dem Huet Programm der letzten 80 Jahre auf, den 1959 Vouvray Le Haut Lieu Moelleux, einen Wein, der im Dezember 2012 fast noch zu jung wirkte und sich auch jetzt absolut zeitlos präsentierte. Die klassischen Altersnoten wie Pilze oder Honig konnten hier allenfalls im Hintergrund erahnt werden. Im Vordergrund stand eher eine wunderbare Frische, eine nur noch in ihren Konturen zu schmeckende Süße und eine sehr harmonische Säure, eine klare Quitten- und Birnenfrucht. Bei den Moelleux und Demi-Sec Weinen von Huet aus großen Jahrgängen bekommt man den Luxus geboten, sich nicht darüber freuen zu müssen, dass ein alter Wein noch gut trinkbar ist, sondern sich darüber freuen zu können, über 50 Jahre alte Weine auf ihrem Höhepunkt erleben zu dürfen.

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Zum Schluss wurde zu einer Tarte Tatin noch ein weiterer Klassiker der Domaine eingeschenkt: der 1989 Vouvray Clos du Bourg Moelleux 1ère Trié „Témoin“. Der Wein heißt „Témoin“, weil er Zeuge der ersten geglückten Biodynamie-Experimente der Domaine im Jahrgang 1989 vor der vollständigen Umstellung ein Jahr später ist. Der Wein ist extrem: einer extrem ausgeprägten Säure steht eine verschwenderische Süße entgegen. Dass der Wein weder ins unangenehm Süß-Saure noch in die manchmal zum Beispiel am Neusiedlersee zu findende „Rekordwerte“ Stilistik geht, spricht für ihn und das gute Verständnis von Pinguet von Harmonie. Reife und getrocknete Aprikosen, Honig, eine feine Botrytis-Würze finden sich in dem 1989er „Témoin“, bei dem man sich gut vorstellen kann, zu welcher Komplexität er in mehreren Jahrzehnten in der Lage sein wird (jedoch auch jetzt schon ist).

Vermutlich wird diese Serie von Diners vorerst oder endgültig die letzte sein, die Vinaturel mit den gereiften Huet Weinen veranstaltet, die Vorräte sind mittlerweile größtenteils verkauft. Einige Flaschen werden sicher noch die nächsten Jahrzehnte überleben und dann auf ihrem Höhepunkt serviert werden. Dass jedoch ein derart großer Keller perfekt gereifter Flaschen, letztlich eines Weintyps, der nicht jeden Geschmack trifft, den Weinfreunden der Welt eröffnet wird, wird im Zweifel nicht mehr oft vorkommen. Dabei gewesen sein zu dürfen, ist ein großes Privileg, das mir in den nächsten Jahrzehnten bei der einen oder anderen Flasche gereifter Huet Weine wieder in Erinnerung gerufen werden wird. Letztlich geht es hier um Weine, die über jede Mode, jeden Trend, jede Kurzfristigkeit erhaben sind, Weine, die so unaufgeregt sind wie die Loire, die friedlich unterhalb der Weinberge vorbeifließt.

2004 – zehn Jahre später: Schaumweine, Rieslinge und Barolo

Die Vorbereitung und Gestaltung eines Weinabends mit Freunden gehört zu den schönsten Dingen, denen man sich als Weinliebhaber widmen kann. Das wird noch schöner, wenn man es zu zweit macht, denn dann kann man so nerdig sein wie man will, man findet immer Verständnis und muss es nicht an der Familie auslassen, die einen sowieso schon für völlig verrückt hält. So ein Weinabend ist schließlich nicht mal eben so vorbereitet, da kann man sich Tage, was sag ich, Wochen mit beschäftigen, ohne dass es langweilig werden würde.

So hatte ich schon vor Monaten das Gefühl, dass der Advent die richtige Zeit wäre, um mal wieder einen solchen Abend zu gestalten und Wein und korrespondierende Speisen auf den Tisch zu stellen. Ich wusste, dass ich gerne mal einen Abend mit zehn Jahre alten Weinen machen würde um zu sehen, wo die in den unterschiedlichen Regionen gerade so stehen, wie sie sich präsentieren. Also habe ich mich mit meinem Freund B. besprochen und wir haben die Sache in Angriff genommen. Schnell war klar, dass es Riesling geben würde und Bordeaux. Barolo war mit im Spiel, Brunello, Roussillon, Nord- und Südrhône. Viel zu viel natürlich und wir haben dann irgendwann eine geographische Linie in Form eines Breitengrads gezogen, so dass es über Bordeaux, Nord-Rhône und Barolo nicht hinausging. Es sollte also ein eher nördlich geprägter Weinabend werden mit einer deutlichen, auch der Jahreszeit entsprechenden Hinwendung zu roten Weinen.

Nachdem irgendwann die Reihenfolge stand: Schaumweine, Riesling auf Großem-Gewächs-Niveau, Barolo, Cornas, Bordeaux und Reparatur-Spätlese, war das begleitende Essen die entscheidende Frage (im Restaurant ist es natürlich anders herum, da sollen die Weine die Speisen begleiten aber bei Wein-Nerds sollen die Speisen die Weine unterstützen). Neben der stimmigen Kombination war mir wichtig, vor allem am Abend selbst nicht gehetzt in der Küche zu stehen und deshalb mussten die Speisen einfach aber raffiniert bzw. gut vorbereitbar sein. Wenn nun der Freund nicht nur einen bemerkenswerten Weinkeller besitzt sondern auch noch eine kleine Herde Galloways und Nachbarn mit eigener Jagd, dann ist schnell klar, auf was die Speisenfolge hinausläuft.

 

Wegeler Erben Geheimrat »J« Rheingau Riesling Sekt Brut, Olivier Horiot Sève »En Barmont« Blanc de Noirs, Jacquesson Avize Champ Caën Blanc de Blancs
Ursprünglich sollte es ein Schaumwein, genauer gesagt, der Sève Blanc de Noirs von Olivier Horiot sein, doch dann meinte B., er habe noch eine Jacquesson Einzellage Blanc de Blancs und schließlich hatte ich mitbekommen, dass man bei Wegeler den Geheimrat »J« brut frisch degorgiert hatte. So wurde dann aus einem Entrée ein vollständiger Dreier-Flight mit begleitendem Gang. Es gab die Wein in jedem Flight zunächst blind, dann haben wir dazu irgendwann die Speisen gereicht und irgendwann wurde aufgedeckt. So kann man sich zunächst ganz auf die Weine konzentrieren, dann auf die Veränderungen am Gaumen, wenn das Essen dazu kommt und schließlich, wenn die Weine aufgedeckt werden, das plötzlich erweiterte Wissen mit der eigenen Meinung abgleichen, die man hatte, bevor der Name ins Spiel kam.

Schaum_Lachs

Der Geheimrat »J« ist eine klassische, ja alterwürdige Riesling-Marke, bei der nicht die Lage (wie sonst üblich bei dem Niveau) auf dem Etikett steht, sondern der Markenname für Qualität bürgen soll. Ungefähr 15 verschiedene Erste-Gewächs-Lagen des Rheingaus finden sich in diesem Wein, den es als Stillwein schon lange gibt, als Sekt seit 1987. Ein größerer Teil der Trauben dieses Brut haben Auslese-Charakter und das merkt man im Duft direkt. Reifer Riesling strömt aus dem Glas, reifes Kernobst, Steinobst, leichtes Petrol, Hefe, Vanille, alles üppig und dicht. Ich denke, jeder von uns hatte bei dieser ausgeprägt üppigen Nase etwas Bedenken, dass das am Gaumen etwas zu viel sein könnte – eventuell am oberen Brut-Süße-Bereich. Doch diese Befürchtungen zerstreuten sich mit dem ersten Schluck. Der Wein ist saftig, reif, aber ganz klar strukturiert, trocken, deutlich mineralisch, kraftvoll und lang. Er steht neben den beiden dann folgenden Champagnern mit einer ganz deutlich eigenen Prägung, hier will man gar nicht mit Champagner vergleichen, das ist versekteter Riesling auf hohem Niveau (auch preislich, die Flasche kostet ab Weingut €57,-).

Von allen Flights, ist das der, der letztlich in sich am wenigsten zusammenpasst. Das ist zwar alles 2004 und alles Schaum, doch eben sehr unterschiedlich. Das gilt auch für das Degorgierdatum, das erfreulicher Weise bei allem Weinen aufgedruckt ist. Der Geheimrat frisch degorgiert, der Jacquesson später auch (ende 2013), der Sève En Baramont von Olivier Horiot dagegen liegt schon Jahre im Keller und wurde bereits 2009 verkorkt. Das merkt man ihm allerdings nicht an. Frisch steht der Champagner von der Côtes des Bars da, reinsortig aus Pinot gekeltert, aus der Einzellage en Baramont. Über Olivier Horiot und der speziellen Herkunft habe ich hier schon geschrieben, das führe ich an dieser Stelle nicht weiter aus. In der Nase gefällt mir der Wein zunächst am besten und auch das Mundgefühl ist besonders. Hier verbinden sich viele Kräuter, frisch und trocken mit Kalk, die Hefenoten tauchen nur entfernt auf und auch die Frucht spielt sich unterstützend im Hintergrund ab – bis auf einige Zitronenzesten direkt im Vordergrund. Horiot, der Mann, der eigentlich lieber Stillweinemacht, hat den Grundwein im Barrique fermentieren lassen und dort hat auch die malolaktische Gärung stattgefunden. Nach Holz schmeckt das hier alles trotzdem nicht – zum Glück. Es schmeckt eher klar und präzise mit leichtem Wachs und tonischen Noten, durch die die Kräuter, vor allem Rosmarin, immer stärker durchschlagen. Der Non-Dosé-Wein ist ein leiser Star, der erst später vom Jacquesson überholt wird. Man sollte dabei übrigens nicht vergessen, dass es Olivier Horiots erste Jahrgang war(!) – und schon allein dafür gebührt dem sympathischen Franzosen ein Chapeau!

Als dritten im Mund öffneten wir Jacquessons Champ Caïn aus Avize. Dieser Wein ist eigentlich für die Kraft, die er hat, zu früh geöffnet. Ihm zu Gefallen haben wir alle drei Schaumweine kurz vorher vorsichtig karaffiert, doch hätte man dies durchaus, zumindest für den Champ Caïn schon etwas früher in Angriff nehmen können. So brauchte er Zeit (die er bekam) und gewann deutlich mit dem Lachscarpaccio vom wilden, irischen Lachs, der, nur mit Fleur des Sel und rotem Kampot-Pfeffer gewürzt und mit einem sehr guten, mit Amalfi-Zitronen aromatisierten Olivenöl bestrichen für 30, 40 Sekunden bei 200°C Grad im Ofen erwärmt wurde (Beilage, Rauken etc. mit dem selben Öl, Salz, Pfeffer und einem weißen Balsamico). Es ist immer wieder erstaunlich, wieviel harmonischer ein zunächst zickiger Wein mit dem richtigen Essen werden kann hier. Hier ist es das Fette im Fisch, das vor allem den Jacquesson geöffnet hat. Irgendwann dann offenbart sich die ganze Kraft und Klasse dieses Chardonnay. Enorme Kraft, die Mineralität, Salzigkeit und auch das Basische des Kreidebodens schlägt voll durch. Gerade einmal 3.000 Flaschen werden von diesem Jahrgangs-Lieut-Dit gefertigt, das Kristalline und Komromisslose kommt mit etwas Wärme und Luft immer besser zur Geltung. Großer Stoff, natürlich ebenfalls ohne Dosage und im großen Holz ausgebaut. Champagner, der jetzt vielleicht überhaupt erst am Anfang seiner Trinkreife steht und den es auch erst seit kurzer Zeit auf dem Markt gibt, in der Weinhalle beispielsweise. Mehr zu Jacquesson gibt es hier.

 

Clemens Busch Pünderlicher Marienburg Riesling Spätlese ***, Robert Weil Kiedricher Gräfenberg Riesling Erstes Gewächs, Steffen Christmann Königsbacher Idig Großes Gewächs
Es war, ganz ohne Frage, zusammen mit den später folgenden Weinen aus dem Cornas, der schönste Flight des Abends. Hier trafen drei Rieslinge aus der Großes-Gewächs-Klasse (Busch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht im VDP aber Riesling *** ist das stimmige Pendant) aus drei unterschliedlichen Anbaugebieten aufeinander. Ursprünglich hatte ich den Schlossberg Grand Cru von Albert Mann mit im Rennen schicken wollen, doch letztlich wollte ich es dann doch, der Stimmigkeit wegen, bei drei deutschen Weinen belassen. Clemens Buschs Hauslage präsentierte sich, wie die beiden anderen Weine auch, ganz herkunftstypisch, wobei Pünderich eben noch mit zur so genannten Terrassenmosel gehört, mit Weinen, die gerade auch im trockenen Bereich punkten und viel Kraft bergen. Der 2004er war am weitesten von den dreien und ungemein attraktiv. Er hat, auch das letztlich zur Mosel passend, eine ganz leichte Restsüße hinten raus und die verbindet sich in diesem gereiften Stadium mit den vielen Noten vom reifen und mürben Kernobst, mit dem fast kandiert wirkendenden Steinobst und passt wunderbar zur deutlichen Honignote in der Nase, die den Duft frischer Bienenwaben mit einem Hauch Wachs kombiniert. Hier stimmt für diesen Stil alles, der Wein hat genau den richtigen Säuregehalt für die ganz leichte Süße, und schmeckt wachsig weich, während sich unter das Obst Grapefruit und Gewürze mischen.

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Der Riesling aus dem Kiedricher Gräfenberg hatte ich am Vorabend des Vinocamps im Keller bei Wilhelm Wein probiert und mir wäre damals fast der Kit aus der Brille gefallen, so gelungen war. Die zweite Flasche im Weingut dagegen war damals (Flaschenvarianzen) deutlich weniger gut während diese hier am Samstagabend wieder viel von der Größe hatte, von der ich so begeistert war. Interessanterweise ist mir am Samstag die leichte und ungemein attraktive Holznote, die den Wein im Weingut geprägt hatte, nicht so aufgefallen. Weil hatte damals eine Reihe neuer Stockinger-Fässer erhalten, die ihren Fingerabdruck im Wein hinterlassen haben. von den drei Weinen im Flight wirkte der Weilsche Wein am jüngsten. Herrlich saftig, dabei klar und präzise, bei aller Kraft bleibt der Wein schlank, vor allem im Gegensatz zum deutlich üppigeren Idig. In der Nase das leichte Rheingaupetrol, Traubennoten und etwas Steinfrucht, am Gaumen einfach total präsent mit viel Biss. Das war ein großer trockener Rheingauriesling von einer Komplexität, Kraft und Präzision, wie man sie selten findet, dabei so vibrierend und klar, einfach umwerfend attraktiv.

Christmanns Idig wirkt neben dem Rheingau fast barock, viel cremiger, viel üppiger mit hochreifer Steinobstnase, leicht botrytisch angehaucht, stoffig ohne Ende. Am Gaumen ist der Wein weicher als die vorherigen, leicht wachsig wie der Wein von Busch, auch am Gaumen dies Cremige, was man schon in der Nase vermutet. Eigentlich ist das der genau passende Riesling für die Jahreszeit und es zeigt sich dann, dass er genau zum jahreszeitlichen Essen passt, denn keiner geht eine so schöne Alliance mit der Fasanenterrine samt Apfelbrunoise ein, wie der Idig. Zum Steinobst gesellen sich hier ein Hauch Maracuja, Mango und Pomelo, das Steinig-Mineralische legt sich fast wie Puder über die Frucht, die feine Säure balanciert die Opulenz und bändigt sie, damit der Wein nicht breit wird.

Drei trockene Rieslinge, zehn Jahre alt, sechs Stunden vorher doppelt dekantiert auf dem Höhepunkt ihrer Strahlkraft (ok, der Gräfenberg mag sich noch weiter zu seinem Vorteil entwickeln, aber die anderen beiden sind jetzt genau richtig zu öffnen, würde ich behaupten) – das ist ein sehr befriedigendes Erlebnis. Die erste Terrine meines Lebens habe ich neben dem Fleisch von vier frischen Fasanen mit fettem Schweinebauch und etwas Gänseleberpaté gefüllt, sowie mit Waldpilzen und Berberitzen.

 

Mauro Veglio Barolo Casteletto, Ascheri Barolo Vigna dei Pola, Bartolo Mascarello Barolo
Ich muss ja zugeben, dass ich kein besonderer Barolo-Experte bin. Man kann auch nicht für alles Experte sein und irgendwie habe ich mich auf diese Region nie eingelassen. Dafür gibt es ein paar wenige Freunde, aus deren Kellern ich schon den ein oder anderen gereiften Wein großer Namen probieren konnte – und natürlich immer wieder begeistert bin. Nur selbst habe ich nichts, bis auf zwei Flaschen. Die Flaschen von Mauro Veglio und Aschieri befinden sich denn auch eher durch Zufall im Keller, weil sie zusammen mit einem Barbaresco mal in einem Weinplus-Verkostungspaket lagen. Doch genau für einen solchen Abend habe ich sie zur Seite gelegt und ergänzt wurden sie durch einen großen Namen, durch den Wein eines Kauzes, eines unabhängigen Winzers namens Bartolo Mascarello, der allerdings schon vor einigen Jahren gestorben ist. Dies ist unter Strick der Flight, auf den wir auch hätten verzichten können, denn zehn Jahre Reife sind für Barolo einfach zu wenig. Erst das Consommé vom Fasan samt Frittaten hat mit seinem Umami die teils noch groben Gerbstoffe deutlich gerundet. Die Weine sind, wie bei Barolo üblich, nicht von Frucht geprägt sondern mehr von Leder, Waldboden, Pilzen usw.

Mauro Veglios Casteletto stammt aus Montforte, ist dunkel, dunkler als die anderen beiden Weine, aber am offensten und auch mit der deutlichsten Frucht. Er hat erfreulich wenig offensichtliches Holz. Neben den schon angesprochenen Aromen finden sich getrocknete Kräuter, dunkle Kirschen und dunkel aromatische Gewürze. Insgesamt eine ganze erfreuliche Flasche.

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Im Gegensatz dazu hatte ich beim Öffnen des Vigna dei Pola von Ascheri am Mittag das Gefühl, der Wein könne untrinkbar sein aufgrund höchst bitterer Tannine. Das hat sich dann bis zum Abend noch etwas gelegt, das Consommé tat sein Übriges aber eigentlich war der Wein ein fail, mittelmäßig, rustikal, ja ausgezehrt mit einem rostigen Nagel in einem See von Bitterkeit.

Bartolo Mascarello war eine Legende des Gebiets. Ein Verfechter der alten Schule des Barolo, ein Kämpfer für das Wahre und Gute, der gegen das Barrique genauso angekämpft hat wie gegen Berlusconi und der von 1990 an bis zu seinem Tod nicht mehr persönlich ans Telefon gegangen ist. Gestorben ist er 2005, dieser Wein hier ist von 2004, dürfte aber schon im Wesentlichen von seiner Tochter Teresa gemacht worden sein. Der Nebbiolo hat nach einer langen Mazeration (ca. 30 Tage in Zementtanks) zwei Jahre in mittelgroßen, alten Fässern aus slowenischer Eiche gelegen bevor er dann auf der Flasche nachgereift ist. Er präsentiert das, wofür diese Weine berühmt sind: Eine ungemein dichte Tanninstruktur die sich erst nach Jahrzehnten harmonisiert. Da dieser Wein von diesen Jahrzehnten erst eins auf dem Buckel hat, kann man heute nur erahnen, wie gut der Wein irgendwann sein wird. Es ist die Beschreibung eines Haltepunktes auf der Durchgangsreise. Es ist das Treffen mit einem dunklen, geheimnisvollen Charakter, der hier ein Bukett an Veilchen offenbart, in welches sich vereinzelt dunkle Kirschen mischen. Waldboden, etwas Trüffel, Anis und Fenchel stoßen dazu. Beeindruckend ist die Säure, die Frische, die Klarheit, das leicht Schwebende samt festem Fundament. Mehr kann ich über diese geheimnisvoll verschlossene Schönheit gerade gar nicht sagen.

Das Consommé stand acht Stunden auf dem Herd, bis ich die Karkassen herausgenommen habe. Neben Wacholder, Piment und weiteren Gewürzen dürfte vor allem die Orangenschale eine besondere Note geliefert haben. Abgeschmeckt habe ich das Consommé mit Madeira, mit echtem Madeira, nicht mit der Kochqualität.

> Im zweiten Teil gibt es drei Weine aus dem Cornas, drei aus St. Estèphe und eine Flasche von J.J. Prüm.

 

Rosé-Sommer: FRV100, Beaujolais-Sprudel von Jean-Paul Brun

07/Aug/14 13:42 kategorisiert in: Crémant, Sekt & Co., Gamay, Rosé

Heute gibt es das Beaujolais einmal anders. Angesagt ist Rosé von einem der besten Winzer des Gebietes, und diesen Rosé gibt es dann auch noch mit Schaum. Kurz gesagt, im Land der Rotweine mit dem bis heute andauernden Image-Problem gibt es auch Winzer, die Rosé herstellen (und übrigens auch Weißweine und da sind wiederum die von Jean-Paul Brun besonders gut). Benannt hat Brun, der Winzer der Domaine des Terres Dorrés den Wein FRV100 nach effervescent, dem französischen Wort für Sprudelnd oder in Aufruhr sein.

frv100

Auch wenn die Flasche modern aussieht – die Machart des Weines ist es nicht, denn Brun hat den Schaumwein nach der methode rural bzw. methode ancestrale ausgebaut, jener Form der Schaumweinherstellung, wie sie vor der Erzeugung von Champagne war. Der winzer vergärt zunächst wie üblich den Zucker des Mostes in Alkohol, dies wird allerdings bei sechs bis acht Prozent Alkohol unterbrochen, der Wein wird samt seiner Hefen auf die Flasche gezogen und dort gärt der Wein weiter, CO2 entsteht und bleibt als Blasen im Wein, die Hefen sterben irgendwann ab und machen den Wein ein wenig trüb. Nach einigen Monaten kommt der Wein so in den den Verkauf, ohne das noch weiter etwas damit geschehen würde. Ein solcher Wein ist nur selten (ich kenne einige wirklich großartige Exemplare von der Domaine Huet an der Loire) ein bemerkenswerter Schaumwein im Sinne von Komplexität und Tiefe, aber das ist hier auch nicht der Anspruch. Hier geht es darum, einen fruchtigen Sommerspaß im Glas zu haben. Der Wein sollte gut gekühlt werden, denn wenn er zu warm wird, wird er auch zu süß, da schafft die Säure dann zu wenig Ausgleich. Hier geht es vor allem um Frucht, um frische Erdbeer- und Himbeeraromen, um leichte Erfrischung in Kombination mit der erwähnten Süße. Ich finde, man sollte Erbeeren in den FRV100 schnibbeln und als Aperitif anbieten. Dafür ist er perfekt.

Gekauft habe ich ihn bei den Wein-Rebellen für €11.90, da gibt es ihn allerdings momentan nicht mehr. Wohl aber einige andere Weine von Brun, die alle mehr als ihr Geld wert sind.


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