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	<title>originalverkorkt &#187; Weinläden</title>
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	<description>flüssige und überflüssige Eskapaden</description>
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		<title>Manchmal könnte man denken, die Loire fließt durch Siegburg</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 17:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cabernet Franc]]></category>
		<category><![CDATA[Chenin Blanc]]></category>
		<category><![CDATA[Händler]]></category>
		<category><![CDATA[Rot, Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sauvignon Blanc]]></category>
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		<description><![CDATA[Ok, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, zumal wenn man sich die komplette Geschmackverirrung über der Stadt anschaut. Eine Stadtverwaltung, einer Burg nachempfunden, allerdings komplett aus Beton.



Einmal im Jahr jedoch lädt das schmucke Château Berts, wie dieser ungemein schöne Weinladen von Fegers und Berts in Siegburg heißt, zur großen Loire-Verkostung ein – das hat ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, zumal wenn man sich die komplette Geschmackverirrung über der Stadt anschaut. Eine Stadtverwaltung, einer Burg nachempfunden, allerdings komplett aus Beton.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1329" title="berts" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/04/berts.jpg" alt="berts" width="570" height="339" /></p>
<p>Einmal im Jahr jedoch lädt das schmucke <em>Château Berts</em>, wie dieser ungemein schöne Weinladen von <em>Fegers und Berts</em> in Siegburg heißt, zur großen Loire-Verkostung ein – das hat mittlerweile eine gewisse Tradition. Was das Team um <em>Martin Henseler</em> dann präsentiert, zeigt die vielschichtige Bandbreite dieses mehrere Dutzend Unterappellationen umfassenden Gebietes entlang des kaum begradigten Flusses. Gehen wir von seiner Mündung im Meer aus –  denn so beginnt auch die Probe –, zieht sich der Strom beispielsweise durch das Gebiet<em> Muscadet de Sèvre &amp; Maine</em>, dann <em>Saumur</em> und <em>Anjou</em> mit diversen Unterappellationen wie <em>Bonnezeaux</em> oder <em>Savennières</em> oder <em>Champigny</em>, dann folgt die <em>Touraine</em> mit Untergebieten wie <em>Bourgeuil</em>, <em>Chinon</em> oder <em>Vouvray</em> bis hin ins <em>Sancerre</em>. 10% der gesamten französischen Weinproduktion werden hier angebaut. Was kennen wir davon in Deutschland? <em>Crèmant</em>, <em>Sancerre</em>, <em>Muscadet</em> und <em>Pouilly-Fumé</em>? Mehr ist das meistens nicht. Wer die verschiedenen Stände im<em> Château Bert</em>s abläuft und insgesamt 60 Weine verkostet, wird allerdings bestätigen, dass es da noch einiges andere gibt.</p>
<p>Neben verschiedenen Ausreißern ist die Vielfalt an angebauten Rebsorten begrenzt. Es herrschen vor <em>Sauvignon Blanc</em> und <em>Chenin Blanc</em>, <em>Gamay</em> und <em>Cabernet Franc</em>. Der <em>Melon de Bourgogne</em>, wie die Rebsorte heißt, die den frischen <em>Muscadet de Sèvre &amp; Maine</em> hervorbringt, ist kaum einem ein Begriff. Allzu oft wird das Gebiet mit der Rebosrte <em>Muscat</em> verwechselt und der Wein entsprechend völlig falsch eingeordnet.</p>
<p>Ein Paradebeispiel für terroirorientierten <em>Muscadet</em> bietet die <em>Domaine de l&#039;Ecu</em>. Den frischen, zu Austern und ähnlichem Getier passenden Basis-Muscadet kenne ich seit wahrscheinlich 20 Jahren. Den hatte schon mein Onkel im Bioladen – <em>Guy Bossard</em>, der Eigner der Domaine, hat schon sehr früh die Demeter-Plakette an der Flasche gehabt. Wie stark oftmals die Suche nach neuer Qualität und Typizität mit der Hinwendung zum biodynamischen Landbau verbunden ist, zeigt <em>Bossard</em>. Denn vor <em>Guy Bossard</em> konnte man <em>Muscadet</em> eigentlich nicht ernsthaft trinken. Altbackenes, dünnes Gebräu, was nichts, aber auch gar nichts mit diesem extrem frischen bzw. mineralischen Weinen zu tun hatte, die ich heute probiert habe. Neben dem Basiswein präzisiert <em>Bossard</em> die Weine entsprechend ihrer Bodentypizität. So nennt er die Weine <em>Expression d&#039;Orthogneiss</em>, <em>Expression de Gneiss</em> oder <em>Expression de Granite</em>. Dieser übrigens als 2009er im Glas hat mir in seiner salzigen Mineralität am besten gefallen.</p>
<p>Erstaunlich des Weiteren der<em> Sauvignon No.5</em> der <em>Domaine Clos Roche Blanche</em> aus der Touraine, der neben gereiftem Apfel, Birnen und Passionsfrucht interessanterweise ebenso ein wenig nach Ziegenfrischkäse duftete. Eine markante und passende Mischung, ist das doch <em>der</em> Käse in der Touraine.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1331" title="poussiere_de_lune_2007" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/04/poussiere_de_lune_20071.jpg" alt="poussiere_de_lune_2007" width="570" height="250" /></p>
<p>Die ebenfalls biodynamisch arbeitende <em>Domaine des Maisons Brulées</em> (sic!) bearbeitet 9 Hektar in der Nähe von <em>Pouillé</em> in der <em>Touraine</em>. Die Erträge werden so stark reduziert, dass man bei ca. 15 Hektoliter pro Hektar verbleibt. Wie man so bei Preisen zwischen 11 und 14 Euro wirtschaftlich arbeiten kann, ist mir ein Rätsel. Auf Schönung wird selbstredend verzichtet, auf Schwefelung ebenso weitestgehend. Und auch beim Flaschenverschluss gibt es etwas Besonderes: Das Team hat sich für Kronkorken entschieden. Dass das geht, sieht man beim Zwischenverschluss der Champagner – gewöhnungsbedüftig ist es trotzdem.</p>
<p>Beeindruckt hat mich der <em>Sternenstaub</em> genannte <em>Poussière de Lune</em>, ein 2007er Sauvignon Blanc, dessen Wechselspiel zwischen Reduktion und Reifenoten auf der einen Seite und frischer Säure und Zitrusnoten auf der anderen hinführt zu einem langen, feinen Abgang.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1332" title="crochet_marchand" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/04/crochet_marchand.jpg" alt="crochet_marchand" width="570" height="218" /></p>
<p>Außergewöhnliche Terroirtypizität zeigt die <em>Domaine François Crochet</em>. Dessen 10 Hektar Anbaufläche sind auf 30 Parzellen in den Gemeinden <em>Bué</em>, <em>Crezancy</em>, <em>Sancerre</em> und <em>Thauvenay</em> verteilt. <em>Crochet</em> hat sein Handwerk nach dem Önologiestudium bei so angesehenen Adressen wie <em>Château Angélus</em> und der <em>Domaine Bruno Clair</em> erlernt, 2000 war sein erster eigenverantworteter Jahrgang.</p>
<p>Schon der aus allen drei Terroirs stammende Basis-Sancerre aus dem Jahr 2008 beeindruckt in seiner Boden- und Sortentypizität. Das ist schlicht feines Sancerre, mineralisch klar, mit Duft von reifen Birnen, Melonen und Stachelbeeren.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1333" title="crochet_exils" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/04/crochet_exils.jpg" alt="crochet_exils" width="570" height="297" /></p>
<p>Außergewöhnlich<em> Les Amoureuses</em> ebenso wie <em>Exilis</em> und <em>Le Chêne Marchand</em>. Leider gibt es nur einige wenige Flaschen (ca. 36 vom <em>Amoureuses</em>) und ich habe beim Gehen vergessen, mir zumindest mal eine oder zwei reservieren zu lassen. Der vom klassischen Silex stammende <em>Exilis</em> zeigt das, was ich an <em>Sancerre</em> so mag. Die sonst so oft dominierenden Primäraromen von Stachelbeeren treten hier in den Hintergrund. Hier präsentieren sich reife Gelbfruchtnoten in Verbindung mit Nüssen und Brioche. Dazu kommt salzige Mineralität. Das Ganze wirkt bei <em>Crochet</em> sehr sehr ausgewogen.</p>
<p>Nicht durchweg so begeistert wie <em>FuB</em> war ich von der <em>Domaine de Juchepie</em>. Der trockene Anjou blanc sec <em>Le Clos</em> wirkt überladen. Wuchtiges, frisches Holz und zu starke Karamelltöne dominieren diesen Wein des Belgiers <em>Eddy Osterlinck</em>.</p>
<p>Auch der <em>Les Quartz </em>wirkt nicht ganz ausbalanciert und mich störte im Abgang eine leichte Bitternote, aber das mag sich geben mit der Zeit. Die beiden Top-Chenin <em>Blancs Passion</em> und <em>Quintessence</em> allerdings sind ausgezeichnet, auch wenn es etwas seltsam anmutet, dass sie lange gereift schmecken, aber erst wenige Jahre auf dem Buckel haben. Die Fruchtaromenfülle in Verbindung mit Noten von schwarzem Tee, Salz, Kräutern und der Balance mit klarer Säure jedoch ist hervorragend.</p>
<p>Der für mich vielleicht größte Wein der Verkostung kam vom Korsen <em>Marc Angeli,</em> der seit 1990 die <em>Ferme de la Sansonnière</em> im Anjou bewirtschaftet. Die<em> Vielles Vignes Blanderies</em> von 2008, biodynamisch angebauter Chenin Blanc, birgt in sich eine solche Kraft, Fülle und Harmonie, das ist ganz hervorragend. Da stimmt so ziemlich alles, was mit 36,50 Euro zwar auch seinen Preis hat, was aber wert ist, mal probiert zu werden; denn das ist ein Paradebeispiel für einen trocken ausgebauten Chenin Blanc.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1334" title="sasonniere_vielles_vignes" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/04/sasonniere_vielles_vignes.jpg" alt="sasonniere_vielles_vignes" width="570" height="370" /></p>
<p>Leider konnte ich mir für die Rotweine weniger Zeit lassen als für die Weißen. Bei roten und weißen Weinen fand ich die Weine der <em>Domaine St. Just</em> sehr gelungen, im Stil durchaus vergleichbar mit den Weinen der <em>Domaine des Roches Neuves</em>, ebenfalls in Saumur-Champigny gelegen. Letztere würde ich persönlich vorziehen, vielleicht weil sie mir vertrauter sind – denn qualitativ überzeugt der Chenin Blanc <em>Coulée de St. Cyr</em> ebenso wie der Cabernet Franc <em>Clos Moleton</em>.</p>
<p>Was mir schon bekannt war aus der <em>Weinhandlung Kreis </em>in Stuttgart, sind die Cabernet Francs von <em>Philippe Alliet</em>, <em>Chinon</em>, und <em>Cathérine</em> und <em>Pierre Breton</em>, <em>Chinon</em> und <em>Bourgueil</em>. Diese jungen Cabernet Francs trocknen einem im Moment zwar noch komplett die Mundhöhlen aus, zeigen aber schon ganz klar ihr Potential, ihre Fülle, Konzentration und Kraft, die Mischung von feiner Würze und kirsch- bzw. johannisbeerigen Noten.</p>
<h5>Château Berts, Haufeld 2a, Siegburg</h5>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1318&amp;md5=292745d9450706d8d064cddad9759f86" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Originalverkorktweine in Bonn</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 09:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschweifungen]]></category>
		<category><![CDATA[Händler]]></category>
		<category><![CDATA[Weine im eigenen Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Weinläden]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Dienstag ist es also so weit. Der "Bauchladen" (so nennt ihn die Burgunderfrau …)  ist eröffnet. In dem kleinen aber feinen Laden in der Quirinstraße gibt es nun zur Auswahl von ausgesprochen wohlschmeckenden Fleisch- und Käseprodukten, die wir an dem Tag selbst probieren konnten, auch eine von mir zusammengestellte Auswahl von korrespondierenden Weinen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Dienstag ist es also so weit. Der &#034;Bauchladen&#034; (so nennt ihn die Burgunderfrau …)  ist eröffnet. In dem kleinen aber feinen Laden in der Quirinstraße gibt es nun zur Auswahl von ausgesprochen wohlschmeckenden Fleisch- und Käseprodukten, die wir an dem Tag selbst probieren konnten, auch eine von mir zusammengestellte Auswahl von korrespondierenden Weinen, wie man so schön sagt.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1294" title="laden_eroeffnung" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/03/laden_eroeffnung.jpg" alt="laden_eroeffnung" width="570" height="417" /></p>
<p>Ausgeschenkt habe ich zur Eröffnung den <em>Pinot Noir Brut 2006</em> Winzersekt von <em>Alexander Gysler</em>, der auch mit dem Grauburgunder, dem <em>Silvaner von alten Reben</em> und der Huxelbeerenauslese vertreten ist. Das weitere Programm habe ich ja schon veröffentlicht.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1296" title="eroeffnung_2" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/03/eroeffnung_2.jpg" alt="eroeffnung_2" width="570" height="420" /></p>
<p>Was mich ja mal echt gefreut hat, ist, dass so viele Freunde gekommen sind. <a href="http://holgi.blogger.de/" target="_blank">Holgi</a> hat sogar den Weg von Berlin nach Frankfurt über Bonn genommen. Danke!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1295" title="abend_nachladeneroeffnug" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2010/03/abend_nachladeneroeffnug.jpg" alt="abend_nachladeneroeffnug" width="570" height="370" /></p>
<p>Als der Tag dann zur Neige ging, haben wir selbst noch mal einige Spezialitäten probiert, wie man sieht, und da der Sekt offen war, gab es den Rest zum <em>Comté</em>, den Rest vom Silvaner einfach so und die Beerenauslese zu <em>Leberpaté mit karamelisierten Äpfeln</em> und zum <em>Roquefort</em>.</p>
<h5>Originalverkorkt bei Feinkost Peters, Quirinstraße 13, 53129 Bonn</h5>
<h5>Foto No. 2 © <a href="http://fishy.twoday.net/" target="_blank">fishy</a></h5>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1293&amp;md5=e66db486aa2bd159341fce8ee6eca9ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Clemens Busch bei FUB in Siegburg</title>
		<link>http://www.originalverkorkt.de/2009/03/clemens-busch-bei-fub-in-siegburg/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 16:49:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bioweine]]></category>
		<category><![CDATA[Händler]]></category>
		<category><![CDATA[Riesling]]></category>
		<category><![CDATA[Weingüter]]></category>
		<category><![CDATA[Weinläden]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss, Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Weissweine]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Winzer, deren Schaffen ich verfolge, seitdem ich mich für Wein interessiere. Also seit Anfang der 90er. Clemens Busch, Vorkämpfer der biologisch arbeitenden Winzer in Deutschland ist so einer. Das ist ein Typ. Einer, der ziemlich genau weiss, was er er für einen Wein produzieren will und der diesen Weg gegen Widerstände, Missfallen, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Winzer, deren Schaffen ich verfolge, seitdem ich mich für Wein interessiere. Also seit Anfang der 90er. Clemens Busch, Vorkämpfer der biologisch arbeitenden Winzer in Deutschland ist so einer. Das ist ein Typ. Einer, der ziemlich genau weiss, was er er für einen Wein produzieren will und der diesen Weg gegen Widerstände, Missfallen, belächelnder Anteilnahme ziemlich klar gegangen ist. So war es halt in Zeiten, als solche Biofuzzies noch als verschroben galten (und es häufig auch ein bisschen waren) und man ihnen unterstellte, sie würden des Nachts mit dem Mistelzweig ihre Reben besprechen. Zugetraut hat man ihnen wenig.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2009/03/clemens-busch_fub_1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-578" title="clemens-busch_fub_1" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2009/03/clemens-busch_fub_1.jpg" alt="" width="500" height="347" /></a></p>
<p>Mein Onkel Michael hat die Weine von Clemens Busch ziemlich früh in das Weinsortiment seines Bioweinladens aufgenommen und so bin ich Anfang der 90er schon in den Genuss gekommen. Die Weine haben uns damals schon begeistert &#8211; und sie sind immer besser geworden.  Das Ergebnis konsequenter Arbeit in den Steil- und Terrassenhängen der Pündericher Marienburg. Arbeit mit Kompost und Präparaten die dem Wein eine Energie verleihen die dazu führt, dass man selbst einen &#034;einfachen&#034; Kabinett eine Woche lang offen im Raum stehen lassen kann ohne das er merklich verliert. Ich kenne teure Weine, Blender, die sind nach einer Nacht hinüber. Diese Langlebigkeit finde ich so nur bei Weinen, die lange, lange keine synthetischen Dünger, Fungizide und Herbizide mehr gesehen haben.</p>
<p>Fegers &amp; Berts in Siegburg hatten nun gestern Clemens Busch eingeladen, Weine zu präsentieren und zu erklären, was für ihn dahinter steht.</p>
<p>Er ist natürlich längst aus der Schmuddelecke der Biowinzer herausgetreten mit seinen Qualitäten, hat Preise und Auszeichnungen erhalten und ist im Verband der Prädikatswinzer angelangt. Heute berät er jene, die wissen wollen wie man seine Weinberge konsequent umstellt hin zu <em>Bio</em>.</p>
<p>Aber mal eben schnell Bioweine zu produzieren und andererseits auf drei Jahrzehnte Erfahrung zurückzublicken sind eben zwei paar Schuhe und heute kann er ganz lässig sein und mit dieser Erfahrung die Entwicklung seiner Reben im Weinberg und im Keller verfolgen, präzise eingreifen um klaren und präzisen und beeindruckenden Riesling zu erzeugen.</p>
<p>Den <em>2007er Kabinet</em>t trocken hatte ich zu Hause vor circa einem Jahr geöffnet und er wirkte auf mich verschlossen und fast ein wenig derb. Jedenfalls alles andere als überzeugend. Jetzt aber hat er sich geöffnet, der Kabinett der erst in der dritten Novemberwoche geerntet wurde und auch das Zeug zu einer Spätlese hätte. Ziemlich kernig ist er, mit viel Biss und ein wenig Apfelsäure, dazu ein leichtes Blumenbouquet in der Nase und Ananas auf der Zunge. Dazu sehr mineralisch. Ein schöner Einstieg für den Abend.</p>
<p>Bei der <em>Spätlese ** 2007</em> geht es mir ähnlich. Zu Hause geöffnet vor einem halben Jahr wirkte der Wein noch deutlich verschlossener als jetzt. Doch auch hier wird klar, dass diese Weine am Anfang ihres Lebens stehen. Es sind Jungweine, das wird sich den Abend lang nicht ändern. Da ist ein sehr fordernder, sehr mineralischer Wein vom grauen Schiefer.</p>
<p><a href="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2009/03/busch_kabinett_2007.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-579" title="busch_kabinett_2007" src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/uploads/2009/03/busch_kabinett_2007.jpg" alt="" width="500" height="352" /></a></p>
<p>Das <em>Große Gewächs</em> aus der <em>1. Lage Marienburg</em> nun stellt sich dem <em>Großen Gewächs</em> aus dem <em>Rothenpfad</em>, einer Einzelparzelle aus der <em>ersten Lage Marienburg</em>, einer Ader von rotem Schiefer inmitten des blauen Schiefers. Die <em>1. Lage Marienburg</em>, ausgestattet mit 7.2 Gramm Restzucker, besitzt schon eine gewisse Eleganz, eine mineralische Tour de Force mit Gewürzen, Kräutern, etwas Fencheltee und leichter Süße. Der <em>Rothenpfad</em> dagegen wirkt beim ersten Schnuppern karamellig, dann kommt ein leichter Geruch nach Stangensellerie, später grüner Apfel, dazu ebenfalls kräutrig-würzig, mit einer trockeneren Mineralität. Der Wein ist noch viel zu jung, eigentlich viel zu schade um jetzt schon getrunken zu werden, sehr kantig ist er noch. Aber er gefällt mir sehr. Sehr markantes Tröpfchen.</p>
<p>Was Clemens Busch dann präsentiert ist eine Besonderheit aus dem Jahr 2005. Ein Wein aus der <em>Marienburger Fahrlay</em> der nach der spontanen Vergärung gar nicht wirklich fertig werden wollte und letztlich 30 Monate auf der Hefe immer wieder vor sich hin gegoren hat bis er satt zu sein schein. 10.2 Gramm Restzucker sind geblieben. Das ist wilder Wein! Und schwer zu beschreiben. Das ist Rock&#039;n Roll bei dem ich anfange, innerlich zu zappeln. Sehr frische prägnante hervorstechende Säure, Brioche, Würze, leichte Frucht nur und natürlich Marienburger Fahrlay-Mineralik, diese astringierende Blauschiefermineralik. Davon jedes Jahr eine Flasche öffnen und sehen wie er sich wohl entwickeln wird in den nächsten , sagen wir, 15 Jahren.</p>
<p>Morgen geht&#039;s dann weiter mit mehr Restsüße…</p>
<h5>Pündericher Marienburg, Riesling Kabinett trocken 2007</h5>
<h5>Pündericher Marienburg, Spätlese**, 2007</h5>
<h5>Pündericher Marienburg 1. Lage Großes Gewächs, 2007</h5>
<h5>Pündericher Marienburg 1. Lage Großes Gewächs Rothenpfad, 2007</h5>
<h5>Pündericher Marienburg Fahrlay, 2007</h5>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=577&amp;md5=9688f1d47be3d190cd70b66cb1b2acc4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weine bei Jacques’</title>
		<link>http://www.originalverkorkt.de/2007/06/weine-bei-jacques/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jun 2007 09:38:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschweifungen]]></category>
		<category><![CDATA[Weinläden]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern war ich also bei Jacques’ und habe die unten genannten Weine probiert. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich bei Jacques’ eine deutliche Tendenz der Verflachung des gesamten Angebotes feststelle. Wirklich ausdrucksstarke Weine sind selten dabei. Das ist alles gutes Mittelmaß. Selbst die teuren Weine sind normalerweise gutes Mittelmaß.

Und was meine ich mit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich also bei <a href="http://www.jacques.de/">Jacques</a>’ und habe die <a href="http://weinwelt.twoday.net/stories/3851121/">unten</a> genannten Weine probiert. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich bei Jacques’ eine deutliche Tendenz der Verflachung des gesamten Angebotes feststelle. Wirklich ausdrucksstarke Weine sind selten dabei. Das ist alles gutes Mittelmaß. Selbst die teuren Weine sind normalerweise gutes Mittelmaß.</p>
<p>Und was meine ich mit Mittelmaß? Ich meine, dass diese Weine einfach häufig zu wenig Charakter aufweisen. Sie sind schmeichlerisch, weich, gaumenfreundlich, kurz: Sie tun niemandem weh. Sie sind es aber auch selten wert, dass man über sie diskutiert. Ich habe da vor einiger Zeit mal einen Chateauneuf-du-Pape gekauft, und zwar den <a href="http://jacques.de/Frame3.asp?M=020&amp;Art=Exhome&amp;NavPage=nwbsh.asp&amp;ID=13080&amp;conPage=cwbsh.asp">Ogier-Caves des Papes</a> für 24 Mäuse. Dieser Wein war so unglaublich gefällig, dass mir fast die Kotze gekommen wäre, als ich daran dachte, was man für 24 € alles nicht haben kann. Dieser Wein hatte überhaupt keinen Charakter. Das ist bei einem höherpreisigen Chateauneuf schon schwer hinzukriegen.<br />
Das ist jedoch kein Einzelfall. Das hat wohl eher System. Ein System, das sich anscheinend ganz gut verkauft.<br />
Ich finde es besser, Weine dort zu kaufen, als Weine beim Diskounter zu besorgen. Ich finde es aber noch besser, sich in den örtlichen Weinladen zu trauen.</p>
<p>Nachtrag: Der <a href="http://www.latour-martillac.com/willkommen.html">Chateau Latour-Martillac</a> Grand Cru Classé de Graves, Pessac-Leognan 1998, den ich am Jacques’-Wühltisch zum kleineren Preis erstanden und mit <a href="http://holgi.blogger.de/">Holgi</a> an einem Nachweihnachtstag 2006 gelehrt habe – noch vor dem 1990er BIN 389 von Penfolds –, hat uns wirklich gut geschmeckt.</p>
<p>Und die Weine der Abbayé der Valmagne mag ich auch immer noch sehr gerne. Aber das hat vielleicht auch mit romantischen Erinnerungen zu tun, weil ich in eben dieser Abbayé einmal ein Konzert im Kreuzgang miterlebt habe, abends. An meiner Seite saß ein sehr nettes Mädchen, welches Indigo hieß, und durch den beleuchteten Kreuzgang flog ein große Fledermaus, während die Pianistin Liszt spielte.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=61&amp;md5=c4b4f77beab8275145448a4e7b3fd3b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weinrieder und Landgraf bei Jacques’</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jun 2007 09:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abschweifungen]]></category>
		<category><![CDATA[Grüner Veltliner]]></category>
		<category><![CDATA[Riesling]]></category>
		<category><![CDATA[Weinläden]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss, Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss, Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Weissweine]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte hier darauf hingewiesen, dass es deutschen Riesling von Landgraf und Grünen Veltliner bei Jacques’ als Monatsaktion gibt. Ich also gestern hin und mal schön probiert. Leider schmeckt der Landgraf-Riesling eher nach Frucht-Chardonnay, also eher so weltgewandt süffig, so international gefällig und der rieslingtypische eher säurebetonte mineralische Geschmack fehlt. Er schmeckt gut, aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte <a href="http://weinwelt.twoday.net/stories/3834312/">hier</a> darauf hingewiesen, dass es deutschen Riesling von Landgraf und Grünen Veltliner bei <a href="http://www.jacques.de/">Jacques</a>’ als Monatsaktion gibt. Ich also gestern hin und mal schön probiert. Leider schmeckt der <a href="http://jacques.de/Frame3.asp?M=020&amp;Art=Exhome&amp;NavPage=nwbsh.asp&amp;ID=13153&amp;conPage=cwbsh.asp">Landgraf-Riesling</a> eher nach Frucht-Chardonnay, also eher so weltgewandt süffig, so international gefällig und der rieslingtypische eher säurebetonte mineralische Geschmack fehlt. Er schmeckt gut, aber nicht typisch.</p>
<p>Der <a href="http://jacques.de/Frame3.asp?M=020&amp;Art=Exhome&amp;NavPage=nwbsh.asp&amp;ID=13080&amp;conPage=cwbsh.asp">Veltliner</a> dagegen ist flach, herb, fast bitter. Eine Enttäuschung vom <a href="http://www.weinrieder.at/">Weinrieder</a>, dessen Rieslinge ich sehr schätze.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=62&amp;md5=f1374d0de4fd244cb8c7e78f5066fa15" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das kalte Grausen</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2007 20:56:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weinläden]]></category>
		<category><![CDATA[Weiss, Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn die Weine von Aldi und Konsorten schmecken würden, würde ich sie trinken. Echt jetzt. Warum auch nicht. Ich kaufe auch andere Sachen von den Albrechts. Manchmal. Finde ich auch nicht schlimm.

Das Problem: Sie schmecken praktisch nie. Nie! Der hier, der graue Burgunder aus Baden, hatte so viel Säure, dass ich Alka-Seltzer brauchte. Und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Weine von Aldi und Konsorten schmecken würden, würde ich sie trinken. Echt jetzt. Warum auch nicht. Ich kaufe auch andere Sachen von den Albrechts. Manchmal. Finde ich auch nicht schlimm.</p>
<p>Das Problem: Sie schmecken praktisch nie. Nie! Der hier, der graue Burgunder aus Baden, hatte so viel Säure, dass ich Alka-Seltzer brauchte. Und das zum Spargel. Tss …</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.originalverkorkt.de/?flattrss_redirect&amp;id=63&amp;md5=f8158d11981a4115aabb8ea4f6c8fc05" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.originalverkorkt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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