Der Grand Prix der Großen Gewächse 2026 – Tag 3: Riesling Mittelrhein, Franken, Württemberg & Baden

Mittelrhein & Franken Flight 1:

Ein einzelnes GG gibts vom Mittelrhein. Der Bacharach 2025 WOLFSHÖHLE Ratzenberger wirkt reif und saftig mit viel Frucht und einer dezenten Süße wie beim Zitronencreme. Dann wird es ebenso saftig mit gefühlter Süße am Gaumen. Schlotzig geradezu mit einer feinen Würze und Reife.

Der Bürgstadt 2025 CENTGRAFENBERG Rudolf Fürst wirkt in der Nase noch recht reduziert. Am Gaumen baut der Wein Druck auf, bietet eine fein geschmirgelte Tectur, wirkt kühl leicht salzig und saftig, mundwässernd und präzise. Kategorie: Strukturwein.

Beim Würzburg 2025 STEIN-BERG Bürgerspital zum Hl. Geist gibt es Kräuterwürze mit Zitrone und Limette beträufelt. Am Gaumen dann saftig, wenig Extraktsüße aber ein bisschen schon, ansonsten trocken, kräuterwürzig mit gutem Grip.

Dann wird es noch einmal duftig beim Würzburg 2025 STEIN-BERG Staatlicher Hofkeller Würzburg mit einem Hauch von Bierhefe. Am Gaumen klassisch, helltönig mit gutem Druck, mit gelungener Würze und guter Länge. Everybody’s Darling, ohne negative Konotation.

Franken Flight 2:

Weiter geht es mit dem Randersacker 2025 PFÜLBEN Bürgerspital zum Hl. Geist. Leicht gewärmte weiße Frucht, dazu kalkig-kreidige Noten und Kräuterwürze. Am Gaumen saftig-süffig, charmant und ansprechend mit gutem Extraktsüße-Säurespiel. Hellle Frucht, Kräuter, guter Druck.

Der Randersacker 2025 PFÜLBEN Staatlicher Hofkeller Würzburg ist ebenfalls druckvoll, hell, zitrisch zestig, leicht herb mit einem Schluck Bitter Lemon. Stringent zeiht sich die Säure ihre Bahn, trotzdem gibt es einen leicht cremigen Charmefaktor.

Fast scheu steht der Sulzfeld 2025 MAUSTAL Zehnthof Theo Luckert daneben und gibt zunächst nichts preis. Am Gaumen dann aber fast das Gegenteil. Eine klare Frucht aus Kernobst, Steinobst und Agrumen, fein, doch nachhaltig verwoben mit Kräutern und Gestein, dicht und noch fest am Gaumen, ultra lang und intensiv mit noch leichter Schärfe und herben Noten. Sehr stark.

Floral und duftig mit weißfleischigem Obst und Kräutern. Der Escherndorf 2025 AM LUMPEN 1655® Rainer Sauer wirkt gewohnt fein und zurückhaltend im Auftakt, doch mit nachhaltiger Phenolik, zunehmenden Säuredruck und immer mehr Würze wie ein langsam anschwillendes forte aus einem piano heraus.

Der Escherndorf 2025 AM LUMPEN 1655® Horst Sauer ist dagegen sofort präsent. Expressiv, fruchtbetont, fleischig. Am Gaumen saftig, leicht extraktsüß, charmant, aber niht gefällig, denn auch hier baut sich zum Finale hin immer mehrt Druck und Würze auf.

Beim Escherndorf 2025 AM LUMPEN 1655® Max Müller I denke ich zunächst an Basilikum, dann an ein wenig Kernobst und Hefe, aber das Basilikum wirkt ganz klar. Am Gaumen dann auskleidend mit gutem Volumen, Energie und Vibration, trotzdem rund und füllig, gut balanciert mit noch leichter Schärfe im druckvollen, schnittigen Finale.

Franken Flight 3:

Beim Volkach 2025 RATSHERR Max Müller I gibt es weniger füllige Substanz denn eine recht stringente, säurebetonte Geradlinigkeit. Helle Früchte, Zitronen samt Zesten, ein kleines Bisschen Bitter Lemon aber viel Druck zeichnen den Riesling aus.

Beim Michelbach 2024 APOSTELGARTEN Höfler gibt es einen Anflug von Gummi in der Nase, dann weißes Steinobst. Am Gaumen recht wässrig und für mich mit wenig erkennbarer Tiefe, umrahmt von ein wenig Holz.

Leicht mysteriös, würzig, dunkel mineralisch und mit einem leichten Hefeschleier versehen startet der Stetten 2024 STEIN Am Stein – Ludwig Knoll. Am Gaumen dann heller, recht rund, wiederum leicht phenolisch mit ansteigender Kräuterwürze und Säuredruck zum Finale hin.

Württemberg Flight 1:

Angenehm wenig Reduktion im Fellbach 2025 LÄMMLER Aldinger. Und die, die da ist, ist ganz sexy. Viel Druck aber auch eine reife, saftige Frucht, eine klare Säure, die jedoch ebenfalls etwas Rundes hat. Ein bisschen Zeste und zitrische Noten dazu. Ein stringenter, Wein, straff und doch charmant.

Typischerweise gibt es hier mehr Zündstoff beim Untertürkheim 2025 GIPS MARIENGLAS® Aldinger. Dazu gibt es auch hier Zitrone und Zeste, aber auch etwas Lemoncurd. Dazu etwas Trockenholz. Am Gaumen zitrisch saftig und mundwässernd salzig. Auch hier dem Jahrgang entsprechend etwas Extraktsüße, was einen gewissen Charme-Faktor in den Wein bringt. Bleibt trotzdem straff und wirkt balanciert.

Beim Stuttgart 2025 HERZOGENBERG Wöhrwag ein wenig Apfelschale im Glas, dann frisches Kernobst. Am Gaumen rund, saftig. leicht salzig und mundwässernd mit eine leichten Würze im Finale.

Der Neipperg 2025 SCHLOSSBERG Graf Neipperg hat mehr Steinobst zusammen mit ein wenig Grafit. Am Gaumen eine Mischung aus weichem Steinobst und frischem Kernobst, runder Säure und einem leichten Grip. Saftig und rund.

Beim Schwaigern 2025 RUTHE Graf Neipperg verbindet sich Holz mit Pfirsich, der dann recht rund und parfümiert wirkt. am Gaumen ähnlich, rund, saftig, etwas weich, ein wenig Grafit, eine leicht warme, aber angenehme Steinobstfrucht. Insgesamt fruchtig, durchaus mit leichtem Druck. Ebenfalls saftig.

In der Nase bleibt der Burg Wildeck 2025 BURG WILDECK HERRSCHAFTSBERG Staatsweingut Weinsberg recht gedeckt, am Gaumen leicht wässrig mit vergleichsweise wenig Aroma.

Württemberg Flight 2:

Leicht phenolisch, mit ganz leichtem Wachs und etwas Trockenholz startet der Schnait 2024 HALDE Karl Haidle. Am Gaumen wirkt er reif mit leicht mürben Noten. Gleichzeitig aber hat der Riesling Spannung, geht aber nicht so richtig in die Tiefe. Noch nicht. Das braucht Zeit.

Beim Stetten 2024 PULVERMÄCHER Aldinger ist das Knallplätchen wieder da, zusammen mit ein wenig Bitter Lemon und Rauch. Am Gaumen noch unterentwickelt, leicht phenolisch aber mit allen Anlagen. Druckvolle Säure, dezente Extraktsüße, feiner Grip, gute Länge.

Deutlich offener der Stetten 2024 PULVERMÄCHER Beurer. Reifes Kernobst, Kräuter, etwas Flechte auf Stein. Am Gaumen auch mit mürben Noten, offen, etwas Mostapfel, reif mit leichter Phenolik, Grip, salziger Saftigkeit.

Der Stetten 2024 PULVERMÄCHER Heid wirkt recht entspannt, leicht reduktiv in der Nase mit guter Fließgeschwindigkeit am Gaumen. Er baut Spannung auf, wirkt im Finale zunehmend würzig mit leichter Bitternote.

Beim Stetten 2024 PULVERMÄCHER Karl Haidle spüre einen Anflug von nicht störender flüchtiger Säure. Am Gaumen wird es saftig mit reifem Kernobst und einem Hauch Salzzitrone. Ein Maul voll Wein mit gutem Trinkfluss.

Württemberg & Baden Flight 3:

Beim Fellbach 2024 LÄMMLER Rainer Schnaitmann gibt es ein Spiel von ganz dezenter Reduktion und Oxidation, Frucht und Schalen, Gestein und Kräutern. Am Gaumen saftig, leicht cremig, dazu ein Anflug von Rauch, Birnencreme, frische und mürbe Kernobstnoten, Kräuter, leichte Salzigkeit. Besonders und besonders schön.

hier gibt es mehr Reduktion, mehr Rauch, mehr Feuerstein. Der Uhlbach 2024 GÖTZENBERG Rainer Schnaitmann wirkt am Gaumen noch leicht reduktiv, aber wiederum cremig, saftig, mit schönem Volumen aber auch mit Präzision. Das hat Spiel, wirkt recht tief und lang. Ein schöner Wein im Werden begriffen. Der berührendste Riesling des heutigen Tages.

Der Bönnigheim 2024 STEINGRÜBEN Dautel hat eine angenehme Festigkeit, eine leichte Phenolik, Würze und einen guten Säuredruck. Das wirkt alles sehr stimmig.

Beim Eichelberg 2024 KAPELLENBERG Burg Ravensburg habe ich das Gefühl, einen Kabi im Glas zu haben. Duftig, floral, zitrisch, etwas Limo, reifes Steinobst, Kräuter. Am Gaumen ebenfalls sehr fruchtig, saftig, mindestens exktraktsüß. Sehr gefällig.

Der Sulzfeld 2024 HUSARENKAPPE Burg Ravensburg ist leider ein sehr banaler, recht wässriger Wein mit wenig Substanz. Schade.

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