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In Neuseeland – Teil 11: Marlborough, Framingham und Seresin

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Wer einmal die andere Seite von Marlborough kennenlernen will, also die, bei der Sauvignon Blanc zugunsten der anderen Sorten etwas stärker in den Hintergrund tritt,  der sollte (neben bereits erwähnten Wineries) erstens Framingham besuchen und zweitens die Mitglieder der MaNa-Gruppe.

Framingham
Framingham ist bisher in Deutschland so gut wie gar nicht vertreten, doch ich halte es für eines der besten neuseeländischen Weingüter überhaupt. Dass man es hier kaum kennt, liegt wahrscheinlich auch daran, dass es erstens eben nicht auf den typisch tropischen Sauvignon Blanc setzt und zweitens vor allem berühmt ist für die außerordentlich guten Rieslinge und anderen aromatischen Rebsorten. Zu verdanken ist dieser Erfolg vor allem dem Weinmacher Andrew Hedley. Diesen höchst sympathischen und kompetenten Menschen habe ich während eines Naturwein-Symposiums in Martinborough kenngelernt, dass er dort gehalten hat. Er gehört neben seiner Tätigkeit als Weinmacher zu den wenigen, die diese Weine in kleinen Mengen nach Neuseeland importieren. Andrew kommt ursprünglich aus dem Norden Englands und hat dort seinen PhD in Chemie gemacht bevor er 1993 nach Neuseeland gegangen ist.

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Seit 1998 ist er Weinmacher und verantwortet mittlerweile 16 Jahrgänge. Obwohl er 2006 an Kehlkopfkrebs erkrankt ist und seitdem nur mit so einem kleinen Handgerät reden kann, was sich mechanisch metallisch anhört, hält ihn das glücklicherweise keineswegs davon ab, öffentlich aufzutreten und über seinen Themen zu reden und trotz des monotonen, leblos wirkenden Sounds dieses Geräts ist Andrew ein Mensch, der einen sofort in seinen Bann schlägt.

Framingham_02Andrew Hedley, Copyright Fotos mitte und rechts: Framingham.co.nz

 

Der erste Weingarten des Weinguts Framingham wurde 1981 vom ebenfalls englischstämmigen Rex Brooke-Taylor angelegt. Somit gehört diese mit Riesling bestockte Fläche zu den ältesten in Marlborough und sie wird, wie die anderen Flächen auch, auf ökologischen Weinbau umgestellt. Der erste Wein unter dem Namen Framingham wurde 1994 auf den Markt gebracht, zwischenzeitlich wurde das Weingut an Constellation Brands verkauft, mittlerweile befindet es sich im Besitz des Unternehmens Sogrape. Die Portugiesen sind zwar ebenfalls ein großer Player, aber immer noch in Familienbesitz, was eine ganz andere Unternehmenskultur ermöglicht.

Framingham_01Copyright Fotos: Framingham.co.nz

 

Zwar werden hier auch rote Weine erzeugt, allen voran der hervorragende Pinot Noir aus der F-Serie und auch ein Montepulciano, daneben ein ungewöhnlich mineralisch-erdiger Sauvignon Blanc (F-Series) und ansonsten Gewürztraminer, Pinot Gris und vor allem Riesling. Die Rieslinge, an denen Andrew Herz hängt, vor allem die aus der F-Serie (zum Beispiel der Old Vines Riesling oder die Auslese 2011) aus dem schon angesprochenen alten Weinberg, gehört zum Besten, was ich aus der Sorte außerhalb Deutschlands bisher probiert habe und auch im Vergleich mit großen deutschen Rieslingen ist das eine Wucht. Es ist eine Schande, dass man das hierzulande nicht bekommt!

MaNa
Da ich nicht alle Weingüter der Winzergruppe MaNa einzeln treffen konnte, haben wir den Spieß während meines Aufenthalts umgedreht. Wir haben ein Speed-Dating im Weingut Hans Herzog vereinbart. Ich habe mich auf die Terrasse des bekannten Weinguts-Restaurants gesetzt und die Gruppenmitglieder hatten jeweils zwanzig Minuten Zeit, sich und ihre Weine vorzustellen. Das war durchaus witzig, viel zu kurz, um die Weingüter und die Menschen dahinter wirklich kennenzulernen, aber nach einem Tag mit 50 Weinen beim Regionaltasting, einem Rundgang durch das Weingut von Villa Maria und einem Nachmittag bei Yealands das Äußerste, was noch drin war. Und schließlich haben wir alle zusammen gespeist, was nach dem Tag in dieser Runde ein großes Vergnügen war.

Ob MaNa auch eine Bedeutung in Maori hat, weiß ich nicht, aber es ist offensichtlich die Abkürzung für MArlborough NAtural Winegrowers. Ursprünglich bestand die Gruppe aus den Weingütern Seresin, Huia, Hans Herzog, Fromm und Te Ware Ra, mittlerweile haben sich jedoch Clos Henri und RockFerry angeschlossen. Di e Mitglieder der Gruppe müssen zertifiziert sein (bio-organisch oder biodynamisch), ihre Weine müssen ihn Marlborough entstehen und in der eigenen Winery entstehen und sie die Weine werden alle von den Gruppenmitgliedern probiert und getestet, bevor sie auf den Markt kommen.

Seresin
Seresin ist das Herzensprojekt eines weitgereisten neuseelandstämmigen Kameramanns, der sein Geld unter anderem mit Hollywood-Produktionen verdient hat. Ohne den guten Salaire, den man dort erhält, wäre der Aufbau eines solchen Gutes nicht möglich. Der Aufbau und Betrieb eines Weinguts ist nichts, was man mit kleinen Mitteln finanzieren könnte und ich habe einige Projekte in Neuseeland (und natürlich auch anderswo) gesehen, wo sich Investoren schlichtweg übernommen haben. Nun hat man in Neuseeland zumindest den Vorteil, dass man dort damit rechnen kann, das selbst in schlechteren Jahren noch genügend Ernte eingefahren werden kann – im Gegensatz zu manchen Totalausfällen, die in Mitteleuropa viel häufiger vorkommen.

Seresin_01Copyright Fotos: Seresin.co.nz

 

Michael Seresin jedenfalls hat auf seinen Reisen, die ihn nicht nur nach Kalifornien führten sondern oft vor allem auch nach Europa, italienische Lebenskultur schätzen gelernt und ist ursprünglich irgendwann dort auf die Suche gegangen, um den geeigneten Platz für ein Landgut zu finden. Doch ist es dort gar nicht so einfach, etwas Vernünftiges und Bezahlbares zu erwerben und außerdem fing während seiner Suche der Sauvignon-Blanc-Boom in seiner Heimat an. Ein Grund, sich Marlborough doch noch mal genauer anzuschauen. Im Wairau Valley ist er dann fündig geworden und hat sich sein in Italien präferiertes Dolce Vita nach Marlborough adaptiert. Begonnen hat er mit dem Erwerb einer 45 Hektar Fläche, dem Home Vineyard im zentralen Wairau mit seinen alten Flussbetten, den Kieseln und dem gut drainagierten alluvialen Schwemmland, wo natürlich Sauvignon Blanc angebaut wurde, aber auch Chardonnay, Riesling, Pinot Gris, Pinot Noir und Semillon. Im Omaka Valley kam später der 51 Hektar große Raupo Creek Vinyard dazu. Seresin war einer der ersten, die bewusst aus der Ebene in die Foothills gegangen sind um die Ton-Lehm-Böden für den Anbau von Pinot Noir und Chardonnay zu nutzen. Neben dem Wein stehen hier 25 weitere Hektar bepflanzt mit Olivenbäumen, Obstbäumen, Gemüsefeldern und weiter in der Ebene auch mit Weideland. Seresin Estate funktioniert wie eine italienische Fattoria, wozu natürlich auch ein Restaurant gehört, das sich am Homeblock befindet und die Ernte des komplett biodynamisch zertifizierten Landes verarbeitet. Vor einiger Zeit sind noch einmal 15 Hektar Weingarten hinzugekommen. Der Tatou Vineyard, umgeben von Olivenbäumen und mit Sauvignon und Pinot bepflanzt, liegt etwas westlich des Home Vineyard.

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Copyright Foto rechts: Seresin.co.nz

 

Bei Seresin und auch später bei den anderen Mitgliedern von MaNa lässt sich gut ablesen, dass es vor allem auch in Marlborough längst nicht mehr nur um Sauvignon Blanc geht. Pinot Noir findet hier ausgezeichnete Bedingungen und präsentiert sich in einem fruchtbetonten, frischen Stil. Gerade mit den Weinbergsmethoden der MaNa-Mitglieder entstehen hier strukturierte, Pinots mit großer Persönlichkeit. Für mich besonders empfehlenswert bei Seresin sind die Pinot Noirs, die Chardonnay Reserve und Chiaroscuro, ein Blend von Chardonnay, Pinot Gris und Riesling, eine wirklich ungewöhnliche Mischung aus dem 500-Liter-Punchon.

Map_Neuseeland_Marlborough

In Neuseeland:

Teil 1: Auckland, Waiheke und die Bucht von Man'O'War

Teil 2: Einige erste Gedanken zum Neuseeländischen Weinbau

Teil 3: In Hawke's Bay

Teil 4: In Hawke's Bay bei Craggy Range und Elephant Hill

Teil 5: In Hawke's Bay bei Trinity Hill und Sileni

Teil 6: In Martinborough bei Ata Rangi

Teil 7: In Martinborough und Gladstone

Teil 8: In Nelson bei Woollaston und Neudorf

Teil 9: In Marlborough, Johanneshof, Greywacke, Dog Point

Teil 10: In Marlborough, über Sauvignon Blanc, einen Besuch bei Yealands und die Nachhaltigkeit

Teil 11: In Marlborough mit framingham und Seresin

Die Reise erfolgte auf Einladung und wurde mit mir und nach meinen Wünschen hervorragend organisiert von: nzwine-2x

 

 

In Neuseeland – Teil 10: Über Sauvignon Blanc, einen Besuch bei Yealands und die Nachhaltigkeit

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Das, was das Wein-Reisen ausmacht ist ja, dass man tatsächlich die Weinregionen noch einmal anders oder vielleicht überhaupt erst versteht. So erging es mir mit Marlborough und dessen Sauvignon Blanc. Denn dieses Gebiet ist, ich erwähnte es bereits, letztlich mit einem ganz bestimmten Sauvignon-Blanc-Stil bekannt geworden und der war und ist so erfolgreich, dass er mit Marlborough quasi gleichgesetzt wird. Die Weinmacher in Marlborough aber sind schon ein ganzes Stück weiter als und das so auf der anderen Seite der Erdhalbkugel vorkommt. Denn das, was wir als Marlborough-Sauvignon-Blanc kennen ist eine Form der Terroirs. Eines Terroirs, um genau zu sein. dieses Terroir setzt sich zusammen aus der besonderen Bodenstruktur und des Mikroklimnas im Wairau Valley und einer bestimmten Machart im Keller. Hier trifft Sauvignon Blanc auf ein altes Flussbett samt typischer alluvialer Schwemmböden mit Flusskiesel. Das Tal ist Richtung Meer hin kühler und windiger als Richtung Inland wo auch die Böden etwas grob-kiesiger sind. Über das ganze Tal hinweg entsteht intensiv tropisch-fruchtiger Wein der, wenn die die Sauvignon-Blanc-Stöcke noch jung sind, noch zusätzlich die stark pyrazinhaltigen, grünen Aromen einbindet. dies alles wird beim typischen Marlborough-Sauvignon-Blanc ziemlich kalt vergoren, was das Tropische noch fördert.

Yealands_PazifikDer Weinberg von Yealnds beginnt direkt an der Bruchkante zum Pazifik

Neben dem Wairau Valley gibt es aber noch ein paar andere Gegenden in Marlborough, und die dortigen Gegebenheiten lassen einen ganz anderen Sauvignon Blanc entstehen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Awatere Valley. In diesem Bereich, der am Südrand von Marlborough liegt, habe ich ein wirklich spezielles Weingut besucht. Es heißt Yealands, wie sein Gründer Peter Yealand und es zeigt, was man leisten kann, wenn man eine konkrete Idee von nachhaltigem Wirtschaften hat.

Yealands_WeingutMitten im 1.000 Hektar-Weinberg liegt das moderne, mit Solarzellen bestückte Weingut. Foto Copyright: Yealands

Peter Yealands hat dort vor einigen Jahren Land gekauft. Das dürfte nicht so teuer gewesen sein denn es war trocken, unbepflanzt und nur von einigen Schafen bewohnt. Es ist eine ganze Menge Land, das er sich dort zugelegt hat und so stehen heute 1.000 Hektar unter Reben. Es sind 1.000-Hektar Single-Vineyard mit 1.6 Millionen Rebstöcken auf 4.000 Kilometer Rebzeilen, die sich über die Hügel ziehen. Und weil Peter ein ordentlicher Mensch ist hat er sie auch nicht einfach so wild wachsen lassen sondern er hat sich ein Instrument gebaut (er macht Vieles einfach am liebsten selbst) mit dem er mit Hilfe von GPS-Koordinaten die Rebzeilen genau abstecken konnte, so dass sie sich wie die 6. römische Legion in Schlachtordnung über die Hügel ziehen.

YealandsRechts oben: Mr. Peter Yealand, ein Charakterkopf mit ziemlich klaren Ideen. Rechts unten: Das Strauchwerk wird gesammelt, gepresst und als Brennmaterial verwendet. Fotos links Copyright: Yealands.

Die Perfektion, mit der er beim Anbau ans Werk gegangen ist, hört hier jedoch längst nicht auf. Denn Peter Yealand wollte nicht irgendein Weingut errichten sondern er wollte das nachhaltigste Weingut errichten, das es bis zu diesem Zeitpunkt gab. Als er am 08.08.08 (sic!) das Weingut offiziell eröffnete war es bereits carboNZeroCertTM zertifiziert. Was heißt das konkret vor Ort? Zunächst einmal hat man dort, wo es vorher nur Steppe gab, Flora und Fauna implementiert (200.000 Pflanzen) und eine ganze Reihe größerer Teiche geschaffen, aus denen sich im Zweifel auch der Weinberg bewässern lässt, ohne dass das Grundwasser angezapft werden muss.

Yealnds_SchweineMan begegnet Schafen, Schweinen und Hühnern im Weinberg.  Das Bodenprofil zeigt den typischen Schwemmlandboden.

Neben der großflächigen Ausstattung mit Sonnenkollektoren (die größte in Neuseeland mit 297 Panels und 133.000kWh pro Jahr), einer eigenen Wasseraufbereitungsanlage oder dem Einsatz von Bio-Kraftstoff in landwirtschaftlichen Geräten werden beispielsweise sämtliche Rebschnitte gesammelt, gepresst und als Brennmaterial für den Winter verwendet. Alles, was im Weingut, aber auch im Vorfeld bei den Zulieferern und auch nachher beim Verschiffen passiert, wird in den Carbon-Footprint mit aufgenommen und das Weingut arbeitet von „cradle to grave“ CO2-neutral. In den Weinbergen liegen heute die größten Komposthaufen Neuseelands, mit dem der Weinberg gedüngt wird, der in diesem Jahr die Öko-Zertifizierung erhält. Anderthalbtausend Schafe bearbeiten den Weinberg. Es ist eine kleine Rasse, die nicht an die Trauben kommt, so dass sie das ganze Jahr über grasen kann. Unterstützt werden sie von Kunekune-Schweinen und jeder Menge Hühner, die beide effektiv als Schädlingsbekämpfer arbeiten.

Wer jetzt meint, ich würde hier ungefiltert eine Werbebotschaft abtippen, liegt falsch. Aber ich habe mir das Weingut einen Tag lang angesehen und bin bis heute begeistert, mit welcher Konsequenz dort gearbeitet wird. Das habe ich, vor allem in dieser schieren Größe sonst noch nirgendwo gesehen. Wer also mal in Marlborough aufschlägt, sollte dieses Weingut definitiv einen Besuch abstatten und sich selbst überzeugen.

Yealands_MulchDer Kompost besteht vor allem aus Mulch und zerkleinerten Muschelschalen, die an der Küste leicht zu bekommen sind.

Der Weinberg beginnt übrigens direkt oberhalb des Pazifik. Hier im Awatare District – Awatare bedeutet auf Maori schneller Strom – ist es im Weinberg deutlich kühler, trockener und windiger als in denWeinbergen des Wairau Valley. Dies führt, zusammen mit der Bodenbeschaffenheit von alluvialem Schwemmland mit Kies und Löss zu einer anderen Typizität denn durch das Klima sind die Beeren kleiner, dickschaliger und verfügen, was z.B. den Sauvignon Blanc angeht über ganz andere Aromen. Nimmt man zum Beispiel den Yealands Single Vineyard Sauvignon Blanc 2014 als Beispiel und geht davon aus, dass die Kellertechnik ähnlich wie bei typischen Marlborough-Sauvignons abläuft, dann hat man hier viel mehr Guave, Johannisbeere, Kräuter und Zitrus statt der typischen Wairau-Maracuja.

Yealands_lookoutEin schlichtweg beeindruckender Weingarten

Die Weine bei Yealands sind klar und typisch gemacht. Man erkennt die neuseeländisch-australische Schule der Weinmacherin Tamra Kelly-Washington. Hier findet man saubere Kellertechnik mit typisch kühler Vergärung und Reinzuchthefen. Auch wenn diese Weine größtenteils nicht meiner persönlichen Neigung entsprechen, gefallen mir doch speziell die Estate Single Blocks und der Gemischte Satz aus Riesling, Pinot Gris und Gewürz. Als Kritiker würde ich auch die anderen Weine hoch bewerten, weil sie einfach gut gemacht sind. Ich weiß, dass ich mit dem ausgezeichneten Material, das dort im Keller angeliefert wird, anders umgehen würde, aber das ist Geschmacks- und nicht Qualitätssache.

Auf jeden Fall hat mich der Besuch bei Yealands sowohl der Sauvignon-Blanc-Lagen-Diversität von Marlborough näher gebracht als auch der Idee von Sustainability, von der ja in Neuseeland allerorts die Rede ist. Und, um es noch einmal zu sagen, die Konsequenz dort hat mir stark imponiert.

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In Neuseeland:

Teil 1: Auckland, Waiheke und die Bucht von Man'O'War

Teil 2: Einige erste Gedanken zum Neuseeländischen Weinbau

Teil 3: In Hawke's Bay

Teil 4: In Hawke's Bay bei Craggy Range und Elephant Hill

Teil 5: In Hawke's Bay bei Trinity Hill und Sileni

Teil 6: In Martinborough bei Ata Rangi

Teil 7: In Martinborough und Gladstone

Teil 8: In Nelson bei Woollaston und Neudorf

Teil 9: In Marlborough, Johanneshof, Greywacke, Dog Point

Die Reise erfolgte auf Einladung und wurde mit mir und nach meinen Wünschen hervorragend organisiert von: nzwine-2x

 

 

In Neuseeland – Teil 9: Marlborough, Im Johanneshof, bei Greywacke und Dog Point

04/Jun/15 12:31 kategorisiert in: Rot, Neuseeland, Weinland Neuseeland, Weiß, Neuseeland

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Mit etwas mehr Zeit wäre ich am liebsten mit dem Rad vom Weinbaugebiet Nelson aus nach Marlborough gefahren. Die Fahrt führt durch das traumhaft schöne Rai Valley und es ist eigentlich ein MUSS, an einem der Sunde anzuhalten, seine Zeit zu verbringen und beispielsweise in Havelock die grünen Muscheln zu genießen. Am besten fährt man dann die längere Strecke Richtung Blenheim, der Hauptstadt von Marlborough. Denn dann hat man noch einen Blick auf die Momorangi Bay, Ngakuta Bay und die Shakespeare Bay bevor man Picton als Zwischenstopp erreicht.

Marlborough_TalAuf dem Weg von Nelson nach Marlborough

Wenn man diese Richtung wählt kommt man auf dem Weg nach Blenheim an einem kleinen Weingut vorbei, das von einer Deutschen und einem Neuseeländer geführt wird. Der Johanneshof Cellar hat sich vor allem durch Schaumweine und Süßweine einen Namen gemacht. Hier in Deutschland sind die Weine schwer zu kriegen aber vor allem in Neuseeländischen Restaurants sind die Weine gut vertreten.

Marlborough_Johanneshof

Das Weingut wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen, denn es ist klein und familiär geführt während sonst in Marlborough fast alles groß und professionell geführt wird, so, wie man einen Mittelstandbetrieb halt führt. Da ich mit Edel Everling einen Podcast gemacht habe, sei hier nur so viel verraten: Im tief in den Berg gesprengten Keller, der optisch einem Bergwerksstollen gleicht, was kein Wunder ist, weil es Bergbauingenieure waren, die ihn angelegt haben, lagern einige Weine aus der mittleren Steinzeit des Neuseeländischen Weinbaus, wie zum Beispiel eine herrliche 1998er Riesling Spätlese.

 Marlborough_01Das ist Marlborough. Auf der einen Seite das Meer der Cloudy Bay, auf der anderen seite die Berge und dazwischen Sauvignon Blanc, soweit das Auge reicht. Aber das ist natürlich längst nicht alles…

Marlborough, das heißt 23.000 Hektar Wein am Stück, 77% der gesamten Produktion in Neuseeland, aufgeteilt in knapp 18.000 Hektar Sauvignon Blanc, 2.500 Hektar Pinot, 1.000 Hektar Chardonnay und knapp 1.500 Hektar aromatische Rebsorten. Marlborough ist der Name, der auf fast allen Etiketten neuseeländischer Weine steht, die international über die Ladentheke wandern. Der überwiegende Teil davon ist kühl vergorener, teils aromatisch mit Hefen und Enzymen hochgepuschter Sauvignon Blanc einer bestimmten, tropisch-aromatischen Art voller Maracuja, Ananas und Papaya samt frisch gemähtem Gras.

Marlborough_IndustriesWine Industry bei Villa Maria, so vollautomatisch wie es nur geht, damit hier so schnell wie möglich die 3.6000.000 Liter Sauvignon in die großen Tanks kommen.

Cloudy Bay hat damit in den 1980er Jahren angefangen und die Leute stehen bis heute drauf. Es werden Millionen Liter davon hergestellt, so wie hier bei Villa Maria in denen der Standard-Sauvignon-Blanc in 16 Tanks à 225.000 Litern abgefüllt wird. Und der Wein ist gut. Das will ich mal dazu sagen. Das ist auch nicht als bashing gemeint sondern als Bestandsaufnahme. Bei Villa Maria, einem Weingut, dass sich vor drei Jahrzehnten in der Nähe des Flughafens von Wellinton gegründet hat, quasi als Garage Winery, sich heute mit Dependancen über das ganze Land verteilt und sich immer noch im Familienbesitz befindet, werden auch jede Menge High-Class-Weine produziert. So ist das in Neuseeland. Bei uns ist es kaum denkbar, die komplette Bandbreite eines Weinlandes und dann noch von Supermarktqualität bis Icon-Wine abzudecken.

Marlborough_Southern_ValleyDog-Point-Besitz in den Southern Valleys

Sauvignon Blanc also… Bei Cloudy Bay bin ich gar nicht gewesen, den Weinmacher Tim Heath hatte ich im letzten Herbst noch in Hamburg getroffen und da er alle seine Weine mitgebracht hatte, ich habe hier darüber geschrieben, fand ich es viel interessanter, bei zwei Weingütern vorbeizuschauen, die sich aus der Gründungsgeneration von Cloudy Bay gegründet hat. Denn, auch wenn man den Stil, den Cloudy Bay pflegt als kitschig empfinden mag, vor allem, wenn man gute Sauvignon Blancs aus Sancerre oder Pouilly-Fumé schätzt, muss man doch konstatieren, dass Cloudy Bay quasi die Mutter aller Marlborough-Weingüter ist und den Ruf Neuseelands quasi im Alleingang begründet hat.

Marlborough__GreywackeRichard Ellis macht zusammen mit Inhaber Kevin Judd die Weine bei Greywacke, einem ausgezeichneten Weingut bei Blenheim.

Damals mit dabei waren Kevin Judd, Ivan Sutherland und James Healy. Alle drei haben, nachdem Cloudy Bay in den Besitz von Louis Vuitton-Moet-Henessy übergegangen ist, ihre eigenen Weingüter gegründet. Der Engländer Kevin Judd war der erste Winemaker bei Cloudy Bay und gehörte somit zu den Gründern des Weinguts. Er ist so etwas wie Winemaker-Legende in Marlborough. James Healy war 12 Jahre lang Önologe bei Cloudy Bay während Ivan Sutherland 18 Jahre lang die Weinberge dort betreut hat. Die drei arbeiten heute immer noch zusammen denn James und Ivan haben 2000 zusammen mit ihren Frauen das Weingut Dog Point gegründet. Zentraler Bestandteil ist der namensgebende Weinberg Dog Point, um den sich mittlerweile noch weitere 120 Hektar Besitz gruppieren, der komplett ökologisch zertifiziert ist. Aus diesem Besitz wird nur zu einem Teil eigener Weine gemacht. Vieles wird anderen Winzern zur Verfügung gestellt und einer davon ist Kevin Judd, der keinen eigenen Weinbergsbesitz hat und nicht nur Trauben kauft sondern diese auch noch zusammen mit Richard Ellis, der mich begleitet hat, bei Dog Point ausbaut und sie, ganz im eigenen Stil unter dem mittlerweile renommierten Namen Greywacke anbietet. Insofern ist die Winery von Greywacke ein kleines Holzgebäude in Grauwacke-Farbe mit kleinem Garten, aus dessen Ertrag wir unser Mittagessen zusammengestellt haben.

Marlborough__Section_94Section 94 beginnt genau dort, wo das Laub heller wird. dort wird der Boden kalkig-kreidiger. Hier steht der Sauvignon Blanc für den gleichnamigen Wein.

Über Dog Point habe ich hier ja schon das ein oder andere Mal geschrieben. Für mich waren die Weine mit die ersten Marlborough-Weine, die mich wirklich mitgerissen haben. Und so ist es immer noch. Bei beiden Weingütern entstehen hervorragende Sauvignon Blancs, Chardonnay und Pinot. Angetan hat es mir weiterhin der wilde Dog Point Sauvignon Blanc Section 94, hier schon mal beschrieben sowie das Pendant von Greywacke, der Greywacke Wild Sauvignon, der ebenso wie Section 04 komplett spontan vergoren wurde und dann in alte französische Fässer gewandert ist. Zwei Drittel der Fässer haben die malolaktische Gärung durchlaufen und der Wein wurde erst anderthalb Jahre nach Gärung auf Flaschen gefüllt. Ich habe 2013 und 2010 probiert und beides hat mich beeindruckt. Herrlich die Steinfrucht, die Kräuternase, eine Süße wie von portugiesischen Vanille-Natas, dann eine reuchig, ganz leicht salzige und mineralische Note und selbst beim 2010er noch ein wenig Flint. Wunderbar komplex und lang – ein toller Sauvignon Blanc.

Marlborough_07 The Bell Tower, das Gästehaus bei Dog Point. Wieder so ein Ort, wo ich gern länger geblieben wäre.

Für die Pinots und Chardonnays sind die ambitionierten Weingüter längst in die Hügel gegangen während der Sauvignon Blanc in Marlborough vor allem im Flachland steht. Die Southern Valleys bieten etwas mehr Kühle und vor allem andere, lehmreichere Böden. Die Greywacke und Dog Point Chardonnays profitieren von der Säure des kleinbeerigen Mendoza-Klones, der hier hauptsächlich verwendet wird. Er liefert in seiner Jugend in Verbindung mit Spontanvergärung einen Flint-Feuerstein-Touch im festgewirkten, von Grapefruit- und Limonenzesten geprägten Fruchtspiel, das durch Haselnüsse ergänzt wird.

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Der Pinot von Dog Point ist betont fruchtig und hell mit viel Kirsche und gut eingebundenem Holz. Der Stil ist anders als der aus Martinborough und erst recht als der aus Central Otago. Bei Dog Point trifft man auf einen schwebenden, eher kühlen Pinot, der mir besser gefallen hat als der konzentrierter, dunklere Pinot von Greywacke. Dog Point übrigens hat genau vier Weine im Programm. Den typischen aber sehr guten Sauvignon Blanc, den Section 94, den Chardonnay und Pinot. Bei Greywacke kommen noch Pinot Grios, Riesling und Riesling Noble Harvest mit 120 Gramm Zucker dazu. Aromen von Trockenaprikose, Bitterorange, Orangenzesten und phenolische Noten treffen auf eine balancierte Säure. Fein gemacht!

Marlborough_04Matthew Sutherland, Sohn der Mitgründer und heute Weinmacher bei Dog Point.

Was Dog Point angeht, so hatte ich das große Glück in deren Gästehaus The Bell Tower unterzukommen. Von dort hat man nicht nur einen wunderbaren Blick über die Landschaft, das Haus liegt auch direkt im weitläufigen Landschaftspark, der sich von dort bis zur Winery hinunterzieht.

Marlborough_Southern_Valley_02

Greywacke und Dog Point gehören ohne Zweifel zur Spitze des Gebiets. Hier spürt man die über drei Jahrzehnte gewachsene Erfahrung, die man in Marlborough gemacht hat. Gleichzeitig wird auch hier in jedem zweiten Satz deutlich, wie bewusst man sich ist, dass man eigentlich immer noch am Anfang steht. Diese Zurückhaltung, diese professionelle Reflektion und Einordnung der eigenen Weges zusammen mit der Gastfreundschaft, die mir beim Besuch jedes einzelnen Weinguts entgegengebracht wurde, macht diese Weine-Reise zu einem Fest.

Map_Neuseeland_Marlborough

In Neuseeland:

Teil 1: Auckland, Waiheke und die Bucht von Man'O'War

Teil 2: Einige erste Gedanken zum Neuseeländischen Weinbau

Teil 3: In Hawke's Bay

Teil 4: In Hawke's Bay bei Craggy Range und Elephant Hill

Teil 5: In Hawke's Bay bei Trinity Hill und Sileni

Teil 6: In Martinborough bei Ata Rangi

Teil 7: In Martinborough und Gladstone

Teil 8: In Nelson bei Woollaston und Neudorf

Die Reise erfolgte auf Einladung und wurde mit mir und nach meinen Wünschen hervorragend organisiert von: nzwine-2x

 

 

 

 

 

Werlitsch 2011 – Liebeserklärung an einen Wein

20/Mai/15 12:30 kategorisiert in: Bio & Biodyn, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Weiß, Österreich

Manchmal plöppt in der Weinwelt, und zwar vor allem auf facebook ein Wein oder Weingut auf und alle schreiben darüber. So viel und so, dass dann andere, die das lesen, sich fragen, wieviel das Weingut denn wohl für die Promotion bezahlt hat. Das ist normalerweise nicht der Fall. Es ist vielmehr so, dass die Zunft der Weinschreiber so klein ist, dass solche Weine schnell die Runde machen.

Doch kann eigentlich über außergewöhnliche Weine jemals genug gesagt werden? Nicht, wenn sie so vielschichtig sind und sich immer wieder so neu und doch so vertraut präsentieren, wie es ein Wein von Ewald Tscheppe tut. Der Wein ist vor einiger Zeit durch die hiesige Weinszene gereicht worden, als große Offenbarung. Weil dieser Wein tatsächlich eine solche Offenbarung ist, ist es gut, dass er und sein Erzeuger diese Aufmerksamkeit bekommt. Denn Ewald Tscheppe, der aus einer traditionsreichen steirischen Weinbaufamilie stammt, gehört nicht zu jenen, die besonders laut wären. Für diesen Typ Winzer dauert es deutlich länger, bis er entdeckt wird – wenn es überhaupt geschieht.

Ewald_Tscheppe

Die Familie Tscheppe ist in Glanz an der Weinstraße in der Südsteiermark beheimatet. Dort bewirtschaftet sie seit dem 17. Jahrhundert die Weingärten, die teils in Steillagen terrassiert sind und deren Sockel der Opok bildet – so nennt man dort den Kalkmergel mit besonders hohem ph-Wert. Seit einigen Jahren haben die beiden Brüder den Besitz des Vaters Andreas Tscheppe sen. geteilt. Der Bruder, Andreas jun. firmiert unter eigenem Namen und Ewald und seine Frau Brigitte haben ihren Betrieb Werlitsch genannt. Werlitsch ist der Name des Hofs, auf dem die Familie beheimatet ist.

Die beiden Brüder, die bei der Wiener Weinmesse Vievinum im letzten Jahr auch direkt nebeneinander standen, bewirtschaften die gleichen Weinberge und sie tun es auf die gleiche Weise, denn sie haben sich beide dem biodynamischen Weinbau verschrieben. Eine durchaus unterschiedliche Stilistik entwickelt sich erst im Weinkeller, der teils noch von beiden genutzt wird. Wenn man die Weine probiert, zeigt sich eindrücklich, dass schon das Drehen an wenigen Stellschrauben völlig unterschiedlich wirkende Weine zustande bringt. In beiden Betrieben geht es vor allem um Sauvignon Blanc, Morillon, wie der Chardonnay dort genannt wird und um Gelben Muskateller.

Ewald Tscheppes Landwein Werlitsch wird aus 50% Morillon und 50% Sauvignon Blanc gekeltert. Die Reben für diesen Wein stammen aus den kargsten und steilsten Lagen, die Tscheppe im Besitz hat. Der Saft bleibt lange auf der Maische und das im offenen großen Holzbottich. Nach dem langsamen Pressen wird der Wein zwei Jahre auf der Feinhefe im großen Holzfass gelagert, bevor er auf die Flasche kommt.

werlitsch

Soweit zum Hintergrund. Der spielt allerdings zunächst einmal, wenn man den Wein öffnet und ins Glas gießt, keine Rolle mehr. Man kann über dieses Wissen verfügen oder nicht, wenn der Wein ins Glas rinnt, trüb und orange wie ein modernes Craftbeer, dann spielt all das für eine Zeit keine Rolle mehr. Den Vergleich mit dem Craftbeer nutzte ich natürlich bewusst, denn sowohl in der Farbe als auch im Aroma ist es genau das, woran dieser Wein im ersten Moment erinnert. Es ist die Hefe, die zunächst den Charakter bestimmt, und so etwas wie die typischen momentan gefragten Aromahopfen wie Amarillo oder, mit Blick auf den verwendeten Sauvignon Blanc auch Nelson Sauvin. Schnell aber verändert sich der Wein im Glas und was dann über die nächsten Stunden oder Tage hinweg passiert ist einfach beeindruckend schön. Wenn man alles, was man sonst so mit Wein verbindet zunächst einmal zur Seite lässt und sich auf diesen Wein einlassen mag – vor allem, wenn man keine Erfahrung mit Orange-Weinen hat – dann ist dies ein Erlebnis, wie man es mit Getränken nur selten hat. Dieser Wein ruht auf unglaubliche Weise in sich selbst, ist ruhig und gelassen wie sein Erzeuger, öffnet sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen demjenigen, der sich Zeit mit ihm lässt. Die Frucht changiert im Laufe des Abends von grüner und gelber zur orangener und leicht kandierter Frucht. Es gibt neben hefigen Anklängen auch malzige. Es gibt Kräuter, viele Kräuter und Gewürze (Brotgewürz,Thymian, Fenchelblüte), dazu Tabak, Nüsse, Mandeln, Speck und immer ein wenig Salz dabei. All das verbindet sich in höchster Komplexität ohne auch nur eine Spur anstrengend zu sein. Das ist Wein wie ein Naturschauspiel außerhalb der Stadt. Man ist mit seinen ganzen Sinnen gefangen, aber es hat nichts Hektisches, nichts Lautes. Einen Wein zu machen, der so geerdet ist und gleichzeitig so zu schweben scheint, ist nicht einfach zu machen. Dazu muss man schon im Weinberg und ebenso im Keller sehr genau nach innen und nach außen hören, muss sich ganz einlassen auf das, was die Natur einem da angeboten hat. Ewald Tscheppe kann das, keine Frage. Und selbst wenn wir, als Betrachter, als Erschmecker, als Genießer der Idee der Biodynamie, der Tscheppe folgt, kritisch gegenüber stehen mögen, so kommen wir doch nicht umhin, diesen Wein als außergewöhnlich zu groß zu bezeichnen. Dass diese Größe aber nur deshalb möglich ist, weil Tscheppe sich so intensiv auf die Natur und seine Art der Bewirtschaftung einlässt, finde ich bei diesem Wein so offensichtlich wie bei kaum einem zweiten. Es ist gut, dass wir Menschen haben, die sich darauf einlassen, die sich nicht beirren lassen und diese Hilfsmittel nutzen, um Weine von solcher Tiefe und solcher Größe und vor allem Schönheit erzeugen.

Dieser Wein ist einer der großen der Weinwelt, das würde ich ohne zu zögern sagen. Im Gegensatz zu vielen höchst bewerteten Weinen allerdings kostet dieser Wein hier etwa so viel wie eine gute Kiste Craftbeer. Wenn mich jemand fragen würde, welchen Wein ich in einer Originalkiste mit auf eine einsame Insel nehmen würde, dann wäre es genau dieser Wein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mir davon im Gegensatz zu anderen höchst bewerteten Weinen aus dem Burgund, dem Bordelais oder sonst woher auch persönlich eine Kiste leisten könnte.


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