Mal sehen, was die Zahnhälse noch hergeben. Es folgen die letzten Riesling-Flights.
Rheingau Flight 1:
Beim Lorchhausen 2025 SELIGMACHER August Kesseler gibt es einen leicht hefigen, leicht phenolischen Auftakt und einer leicht vegetabilen Note. Am Gaumen habe ich die nicht mehr. Stattdessen eine reife, süße Frucht mit etwas Malz und Bitter Lemon, gleichzeitigem Säuredruck und herben Noten. Wieviel Restzucker mag der Wein haben?
Der Rüdesheim 2025 BERG SCHLOSSBERG Prinz wirkt floral duftig und auch mit reifer weißer Frucht gesegnet. Am Gaumen dann aber druckvoller, auch mit feiner Süße, aber deutlich balanciert mit feiner KRäuteraromatik. Auch hier recht duftig, charmant, einladend. Sicher einer Crowdpleaser.
Auch der Rüdesheim 2025 BERG ROSENECK August Kesseler hat Zucker, aber nicht so viel. Er wirkt heller, etwas straffer, die Frucht erinnert auch hier am ehesten an Bitter Lemon mit einem Schuss Kräuterauszug und Blüten.
Beim Mittelheim 2025 SANKT NIKOLAUS Josef Spreitzer gibt es das schon so oft vorgefundene Holz mit Ananas-Schärfe. Am Gaumen mit Extraktsüße, süßem Holz, Birnencreme und einem leicht steinigen aber ebenso fruchtigen Finale.
Der Oestrich 2025 ROSENGARTEN Josef Spreitzer wirkt tiefer und dunkler, rund und saftig mit leichter Phenolik, etwas Malz, reifer, fleischiger Frucht und viel Saft, gekontert von einer agilen Säure.
Rheingau Flight 2:
Der Hallgarten 2025 JUNGFER Prinz wirkt fest und griffig mit Schalen und Blattwerk neben der Frucht, dazu leiht rauchig und steinig. Am Gaumen saftig, leicht extraktsüß, angenehm herb und pikant dazu. Guter Säuredruck, kräutrig, steinig mit guter Länge und trocken und druckvoll endend.
Den Hallgarten 2025 SCHÖNHELL Barth empfinde ich angenehm balanciert zwischen Saft, Frucht, Würze und Frische. Im Duft mit viel süßer Zitrone und Kräutern, am Gaumen trockener als erwartet, leicht rauchig, etwas Senfsaat, dunkles Gestein, druckvoll und agil mit fein geschmirgeltem Gerbstoff.
Beim Hattenheim 2025 HASSEL Barth wird es rauchiger, dunkler, steiniger mit weniger Frucht. Am Gaumen etwas runder, wässriger, nicht ganz so tief, aber dafür mit Finesse, leichter Phenolik und wieder etwas Gesteinsrauch.
Der Hattenheim 2025 NUSSBRUNNEN Prinz wirkt ein wenig herb mit Trockenholz, Hefeschleier, Gestein und Nussschale. Dazu etwas Wacholder. Am Gaumen straff, trocken, leicht scharf, druckvoll, wiederum herb, noch unterentwickelt aber mit viel Potenzial.
Der Hattenheim 2025 WISSELBRUNNEN Josef Spreitzer hat ein bisschen was von Sauvignon mit Grapefruit, weißen Beeren und einem Hauch von Pyrazin. Dann weißfleischig, etwas extraktsüßer am Gaumen als erwartet, leicht hefig mit Volumen, auskleidend, salzig mundwässernd.
Der Erbach 2025 MARCOBRUNN Prinz wirkt wirkt reif und helltönig mit einem Hauch von Holz? Am Gaumen rund, dicht, vergleichsweise süß.
Rheingau Flight 3:
Weiter geht es mit Kiedrich 2025 GRÄFENBERG Robert Weil und mit einem straffen, kalkig-kreidig wirkenden Auftakt mit kühlen Fruchtnoten, Kräutern, Gestein. Kaum Süße zu spüren im Duft, nur wenig Extraktsüße am Gaumen. Dafür ein angenehme Druck ud eine cremige Textur. Elegant und charmant zunächst, dann immer trockener, immer druckvoller und mineralischer werdend. Viel Energie und Vibration.
Der Hochheim 2025 KIRCHENSTÜCK Domdechant Werner wirkt einladend saftig. Mehr Frucht, mehr Reife, trotzdem auch kühle und kräutrige Noten. Am Gaumen Gestein, eine weiße, frische, saftige und noch knackige Frucht. Etwas Zucker aber eben auch die konternde Würze und Säure.
Beim Hochheim 2025 HÖLLE Domdechant Werner verbindet sich ein charmanter Schmelz mit einer hellen Frucht. Sehr rund, einladend, saftig mit Kernobst und Steinobst, leicht kräutrig und hinten raus mit guten Druck und Würze.
Hell und strahlend, leicht herb und vegetabil, zitrisch und steinig der Hochheim 2025 KÖNIGIN VICTORIABERG DECHANTENRUHE Joachim Flick. Am Gaumen viel Druck und Würze, angenehm trocken und griffig mit guter Länge.
Beeindruckender der Wicker 2025 NONNBERG VIER MORGEN Joachim Flick. Ein kühler, geradliniger Lauf mit feiner helltöniger Saftigkeit, etwas Phenolik, dunkler Würze, Hefeschleier, gute Länge.
Rheingau Flight 4:
Nun kommen die 2024er. Es beginnt mit dem Rüdesheim 2024 BERG SCHLOSSBERG Geheimrat J.Wegeler. Tief phenolisch, hefig, viel Gestein, kaum Frucht. Ein Gesteins- und Strukturwein, fest gewirkt, pflanzlich, kalkig mit festem Kern.
Der Rüdesheim 2024 BERG SCHLOSSBERG Peter Jakob Kühn wirkt noch leicht reduktiv mit leichter Phenolik. auch hier viel Stein, Rauch, Hefe, leicht zitrisch. Auch hier vor allem Festigkeit, dunkelwürzige Tiefe, auskleidende Würze, hefige Cremigkeit, trotzdem fest, trocken, tief und straff. Beginnende Größe.
Der Rüdesheim 2024 BERG ROTTLAND Balthasar Ress wirkt dagegen hell, rund, saftig und fast sinnlich, schmelzig und fließend.
Beim Rüdesheim 2024 BERG ROTTLAND Geheimrat J.Wegeler zeigt sich noch Scheu in der Nase und auch am Gaumen. Unentwickelt, steinig, fast karg, straff und leicht würzig. Warten.
Im Geisenheim 2024 ROTHENBERG Geheimrat J.Wegeler findet man etwas Frucht, aber auch hier vor allem Gestein, etwas Rauch, Speck, rote Beeren und am Gaumen einen ordentlichen Grip und Schmelz, eine dunkle Würze und eine Seidigkeit, garniert mit weißen Beeren im Finale.
Der Geisenheim 2024 MORSCHBERG Geheimrat J.Wegeler wirkt so, als hätte er mehr Holz mit einer leicht scharfen Note, etwas Nussschale, Zesten. Am Gaumen helltönig und dezent fruchtig, vor allem aber wieder würzig, auch holzwürzig mit Tiefe und Länge. eine gelungene Kollektion.
Rheingau Flight 5:
Der Johannisberg 2024 SCHLOSS JOHANNISBERG Schloss Johannisberg wirkt ungewöhnlich rund und seidig am Gaumen. Weiße und Gelbe Früchte, BSA?, recht warm, saftig, fruchtig aber mit zu wenig Druck.
Beim Johannisberg 2024 KLAUS Prinz von Hessen wird es druckvoll und feiner mit einer Kernobstfrucht, einer reifen aber stringenten Säure und recht wenig Extraktsüße. Dafür baut sich die Gesteinswürze sehr gut auf.
Mit dem Winkel 2024 JESUITENGARTEN Geheimrat J.Wegeler gibt es ein weiteres Gewächs des Weinguts. Wiederum ein festes, weitgehend fruchtbefreites, herb-kräutriges Getränk mit straffem Zug und viel Gestein. Ganz auf Struktur uasgelegt.
Der Winkel 2024 HASENSPRUNG Prinz von Hessen wirkt cremiger mit mehr Steinobst und Birne. Am Gaumen rund, etwas gefällig, vergleichsweise fruchtsüß.
Das Gegenteil davon der Mittelheim 2024 SANKT NIKOLAUS Peter Jakob Kühn. Im Konkurrenz zu den straffen Wegelers, aber mit einem unterschiedlichen Ansatz. Eine cremigere Tiefe, mehr Charme, eine feine Phenolik, dunkles Gestein, Hefe, gleichzeitig kühl, vibrierend im Untergrund.
Der Hallgarten 2024 JUNGFER Peter Jakob Kühn dann noch kühler, noch straffer, noch würziger, rauchiger, mysteriöser. Am Gaumen sehr präsent, tief, sehr würzig und vibrierend, geschliffen klar und von großer Substanz.
Rheingau Flight 6:
Der letzte Rieslingflight der Veranstaltung: Oestrich 2024 DOOSBERG Geheimrat J.Wegeler Im Vergleich cremig und schmelzig mit Brinencreme und etwas Vanille und auch Holz. Dann nussig, rauchig, wiederum cremig am Gaumen, immer straffer und würziger werdend im Finale. Spannend.
Der Oestrich 2024 DOOSBERG Peter Jakob Kühn wirkt noch sehr verschloss, mineralisch, kühl und hell in der Steinigkeit. am Gaumen etwas offener, druckvoll aber auch hier eher unfertig, aber vibrierend energetisch. Abwarten.
Etwas reduktiv und hefig der Hattenheim 2024 WISSELBRUNNEN Balthasar Ress. Am Gaumen verhalten mit heller Frucht, etwas wässrig, dann cremiger werdend mit einem Anteil mürber Frucht und dunkler Würze. Mit Luft immer kraftvoller und dichter. Braucht Zeit.
Beim Hattenheim 2024 WISSELBRUNNEN Kaufmann habe ich einen Kräuteraufguss mit Fenchelgrün und leicht zitrischen und weißfruchtigen Noten. Später herb, gereift, fast wachsig mit Curry. Den habe ich nicht ganz verstanden.
Der Rauenthal 2024 IM ROTHENBERG Diefenhardt ist noch einmal ein recht runder, saftiger, eher fruchtiger Wein mit Kräuternoten und leicht dunkler Würze. Zunächst mit leichter Süße, im Finale dann immer trockener und würziger werdend.
Den Abschluss bildet der Martinsthal 2024 LANGENBERG Diefenhardt. Gartenkräuter, leicht phenolisch, recht straff und trocken, leicht salzig und sogar pfeffrig mit leichtem Schmelz und etwas Schärfe im Finale.
