originalverkorkt - flüssige und überflüssige Eskapaden



WRINT Flaschen live – Rosé-Doublefeature im Juli

23/Jul/15 13:31 kategorisiert in: WRINT Flaschen

Wir trinken wieder! In der Sommer-Sonne-Doppelausgabe gibt es Rosé satt. Und zwar von Martin Koesslers Weinhalle. Wir stellen fest, dass Rosé nicht einfach nur für Leute ist, die sich nicht zwischen rot und weiß entscheiden können, kein Zwischending, sondern dass es auch richtig gute Weine dieser Machart gibt.

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Im ersten Teil trinken wir am Donnerstag, den 30. Juli 2015 ab 20.30h:

– 2014er Schmätterling von Hanspeter Ziereisen, Baden

– 2013er Irreductible von Clos Roussely, Loire

– Brut Nature von Franz Strohmeier, Steiermark

 

Im zweiten Teil trinken wir ab etwa 21.30h:

– 2014er Corail vom Château de Roquefort, Provence

– 2014er For Jasper von Riecine, Toskana

– 2010er Lambrusco Rosé di Modena von der Cantina della Volta, Emilia Romagna.

 

Wundert Euch nicht, dass die Schaumweine etwas teurer sind. Es sind echte Spezialitäten und es lohnt sich, das Geld dafür auszugeben. Sie gehören zu den besten Schaumweinen, die ich unterhalb eines guten Champagner-Niveaus kenne. Die Weine gibt es als Gesamtpaket mit allen sechs Flaschen zum Preis von €85,- inklusive Versand. Ihr könnt es hier direkt bei der K&U-Weinhalle bestellen.

Ihr findet den Livestream zur Sendung wenn es soweit ist hier bei xenim. Ihr könnt Euch auch im Chat beteiligen (#kleitung auf irc.freenode.net). Wer nicht weiß, was ein IRC-Chat ist und wie man sowas, kann das in der Wikipedia nachschlagen oder das Webinterface benutzen, das auf Xenim aktiv ist, sobald der Livestream läuft.

 

Schluck für Schluck ein neues Weinmagazin

20/Jul/15 12:00 kategorisiert in: Bücher

Schon seit Jahren schwebt mir die Idee eines Wein(und mehr)magazins im Kopf herum. Doch Job, Familie, der Blick auf den Kalender und das Konto und nicht zuletzt die Veränderungen im Zeitschriftenmarkt haben, zusammengenommen, dafür gesorgt, dass es bei einer Idee geblieben ist. Julia Klüber und Paul Truszkowski haben es nicht beim Träumen belassen und sind momentan dabei, mit Art Director Christian Schärmer und Chefredakteur Manfred Klimek ein neues und anderes Weinmagazin auf die Beine zu stellen.

Schluck

Es freut mich sehr, dass ich mit an Bord bin und wenn ich sehe, wer desweiteren für das Magazin schreiben wird – es sind ein paar gute Freunde und Bekannte darunter – dann kann das nur ein großartiger Mix werden und etwas, was es in der hiesigen Weinmagazin-Landschaft so noch nicht gab.

Also, tragt Euch mit Eurer Mailadresse hier in die Liste ein damit Ihr darüber informiert werdet, wie es mit schluck weitergeht. Mein Bitte: gebt dem Magazin eine Chance, indem Ihr die ersten Ausgaben kauft, die Euch dann hoffentlich überzeugen werden, dass es möglich ist, auf diesem Markt ein Weinmagazin zu erzeugen, das geblättert, geschaut und gelesen werden will.

 

Meine Sommerweinempfehlung (1): Crémant Rosarot von Stephan Steinmetz, Obermosel

05/Jul/15 13:22 kategorisiert in: Crémant, Sekt & Co.

Stephan Steinmetz ist ein Mann mit klaren Prinzipien. Dazu gehört auch, dass sein Angebot nicht ausfranst sondern übersichtlich bleibt. Deshalb gibt es bei ihm nur acht Weine auf der Karte: Elbling in Liter- und in Lagenqualität, Auxerrois, Weiß- und Grauburgunder sowie Elbling- und Burgunder-Crémant und abschließend gab es bisher einen Spätburgunder.

Spätburgunder, zumal in dieser Qualität, erwartet kaum ein Kunde an der Mosel. Nur wenigen ist bekannt, dass es bei Weingütern wie Günther Steinmetz oder Markus Molitor etwas weiter runter an der Mittelmosel mittlerweile exzellente Spätburgunder gibt. Der Spätburgunder war also immer etwas schwerer verkäuflich bei Stephan und Petra Steinmetz. Im Gegensatz zum Rest des Programms und vor allem im Gegensatz zu den Sekten, die Stephan allerdings genau so nennt, wie man es üblicherweise einen Kilometer weiter auf der luxemburgischen Seite tut. Seine Crémants sind neben dem Elbling die Aushängeschilder. Und deshalb gibt es konsequenterweise mit diesem Jahr keinen Spätburgunder aus dem Holzfass mehr sondern einen rosarot schimmernden Crémant vom Spätburgunder.

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Der Crémant Rosarot ist für mich die aktuelle Sommerweinempfehlung. Stephan versektet ihn in gewohnt gekonnter Manier mit dem für Crémant üblichen Druck, einem langen Hefelager und einer entsprechend feinen Perlage. Wie es bei einem Crémant sein sollte, liegt die Betonung auf der Frische. Hier gibt es keine schweren Brioche-Aromen sondern Frucht. Und zwar eine Frucht, wo ich neben einigen Nussaromen und etwas Erd- und Himbeer vor allem die Frucht von Johannisbeeren finde. Es ist also eine Frucht, bei der immer auch ein wenig Gerbstoff mitschwingt, was den Crémant pikant macht und genau das Gegenteil von einem weichfruchtig kitschigen Exemplar werden lässt, wie man es im Rosé-Bereich viel zu oft findet. So hat man mit dem Crémant Rosarot einen erstklassig gemacht Schaumwein, in dem die Mineralität der für die Obermosel typischen Muschelkalkböden immer präsent ist, der mit der Ribisel-Frucht immer seriös bleibt und mit Druck, Perlage und nur wenig Dosage erfrischt.

Foto Stephan Steinmetz

Das Markenzeichen der Obermosel, das Gestein des Pariser Beckens, dessen letzten Ausläufer die Obermosel bildet, findet man nun auch auf den Etiketten von Steinmetz. Eigentlich wollten Stephan und Petra Steinmetz nur endlich mal eine neue Website haben. Daraus wurde allerdings ein komplettes Corporate-Design-Projekt, in dessen Ergebnis sich genau das widerspiegelt, was das Weingut ausmacht. In der klaren Art, wie hier die Weine erzeugt werden, präsentieren sie den Muschelkalk, der zu Wein wird auf schöne Weise.

Den Podcast, den ich vorletztes Jahr mit Stephan gemacht habe, gibt es hier. Die Weine direkt ab Hof. Der Rosarot kostet 12.50 Euro.

In Neuseeland – Teil 11: Marlborough, Framingham und Seresin

Header Neuseeland

Wer einmal die andere Seite von Marlborough kennenlernen will, also die, bei der Sauvignon Blanc zugunsten der anderen Sorten etwas stärker in den Hintergrund tritt,  der sollte (neben bereits erwähnten Wineries) erstens Framingham besuchen und zweitens die Mitglieder der MaNa-Gruppe.

Framingham
Framingham ist bisher in Deutschland so gut wie gar nicht vertreten, doch ich halte es für eines der besten neuseeländischen Weingüter überhaupt. Dass man es hier kaum kennt, liegt wahrscheinlich auch daran, dass es erstens eben nicht auf den typisch tropischen Sauvignon Blanc setzt und zweitens vor allem berühmt ist für die außerordentlich guten Rieslinge und anderen aromatischen Rebsorten. Zu verdanken ist dieser Erfolg vor allem dem Weinmacher Andrew Hedley. Diesen höchst sympathischen und kompetenten Menschen habe ich während eines Naturwein-Symposiums in Martinborough kenngelernt, dass er dort gehalten hat. Er gehört neben seiner Tätigkeit als Weinmacher zu den wenigen, die diese Weine in kleinen Mengen nach Neuseeland importieren. Andrew kommt ursprünglich aus dem Norden Englands und hat dort seinen PhD in Chemie gemacht bevor er 1993 nach Neuseeland gegangen ist.

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Seit 1998 ist er Weinmacher und verantwortet mittlerweile 16 Jahrgänge. Obwohl er 2006 an Kehlkopfkrebs erkrankt ist und seitdem nur mit so einem kleinen Handgerät reden kann, was sich mechanisch metallisch anhört, hält ihn das glücklicherweise keineswegs davon ab, öffentlich aufzutreten und über seinen Themen zu reden und trotz des monotonen, leblos wirkenden Sounds dieses Geräts ist Andrew ein Mensch, der einen sofort in seinen Bann schlägt.

Framingham_02Andrew Hedley, Copyright Fotos mitte und rechts: Framingham.co.nz

 

Der erste Weingarten des Weinguts Framingham wurde 1981 vom ebenfalls englischstämmigen Rex Brooke-Taylor angelegt. Somit gehört diese mit Riesling bestockte Fläche zu den ältesten in Marlborough und sie wird, wie die anderen Flächen auch, auf ökologischen Weinbau umgestellt. Der erste Wein unter dem Namen Framingham wurde 1994 auf den Markt gebracht, zwischenzeitlich wurde das Weingut an Constellation Brands verkauft, mittlerweile befindet es sich im Besitz des Unternehmens Sogrape. Die Portugiesen sind zwar ebenfalls ein großer Player, aber immer noch in Familienbesitz, was eine ganz andere Unternehmenskultur ermöglicht.

Framingham_01Copyright Fotos: Framingham.co.nz

 

Zwar werden hier auch rote Weine erzeugt, allen voran der hervorragende Pinot Noir aus der F-Serie und auch ein Montepulciano, daneben ein ungewöhnlich mineralisch-erdiger Sauvignon Blanc (F-Series) und ansonsten Gewürztraminer, Pinot Gris und vor allem Riesling. Die Rieslinge, an denen Andrew Herz hängt, vor allem die aus der F-Serie (zum Beispiel der Old Vines Riesling oder die Auslese 2011) aus dem schon angesprochenen alten Weinberg, gehört zum Besten, was ich aus der Sorte außerhalb Deutschlands bisher probiert habe und auch im Vergleich mit großen deutschen Rieslingen ist das eine Wucht. Es ist eine Schande, dass man das hierzulande nicht bekommt!

MaNa
Da ich nicht alle Weingüter der Winzergruppe MaNa einzeln treffen konnte, haben wir den Spieß während meines Aufenthalts umgedreht. Wir haben ein Speed-Dating im Weingut Hans Herzog vereinbart. Ich habe mich auf die Terrasse des bekannten Weinguts-Restaurants gesetzt und die Gruppenmitglieder hatten jeweils zwanzig Minuten Zeit, sich und ihre Weine vorzustellen. Das war durchaus witzig, viel zu kurz, um die Weingüter und die Menschen dahinter wirklich kennenzulernen, aber nach einem Tag mit 50 Weinen beim Regionaltasting, einem Rundgang durch das Weingut von Villa Maria und einem Nachmittag bei Yealands das Äußerste, was noch drin war. Und schließlich haben wir alle zusammen gespeist, was nach dem Tag in dieser Runde ein großes Vergnügen war.

Ob MaNa auch eine Bedeutung in Maori hat, weiß ich nicht, aber es ist offensichtlich die Abkürzung für MArlborough NAtural Winegrowers. Ursprünglich bestand die Gruppe aus den Weingütern Seresin, Huia, Hans Herzog, Fromm und Te Ware Ra, mittlerweile haben sich jedoch Clos Henri und RockFerry angeschlossen. Di e Mitglieder der Gruppe müssen zertifiziert sein (bio-organisch oder biodynamisch), ihre Weine müssen ihn Marlborough entstehen und in der eigenen Winery entstehen und sie die Weine werden alle von den Gruppenmitgliedern probiert und getestet, bevor sie auf den Markt kommen.

Seresin
Seresin ist das Herzensprojekt eines weitgereisten neuseelandstämmigen Kameramanns, der sein Geld unter anderem mit Hollywood-Produktionen verdient hat. Ohne den guten Salaire, den man dort erhält, wäre der Aufbau eines solchen Gutes nicht möglich. Der Aufbau und Betrieb eines Weinguts ist nichts, was man mit kleinen Mitteln finanzieren könnte und ich habe einige Projekte in Neuseeland (und natürlich auch anderswo) gesehen, wo sich Investoren schlichtweg übernommen haben. Nun hat man in Neuseeland zumindest den Vorteil, dass man dort damit rechnen kann, das selbst in schlechteren Jahren noch genügend Ernte eingefahren werden kann – im Gegensatz zu manchen Totalausfällen, die in Mitteleuropa viel häufiger vorkommen.

Seresin_01Copyright Fotos: Seresin.co.nz

 

Michael Seresin jedenfalls hat auf seinen Reisen, die ihn nicht nur nach Kalifornien führten sondern oft vor allem auch nach Europa, italienische Lebenskultur schätzen gelernt und ist ursprünglich irgendwann dort auf die Suche gegangen, um den geeigneten Platz für ein Landgut zu finden. Doch ist es dort gar nicht so einfach, etwas Vernünftiges und Bezahlbares zu erwerben und außerdem fing während seiner Suche der Sauvignon-Blanc-Boom in seiner Heimat an. Ein Grund, sich Marlborough doch noch mal genauer anzuschauen. Im Wairau Valley ist er dann fündig geworden und hat sich sein in Italien präferiertes Dolce Vita nach Marlborough adaptiert. Begonnen hat er mit dem Erwerb einer 45 Hektar Fläche, dem Home Vineyard im zentralen Wairau mit seinen alten Flussbetten, den Kieseln und dem gut drainagierten alluvialen Schwemmland, wo natürlich Sauvignon Blanc angebaut wurde, aber auch Chardonnay, Riesling, Pinot Gris, Pinot Noir und Semillon. Im Omaka Valley kam später der 51 Hektar große Raupo Creek Vinyard dazu. Seresin war einer der ersten, die bewusst aus der Ebene in die Foothills gegangen sind um die Ton-Lehm-Böden für den Anbau von Pinot Noir und Chardonnay zu nutzen. Neben dem Wein stehen hier 25 weitere Hektar bepflanzt mit Olivenbäumen, Obstbäumen, Gemüsefeldern und weiter in der Ebene auch mit Weideland. Seresin Estate funktioniert wie eine italienische Fattoria, wozu natürlich auch ein Restaurant gehört, das sich am Homeblock befindet und die Ernte des komplett biodynamisch zertifizierten Landes verarbeitet. Vor einiger Zeit sind noch einmal 15 Hektar Weingarten hinzugekommen. Der Tatou Vineyard, umgeben von Olivenbäumen und mit Sauvignon und Pinot bepflanzt, liegt etwas westlich des Home Vineyard.

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Copyright Foto rechts: Seresin.co.nz

 

Bei Seresin und auch später bei den anderen Mitgliedern von MaNa lässt sich gut ablesen, dass es vor allem auch in Marlborough längst nicht mehr nur um Sauvignon Blanc geht. Pinot Noir findet hier ausgezeichnete Bedingungen und präsentiert sich in einem fruchtbetonten, frischen Stil. Gerade mit den Weinbergsmethoden der MaNa-Mitglieder entstehen hier strukturierte, Pinots mit großer Persönlichkeit. Für mich besonders empfehlenswert bei Seresin sind die Pinot Noirs, die Chardonnay Reserve und Chiaroscuro, ein Blend von Chardonnay, Pinot Gris und Riesling, eine wirklich ungewöhnliche Mischung aus dem 500-Liter-Punchon.

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In Neuseeland:

Teil 1: Auckland, Waiheke und die Bucht von Man'O'War

Teil 2: Einige erste Gedanken zum Neuseeländischen Weinbau

Teil 3: In Hawke's Bay

Teil 4: In Hawke's Bay bei Craggy Range und Elephant Hill

Teil 5: In Hawke's Bay bei Trinity Hill und Sileni

Teil 6: In Martinborough bei Ata Rangi

Teil 7: In Martinborough und Gladstone

Teil 8: In Nelson bei Woollaston und Neudorf

Teil 9: In Marlborough, Johanneshof, Greywacke, Dog Point

Teil 10: In Marlborough, über Sauvignon Blanc, einen Besuch bei Yealands und die Nachhaltigkeit

Die Reise erfolgte auf Einladung und wurde mit mir und nach meinen Wünschen hervorragend organisiert von: nzwine-2x

 

 


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