Normalerweise folgen die Spätburgundern immer die Weine von Nahe und aus Rheinhessen. Doch dieses Mal ziehe ich die Mosel einfach mal vor.

Saar Flight 1:
Ganz der Lage entsprechend, auch wenn der Ursprung natürlich ein anderer ist, bietet der Saarburg 2025 RAUSCH Forstmeister Geltz-Zilliken einen rauschaften Auftakt von Frühlingsblumen und feinsten saftigen Früchten. Hell und glockenklar präsentiert sich der Riesling mit einer hellen saftigen Aromatik, feinstem Gesteinsstaub und einer klaren Säure, die lebendig und ganz klar wirkt. Ein gelungener Auftakt.
Der Ayl 2025 SCHONFELS Peter Lauer wirkt dagegen dunkelwürziger und steiniger, intellektueller und fordernder, aber ebenso klar und präzise mit einem angenehmen Gripp.
Der Ayl 2025 LAMBERTSKIRCH Peter Lauer ist luftiger und heller mit Blüten und gefühlt kreidigerem Gestein und hellem und zitrischen Obst. Am Gaumen bietet die Fassprobe des Versteigerungsweines eine angenehme Phenolik, Saft, eine dunklere Würze als die Nase suggeriert und viel Kräuterwürze.
Beim Ayl 2025 KUPP Peter Lauer wirkt die weiße Frucht fleischiger, der Wein cremiger. Am Gaumen fließt der Wein ruhiger dahin, hat aber trotzdem Spannung und eine klare, beschwingte Frucht und eine feine Würze mit leichter Phenolik im Finale mit viel Kraft.
Saar Flight 2:
Charming, cremig fruchtig und sinnlich wirkt der Der Ockfen 2025 GEISBERG Van Volxem. Am Gaumen kommt dann eine Würze hinzu, die ich nicht erwartet hatte. Das sorgt für Spannung, die Gesteinsnoten zusammen mit einer leichten Phenolik für Festigkeit.
Beim Biebelhausen 2025 SAARFEILSER Peter Lauer wird es schon im Duft dunkelwürzig mit gefühlt schwarzem Gestein, frisch benässt mit Flechten. Am Gaumen dann Druck, trotz der dunklen Gesteinswürze Helligkeit in der Frucht, eine drängende Säure und viel Trinkfluss.
Fast goldgelb in der Frucht mit einem Hauch von Petrol und Wiesenkräutern öffnet sich der Wawern 2025 GOLDBERG Van Volxem. Am Gaumen wirkt der Wein stoffig, cremig und kräuterwürzig mit feiner Salzigkeit und einem schönen Tiefgang. Das hat Substanz.
Dunkler und deutlich würziger sehe ich den Kanzem 2025 ALTENBERG Van Volxem mit geschliffener Säure und auch am Gaumen eher kräuterwürzigen und gesteinswürziger Noten neben der saftigen Frucht. Leicht salzig und trinkanimierend im Finale.
Der Wiltingen 2025 VOLZ Van Volxem ist wieder heller mit ein wenig Lanolin. Blüten, Kräuter und Obstgarten mit Saft und Phenolik, feiner Extraktsüße und dennoch einem trocken wirkenden Finale mit leichtem Schmelz.
Saar und Ruwer Flight 3:
Wiederum duftig und sinnlich, einladend fruchtig, ohne zu laut zu werden präsentiert sich der Wiltingen 2025 SCHARZHOFBERG PERGENTSKNOPP Van Volxem. Am Gaumen setzt sich das fort. sinnlich, saftig, vielleicht der der am einfachsten wirkende Wein der Kollektion, denke ich, dann wird es im Finale aber noch mal ernst, würzig mit gutem Grip.
Weniger präsent im Duft zeigt sich der 2025 SCHARZHOFBERGER Reichsgraf von Kesselstatt. Am Gaumen mehr Würze als Frucht, Festigkeit, Grip und eine animierende Säure, vergleichsweise karg.
Den Van Volxemschen Abschluss bildet der 2025 SCHARZHOFBERGER Van Volxem. Ein sinnlicher, cremiger Riesling mit einer klaren Kernobstfrucht, feinster Kräuterwürze, Phenolik und Saftigkeit, Eleganz und Finesse. Insgesamt eine beeindruckend schöne Kollektion.
Der Schwenk Richtung Ruwer wird direkt deutlich. Der Maximin Grünhaus 2025 HERRENBERG Maximin Grünhaus wirkt etwas fruchtbefreiter, deutlich kräutriger, steiniger und dabei doch luftig. Am Gaumen dann fein und präzise mit vielen zitrisch pikanten, herben und trinkanimierenden Noten.
Beim Maximin Grünhaus 2025 ABTSBERG Maximin Grünhaus wird es etwas cremiger, aber der Säuredruck samt der zitrischen Noten wird aufrechterhalten.
Abschließend der Kasel 2025 NIES’CHEN Reichsgraf von Kesselstatt, ganz anders, viel cremiger mit Birnenkompott und Sahne, reifem Pfirsich, Reife. Am Gaumen bleibt die Frucht, aber es wird würziger. trotzdem steht mir Frucht etwas zu plüschig im Vordergrund.
Ab hier lasse ich ein paar Weine aus, ich hoffe ihr seht es mir nach, aber 9 x Dr. Loosen ist mit einfach zu viel und auch sonst überspringe ich ein paar Weine, um mein Pensum zu schaffen.
Mosel Flight 1 & 2:
Ich mag die leicht cremige Art des Leiwen 2025 LAURENTIUSLAY Grans-Fassian, bei der es gleichzeitig Gesteins- und Kräuterwürze gibt. Ein kühler Zug, Kräuter, leicht wässrig, leicht pikant, nicht tief aber saftig.
Etwas dunkler, steiniger aber immer noch mit leichter Creme die Trittenheim 2025 APOTHEKE Grans-Fassian mit leichter Phenolik. Recht trocken, würzig mit guter Spannung.
Der Piesport 2025 GOLDTRÖPFCHEN Schloss Lieser – Thomas Haag wirkt dezent fruchtig und kräuterduftig in der Nase und am Gaumen durchaus saftig mit Festigkeit und Phenolik, wiederum kräutrig und leicht steinig aber nicht allzu tief.
Im Duft ein Anflug von Brauneberg 2025 JUFFER Fritz Haag mit einem Hauch von Falafel in der Nase, dann Gras und helle Frucht. Am Gaumen saftig, hell mit hellen Gesteinsnoten, etwas rund und charmant. Im Finale immer druckvoller und würziger.
Der Brauneberg 2025 JUFFER SONNENUHR Fritz Haag fließt ohne Widerstand. Ein helltöniger, schwebender Wein in seiner Jugend. Kräuterwürzig mit Gesteinsnoten, Anklängen von Agrumen, viel frisches Kernobst und würze zum Schluss. Noch sehr verhalten.
Mosel Flight 3 & 4:
Etwas Curry, Kräuter und Gesteinsmehl mit heller Frucht. Am Gaumen wirkt der Lieser 2025 NIEDERBERG HELDEN Schloss Lieser – Thomas Haag noch verhalten, zunächst fast seidig, fließend, widerstandlos. Erst im Finale baut er Druck auf, wird würzig und leicht pfeffrig noch mit leichter Schärfe.
Der Graach 2025 DOMPROBST Dr. Loosen wird noch von einer leichten Reduktion geprägt aber am Gaumen gefällt er mir von den Lagen am besten. Eine leichte Schärfe verbindet sich mit Festigkeit, einer leicht cremigen Textur und Saftigkeit. Manchen Weinen von Dr. Loosen fehlt der Tiefgang, die bleiben ander Oberlfäche und schwimmen einfach weg. Dieser hier hat den Anker geworfen.
Eine Mischung aus frischen und mürben Noten bietet der Erden 2025 TREPPCHEN Dr. Hermann im Duft, zusammen mit Kräutern und Gestein. Am Gaumen wirkt er klar, fest, wenig fruchtig, trocken, geschliffen mit angenehmem Grip.
Der Erden 2025 TREPPCHEN Dr. Loosen wirkt dagegen geradezu verwaschen und weich ohne Spannung. Erst zum Schluss wird der Riesling würzig und pfeffrig.
Die Weine wie der Erden 2025 TREPPCHEN Reichsgraf von Kesselstatt haben mit aktuell zu viel flüchtige Säure, wirken am Gaumen ebenfalls unklar und zu weich, auch wenn auch hier zum Schluss die Kräuterwürze dominant wird.
Mosel Flight 5:
Von allen Dr. Loosen gefällt mir der Kinheim 2025 ROSENBERG Dr. Loosen am besten. Es ist präsent, zeigt Charakter, besitzt eine gewisse Festigkeit und auch die Frucht und Würze wirken hier klarer. Es gibt ein leichtes Süßeschwänzchen und eine leichte Salzigkeit im Finale.
Der Pünderich 2025 MARIENBURG Clemens Busch bildet den Auftakt bei diesem Weingut. Er wirkt würzig, steinig, unverstellt mit etwas Currykraut und wenig Frucht. Am Gaumen dann noch recht verhalten, mit vielversprechender Textur und Struktur und verhaltener Länge.
Ähnlich verhalten, fast scheu präsentiert sich der Pünderich 2025 MARIENBURG FAHRLAY Clemens Busch im Duft. Am Gaumen zeigt er, ebenfalls verhalten, doch schon eine steinige Tiefe und prägnante Würze zusammen mit Zesten, Kräutern und Flechten. Braucht Zeit, hat aber sehr gute Anlagen.
Etwas mehr Lanolin und verhaltene Frucht bietet der Pünderich 2025 MARIENBURG FALKENLAY Clemens Busch in der Nase. Am Gaumen dann ebenfalls etwas mehr Creme, eine feste Frucht, Kräuterwürze und Struktur. Viel sTruktur, noch keine überragende Länge aber viel Präsenz.
Abschließend geht es beim Pünderich 2025 MARIENBURG ROTHENPFAD Clemens Busch noch mal weiter in die Teife und Komplexität. Ein dunkler, mysteriöser, noch unergründlicher Gesteinswein mit einem Hauch von Steinfrucht und roter Tönung, aber viel mehr Erde, Petrichor und Schiefer.
Mosel Flight 6:
Beim Hatzenport 2025 KIRCHBERG Heymann-Löwenstein mag ich das leicht Ätherische und Phenolische und zudem die Mischung aus leichter Kräutrigkeit, dezenter Frucht und festem Gestein zusammen mit einem Einsprengsel Malz am Gaumen.
Der Hatzenport 2025 STOLZENBERG Heymann-Löwenstein wirkt etwas weniger dicht, eher fließend im Oberflächenwasser. Doch dann reißt einen plötzlich ein leichter Strudel mit und es wird würzig, kräutrig, fest und man wird in die Tiefe gerissen, man taucht wieder auf und am Ende habe ich eine leichte Gumminote am Gaumen, die mich stört.
Beim Winningen 2025 UHLEN Knebel ist das Gewässer ruhiger, der Wein etwas fruchtiger, eine leichte Phenolik schleicht sich ein. Die Frucht wirkt auf mich nicht ganz klar, zumindest noch nicht. Dafür mag ich die leichte Schärfe, die Präsenz, die vibrierende Mineralität und Dichte im Finale.
Beim Winningen 2025 UHLEN LAUBACH Heymann-Löwenstein fließt das Gewässer ruhiger, der Wein besitzt eine animierende, feine Frucht und Seidigkeit, die Säure wirkt reif aber nicht zu rund. Es ist für Uhlen-Verhältnisse ein schmeichelnder Wein, der jedoch über genügend Druck und Schieferwürze verfügt.
Beim Winningen 2025 UHLEN ROTH LAY Heymann-Löwenstein hat man noch mal mehr Tiefe, mehr Rumoren im Untergrund, mehr rote Frucht und mehr Curry im Glas. Ein balancierter, saftiger, drängender und tiefer Wein.
Mosel Flight 7 & 8:
Der Winningen 2025 RÖTTGEN Heymann-Löwenstein ist duftig, saftig, würzig, feinfruchtig und schmelzig. Ein Wohlfühlwein par excellence. Nicht übermäßig komplex aber genau so, dass er seinem Status würdig bleibt.
Beim Winningen 2025 RÖTTGEN Knebel sieht es etwas unterkühlter aus, meint man im direkten Gegensatz. Tatsächlich ist das ein eher steiniger, fester Wein mit wenig Frucht aber einer beeindruckenden Spannung und drängenden Energie, Steinigkeit und Druck, den ich mir beispielsweise an der Mittelmosel häufiger gewünscht hätte.
Duftig, intensiv steinobstfruchtig und cremig präsentiert sich der Kesten 2024 PAULINSHOFBERG Geheimrat J.Wegeler im Duft. Am Gaumen dann Saft, rondeur und leichter Druck mit Phenolik. Old scholl im besten Sinne.
Leichtes Petrol und Gestein mit zerriebener Frucht im Duft beim Bernkastel 2024 DOCTOR Geheimrat J.Wegeler. Am Gaumen verhaltene Spannung, Saft, Phenolik, gute Länge, Intensität.
Wiederum duftig, cremig sinnlich wirkt der Graach 2024 HIMMELREICH Geheimrat J.Wegeler. Eigenständig, klassisch, rund, saftig und wiederum intensiv, nicht verkopft.
Noch mal duftiger, Steinobst mit Grapefruit, Birnencreme. Wehlen 2024 SONNENUHR Geheimrat J.Wegeler blässt ins gleiche Horn, wirkt etwas heller, geschmeidiger mit einer Reife, die man früher fast von der Pfalz kannte, Sehr sinnlich, zunehmend würzig im Finale.
